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Geschichte internationaler Radsport



Kassler-Rad ca. 1761 ?




Dieses Rad oder besser diese Laufmaschine wurde um die Jahre 1760-1770 von einem Stellmacher Michael Kassler zu Braunsdorf bei Gross-Kayna (Bezirk Halle) konstruiert.
1904: "Das Rad ist ähnlich der Draisine aus Holz erbaut, das infolge seines hohen Alters bereits sehr morsch und brüchig ist. Die Konstruktion der Achsen ist eine sehr einfache: der Sattel ist indess gefedert und gepolstert. Die Räder sind mit Eisenbeschlag versehen. Die Länge der Maschine, von Rad zu Rad gemessen, beträgt 2,30 m, die Höhe des Hinterrades 95 cm, die des Vorderrades 85, die der Armstütze 95, die Sitzhöhe, von der Erde gemessen, 65 cm."
Im Deutschen Museum von München soll heute das Kassler-Rad stehen.
Das Bild stammt aus dem Sport-Album der Radwelt, 2. Jahrgang, beigefügt sind beglaubigte Aussagen, die die Echtheit des Rades bescheinigen sollten.



Laufmaschine mit schräger Bremse 1817




Laufmaschine mit schräger Bremse von 1817
Für das Bild geht der Dank an Prof. Dr. H. E. Lessing
Informationen zu Karl Drais und Laufmaschinen



Hochrad von Greco e figli, Mailand 1975

© Manfred Poser








Feder-Dreirad




Patent=Federdreirad von Leistner u. Pötzsch in Dresden
Holzstich um 1870



Tandem-Bicycle



Illustrirte Zeitung. Nr. 2140. 5. Juli 1884
Neu und originell ist (...) das von der englischen Firma M.D. Rucker jun. und Co. gebaute Tandem-Bycicle. (...) Dieser Anordnung zufolge muß der hintere Passagier. bevor er aufsteigt, einige Schritte gehen, wobei er die Handkurbeln gefaßt hält, während der vordere Passagier seinen Sitz vom Trittbrette aus erreicht und so zugleich das Gefährt in Gang setzt. Die Verbindung der Sättel, resp. der Räder ist durch ein röhrenförmiges Zwischenstück hergestellt., welches unmittelbar unter dem Vordersitz in einem Charnier beweglich angebracht ist, sodaß jeder der Fahrenden es vollkommen in seiner Macht hat, sich im Gleichgewicht zu erhalten.




Ein fünfsitziges Zweirad



Für alle Welt. Heft 23. 1896
Das erste deutsche Quintuplet ist kürzlich in Berlin konstruiert worden. Die Maschine, ein fünfsitziges Niederrad mit besonders starken und soliden Verbindungen, ist bei schönem und trockenem Wetter wie bei drei Fuß hohem Schnee auf ebenem wie auf hügeligem Gelände erprobt woden und hat bei größter Geschwindigkeit eine Leistung von 45 Kilometer in der Stunde ergeben. Den Sitz an der Steuerung hatte auf der ersten Tour der bekannte Distanzfahrer P. Mündner übernommen, unter den übrigen Fahrern befand sich auch der Erbauer des Rades, Herr Kazubek. Die interessante Maschine weißt mit den Rädern eine Gesammtlänge von 3,40 Meterauf und besitzt 28 zöllige, auf 100,8 Zoll übersetzte Räder. Der Erbauer soll sich bereits mit dem Gedanken tragen, Maschinen für eine noch größere Anzahl von Fahrern zu konstruieren - versuchsweise bis zu acht Sitzen. Rein zahlenmäßig genommen wird sie also der Tonkunst und der Poesie Konkurrenz machen, deren höchster "Rekord" das Doppelquartett und die Ottaverime sind, während die Malerei mit ihrer Skala von sieben Farben, um bei der sportmännischen Ausdrucksweise zu bleiben, bereits "gedrückt" erscheint.


Schnell erkannte man im Rennsport, dass das Fahren in zweiter Position, das Windschattenfahren, die Leistung deutlich erhöhte. Daher fanden sich bald Fahrer, die sich als Schrittmacher in den Dienst der um den Sieg fahrenden Rennfahrer stellten. Die Fahrerklasse der Steher oder Dauerfahrer fand ihren Ursprung. Um wirkungsvoll sein zu können, mußten sie sich schnell auswechseln lassen, oder auf einem Gefährt antreten, dass schneller und kraftvoller in Gang gesetzt werden konnte als das normale Rennrad. Dafür boten sich die Räder mit mehreren Fahren, vom Tandem an aufwärts, an. Entsprechend kamen auch die fünfsitzigen Zweiräder überwiegend im Rennbetrieb zum Einsatz. ( >>> Beispiel1 / >>> Beispiel 2 )

