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Marcus Burghardt - Interview Oktober 2005

Fragen: Tick mit Unterstützung von blaho, Niki2000 und Steffi
© Fotos: Mani Wollner






Name: 
Marcus Burghardt 
Nationalität: 
Deutscher 
Geburtsdatum: 
30. Juni 1983 
Wohnort: 
Chemnitz 
Familie: 
ledig 
Sportler-Karriere: 
2002-2004 Wiesenhof (U23) 
 
Stagiaire bei T-Mobile 
 
2005 T-Mobile 
 
 
 


 

 

Wagen wir einen Rückblick auf dein erstes Profijahr: Bist du mit deiner Leistung zufrieden? Bist du mehr oder weniger Rennen gefahren als erhofft? War der Einstieg in den Profizirkus einfach oder schwerer als erwartet?

-- Zu Beginn der Saison fiel es mir schon schwer, aber jetzt habe ich mich ganz gut daran gewöhnt.

 

Den Saisonanfang im Januar bei der Qatar-Rundfahrt, den Abschluss im September bei der Vuelta. Hattest du dir so eine lange Saison zugetraut? Wie viele Renntage hast du 2005 absolviert?

-- Ich hatte ein sehr gutes Wettkampfprogramm dank Mario und Thomas und so war es kein Problem von Januar bis Oktober zu fahren.

 





Dwars door Vlaanderen
am 23.3. im Finale, in Führung mit Nico Mattan

Was war das Beste des Saison? Das Schlimmste? Der peinlichste Fehler?

-- das Beste: Den Zielstrich bei Flandern zu überqueren

-- das Schlimmste: Mein Einsatz bei Almeria

-- der peinlichste Fehler: Das Vergessen meines Reisepasses zum 1. Einsatz in diesem Jahr bei Qatar

 

Du hast jetzt ein Jahr Erfahrungen gesammelt. In welche Richtung tendiert deine Entwicklung als Fahrer -- zu einem für Eintagesrennen (Klassiker) oder für Rundfahrten?

-- Ich bin noch recht jung und will mich da auch noch überhaupt nicht festlegen, mir hat beides sehr viel Spass gemacht

 

Hattest du Ehrfurcht vor Stars wie Ullrich oder Zabel? Wie haben sie sich dir gegenüber verhalten?

-- Klar hat man Respekt vor ihnen, aber es sind auch ganz normale Menschen mit denen ich gut ausgekommen bin.

 






Dwars door Vlaanderen 2005, am 23.3. auf dem 3. Pavèe



Wallonie-Rundfahrt 2005
4. Etappe am 28.7. im Trikot des besten Jungprofis



Hast du dir dein Zimmer zumeist mit einem anderen "Neo-Profi" geteilt?

-- Nein

 

Wer war dein Zimmergenosse bei der Vuelta?

-- Erik Zabel

 

Du hast wahrscheinlich viel Zeit mit den anderen zwei Neos Bas Gilling und Bernhard Kohl verbracht. (Oder nicht?) Wie seid ihr alle miteinander ausgekommen? Konntet ihr euch gegenseitig unterstützen?

-- Wir haben nicht so viel Zeit miteinander verbracht aufgrund der unterschiedlichen Einsatze.

 

Gab es Verständisprobleme aufgrund der vielen verschiedenen Nationalitäten im Team?

-- Ab und zu, aber am Ende hat jeder gewusst, um was es ging.

 

Spricht man in der Mannschaft viel Englisch und wie gut sind deine Englischkenntnisse?

-- Ja, wir sind ein internationales Team und da ist ab und zu Englisch die Sprache, die alle sprechen können.



 

 

Welche Ziele hast du dir vor der Vuelta selbst gesteckt? Hast du diese Ziele verfehlt, erreicht oder gar übertrumpft?

-- Ich bin nicht mit besonders großen Erwartungen in die Vuelta gestartet. Mein Ziel war es, so viel wie möglich zu helfen, bei zwei Kapitänen ist das schon ne Menge Arbeit.




Vuelta 18. Etappe im Peloton am Puerto de Mijares (1. Kat.) neben Thomas Voeckler



Welche war deine beste bzw. schlechteste Etappe, und warum?

-- Die beste: Lagos de Cavadonga

-- Die schlechteste: kann man schwer sagen, denn wenn man zum Beispiel Letzter wird, denkt man ja, es war die schlechteste, aber wenn man trotzdem die geforderten Aufgaben erfüllen konnte, muss das ja kein schlechtes Rennen gewesen sein.

 

Welche neue Erfahrungen und Lerneffekte nimmst du aus deiner ersten großen Landesrundfahrt mit?

-- Man muss sich die Kräfte besser einteilen, denn die letzte Woche ist dann noch mal richtig schwer.

 

Es wird behauptet, es gäbe nichts schwierigeres als die dritte Woche einer dreiwöchigen Rundfahrt. Kannst du diese These bestätigen?

-- Ja kann ich, aber der Wille, sie zu beenden, hat schlussendlich gesiegt.....




Vuelta 2005
20. Etappe TT



Vuelta 18.Etappe




Vuelta 17. Etappe



 

 

Zunächst wurdest du für das WM-Straßen-Team nominiert, um dann doch nicht mitfahren zu dürfen. Was ist dort schief gelaufen?

-- Ich war Ersatzfahrer und da kein Fahrer kurzfristig ausgefallen ist, bin ich nicht zum Einsatz gekommen.

 

Siehst du deine Teamkollegen nur beim Rennen oder trainiert ihr auch während der Saison zusammen? Mit wem trainierst du zu Hause?

-- Ab und zu trainiere ich mit Kollegen wie Steffen Wesemann oder André Korff.

 

Planst du deine Vorbereitung gänzlich umzustellen oder bleibst du bei Altbewährtem für die neue Saison?

-- Don't change a running system!

 



Welche Renneinsätze erhoffst du dir besonders für 2006?

-- Die Saison 2005 is noch nicht beendet und da mache ich mir noch keine Gedanken über das nächste Jahr. Ich werde mich im Winter mit meinem Trainer Thomas Schediwie zusammen setzen und eine Grobplanung machen.

 




Dennis Kraft und Marcus bei Rund um Köln 2005



Hast du irgendwann während der Saison zu dir selbst gesagt: "Junge, du hast den falschen Beruf gewählt, das willst du nicht!" oder fühlst du dich bestätigt in deiner Entscheidung, Radprofi zu werden?

-- Nein habe ich nicht, mir hat Radsport als Hobby schon immer sehr, sehr viel Spass gemacht und wenn ich jetzt mein Geld damit verdienen kann, macht es nocht viel mehr Spass.

 

Wie beurteilst du die Entwicklung des Nachwuchses in Deutschland? Welche Perspektiven siehst du für Fabian Wegmann, Heinrich Haussler, Tony Martin, Carlo Westphal usw.?

-- Ich denke, der Nachwuchs wird eher gut gefördert in Deutschland und die Ergebnisse sprechen für sich.

 

Wohin geht es in Urlaub? Wann startet die Vorbereitung für 2006?

-- Ich werde zu Hause im schönen Erzgebirge bleiben. Ich war so viel unterwegs dieses Jahr und da bin ich froh, wenn ich mal länger daheim bleiben kann. Ich werde Anfang November wieder anfangen.


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