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Tour de France 2004 - Sonett

von Wildflowersoul, 7.2004



Prolog

Der Fabian hat sich erfrecht

und tags zuvor vom Sieg gesprochen

zum Schluß behielt er wirklich recht

als hätt ers vorher schon gerochen.

 

Er wurde gleich in gelb gekleidet

und weinte darum bitterlich

wer unbeteiligt, glaubt er leidet

ob seiner Tränen fürchterlich.

 

Doch war es Freudenzeichen bloß

es ist ja wohl zum Herzerweichen

wie Männer, obschon stark und groß

wenn ihre Träume sie erreichen

 

Voll Rührung und Ergriffenheit

dann heulen wie zur Kinderzeit.

 



1. Etappe

Beim Blick ins Auto - wie fatal

hat Bernhard Eisel dieses Mal

des Vordermannes Rad touchiert

dies hat auch prompt zum Sturz geführt.

 

Er war - gottlob - nicht schwer verletzt

und hat sich gleich aufs Rad gesetzt

blieb kurz allein, kam wieder vor

allein, wozu? der arme Thor!

 

Die Gruppe wurde eingefangen

es war nicht schwer vorauszusagen

der Sieg war nicht mehr zu erlangen.

 

Am ersten von so vielen Tagen

der hoffnungsfroh ward angefangen

hat der den Titel 'Depp' zu tragen.

 



2. Etappe

Der dicke Jan - ich mein' den esten

der unter Sprintern bei den besten

hat in den allgemeinen Wogen

recht forsch sein Rad nach rechts gezogen.

 

Nun ist an sich daran nichts böse

nur hat er hier auf diese Weise

zwei Fahrer mit sich weggefegt

die sich dann beide hingelegt.

 

Man sah im Bilde deutlich leider

recht unsanft war die Landung beider

Herr Jan bekommt für sein Betragen

ins Stammblatt von uns eingetragen

 

ein dickes und gar fettes Minus

und den Vergleich mit einem Anus.

 



3. Etappe

Das erste Opfer ist bekannt

der Iban aus dem Baskenland

in all der Panik vor dem Pflaster

da fiel er leider durch den Raster.

 

Fand sich zusammen mit dem Leader

nach Sturz weit abgeschlagen wieder

zur Spitze riß ein Riesenloch

wo wie verhext das Tempo hoch.

 

Vergeblich blieben alle Mühen

der grellorangen Helferschar

ihn wieder ganz nach vor zu ziehen.

 

Nun muß er trachten ganz und gar

am Berg den Gegnern zu entfliehen

so bleibt doch vieles wie es war.

 



4. Etappe Mannschaftszeitfahren

Es stürmt der General samt Truppe

zum Sieg dynamisch und entschlossen

nun hat der Führer dieser Gruppe

die Führung schon an sich gerissen.

 

Doch war nicht nur Triumph und Glanz

in blau-weiß-rot am Schluß zu sehen

des kleinen Benjamin Bilanz

war düster, denn es war geschehen

 

daß einzig er war nicht imstande

im Schweiße seines Angesichts

das Tempo mitzugehen - schande!

 

Er heult, es scheint sein Herz zerbrichts

es reicht der Chef ihm zwar die Hände

doch an dem Elend änderts nichts.

 



5. Etappe

Frankreichs frischgebackner Meister

Thomas Voeckler, ja so heißt er

hat zusammen mit drei andern

bei Wetter wie sonst nur in Flandern

 

sein Heil in einer Flucht gesucht

den Sieg hat zwar nicht er verbucht

doch störts ihn nicht, man weiß genau

er trägt jetzt nicht mehr weiß rot blau.

 

In gelb, anstatt der Trikolore

sorgt er zu Hause für Furore

die Grande Nation hat so gehofft

daß einer ihrer jungs es schafft

 

und siehe da es ist geglückt

man ist im ganzen Land entzückt

 



6. Etappe

Unterm roten Teufelslappen

sollt es für Danilo klappen

drum hat der Hasi angezogen

als hier das Feld vorbeigeflogen.

 

Doch ach, man muß schon wieder sehen

wie viele dort zu Boden gehen

der Lenker brach doch glatt entzwei

Mc Ewen ist das einerlei.

 

Er kommt daher in Zorn und Wut

Rene liegt da, verletzt, voll Blut

kann sich vor Schmerzen kaum erwehren

und muß die Haßtirade hören.

 

So hat sich Robbie wohldurchdacht

allseits recht gut beliebt gemacht.

 



7. Etappe

Wer hätte sich denn das gedacht

inmitten allgemeiner Hektik

hat sich Mancebo aufgemacht

und sich gezeigt als Fuchs der Taktik.

 

Er hat die Lage schnell kapiert

und mit Attacke eindrucksvoll

ein paar Sekunden abkassiert

Jan Ullrich fand das nicht so toll.

 

Der erste war indes Pozzato

so haben drei mit diesem Tag

gewonnen bei der Tour bis dato

die alle einst unter Vertrag

 

bei Mapeis starker Nachwuchs-Riege

sie sind jetzt reif für große Siege.

 



8. Etappe

Es saust mit Krach und mit Getöse

ins Fahrerfeld ein Hund hinein

man ist im allgemeinen böse

und fragt sich "muß das auch noch sein?"

 

Die Helden brauchen eine Pause

sie sind der Stürze überdrüssig

und auch die ewig gleiche Brause

vom Himmel wirkt schon überflüssig.

 

Die erste Woche ist bestanden

man steigt ins Flugzeug, teils verbunden

hat etwas Zeit und leckt die Wunden.

 

Doch bald schon wird man wieder landen

und nach nicht vielen ruhigen Stunden

da nahen schon die nächsten Runden.

 



9. Etappe

Oh weh, wie grausam ist das Leben

nach langem, forschem Ritt zu zweit

muß man sich doch geschlagen geben

der Weg war um ein Stück zu weit.

 

Doch ach! wie kurz war dieses Stück

es war die restliche Distanz

zu lang bis zum ersehnten Glück

um hundert Meter, nicht mal ganz.

 

Man fragt sich, hätte es vielleicht

bei vollem Kampfgeist bis zum Ende

nicht doch noch knapp zum Sieg gereicht

vergräbt den Kopf in beide Hände

 

denn freilich war es heute möglich

nur war zum Schluß der Einsatz kläglich.

 



10. Etappe

Es gibt wohl einen nur in hundert

den dieser Ausgang wirklich wundert

Etappensieg und Bergtrikot

das war vor einem Jahr schon so.

 

Hat das Profil die Form der Welle

so ist Richard sofort zur Stelle

der Feiertag der Grande Nation

war wohl perfekt für die Aktion.

 

Getragen von den Menschenmengen

schlug er Herrn Merckx am Berg um Längen

und war fortan allein in Führung

das blieb so bis zur Siegerehrung.

 

Für gelb hats diesmal nicht gereicht

doch das verschmerzt er sicher leicht.

 



11. Etappe

Zu anfangs ist es stets das Gleiche

ein jeder müht sich wegzuspringen

ist dann gestellt die erste Weiche

besteht die Aussicht auf Gelingen.

 

Dann bleibt es Meistens eher trist

die Spannung geht recht bald verloren

und alles bleibt so wie es ist

der Sieger wird dann auserkoren.

 

Der Rest klärt noch die Punktefrage

schon ist der ganze Spuk vorbei

es schmeckt wie fader Einheitsbrei.

 

So sind die Überführungstage

der Fernsehfan freut sich auf morgen

da hat er keine Einschlafsorgen.


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