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Ulrich Jansch - Sportjournalist/-kommentator

Vorname :  
Ulrich (Ulli) 
Name :  
Jansch 
"Mannschaft":  
Eurosport Deutschland 
Geburtsdatum :  
24/09/1948 
Gesprochene Sprache(n) :  
Deutsch (Anm. der Redaktion: Nur Deutsch? erfindet er dann was, wenn er die diversen Interviews übersetzt???) 
Kommentiert auch ... :  
Ski Nordisch, Rennrodeln, Radsport 


 

Interview geführt am 21.7.2002

 

1. Hast Du einen Lieblingsfahrer und wenn ja wen? Wann hast Du diesen Fahrer in dein Herz geschlossen? Wie sieht es mit einer Lieblingsmannschaft aus?

 

Mein Lieblingsfahrer ist unsere Tochter. Die fährt zwar keine Rennen, trainiert aber auf dem Rennrad. Es gibt Rennfahrer die mir sehr und solche die mir weniger sympathisch sind. Ich gebe mir zwar Mühe, ihnen diese Markenschilder nicht anzuhängen, aber ich weiß nicht ob mir das immer gelingt…

 

2. Von Kläuschen kennen wir ja den heiligen Koffer mit Infos zu allen Fahrern - Wie hast Du Dich auf die Tour vorbereitet? War das anders als bei anderen Rennen?

 

Vorbereitung hat keinen Anfang und kein Ende, die Gier nach Informationen ist ein perpetuum mobile, wenn sie erst einmal in Gang gesetzt wurde. Sehen, lesen, hören, telefonieren, vergleichen - ich speichere fortwährend neue Fakten im Hinterkopf, auf dem Papier oder neuerdings auf dem Notebook. Für bestimmte Rennen - wie Tour - suche ich (und das ist bei meiner Ordnung wörtlich zu nehmen) dann die dazugehörigen Statisken zusammen und stöbere nach Literatur zum Austragungsland. Das größte Problem ist das Sortieren vor und das Zuordnen während der Übertragung. Bei einem Namen oder Begriff klingelt's und dann frage ich mich: wo hast Du die Hintergrundinformation dazu notiert. Manchmal finde ich sie.

 

3. Werden die Rennen vor Ort oder in einer Eurosport Zentrale kommentiert? Ist das bei allen Rennen gleich? Wohl nicht, oder?

 

Auch in der Medienbranche gibt es Betriebsgeheimnisse. Nur der Boss dürfte sie preisgeben. Ich gehöre zur Belegschaft.

 

4. Ist es mit dem Status "Radsportjournalist" einfach an die Sportler heranzutreten? Erkennen Dich die Athleten?

 

Wenn ich Fragen habe, spreche ich direkt oder per Telefon mit den Rennfahrern. Die meisten kennen mich, viele antworten sehr bereitwillig, wenige zuweilen auch widerwillig.

 

5. Woher beziehst Du Deine Informationen und Anregungen, die in der Sendung verwertet werden?

 

siehe 2.

 

6. Welche Ausbildung hast Du genossen und über welchen Weg bist Du zu deinem jetzigen Beruf gekommen?

 

Meine Berufsbezeichnung ist Diplom-Journalist. Dafür habe ich an der Uni Leipzig studiert. Wahrscheinlich aber nicht genug gelernt. Deshalb bin ich im Sport gelandet. Journalist wollte ich seit meinem 10. Lebensjahr werden. Die Friedensfahrt hat mich fasziniert und geprägt. Radsportler bin ich nicht geworden, habe aber einige Jahre auf leistungssportlichem Niveau trainiert. Als ich nach dem Abitur ein Volontariat machen mußte, weil es Voraussetzung fürs Studium war, landete ich per Zufall in der Sportredaktion des DDR-Fernsehens. Also bin ich Honeckers letzte Rache an den gesamtdeutschen Radsportfans.

 

7. Wie findest Du das neue Design von Cycling4fans.com?

 

Welches Design? Was ist Cycling4fans?

 

8. Wo ist eigentlich Klaus Angermann und was bedeuten die weißen Fähnchen am Sattel der Fahrer?

 

Das FBI hat nach 9monatigen Ermittlungen festgestellt: Klaus A. hat in der Uni-Klinik Freiburg in einer 35jährigen Operation unter Leitung von Professor Dr. Knoten seine Stimmbänder splitten lassen, anschließend doppeltes Voice-Lifting vornehmen lassen und synchronisiert nun unter neuer Identität mit verteilten Rollen die Ghost-Kommentatoren von Radsportübertragungen bei einem paneuropäischen Sportsender.

