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BRD / DDR - Vergangenheit





2012 Offener Brief von Dopinggegnern anlässlich der Aufnahme von Sportlern in die Hall of Fame der Aufnahme

Im Jahr 2011 wandten sich DDR-Dopingopfer gegen zwei Nominierungen für die Hall of Fame des deutschen Sports. Sie sahen darin die Werte des Sports und das verbrecherische DDR-Regime nicht berücksichtigt.

>>> 2011 Briefwechsel zur Aufnahme ehemaliger DDR-Sportler in die Hall of Fame

 

Die damit ausgelöste Diskussion führte dazu, dass 2012 fünf Persönlichkeiten - Gretel Bergmann-Lambert, Hans Lenk, Wolfgang Lötzsch, Henrich Misersky, Antje Harvey-Misersky - des deutschen Sports aus Ost und West gesondert geehrt wurden (Dt. Sporthilfe, 15.5.2012).

 

14 Dopinggegner nahmen die Ehrung zum Anlass sich mit einem Offenen Brief an hohe Politiker und Sportfunktionäre zu wenden, in dem sie einen halbherzigen Dopingkampf beklagten und mehr Intensität und Glaubwürdigkeit einforderten.

Der Brief ist bereits der dritte Offene Brief mit Forderungen und dokumentiert die Hartnäckigkeit und Ernsthaftigkeit mit der die Dopinggegner sich einbringen.

 



Dritter Offener Brief, 28.5.2012:

EHRUNG VON DOPINGGEGNERN – „UND SPORTLERN MIT BESONDERER BIOGRAFIE“ DURCH DIE NS-ZEIT UND DURCH DIE TEILUNG DEUTSCHLANDS – „IM EINSATZ FÜR DIE WERTE DES SPORTS“ (HALL OF FAME 2012)

 

Die Unterzeichner (in alphabetischer Reihenfolge):

 

Andreas Krieger - Brigitte Franke-Berendonk - Claudia Lepping - Dörte Spratter-Bornschein - Fritz Sörgel - Gerhard Treutlein - Hansjörg Kofink - Henner und Ilse Misersky - Herbert Fischer-Solms - Ines Vogelgesang - Volker Monnerjahn - Moritz Belmann - Ute Krieger-Krause





 

Der Wortlaut:

 



Es reicht. Seit Jahrzehnten beißen konsequente Doping-Gegner bei Sportorganisationen und nationalen Regierungen auf Granit. Weil es dort um den nationalen Erfolg im internationalen Kräftemessen geht, gilt unausweichlich: Das System duldet Doping, aber keinen Dopingfall. Wir wiederum dulden das nicht mehr. Dem Eindruck, dass sich die Sportverbände aus Ost- und Westdeutschland zusammengefunden haben, auch um das Dopingsystem zu perfektionieren, wollen wir Dopinggegner mit vereinten Kräften entgegen treten. Wir fordern von Politik und Sport ein konsequentes und glaubwürdiges Eintreten für einen sauberen Sport.

Die Unterzeichner



 

 

DRITTER OFFENER BRIEF

28.05.2012

 

- an Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich

- an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (als Laudator)

- an Bundesjugendministerin Dr. Kristina Schröder

- an die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans

- an die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen und die Mitglieder des Bundestagssportausschusses

 

- an DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach

- an die Stiftung Deutsche Sporthilfe

 

 

EHRUNG VON DOPINGGEGNERN – „UND SPORTLERN MIT BESONDERER BIOGRAFIE“ DURCH DIE NS-ZEIT UND DURCH DIE TEILUNG DEUTSCHLANDS – „IM EINSATZ FÜR DIE WERTE DES SPORTS“ (HALL OF FAME 2012)

 

Wir anerkennen das Bemühen der Stiftung Deutsche Sporthilfe, die Verdienste von Dopinggegnern zu würdigen, die wie Henner Misersky und Antje Harvey-Misersky trotz Repression erst in Verweigerung gegenüber dem DDR-System und dann aus Überzeugung auch im wiedervereinten Deutschland jedes Doping ablehnten.

 

Wir freuen uns von Herzen über die wenngleich späte Wertschätzung der Lebensleistungen Margaret Bergmann-Lamberts, die verfolgt durch das NS-Regime und von Wolfgang Lötzsch, der unterdrückt in der DDR-Diktatur, um sportliche Anerkennung betrogen wurden.

 

Wir unterschreiben jedes Wort des Philosophen Hans Lenk, der nun endlich dafür ausgezeichnet wird, unerbittlich redlich und mahnend die Werte des Sports zu verteidigen.

 

Wir verstehen die Auszeichnung der Geehrten darüber hinaus als unmissverständliche Aufforderung, dass uns Unterzeichnern der Kampf für einen Werte orientierten und manipulationsfreien Sport dauerhafte Verpflichtung ist. Jetzt muss auch der Sport endlich in Strukturen, Inhalten und Entscheidungsprozessen nach den Maßstäben handeln, die von den Geehrten vorgelebt worden sind.

 

Wir kritisieren insbesondere den so genannten Antidopingkampf von Sportverbänden und Politik als unzureichend. Wenn WADA und NADA wie im Fall Erfurt das eigene Antidoping-Regelwerk nicht anwenden, dann bleibt die Entscheidung über den Dopingfall bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Wir verweisen auf unseren Ersten Offenen Brief vom 27. März 2012.

 

Wir fordern im 25. Jahr nach dem Drogentod der Siebenkämpferin Birgit Dressel und erst recht nach den jüngsten Todesfällen im Spitzensport im Jahr der Fußball-EM und der Olympischen Spiele eine Diskussion über die Ursachen der exorbitant hohen Todesrate im Spitzensport. Jedes Talent und jeder Spitzensportler muss wissen, worauf sie sich einlassen.

 

Wir erwarten im Namen der Sportler eine gesellschaftspolitische Antwort auf die Frage, um welchen Preis Athleten Erfolge für Deutschland erbringen sollen.

 

Wir verlangen erneut die Überprüfung der Einhaltung von Ehrenerklärungen deutscher Trainer.

 

 



Die Unterzeichner Dritter Offener Brief 28. Mai 2012



Andreas Krieger 
ehemals als Heidi Krieger Kugelstoß-Europameisterin, Dopingopfer, 
Brigitte Franke-Berendonk 
ehemalige Weltklasse-Diskuswerferin, Dopingaufklärerin, Oberstudienrätin 
Claudia Lepping 
ehemalige Juniorenrekordlerin Sprint 
Dörte Spratter-Bornschein 
ehemalige Kugelstoßerin SC Dynamo Berlin 
Fritz Sörgel 
Professor Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung 
Gerhard Treutlein 
Professor der Sportpädagogik 
Hansjörg Kofink 
ehemaliger Kugelstoß-Bundestrainer/Frauen, Präsident Deutscher Sportlehrerverband, 
Henner und Ilse Misersky 
Ski-Langlauf-Trainer, Dopinggegner in der DDR, 
Herbert Fischer-Solms 
ehemaliger Deutschlandfunk-Journalist 
Ines Vogelgesang 
ehemalige Läuferin SC Dynamo Berlin 
Volker Monnerjahn 
Präsident des DJK-Sportverbands für den Gesamtverband 
Moritz Belmann 
Jugendsprecher des NW JudoVerband e.V. European Anti-Doping Junior Ambassador 
Ute Krieger-Krause 
Schwimmerin DDR-Nationalmannschaft, Dopingopfer 

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