Geipel, Ines: Verlorene Spiele
Hartmann, Grit: Goldkinder
Latzel, Klaus/Niethammer, Lutz (Hg.): Hormone und Hochleistung
aus dem Inhalt: I. Strukturen, Beteiligte, Verantwortung Holger Gabriel: Aus ärztlicher Sicht. Erwünschte und unerwünschte Wirkungen anabol-androgener Steroide Andreas Singler, Gerhard Treutlein: Doping in der Bundesrepublik Deutschland: Historische und soziologische Aspekte abweichenden Verhaltens im Spitzensport Giselher Spitzer: Entstehung und Funktionsweise des DDR-Zwangsdopings: Doping in einem geschlossenen System und die Grenzen der biologischen Leistungsfähigkeit Nikolaus Knoepffler: Freiheitssspielräume in einem stattlichen Dopingsystem? Ekkehard Schönherr: Pharmabetriebe in der Planwirtschaft Klaus Latzel: Doping und die pharmazeutische Industrie in der DDR. Vorläufige Ergebnisse und Forschungsprobleme Hans Joachim Teichler: Doping in der Endphase der DDR und im Prozess der Wende 1989/90 Jutta Braun: "Dopen für Deutschland" - Die Diskussion im vereinten Sport 1990-1992
II. Kulturwissenschaftliche Perspektiven Anke Delow: "Ich finde, ich hatte keine andere Wahl" - Doping und Biografie Kirsten Kaya Roessler: Doping als Beziehungsproblem. Psychologische Aspekte von Sport, Schmerz und Grenzen Nikolaus Katzer: Am Rande der Vollkommenheit. Aspekte einer Geschichte sowjetischer Körperoptimierung John Hobermann: Fünfzig Jahre Doping und die Pharmakologisierung des Alltagslebens Volker Caysa: Doping und das Problem des Maßes einer "natürlichen" Eigenleistung des Menschen
Latzel, Klaus: Staatsdoping
Verlagstext: Bereits seit einiger Zeit wird die Rolle der pharmazeutischen Industrie im Dopingsystem der DDR kritisch beleuchtet. Mit diesem Band legt nun Klaus Latzel eine umfassende Analyse der Verstrickungen des VEB Jenapharm in das staatlich organisierte Doping zwischen 1960 und 1990 vor. Seine Erkenntnisse bettet der Autor in den sportpolitischen und kulturhistorischen Kontext der Zeit ein und diskutiert darüber hinaus Fragen individueller und kollektiver Verantwortung für die bis heute reichenden, teils schwerwiegenden gesundheitlichen Folgeschäden medizinischer Eingriffe im Spitzensport. Ein Anhang mit zahlreichen, bislang unveröffentlichten Quellen ermöglicht den Lesern, sich ein eigenes Bild von der Problematik zu machen. Damit wird der öffentlichen Debatte über die Rolle des VEB Jenapharm im Dopingsystem der DDR endlich eine wissenschaftlich tragfähige Grundlage gegeben.
Zitat aus der Bilanz, S. 189: Art und Umfang der Arbeiten der pharmazeutischen Industrie und speziell des VEB Jenapharm für das Dopingsystem sind ausführlich dargestellt worden, ebenso die politbürokratische Konstellation autoritär verfasster Korporation, die dieses System kennzeichnete. Es ist eindeutig, dass Jenapharm nicht ursächlich für die Errichtung dieses Systems verantwortlich war und im weiteren Verlaufe auch nicht zu dessen treibenden Kräften zählte. Ebenso ist aber aus heutiger Sicht eindeutig, dass der VEB Jenapharm schon durch seine Mitwirkung an diesem System als moralisch mitverantwortlich für dessen teils schwerwiegende gesundheitliche Folgeschäden bei den betroffenen Sportlerinnen und Sportlern gelten muss. Diese korporative Verantwortung des Betriebes oder des Kombinats hebt die individuelle Verantwortung seiner leitenden Wissenschaftler nicht auf.
Seppelt, Hans-Joachim / Schück, Holger: |
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Titel: | Anklage: Kinderdoping - Das Erbe des DDR-Sports |
Autoren: | Hans-Joachim Seppelt, Holger Schück (Hrsg.) |
Verlag: | Tenea (1999) |
ISBN-13: | 978-3932274169 |
Rezensionen: | |
Zitate:
Aus dem Vorwort:
Wir haben den Hauptakzent auf den Schwimmsport gesetzt. Als langjährige Beobachter und Wegbegleiter des Sports schien uns dies zwingend geboten zu sein. Denn gerade im DDR-Schwimmen wurden Minderjährige radikal und rücksichtslos gedopt. Aktueller Aufhänger war dabei auch, daß 1998 in Berlin der Doping-Pilotprozeß Gesundheitsschäden bei ehemaligen Athletinnen der Schwimmsektion des SC Dynamo Berlin strafrechtlich zu bewerten hatte. Dennoch: Das Buch öffnet sich früh für die große Sicht der Dinge, für das System dahinter. Und es geht damit letztlich weit über den Schwimmsport hinaus.