 



Doppelsitzer




Postkartenmotiv 1898



Fahrrad mit Hand- und Fußantrieb



Für alle Welt. Heft 20. 1901
Unter den Neuerungen der letzten Fahrrad= und Automobilaustellung zu New=York befand sich auch das hier abgebildete Fahrrad für Hand- und Fußbetrieb. Jeder Radfahrer weiß, daß schon geringe Steigerungen sich unangenehm geltend machen; um sich zu überwinden, muß der Radler mit aller Kraft treten, und bald zeigt sich Ermüdung in den Beinen, während die Arme und der Oberkörper in keiner Weise angestrengt werden. Der Erfinder des Fahrrads hier zieht nun, wie der"Scientific American" mitteilt, auch die Arme mit zur Arbeit heran. Er verbindet das Pedal des Rades mit einem Kurbelgestänge, das an der Lenkstange befestigt ist. Diese Lenkstange ist nach hintenzu bedeutend verlängert, und ihre Arme sind in je einem Gelenk auf und nieder zu bewegen. Das Kurbelgestänge kann durch eine einfache Drehung des Handgriffs aus= und eingeschaltet werden. Auf ebener Straße arbeitet der Fahrer nur mit den Pedalen. Sobald aber eine Steigung kommt, schaltet er das Kurbelgetriebe ein und arbeitet mit Händen und Füßen. Hierbei sitzt er nicht vorgebeugt sondern gerade aufgerichtet. Die Arbeit wird dabei auf den ganzen Körper verteilt.




Musikalisches Zweirad




Für Alle Welt, Heft 17. 1901
Eine echt amerikanische Idee, ein Zweirad mit Musik! Es ist die Erfindung von Samuel Goß in Chicago, der die Eintönigkeit einer längeren Fahrt namentlich auf der Rennbahn durch musikalische Genüsse beseitigen zu müssen glaubt. Der Mechanismus ist ziemlich einfach, wie die Abbildung zeigt. Über einen in das Gestell des Zweirads passenden Rahmen sind Clavierseiten B gespannt, während an einem Querstücke A die Hämmer sitzen, welche durch Stifte am Cylinder C in Bewegung gesetzt werden. Der Cylinder wird durch eine Schraubenwelle getrieben, welche, durch einen Seiltrieb mit dem Rade in Verbindung stehend, aus= und eingeschaltet werden kann. Die Schnelligkeit des Rades beeinflußt natürlich das Tempo des Musikstücks. Der Cylinder kann leicht ausgewechselt werden.



Verschiebbarer Sattel




Ilustrirte Zeitung. Nr. 2140. 5.Juli 1894
Eine sehr zweckmäßige Neuheit ist der von der Coventry Machinist's Company eingeführte verschiebbare Sattel, dessen Lage während der Fahrt durch Auf= oder Abwärtsbewegung des Handgriffs beliebig in horizontaler Richtung zu verändern ist, eine Vorrichtung, die sich besonders für das von der letztgenannten Firma gebaute (...) Cheylesmore Tricycle vorteilhaft erweist, da hierdurch auf abfallendem Terrain das ganze Körpergewicht des Fahrers auf das kleine Hinterrad verlegt werden kann.



