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Niniel: Radsport ist schön - schöner - am schönsten, weil...

1.

„Man muss schon ganz schön einen an der Waffel haben, um 3 Wochen jeden Tag 4 Stunden lang 180 dürren Typen in schwulen Klamotten dabei zuzugucken, wie sie nichts anderes tun als von A nach B zu radeln“ – das hat einmal ein sehr weiser Mensch zu mir gesagt, als ich anfing, ein Radsportfan zu werden. Und für mich war das eindeutig ein Argument für dieses Sport:

Wenn man einen Radsportfan trifft, kann man sicher sein, dass dieser Mensch mindestens ein ganz kleines bisschen durchgeknallt sein muss. Und ich mag durchgeknallte Menschen.

 

2.

Radsport ist definitiv nicht die schönste Sportart. Es gibt Handball, Biathlon, Mehrkampf, nordische Kombi, Eiskunstlauf und so weiter und so weiter. Aber Radsport ist ästhetisch. Wunderschöne Zeitfahrräder, sonnenüberflutete Sonnenblumenfelder, das Geräusch von nahenden Scheibenrädern, das an einen Tyrannosaurus Rex erinnert; das regelmäßige Kreiseln des belgischen Kreisels, das Feld, das sich die Serpentinen herunterschlängelt – alles sehr meditativ. Und dann noch hübsche Jungs mit rasierten Beinen in hautengen Radklamotten.

 

3.

Apropos hübsche Jungs: Radsportler haben schöne Beine. Daran kann auch Doping nichts ändern.

 

4.

Radsport ist meine Droge. Demzufolge ist Radsport so „schön“ wie jede andere Droge auch. Wenn man in Kauf nimmt, den ganzen Winter Entzugserscheinungen zu haben, jede Nacht von Radrennen zu träumen, seinen Urlaub nach Radrennen zu beantragen, seine Wochenenden und Ersparnisse für Radrennen zu opfern und sein Herz an einen Haufen Wahnsinnige mit rasierten Beinen zu verlieren und sich alle zwei Wochen zu schwören, mit dem ganzen Zeug aufzuhören, was man ja doch nie macht, kann man den durch Radsport, Massageölduft und Glückshormone ausgelösten Rauschzustand ungestört genießen.

 

5.

Das eigentlich Schöne am Radsport ist nicht der pure Sport, sondern die Atmosphäre von jugendlicher Unbekümmertheit, Abenteuer, Spaß und ungewöhnlicher Vorkommnisse, die den natürlichen Lebensraum des Radsportfans bilden. Ohne diese unzähligen Tage in meinem Leben, an denen ich mich zu unmenschlichen Zeiten aus dem Bett quäle, um auf Radrennen rumzuhängen, wäre mein Leben einfach nur langweilig. So jedoch erlebt man die unglaublichsten Sachen, lernt die verrücktesten Leute kennen, übernachtet in Spukschlössern, landet in Ländern, Städten, Dörfern, die man nie im Leben kennen gelernt hätte, lernt Dinge, die einem das Leben nur auf dem Weg zu einem Radrennen beizubringen pflegt, und hat einfach nur eine riesige Menge Spaß!


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