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Platz 16 - Jose Alarcon

José Alarcón

Venezuela

12.06.1988

 

Fahrertyp: Bergstarker Allrounder

Wichtigster Erfolg: 2. Platz Vuelta al Tachira und Vuelta a Venezuela 2010

Team 2010: Sumiglov Mérida (Venezuela)

Stagiaire: -

Team 2011: noch offen

Beste Mock List-Platzierung: neu

Web: www.facebook.com/profile.php?id=1110924356

 

Neben Jonathan Monsalve hat tatsächlich mit José Alarcón auch ein zweiter Venezolaner den Sprung in die Mocklist geschafft. Dies ist eher erstaunlich, denn mit Venezuela und dem Radsport assoziiert man in erster Linie José Rujano, ein bisschen Ochoa und Rodriguez, aber danach...? Zumindest, wenn man sich vermehrt mit dem europäischen Radsport beschäftigt. Neben Monsalve und auch Jonathan Camargo steht er aber für eine junge Generation starker Fahrer aus Venezuela, die vor dem Sprung nach Europa steht bzw. diesen schon geschafft hat.

 

Erstmals in den größeren Radar trat der in Santa Cruz de Mora, also direkt in den Anden, geborene Alarcón im Mai 2007. Dort gewann er mit gerade einmal 18 Jahren die Clasico Corre por la Vida (1.2). Im Zweier-Sprint ließ er dabei den bekannten Tomas Gil hinter sich und konnte somit sehr früh seinen ersten UCI Sieg perfekt machen. Dazu gesellten sich ein paar Top Ten Platzierungen und jeweils der zehnte Gesamtrang bei Clasico Banfoandes und Vuelta a Guatemala.

 

Auch das Jahr 2008 stand ganz im Zeichen von Platzierungssammelei, ohne dass jedoch ein Sieg dabei herumkommen sollte. So fuhr Alarcón bei den beiden großen heimischen Landesrundfahrten insgesamt sieben Platzierungen in den Top Ten ein und konnte die Vuelta a Venezuela (2.2) sogar auf dem vierten Gesamtplatz beenden, nur eine Minute hinter dem Sieger und Androni Fahrer Carlos Ochoa. Nicht schlecht wenn man bedenkt, dass diese auch Jackson Rodriguez und Rodolfo Serpa mit am Start hatten. Beide ließ Alarcon übrigens um Minuten hinter sich. Einen guten siebten Platz belegte Alarcon schließlich auch noch bei der nationalen Meisterschaft in seiner Heimatregion Merida.

 

Den endgültigen ergebnistechnischen Durchbruch feierte Alarcón dann 2009. Bereits im Januar konnte er bei der Vuelta al Tachira (2.2) um den Gesamtsieg mitfahren und trug für zwei Tage das Trikot des Gesamtführenden. Auf neun der zwölf Etappen gelang es Alarcon sich in den Top Ten zu platzieren, fünfmal davon auf dem Podium und die Etappe von Las Mesas nach San Antonio gewann er vor Monsalve im Sprint einer kleinen Restgruppe. Die zehnte Etappe schließlich endete mit einer steilen Bergankunft in La Grita. Dort zog José Rujano einmal mehr eine seiner furiosen Bergshows ab und nur Alarcón konnte ansatzweise mit ihm mithalten. So verlor er nur 18 Sekunden, während der Rest über eine Minute und mehr aufgebrummt bekam. Auch im darauffolgenden Einzelzeitfahren wurde Alarcón wieder Zweiter hinter Rujano und ging mit einer Führung von elf Sekunden auf die letzte Etappe. Verglichen mit den bisherigen Strapazen eigentlich ein leichtes Teilstück. Aber meistens kommt es ja anders als erwartet, denn im südamerikanischen Radsport gibt es eben keine Tour d´Honneur oder ähnlichen Firlefanz. Dort wird angegriffen. Das ausgerechnet der Held dieser Geschichte das tragische Opfer werden sollte ist natürlich schade, aber man kann diesen Tag als lehrreiche Erfahrung verbuchen. Der Dritte der Gesamtwertung Ronald Gonzalez war mit dieser eben so gar nicht einverstanden und so machte er sich mit seinem Team Loteria Del Tachira auf den Weg diese radikal zu ändern. Mit fünf seiner Teamkollegen und allen wichtigen Leuten der Top – außer eben Alarcón und Rujano initiierte man eine Flucht, die Alarcón aus dem Führungstrikot heben sollte und diesen auf Platz Acht zurückwarf. Die ,letzte Etappe wurde dabei so hart gefahren, dass einige Leute aus dem Zeitlimit fielen und gut zwei Drittel des Feldes über 18 Minuten Rückstand eingeschenkt bekam. So blieben für Alarcón zwar viele schöne Platzierungen, aber eben auch die bittere Erkenntnis, dass man mit 20 Jahren eben noch einiges zu lernen hat.