 

Das weiße Fähnchen am Sattel ist die Kapitulationserklärung der betreffenden Fahrer gegenüber der WADA.

 

9. Wie sieht es mit Euren Quoten aus - etwa verglichen mit Ringen, Curling, Motorsport, Fußball? Hast Du da konkrete Zahlen?

 

Siehe 3. Radsport würde in der Aufzählung der 4 Sportarten genau in der Mitte stehen.

 

Anmerkung der Redaktion: Hier beginnt unser abgewandelter C4F-Fragbogen...

 

1. Dein Motto (beruflich und privat)?

 

Sportreporter sind Punchbälle. Sie werden von allen Seiten geprügelt, aber wenn Beulen entstehen, kritisiert man sie für schlechtes Aussehen.

 

2. Was ist das Schöne am Beruf des Radsportlers (in diesem Fall: Kommentators) bzw. was sind die Schattenseiten ?

 

Das Schönste ist, daß ich mit dieser Tätigkeit Geld verdiene, obwohl mir 80-85% meiner Arbeit richtigen Spaß macht. Am wenigsten gefällt mir, dass Pünktlichkeit verlangt wird und Ordnung halten eigentlich angeraten wäre.

 

3. Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Karriere?

 

Nachdem mich der Krankenwagen der Johanniter mit Blaulicht von meiner letzten Übertragung abgeholt hat

- so etwa in 36 Jahren - setze ich mich vor den Fernseher, freue mich darüber, daß Jacky Durand noch immer bei der Tour fährt für ein Team der "Stiftung Betreutes Wohnen", nehme ein Notebook auf meine Knie und sende an alle Internetdienste unaufhörlich die Frage: Wo sind Vogte und Janschi?

 

4. Der Sportdirektor (hier: Programmdirektor) ist ein?

 

… Seelsorger, der allen Reportern den Heiland verspricht.

 

5. Fans sind?

 

… unduldsam und intolerant

 

6. Was ist das Schlimmste, Verrückteste oder Interessanteste, das Du mit einem Fan erlebt hast?

 

Ein Radsportliebhaber in Österreich (Zahnarzt) hat mir mal angeboten, daß er mich kostenlos behandelt, wann immer ich bei ihm vorbei komme.

 

7. Dein Lieblingsrennen? Warum?

 

Rund um Berlin, weil ich da mit dem Rad zur Arbeit fahren könnte.

 

8. Welches Rennen magst Du nicht? Warum?

 

Alle diese Kriterien, bei denen das Resultat schon im Vertrag oder bei der Fahrer-Besprechung festgelegt wird.

 

9. Welcher ist der schwierigste Anstieg?

 

Derjenige, der mit dem höchsten Tempo gefahren wird. (sehr salomonisch!! die Red.)

 

10. Vor welchem Rennfahrerkollegen (in diesem Fall: Kommentatorenkollegen) hast Du am meisten Respekt?

 

Peter Woydt

 

11. Welche Einstellung hast Du zum Thema Doping?

 

Ich habe eine instinktive Abneigung gegen Doping, aber ich bin kein Exorzist.

 

12. Hast Du Familie? Wenn ja, was sagt die dazu, dass Du Radrennprofi (Journalist) bist?

 

Meine Frau und unsere beiden Töchter haben immer sehr viel Rücksicht auf mich genommen und mich sehr unterstützt. Vor allem mit Kritik.

 

13. Wie bist Du zum Radsport gekommen?

 

Als Bewunderer von Täve Schur.

 

14. Welche Vorbilder hast Du?

 

Gern besäße ich die Fähigkeit eines Karl Kraus, präzise Beobachtungen und Analysen in kurze, bissige Sätze umzumünzen.

 

15. Was machst Du in Deiner Freizeit?

 

Dann versuche ich, Ordnung in mein Leben zu

bringen…

 

16. Was sind Deine besten bzw. schlechtesten Eigenschaften?

 

Ich gebe nicht so schnell auf, auch wenn mir bewiesen wird, daß ich eigentlich von nichts keine Ahnung habe.


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