Bericht über eine geheime Unterredung des DTSB-Präsidenten Ewald mit Manfred Höppner 1978:
Es wurde durch Gen. EWALD der Auftrag erteilt, bis Mitte nächsten Jahres zu jedem der aufgeführten Athleten konkret den individuellen Absetz-Zeitraum für Anabolika zu bestimmen unter Einkalkulierung des höchsten Risikofaktors.
Aus der Stasi-Akte IM "Technik" alias Manfred Höppner:
Trat während des Anwendungszeitraumes von anabolen Hormonen dennoch eine Schwangerschaft ein, wurde in jedem Fall eine Schwangerschaftsunterbrechung empfohlen.
Aus der Stasi-Akte IM "Technik" (VS-Klinik = Stasi-Klinik):
PS.: Die Sportlerin [Name geschwärzt] (wahrscheinlich Ruderin bzw. Kanutin) ist bereits im 6 Monat schwanger - da aber Einnahme von Anabolika fortgesetzt sind nun Komplikationen zu erwarten, da bei weiblichen Geschlecht des Embryos ein starker maskuliner Typ zu erwarten ist. Entbindung müßte in VS-Klinik durchgeführt werden und vorher Geschlechtsbestimmung vorgenommen werden um Entscheidungen dann zu treffen.
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Titel: | Doping in der DDR |
Ein historischer Überblick zu einer konspirativen Praxis | |
Genese - Verantwortung - Gefahren | |
Autor: | Giselher Spitzer |
Verlag: | SPORT und BUCH Strauß 1998 |
Reihe: Wissenschaftliche Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft | |
Layout: | Broschiert, 434 S. |
ISBN: | 3-89001-315-5 |
Preis: | nur noch antiquarisch erhältlich |
aus dem Vorwort: | Mit dieser Untersuchung, die insbesondere auf den den Akten und Vorgängen der einzelnen staatlichen Einrichtungen des DDR-Sportsystems und der diesen Stellen nachgeordneten Verbände und Vereinigungen einschließlich Clubs basiert, wird umfassend die These vom staatlichen Doping in der DDR belegt. (...) Dr. Giselher Spitzer hat mit dieser Untersuchung eines historischen Überblicks über die DDR-Dopingpraxis einen fundierten Bericht zu einem phänomenalen System geliefert. (...) |
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Titel: | Schlüsseldokumente zum DDR-Sport |
Ein sporthistorischer Überblick in Originalquellen | |
Autor: | Giselher Spitzer; Hans J. Teichler; Klaus Reinartz (Hrsg.) |
Verlag: | Meyer & Meyer Sport (10. November 1997) |
Reihe: Sportentwicklungen in Deutschland, Band 4 | |
Layout: | Broschiert, 344 S. |
ISBN-10: | 3891245130 |
ISBN-13: | 978-3891245132 |
Preis: | EUR 18,90 |
Die seit einem halben Jahrzehnt betriebene quellengestützte Geschichtsschreibung über die DDR als "moderne Diktatur" (Kocka) läßt einige Konturen klar erkennen, die vor der friedlichen Revolution von 1989/90 nicht einmal im Umriß erkennbar waren: das Spitzensportsystem befand sich fast 20 Jahre lang in einem Bereich der Geheimhaltung, und erst heute können Historiker Hintergründe (und leider oft auch Abgründe) beleuchten. Eine extreme Funktionalisierung des Sports und der Bewegungskultur in SBZ und DDR zu politischen Zwecken eröffnet sich dem flüchtigen Leser der Originaltexte, die hier zum großen Teil zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. | |
In diesem Buch geht es zunächst um das Mnonopol der SED auf Teilnahme am Sport überhaupt und Funktionalisierungsversuche der SportlerInnen durch Errichtung von Köperschaften als Vereins- und Demokratieersatz. Die verhängnisvolle Integration des Dopings in die Trainingspläne und die ungerechte Behandlung des breitensports wird belegt und auf die Sonderrolle des Fußballsports in der DDR hingewiesen. Es folgen Schlüsseldokumente aus den achtziger Jahren, die auf die Endlichkeit des DDR-Sports hiweisen: auf Krisenjahre seit 1989 und ein Auseinanderbrechen des komplizierten Systems des Leistungssports aufgrund ökonomischer und sportwissenschaftlicher Grenzen. | |
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Titel: | Sicherungsvorgang Sport: Das Ministerium für Staatssicherheit und der DDR-Spitzensport |
