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Bianchi-Teamcheck zur Vuelta 2003

Beitrag von Yeti

 

Nach der Tour de France steht für das Team aus Essen mit der Vuelta a Espana nun also die zweite große Landesrundfahrt am Programm.

 

Sah es zu Beginn des Jahres um den Vorgänger Coast noch so zappenduster aus das niemand auch nur einen Pfifferling auf das Team gegeben hätte, so konnte Jan Ullrich bei der Jubiläumstour einen hervorragenden zweiten Platz einfahren und dies nach der langen Verletzung.

 

Es gab auch lange Zeit Bedenken wie das Klima in der Mannschaft sei, ob die Spanier sich voll in den Dienst Ullrichs stellen würden. Bei der Tour überraschte Bianchi dann aber als Einheit und auch Angel Casero war ein großartiger Helfer für „Ulle“.

 

Nun geht es also in die Heimat von Casero & Co., Angel ist selber Kapitän und hat noch fünf Landsleute als Helfer dabei. Wird er am Ende in Madrid ganz oben stehen, wird Bianchi das erfolgreichste Team bei den GT’s im Jahre 2003? Wir werden es Ende September wissen.

 

Ein gutes Ergebnis ist dringend nötig, da das Team Bianchi im Moment in der GS I-Weltrangliste nur auf dem 29. und vorletzten Platz steht, da die Punkte vom Team Coast nicht übernommen werden konnten.

 

Folgende neun Fahrer starten für Bianchi:

 

Angel Luis Casero Moreno, 30 Jahre, Spanien

 

Nachdem sein Team Festina Ende des Jahres 2001 aufgelöst wurde, kam er zum Team Coast. Seine Liste an Erfolgen ist lang, er ist ein guter Rundfahrer, der sowohl in den Bergen als auch im Zeitfahren seine Stärken hat, wobei er im Kampf gegen die Uhr etwas stärker einzuschätzen ist.

 

Im Jahre 99 war er Fünfter der Tour und spanischer Landesmeister, 2000 erreichte er bei der Vuelta einen 2. Platz, im Jahr darauf konnte er seine Heimatrundfahrt gewinnen, womit sich nach seinen eigenen Aussagen ein Traum für ihn erfüllte. Im Jahr 2002 war er lange Zeit am Knie verletzt und erreichte dennoch einen hervorragenden 6. Platz bei der Vuelta.

 

Casero gilt als sehr sensibel und ist nicht glücklich damit, dass nach den Querelen um Coast das spanische Personal von Bianchi nicht übernommen wurde, insbesondere geht es um „seinen“ sportlichen Leiter Juan Fernandez.

 

Bei der Tour de France stellte er sich ganz in den Dienst seines Kapitäns Jan Ullrich, doch bei der Vuelta ist er der Chef und hat freie Fahrt.

 

Die Spanienrundfahrt ist dieses Jahr mit fünf Bergankünften stark auf die Kletterer ausgerichtet, da sollte er an den Besten dranbleiben, doch es gibt auch viele Zeitfahrkilometer, wo er wieder etwas gutmachen kann.

 

Wenn der Fahrer aus Valencia am Ende in Madrid in Gold ankommt wird sein Team zum erfolgreichsten im Jahre 2003 bei den GT’s.

 

Einen Tag vor Schluß feiert er seinen 31. Geburtstag, macht er sich selbst das schönste Geschenk?

 

Felix Manuel Garcia Casas, 34 Jahre, Spanien

 

Er wurde am 20.06.2003 kurzfristig vom französischen GS II- Team Big Mat verpflichtet. Der Bergspezialist war im Jahre 2002 Achter der Vuelta. Er soll seinen Kapitän vor allem in den Bergen unterstützen.

 

Aitor Garmendia Arbilla, 35 Jahre, Spanien

 

Schon als der große Miguel Indurain die Tour beherrschte war der Mann aus Itsasando an seiner Seite. Garmendia hat bereits Erfahrung bei allen drei großen Landesrundfahrten und fuhr vor seiner Zeit bein Coast/Bianchi bereits bei Banesto und Once.

 

Er ist ein guter Rundfahrer, so gewann er in seiner bisher 13-jährigen Karriere als Profi bereits die Galizien-Rundfahrt, die Vuelta Castilla-Leon, die Aragon-Rundfahrt, im Jahre 2001 war er Dritter der spanischen Meisterschaften, 2. der Deutschlandtour sowie 2. der Friedensfahrt.

 

Fabrizio Guidi, 31 Jahre, Italien

 

Er ist der einzige Italiener im Team mit dem italienischen Sponsor.