amerikanisches Dampfvelociped mit Petroleumheizung



Illustrirte Zeitung, Nr. 2077. 21. April 1883
Nachdem schon öfter der Versuch gemacht worden ist, die Dampfkraft zum Betrieb der Velocipede zu verwenden, und dieser Versuch namentlich an der Nothwendigkeit scheitern mußte, auf längern Fahrten eine schwer lastende und viel Raum in Anspruch nehmende Kohlenmenge mitzuführen, wobei dem Haupterforderniß des Velocipeds, Leichtigkeit des Fahrzeugs, nicht entsprochen werden konnte, ist in neuster Zeit in Amerika, der Heimat des Velocipeds, eine Erfindung aufgetreten, welche alle Bedingungen für ein zweckmäßig angeordnetes Dampfvelociped zu erfüllen scheint. Wie die Abbildung zeigt, , ist diese von Isaac Davis in Neuyork construierte Vehikel mit einer vollständigen Dampfmaschine ausgerüstet, welche die Kraft zur Umdrehung der beiden großen Treibräder liefert.
Den interessantesten Theil des Fahrzeugs bildet die Heizvorrichtung des Dampfkessels, welche mit Petroleum gespeist wird, wodurch es möglich ist, in kleinem Raum eine verhältnismäßig große Anzahl Wärmeeinheiten mitzuführen. Zugleich wird durch die Regulirbarkeit des Petroliumzuflusses eine so vollkommene Controle der Feuerung und damit der Dampfentwicklung erreicht, daß auch alle mit einerschwierigen Regulierung der Fahrgeschwindigkeit zusammenhängenden Uebelstände der Dampfvelocipede älterer Construction hier als gänzlich beseitigt anzusehen sind. Das Petroleum ist in dem über dem kleinen Hinterrad befindlichen Behälter enthalten, von wo aus dasselbe durch ein Rohr zum Feuerraum geleitet wird. Zur Erzielung einer möglichst vollständigen Verbrennung ist für eine innige Mischung der im Feuerraum sich entwickelnden brennbaren Gase mit atmosphärischer Luft gesorgt, sodaß die Verbrennung fast rauchfrei erfolgt. Zur Erzeugung des hierfür nöthigen Luftzugs dient der in den Dampfzylindern gebrauchte Dampf, der ähnlich wie bei den Locomotiven durch einen Exhaustor ins Freie strömt. Die Verbrennungsproducte entweichen nicht durch einen Schornstein nach oben, sondern ziehen, wie aus der Figur ersichtlich, nach unten rückwärts aus der Maschine, um den Fahrenden nicht zu belästigen und den freien Überblick der Fahrstraße nicht zu hemmen. Beim Anheizen werden durch die Thür des Feuerraumes einige glühende Kohlen in denselben gebracht, welche die Vergasung des zugeführten Petroleums einleiten, worauf sich das Kesselwasser schnell erhitzt und reichlich Dampf entwickelt wird.
.....
Für den Fahrenden ist ein bequemer Sitz oberhalb der beiden Dampfzylinder angebracht. Zu seiner Rechten befindet sich der Hebel zur Regulierung des Dampfzuflusses und somit auch der Fahrgeschwindigkeit. Um beim Fahren auf ansteigender Bahn die volle Kraft auf die Räder wirken zu lassen, kann ein Rädervorgelege zwischen die Kurbelwelle der Dampfzylinder und die Haupttreibachse eingeschaltet werden, während beim Fahren auf ebenem Terrain die Kraft der Dampfkolben ohne Uebersetzung auf die Treibräder wirkt. Zur linken Seite des Sitzes ist das Handrad sichtbar, durch welches das Hinterrad zum Wenden des Fahrzeugs und zum Befahren von Curven in der gewöhnlichen Weise verstellt wird. Vor sich hat der Fahrende das Sicherheitsventil des Dampfkessels und das Manometer , wie auch der den Zufluß des Petroliums regulierende Hahn bequem erreichbar angebracht ist.
Bei einem Durchmesser der beiden Treibräder 1,52 Mtr. und einer Kraftleistung der Dampfmaschine von einer Pferdestärke kann mit diesem Fahrzeug eine Strecke von 18 Kilometr in der Stunde zurückgelegt werden, wobei die Größe des Wasser= wie des Petroleumbehälters so bemessen ist, daß der Inhalt derselben für eine vierstündige Fahrt ausreicht.




Motor-Star-Bicycle




SPORT-ALBUM der RADWELT, 3. Jahrgang, 1905
Das erste Motorrad.

"Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen." - Es dürfte kaum eine klassische Sentenz geben, die häufiger und gedankenloser nachgebetet wird, als diese, und doch gibt es keine einzige, die anfechtbarer wäre. Jedenfalls könnte man mit dem gleichen Recht sagen, die Zeiten ändern sich nicht, und die Menschen bleiben ewig dieselben. Etwas anderes aber ist es mit den Motorrädern. Denn das diese sich geändert haben, beweißt das alte Star-Bicycle, das wir unseren Lesern hier im Bilde vorführen. Ein Vergnügen mag das Fahren darauf nicht gewesen sein, und ein Sturz mit der hohen, ungelenken Maschine wird auch nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens gehört haben. Wohl aber zeigt die in mancher Hinsicht merkwürdige und interessante Abbildung, wie der Menschengeist zu tasten und zu irren hat, um eine Lösung zu finden, die uns, wenn sie fix und fertig vorliegt, so einfach erscheint. Wie viele Erfinder haben sich die Köpfe zerbrochen, wie manche Hoffnung ist zu Wasser geworden, und wie manche Existenz hat Schiffbruch erlitten, bis aus der Summe aller geistigen Anstrengungen endlich die vollkommenen Maschinen hervorgingen, die uns heute im Fluge durch die Welt tragen! - Unter diesen Gesichtspunkten ist das alte Motor-Star-Bicycle eine recht ehrwürdige Reliquie, die gewiss manchem Leser des Sport-Albums Stoff zum Nachdenken geben wird.



 

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Bildarchiv: cycling4fans

Die Bilder können verwendet werden, für einen Quellenhinweis wären wir dankbar

 

Beitrag von maki


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