Der Wortlaut:
Es reicht. Seit Jahrzehnten beißen konsequente Doping-Gegner bei Sportorganisationen und nationalen Regierungen auf Granit. Weil es dort um den nationalen Erfolg im internationalen Kräftemessen geht, gilt unausweichlich: Das System duldet Doping, aber keinen Dopingfall. Wir wiederum dulden das nicht mehr. Dem Eindruck, dass sich die Sportverbände aus Ost- und Westdeutschland zusammengefunden haben, auch um das Dopingsystem zu perfektionieren, wollen wir Dopinggegner mit vereinten Kräften entgegen treten. Wir fordern von Politik und Sport ein konsequentes und glaubwürdiges Eintreten für einen sauberen Sport. Die Unterzeichner
DRITTER OFFENER BRIEF 28.05.2012
- an Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich - an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (als Laudator) - an Bundesjugendministerin Dr. Kristina Schröder - an die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans - an die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen und die Mitglieder des Bundestagssportausschusses
- an DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach - an die Stiftung Deutsche Sporthilfe
EHRUNG VON DOPINGGEGNERN – „UND SPORTLERN MIT BESONDERER BIOGRAFIE“ DURCH DIE NS-ZEIT UND DURCH DIE TEILUNG DEUTSCHLANDS – „IM EINSATZ FÜR DIE WERTE DES SPORTS“ (HALL OF FAME 2012)
Wir anerkennen das Bemühen der Stiftung Deutsche Sporthilfe, die Verdienste von Dopinggegnern zu würdigen, die wie Henner Misersky und Antje Harvey-Misersky trotz Repression erst in Verweigerung gegenüber dem DDR-System und dann aus Überzeugung auch im wiedervereinten Deutschland jedes Doping ablehnten.
Wir freuen uns von Herzen über die wenngleich späte Wertschätzung der Lebensleistungen Margaret Bergmann-Lamberts, die verfolgt durch das NS-Regime und von Wolfgang Lötzsch, der unterdrückt in der DDR-Diktatur, um sportliche Anerkennung betrogen wurden.
Wir unterschreiben jedes Wort des Philosophen Hans Lenk, der nun endlich dafür ausgezeichnet wird, unerbittlich redlich und mahnend die Werte des Sports zu verteidigen.
Wir verstehen die Auszeichnung der Geehrten darüber hinaus als unmissverständliche Aufforderung, dass uns Unterzeichnern der Kampf für einen Werte orientierten und manipulationsfreien Sport dauerhafte Verpflichtung ist. Jetzt muss auch der Sport endlich in Strukturen, Inhalten und Entscheidungsprozessen nach den Maßstäben handeln, die von den Geehrten vorgelebt worden sind.
Wir kritisieren insbesondere den so genannten Antidopingkampf von Sportverbänden und Politik als unzureichend. Wenn WADA und NADA wie im Fall Erfurt das eigene Antidoping-Regelwerk nicht anwenden, dann bleibt die Entscheidung über den Dopingfall bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Wir verweisen auf unseren Ersten Offenen Brief vom 27. März 2012.
Wir fordern im 25. Jahr nach dem Drogentod der Siebenkämpferin Birgit Dressel und erst recht nach den jüngsten Todesfällen im Spitzensport im Jahr der Fußball-EM und der Olympischen Spiele eine Diskussion über die Ursachen der exorbitant hohen Todesrate im Spitzensport. Jedes Talent und jeder Spitzensportler muss wissen, worauf sie sich einlassen.
Wir erwarten im Namen der Sportler eine gesellschaftspolitische Antwort auf die Frage, um welchen Preis Athleten Erfolge für Deutschland erbringen sollen.
Wir verlangen erneut die Überprüfung der Einhaltung von Ehrenerklärungen deutscher Trainer.
Die Unterzeichner Dritter Offener Brief 28. Mai 2012
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