Neben dem zwölften Platz bei der Vuelta a Cuba (2.2), belegte er bei der Vuelta a Venezuela (2.2) den vierten Platz in der Gesamtwertung, ohne allerdings so glänzen zu können wie zuvor im Januar. Ende September nahm Alarcón dann erstmals an einer Weltmeisterschaft teil. Im Straßenrennen rollte er mit der ersten größeren Gruppe über den Zielstrich und belegte den 28. Rang.

 

Auf zu neuen Erfolgen hieß es im Jahr 2010, dass von den reinen Ergebnissen her das bislang erfolgreichste für José Alarcón werden sollte. Wie schon im Vorjahr belegte er bei der Vuelta al Tachira (2.2) den zweiten Platz in der Gesamtwertung und konnte dabei sogar gleich drei Etappensiege feiern. So siegte er auch den Bergetappen nach Cordero und Pregonero jeweils aus Ausreißergruppen heraus. Dadurch hatte er sich in der Zwischenzeit auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung hinter Rujano geschoben. Durch weitere Attacken auf den folgenden Tagen, bzw. vorallem diesmal selbst mit dem Etappensieg auf der letzten Etappe nährte er sich Rujano bis auf drei Sekunden in der Endabrechnung an und gewann zudem noch die Punktewertung vor Monsalve.

Wie auch im Vorjahr sah das Rennprogramm dann wieder Kuba und die große Landesrundfahrt vor. Auf der Karibikinsel siegte Alarcón auf der Königsetappe, einer Bergankunft in Topes de Collante und brachte die einheimischen Fahrer gehörig in Bedrängnis. Nach 15 Etappen konnte er sich schließlich in Havanna als Gesamtzweiter feiern lassen. Das gleiche Ergebnis sprang dann auch noch einmal bei der Vuelta a Venezuela (2.2) im Juli heraus. Dort war er der einzige der auch nur annähernd mit dem Sieger Tomas Gil mithalten konnte. Schließlich fuhr Alarcón dann im August auch noch die Vuelta a Colombia (2.2), diesmal in Diensten José Rujanos. Einmal konnte er sich mit einem zweiten Etappenplatz in Szene setzen, in der Gesamtwertung konnte er aber aufgrund seiner Helfersdienste nicht viel ausrichten.

 

Nach Mendrisio wird Alarcón 2010 ein zweites Mal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Gemeinsam mit Monsalve und Manuel Briceno wird er sicherlich versuchen ein ordentliches Resultat zu erzielen, gleichwohl der Kurs nichts für ihn sein sollte.

Dennoch hat José Alarcón in seiner Heimat bereits bewiesen, dass er mit den besten Fahrern seines Landes mithalten und diese auch schlagen kann. Wohin ihn sein Weg nächstes Jahr führt, bleibt abzuwarten. Vermutlich wird er im Januar erst einmal wieder bei der Vuelta al Tachira um den Gesamtsieg kämpfen und vielleicht tut sich ja danach in Europa die Chance auf einen Vertrag auf. Verwunderlich wäre dies sicherlich nicht.

 

Nominiert von virtualprofit, ocana, ogkempf & wagenge, geschrieben von ocana



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