Autor: | Giselher Spitzer |
Verlag: | Hofmann, Schorndorf; Auflage: 1 (Oktober 2005) |
Reihe: Bundesinstitut für Sportwissenschaft 97 | |
Layout: | gebunden, 704 S. |
ISBN-10: | 3778089714 |
ISBN-13: | 978-3778089712 |
Preis: | EUR 55,80 |
Verlagstext: | Der in Berlin und Odense lehrende Privatdozent Giselher Spitzer hat für den Sportausschuss des Deutschen Bundestages im BISp-Auftrag die Schattenseiten des DDR-Sports analysiert: Der Staatssicherheitsdienst, von Bürgerrechtlern „Stasi“ genannt, zielte auf totale Kontrolle und Durchherrschung. Sie hatte ihr Netz über 100.000 Personen im Spitzensport, deren Freunde und Familienangehörige ausgespannt. Dargestellt werden sportbezogene Aufgaben und Ziele des DDR-Geheimdienstes sowie erstmals die Auslandsspionage gegen das „Operationsgebiet“, die Bundesrepublik Deutschland. Motive und Spielraum der Akteure in diesem bezahlten und unbezahlten Überwachungsapparat werden dargelegt. Die Verheimlichung des Zwangsdopings als Hauptaufgabe der Geheimpolizei wird berücksichtigt, wobei erstmals die Effektivität unangemeldeter Trainingskontrollen empirisch belegt wird. Auf den Textteil mit neun Hauptkapiteln folgt ein ausführlicher Dokumententeil, um auf gesicherter wissenschaftlicher Basis und für jeden Interessierten überprüfbar in diesem schwierigen Gebiet deutscher Geschichte argumentieren zu können. |
Interview mit G. Spitzer: | |
Rezensionen: | |
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Titel: | Wunden und Verwundungen | |
Sportler als Opfer des DDR-Dopingsystems | ||
Eine Dokumentation | ||
Autor: | Giselher Spitzer | |
Layout: | broschiert, 600 Seiten | |
Verlag: | Sportverlag Strauß, 2007 | |
ISBN-10: | 3939390119 | |
ISBN-13: | 978-3939390114 | |
Preis: | Euro 28,80.- |
Zitat aus der Einladung zur Vorstellungs-Pressekonferenz:
Im Ergebnis liegen über 2.000 Seiten autorisierte und anonymisierte Berichte von mehr als 50 Geschädigten über die Folgen des Zwangsdopingsystems vor. Sie werden in der Stiftung einsehbar sein und können zukünftig ihre Wirkung entfalten können: für weitere Forschungen oder für Schülerarbeiten.
Das Projekt wird an der HU vorgestellt, deren Sportwissenschaft seit langem intensiv auch die ethischen, historischen und pädagogischen Probleme von Medikamentenmißbrauch im Hochleistungs- und Freizeitsport erforscht.
- Art und Anzahl der Schädigungen durch das Zwangsdoping sind vielfältiger und gewichtiger als bisher bekannt.
- Erstmals werden durch die Auswertung der Interviews quantitative Aussagen über Erkrankungen und Schädigungen sowie den Verlauf möglich und vorgestellt.
- Ebenfalls zum ersten Mal können genauere Aussagen über Schäden an den Kindern der Dopingopfer gemacht werden.
- Typische medizinische Schadensbilder werden deutlich,
- ebenso die schweren biographischen Brüche und
- die persönlichen, materiellen und sozialen Folgen der Schädigungen.
- Weiterhin dokumentieren die Interviews die Realität und den überharten Trainingsalltag im DDRLeistungssport.
Bücher Dopingaufarbeitung DDR
Doping in der DDR - Hintergrundartikel
Ute Krieger-Krause, Schwimmen
Brigitte Michel, Kugel/Diskus
Henrich 'Henner' Misersky
Uwe Trömer, Rad
Jörg Sievers, 16 Jahre
Neues Forum Leipzig: Zur Ethik und Moral des Sports
Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz - Diskussion, Texte
Mediziner der DDR
DDR-Fußball und Doping
Singler, Andreas: sportwiss. Aufarbeitung DDR-Doping
Spitzer, Giselher: DDR-Sport als Forschungsproblem
Deutsche Ärzte
Wendezeit I, 1990
Wendezeit II, 1991
Wendezeit III, 1992
Wendezeit IV, 1993
Was wusste man im Westen? Teil I
Was wusste man im Westen? Teil II
der Fall Werner Goldmann und Folgen
BRD Doping-Aufarbeitung
Fußball und Doping: Deutschland (BRD)
Doping in der DDR
DLV - Dopingvergangenheit
1976 Olympische Spiele in Montreal
Dokumente/Texte/Diskussion