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16 Fragen an Boonens Mädchen

07. November 2004

 

 

1. Dein Motto (beruflich u. privat)

ei dir deiner selbst bewusst oder sowas in der Art. Sei ehrlich zu dir selbst. Man sollte wissen, wer man ist.

 

2. Was ist das Schöne am Beruf eines Radsportchicks/-fans bzw. was sind die Schattenseiten ?

Tja, das Schöne eindeutig die Gründe für's Chick-sein: die Zweiradfahrer, besonders die leckeren. Und natürlich das, was sie tun, Zweiradfahren. Rennen anschauen, mitfiebern ist ziemlich wunderbar.

Die Schattenseiten sind der Verlust von Zeit und Geld. Und da Zeit auch noch Geld ist, verschärft sich die Sache.

 

3. Was sind Deine Pläne für die Zeit nach der Karrierre?

Ich hoffe, ich werde noch bis ins hohe Alter Radsport schauen und Fahrer anhimmeln betreiben können. Aber es kann natürlich immer sein, dass einem das Leben einen Strich durch die Rechnung macht, Verletzungen, die Dinge wie Blindheit oder Tod nach sich ziehen könnten mich davon abhalten, meinen geliebten Hobby nachzugehen.

 

4. Der sportliche Leiter ist ein...?

Dödel oder Genie, je nachdem. Dank Funk auf jeden Fall ne große Hilfe für alle Fahrer ohne Rennintelligenz.

 

5. Profiradler sind....?

Hm... Sportler, die einen spannenden Sport machen, teilweise überdurchschnittlich gutaussehend, meistens bodenständige freundliche Menschen... was gibts noch? Ich mag sie.

 

6. Was ist das Schlimmste, Verrückteste oder Interessanteste, das Du mit einem Fahrer erlebt hast?

Persönlich nichts, doch sonst wahrscheinlich die Art, auf die ich Tom kennen gelernt hab. Ich war in Prag, im Urlaub, während der diesjährigen ersten Tourwoche und, da wir keinen Fernseher im Hotel hatten, vollständig abgeschnitten von Informationen. Habe Zeitungen, die auf dem Boden lagen durchgewühlt danach und einen Schock bekommen, als ich nach dem Teamzeitfahren Armstrong schon in Gelb wähnte. Wurde ihm ja ein Glück wieder abgenommen. Am Tag der 6. Etappe lief ich mit meiner Freundin durch eine Fußgängerzone im Zentrum, als wir ein Café fanden, in dem Eurosport lief! Und da sah ich die letzten paar Minuten des Rennens und wie Tom gewann. Ich hatte ihn nur ungefähr in Erinnerung von der Deutschlandtour, dann kam ein Interview mit ihm und selbst meine Radsport desinteressierte Freundin musste zugeben, dass er ein schönes Lächeln hatte. Jaa, ja...

 

7. Dein Lieblingsrennen? Warum?

Hm, keine Ahnung. Die Tour ist der Superlativ! Das eigentlich tolle bei ihr ist, dass man medientechnisch vollkommen versorgt Unmengen Informationen bekommt! Z.B. war Eurosport ja dieses Jahr immer bei Quick.Step

Andererseits macht das den Rennverlauf nicht besser und ich finde eigentlich die Rennen am besten, die am spannendsten sind. Bei den Eintagesrennen dieses Jahr, fand ich, war das die WM, bei den GTs die Vuelta und bei den kleineren Rundfahrten die Tour de Suisse.

 

8. Welches Rennen magst Du nicht? Warum?

Gilt gleiches wie oben.

 

9. Welcher ist der schwierigste Anstieg?

Der, den ich jeden Morgen hoch muss, wenn ich zur Schule fahre... hui, 200m, ich schätze so 3% (eigentlich kann ich nicht schätzen, aber das müsste hinkommen).

Je länger, je steiler, würd ich sagen. Und wenn dann auch noch beschissenes Wetter dazu kommt, dann kann wahrscheinlich sogar meine Heimanstieg zur Qual werden. Vielleicht der Mont Ventoux, vor allem auch aufgrund der Tradition und der Mondlandschaft oben, die ich total surreal finde.

 

10. Vor welchem Fan-/Chickkollegen hast Du am meisten Respekt?

Ui, vielleicht Svenni. Oder Lina. Oder Christine (mit ihrer schicken Homepage) oder die anderen Traditionschicks. Die waren auf mehr Rennen als ich Beiträge im Ticker hab und das schon seit einer Zeit, da ich wahrscheinlich noch gar nicht wusste, was die Tour de France ist. Die Anzahl ihrer Fahrerfotos wird nur noch von der Anzahl ihrer Beiträge im Forum übertroffen. Ja, das ist schon etwas, was man bewundern kann. 

 

11. Welche Einstellung hast Du zum Thema Doping?

Es ist einfach nur Beschiss. Im sportlichen Sinne, weil man sich bevorteilt durch künstliche Mittel, die nicht dem eigenen Körper entspringen und auch im moralischen Sinne, weil eigentlich alle Fahrer, die dopen, dazu neigen, die gesamte Öffentlichkeit, ihre Fans und Anhänger schamlos und mit vollem Bewusstsein belügen.

Meine Vernunft und die Aussagen vieler ehemaliger Fahrer sagen mir, dass das gesamte Peloton dopt. Die Aussage Nardellos zu der Simeoni-Affäre dieses Sommer sagt eigentlich alles: "Der spuckt in die Suppe, aus der wir alle löffeln".

