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Platz 28 - Tom-Jelte Slagter



Tom-Jelte Slagter
© ogkempf.kilu.de

Tom - Jelte Slagter

Niederlande

01.07.1989

 

Fahrertyp: Kletterer

Wichtigster Erfolg: Niederländischer Meister Straße U23 2010

Team/Verein 2010: Rabobank Continental Team

Stagiaire: -

Team 2011: Rabobank

Beste Mock List-Platzierung: neu

Web: -

 

Die Verpflichtung Slagters für das Rabobank-Nachwuchsteam sorgte erstmal für einige Fragezeichen: Tom wer? Tatsächlich ist Slagter vor dieser Saison außerhalb seines Heimatlandes noch überhaupt nicht in Erscheinung getreten. Doch wie schon bald der 2010er Saisonverlauf verraten sollte, hatte Rabobank mal wieder gutes Näschen bei der Talentfindung.

 

Der in Groningen geborene Slagter fuhr die vergangenen beiden Jahre bei der kleinen Amateurtruppe Ruiter-Dakkapellen, worin Slagter selbst einen Grund seines heutigen Erfolges sieht: bei diesem kleinen Team konnte er sich zwei Jahre in Ruhe und ohne Ergebnisdruck entwickeln. Nachhaltigen Eindruck machte Slagters Performance bei der Tour de Moselle im Herbst 2009, einem Etappenrennen in Ostfrankreich, bei dem er Fahrer wie Nicolas Edet, Alexandre Geniez und Thibault Pinot hinter sich lassen konnte und in der Endabrechung nur von Yannick Marié geschlagen werden konnte. Dies war das Ticket für die Rabobank-Nachwuchsmannschafft.

 

In dem neben Trek-Livestrong professionellsten Farmteam überhaupt war für den Niederländer jetzt auch ein ganz anderes Rennprogramm möglich - mehr Rundfahrten, mehr Berge, mehr Auslandseinsätze. Dies bedeutete für den ausgebildeten Maschinenbauer, der bislang halbtags als Fertigungsingenieur gearbeitet hat und sich in der Freizeit gerne die Skates anschnallt, auch das Zurückstellen der außerradsportlichen Aktivitäten: sein 2010er Rennkalender unterschied sich jetzt nur noch geringfügig von dem eines echten Profis.

 

Ein achter Platz beim Vlaamse Pijl (1.2) war aller Ehren wert, doch die Initialzündung gelang Slagter bei der Settimana Lombarda (2.1) im April. Schon zum Auftakt überraschte der Niederländer mit einem 14. Platz beim Prolog-Bergzeitfahren. Als Slagter dann aber auch noch auf der Königsetappe den Attacken der Scarponis und Riccòs folgen konnte und um den Etappensieg mitsprinten konnte, war klar: ein neues niederländisches Kletter-Talent war geboren. Mit dem 13. Platz in der Gesamtwertung - nur knapp anderthalb Minuten hinter dem Sieger Scarponi - und dem Sieg in der Nachwuchswertung zeigte Slagter, dass diese Leistung keine Eintagsfliege war. Direkt im Anschluss beim nächsten Renneinsatz, dem Circuit des Ardennes (2.2) konnte der erste Sieg im Rabobank-Trikot gefeiert werden: auf der zweiten Etappe gewann Slagter den Sprint einer kleinen Gruppe, die sich vom Feld abgesetzt hatte. Bei der U23-Variante der Doyenne (1.2U) war gegen Ramunas Navardauskas kein Kraut gewachsen, doch Slagter kam zeitgleich mit dem Zweiten Niki Ostergaard ins Ziel und bewies seine Tauglichkeit auch für die Ardennen. Im Mai folgte ein Sieg beim Bergkriterium der Scandinavian Open in Schweden.

 

Das nächste Ausrufezeichen setzte der junge Niederländer beim Circuito Montanes (2.2) im Juni, wo er wiederum nach einem sehr guten Prolog (9. Platz) zu den besten seiner Altersklasse gehörte und die Rundfahrt auf einem guten elften Platz beendete. Die Form war da, und bei den nationalen Meisterschaften auf einem hügeligen Kurs im Limburg spielte Slagter seine ganze Finesse aus: zusammen mit dem Teamkollegen Ramon Sinkeldam und dem Cross-Nachwuchsstar Tijmen Eising attackierte Slagter zwei Runden vor Schluss und nutze die mannschaftliche Überlegenheit der Rabo-Truppe aus - Tom-Jelte Slagter war damit der erste niederländische Meister in der U23-Kategorie aus der Provinz Groningen überhaupt - das hatte nichtmal Bauke Mollema (ebenfalls aus Groningen) geschafft.

 

Die Portugal-Rundfahrt (2.1) im August ist das bisher größte und längste Rennen in Slagters Karriere. Die Bergankünfte im Norden des Landes sind wie gemacht für den jungen Holländer. Bei der traditionellen Bergankunft am Alto de Torre beeindruckt Slagter mit einer kämpferischen Leistung und fährt an der Spitze des Feldes in den Berg hinein. Den Attacken der Favoriten kann er nicht mehr folgen, doch als 13. mit weniger als einer Minute Rückstand auf Tages- und Rundfahrtsieger David Blanco präsentiert sich Slagter erneut als hervorragendes Klettertalent. Die Rundfahrt beendet er auf dem 23. Rang. Doch auch für's Flachland ist sich Slagter nicht zu schade: beim topfflachen Châteauroux Classic de l'Indre (1.1) fährt er den ganzen Tag in der Spitzengruppe, die erst 7 km vor dem Ziel eingeholt wird.

 

Im WM-Team für Melbourne steht Slagter bereits, doch noch viel interessanter war für den Groninger die - endlich wieder - bergige Tour de l'Avenir (2.NCup). Mit zwei Bergankünften und einem Bergzeitfahren bot sie genau das Terrain, in dem sich Slagter von seiner allerbesten Seite präsentieren konnte. Den überragenden Kolumbianern um Sieger Nairo Quintana konnte er nicht folgen, aber ansonsten hielt Slagter so ziemlich jeden auf Distanz. Nur knapp verpasst er das Podium, muss sich jedoch auch als Vierter der Avenir keine Zukunftssorgen machen: einem ungeschriebenen Gesetz zur Folge wird der niederländische U23-Champion im darauffolgenden Jahren immer Profi bei den großen Rabos. Und Tom-Jelte Slagter ist da keine Ausnahme.

 

Nominiert von gardener, geschrieben von gardener



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