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Steini, der Tragödie zweiter Teil

 

Wettbewerbsbeitrag von Raktajino

 

Es hätte so schön werden können. Stefan Steinweg und der bdr friedlich vereint auf zu neuen taten hinsichtlich des deutschen bahnradsports und überhaupt. Die ereignisse des jahres 2002 hatten - wir erinnern uns - zur folge, dass steini an der planung der deutschen bahnmeisterschaften mitarbeiten konnte. Dies tat er auch, mit dem ergebnis dass die meisterschaften recht problemlos über die bühne bzw. über die holzlatten gingen. Doch die planung der dm 2003 fand schon im jahr zurvor kurz nach der dm 2002 statt - eine zusammenarbeit im jahr 2003 mit steinweg wäre seitens des bdr höchstwahrscheinlich ins wasser gefallen. doch warum? Warum fanden die guten zeiten so ein jähes ende? Was hat steinweg diesmal verbrochen?

 

Nun, im gegensatz zu den letztjährigen geschehnissen, welche man im angesicht des jahres 2003 gerne als lappalien bezeichnen möchte, muss man die neueren begebenheiten als vergehen gegen die werte des radsports und sports überhaupt bezeichnen.

 

Wir rekapitulieren:

Anfang märz 2003 - in australien findet man medikamente und hormone bei  steinweg. geldstrafe und sperre in australien. Sylvia schenk ist sich sicher: "in irgendeiner form ist dies ein dopingfall" und ein verfahren wird angekündigt. die durchgeführte dopingkontrolle ist negativ. Steinweg zeigt sich reuig, beteuert aber seine unschuld. Er habe nicht gedopt und verwende die medikamente nur als schlafmittel.

 

Ende märz - der bdr eröffnet ein sportgerichtsverfahren. bis dahin hängt steinweg völlig in der luft und weiß nicht ob und wie er seine weitere saison planen soll.  

 

Ende mai - eigentlich als eilverfahren angesetzt, wird nach 2 monaten ungewissheit die zweijährige sperre verkündet. steinweg ist sauer und legt im juli berufung ein.

 

September - die sperre wird aufgehoben. Der grund: als er die mittel bei sich hatte, hatte er gerade keine lizenz, und war somit nicht den bestimmungen des verbandes unterworfen. Nach wie vor beteuert er seine unschuld. Immerhin nimmt er wieder an rennen teil und kann sich nach der über 11monatigen pause wieder gut platzieren.

 

Wie hat man dies nun zu bewerten? Während des jahres wurden mehrere unangekündigte dopingkontrollen bei steinweg durchgeführt, und sie fielen stets negativ aus. Ein doper ist er also nicht. Gute platzierungen bei rennen im herbst zeigen, dass mit steinweg trotz allem noch zu rechnen ist - auch ungedopt. Prominente ehemalige doper werden - nach bereuen der tat und nach absitzen der sperre - wieder bejubelt und befeiert wenn sie die erforderlichen leistungen bringen. der radsportfan ist also in der lage, zu verzeihen. Warum nun aber nicht bei steinweg? Kaum einer hält die entscheidung des sportgerichts für richtig - er ist eben doch der böse dopingschmuggler. Liegt es daran, dass er zu unprominent ist? Es fällt leicht, einem fahrer den man in der live-übertragung heroische rennen fahren und emotionale siege erringen sieht, ein kleines vergehen zu vergeben. Doch ein fahrer, welcher nur kleine rennen fährt, fast niemals live zu sehen ist, und auch noch keine großen heldentaten vollbracht hat, wird vom radsportfan für immer und ewig verurteilt. So einer ändert sich nie, heißt es. Und wahrscheinlich hat er schon all die jahre gedopt und man hat es nur nie bemerkt. Plötzlich wird die ganze karriere in frage gestellt. Ist das die tragik des radsports? Und mit welchem recht urteilt der radsportinteressierte über die fahrer? Muss der rennfahrer damit rechnen, dass man ihn im falle eines (doping)falles auseinandernimmt und bis zur unkenntlichkeit seziert? Liegt es wirklich in seinem aufgabenbereich, sich um die meinung der fans zu sorgen? Die hochgehaltene vorbildfunktion trifft doch wohl eher auf einen jan ullrich zu und nicht auf einen stefan steinweg. Und doch - er hätte es wissen müssen. Er hätte die möglichkeit, gefasst zu werden, bedenken müssen. Und er hätte sich über die konsequenzen im klaren sein müssen. Nun weiß man natürlich dass steinweg nicht der typ ist, der überall nach ansehen und beliebtheit strebt. Ein paar wenige fans halten noch zu ihm. Wenn ihm das reicht - in ordnung. Wenn nicht - sein pech.

 

Ich jedenfalls werde seine karriere weiterhin mit positivem interesse verfolgen... und wenn sich jemand dran stört, dann werde ich mein dasein als steini-fan schon zu verteidigen wissen...


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