 

Im letzten Jahr belegte er beim sogenannten “Euro-Giro” einen zweiten und vierten Etappenplatz. Als Stefano Garzelli wegen Dopings vom Rennen ausgeschlossen worden war, bekam er nachträglich das Rosa Trikot. Für den Sprinter aus Ponterdera war dies aber nur ein schwacher Trost, zu gern hätte er das begehrte Kleidungsstück über die Straßen seiner Heimat getragen. Im letzten Jahr gewann er Firenze-Pistoia, ein Einzelzeitfahren, ein ziemliche Überraschung, da er doch eigentlich aus-gewiesener Sprinter ist.

 

Bei der Tour sahen viele in ihm nur den „Quotenitaliener“ der nur dem Sponsor zuliebe im Aufgebot stand, doch er konnte sich einige Male im Sprint recht weit vorn platzieren und rechtfertigte seine Nominierung damit.

 

Jaime Javier Hernandez Bertran, 31 Jahre, Spanien

 

Er fuhr früher bei Festina und hat bereits Erfahrung bei allen drei großen Landesrundfahrten, die aber nie in den vorderen Ränge beendet hat. Jaime Hernandez ist außerdem einer der wenigen Spanier, die auch die Klassiker fahren, er kam bereits drei Mal im Velodrom von Roubaix an. Jaime Hernandez ist ein wertvoller Mannschaftshelfer.

 

Francisco José “Paco” Lara Ruiz, 26 Jahre, Spanien

 

Er kommt aus Granada und ist im dritten Jahr Berufsradfahrer. Seine Stärken liegen in den Bergen, im Jahr 2001 war er jeweils 2. in der Bergwertung der Baskenland- und der Portugalrundfahrt. Er soll vor allem im Gebirge seinem Kapitän zur Seite stehen.

 

David Plaza Romero, 32 Jahre

 

Der Fahrer aus der spanischen Hauptstadt Madrid ist ein sehr guter Rundfahrer, was er mit dem Einzelzeitfahr- und dem Gesamtsieg in der Gesamtwertung bei der D-Tour 2000 sowie dem 6. Platz bei der Vuelta 2001 bereits mehrfach bewiesen hat. Nach einem Armbruch im Training zu Beginn dieser Saison und den mehrfachen Sperren seines Teams Coast konnte er nicht wie gewünscht trainieren, auch fehlen ihm dadurch die nötigen Rennkilometer. Er war bereits bei der diesjährigen Tour de France im Aufgebot seines Teams und nimmt nun in Spanien die zweite große Landesrundfahrt in der Saison 2003 im Angriff.

 

Thorsten Rund, 27 Jahre, Deutschland

 

Er kommt aus Lübben, ist im dritten Jahr Berufsradfahrer und kommt von der Bahn. Er nahm an den Olympischen Spielen in Sydney und Atlanta teil, ist mehrfacher Deutscher Meister und Vizemeister sowie Vizeweltmeister im Vierer.

 

Sein Ziel ist es, ein guter Mannschaftsfahrer zu sein.

 

Raphael Schweda, 27 Jahre, Deutschland

 

Genau wie Jan Ullrich ist er in Rostock geboren und konnte in den bisher 7 Jahren, die er als Radprofi unterwegs ist, schon beachtliche Erfolge feiern. Im Jahre 1999 kam er beim Weltcuprennen in Hamburg auf einen fantastischen 2. Platz, ein Jahr später gewann in er in Nürnberg das Altstadtrennen, 2002 fuhr er bei Paris-Roubaix, wo er Helferdienste verrichtete, selbst noch auf einen 11. Platz, erreichte auf einer Etappe des Giro d’ Italia einen 2. Etappenplatz, wurde 4. bei den Deutschen Meisterschaften auf der Straße und fuhr für den BDR das Straßenrennen bei der WM in Zolder.

 

Im Jahre 2003 lief es für ihn leider nicht so gut, die Querelen bei Team Coast und die Sperren brachten ihn um die Starts bei den von ihm geliebten Frühjahrsklassikern, auch bei der Friedensfahrt, die durch seinen Wohnort Leipzig führte, durfte das Team in letzter Minute nicht starten.

 

Er stand im Aufgebot seiner Mannschaft für die diesjährige Tour de France wurde aber im letzten Moment noch durch einen Teamkollegen ersetzt, dies hat ihn sehr getroffen.

 

Nun nimmt er also doch noch an einer großen Landesrundfahrt teil und kann hoffentlich mit einigen guten Etappenplatzierungen seine Saison zum Ende hin noch halbwegs versöhnlich gestalten. 


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