Dennoch hab ich das nicht zu 100% verinnerlicht, denn ich wenn ich das hätte, dann würde ich hier nichts schreiben. Es ist kein schönes Thema.

 

12. Hast Du Familie? Wenn ja, was sagt die dazu, daß Du Radsportchick/-fan bist?

Joar, klar haick Familie. Mein Vater macht immer, wenn ich ihm bspw. die Aussprache von "Zucchini" anhand meines Wissens über die Aussprache von "Petacchi" darlege, eine geringschätzendes Geräusch und findet es auch sonst relativ nervend. Meine Mutter erträgt es mit Gleichgültigkeit, aber ich unterrichte sie regelmäßig, eigentlich müsste sie genau wissen, wie die diesjährige Saison verlaufen ist. Sie vergisst es nur immer wieder.

Mein Vater, einer Gewohnheit nachgehend, zweifelt mein Wissen über Radsport gerne an, z.B. wollte er mir erklären, dass es möglich ist, bei einer Bergetappe ca. 10 Minuten Abstand herauszufahren (wohlgemerkt unter den Favoriten). Auch zwingt er mich immer wieder dazu,  zu verteidigen, obwohl ich das gar nicht immer tun möchte. Aber er erzählt manchmal einfach solchen Quatsch, dass ich dazwischen gehen muss. U.a. meinte er, er reisst nix bei Olympia. Gut, Straße hab ich ihm ja noch irgendwie zugestimmt, aber beim Zeitfahren musste ich ihm natürlich heftigst wiedersprechen. Ihr könnt euch meinen Ärger vorstellen, als mein Vater dann am Abend nach besagtem Zeitfahren ankam und sich fühlte, als hätte er als Laie mich Radsportfan übertrumpfen können....

Mein Bruder (5) ist nur manchmal in meinem Zimmer und sagt: "Die fahren ja schon wieder Fahrrad". Ihm geht es allerdings mehr noch um die Geschwindigkeits-Superlative und in dem Zusammmenhang habe ich ihm dann auch geantwortet, dass die Fahrer da auch schneller fahren als Autos.

Meine Freunde halten es auch aus, mehr oder weniger. Einmal sagte eine Freundin zu mir: "Du, weißt du, dass es auch noch andere Sportarten gibt?" Worauf ich meinte: "Wie, schieben die ihr Fahrrad dann?"

 

13. Wie bist Du zum Radsport gekommen?

Das ist eine laaange Geschichte, .

 

Wir schreiben den Sommer 2003, ein ziemlich heißer Tag in Goldstrand, Bulgarien, ein Hotelzimmer in einem Hotel von tausend Hotels, aus denen dieser Ort zu 100% besteht. In 14 Tagen Urlaub und fast jeden Abend in irgendeiner Disco und vor allem einem 15 Minuten Fußweg zum Strand bleibt man auch mal im Hotelzimmer und schläft sich ein bisschen aus. Und lässt den Fernseher laufen, der komfortablerweise sogar mit ZDF ausgestattet ist. Wenn man dazu noch ein Mensch wie ich ist, der tagsüber eigentlich nicht gerne vor sich hinpennt, dann schaut man eben was kommt. Tour de France, was solls. Hatte ich ja in den Sommern davor auch manchmal an, lange Sportübertragungen zum im Hintergrund laufen lassen fand ich schon immer toll. Na ja und am langweiligen Nachmittag im Hotelzimmer schaut man's dann auch mal richtig. Da ich Zeit meines Lebens immer schrecklich unsportlich war, findet sich hier, denke ich, auch der Grund für mein Fantum: Unterhaltung. Hört sich wahrscheinlich sehr profan an, aber ich bin eben Fan, kein Sportler, auch wenn ich gern auf meinem Damenfahrrad durch die Gegend tuckle. Ich finde einfach die Vielschichtigkeit und Spannung an diesem Sport wunderbar.

Sicher werden sich alle an die Tour 2003 erinnern - eine wirklich sehenswerte mit einem seit langer Zeit wieder sehenswerten Ulle und vor allem einem sehr spannenden Verlauf und einem so geringen Abstand zwischen Armstrong und Ulle wie es ihn seit 89 nicht mehr gab.

Ich hab dann auch weitergeguckt, nachdem ich wieder zu Hause war und war fasziniert. Ich denke in erster Linie von Ulle und seinem Erfolg, es war einfach spannend und ich fand ihn damals echt toll. Als er hier in Berlin bei einer Show zu Gast war, wär ich da fast hingefahren. Habe mich aber im letzten Moment doch noch besonnen und festgestellt, dass ich das albern von mir gefunden hätte. Dennoch hab ich versucht mir Wissen anzueignen, weil ich anfangs überhaupt nichts verstanden hab und überhaupt keine Namen kannte.

Ich könnte natürlich noch weiter erzählen, aber ich denke, das würde den Rahmen sprengen

 

14. Welche Vorbilder hast Du?

Oh, ich weiß nicht. Ich denke, wenn man aus dem Radsport etwas fürs Leben mitnehmen kann, was über wohlgeformte Kuhlen an der Seite der unglaublichen Pos gutaussehnder Fahrer, zum ins Sofa-Kissen beißen spannende Rennen hinausgeht, dann ist es die Eigenschaft, über seine eigenen Grenzen hinaus etwas zu leisten und "weiterzumachen, wenn es weh tut", wie Jens Voigt sinngemäß mal gesagt hat. Die Selbstüberwindung quasi, für meine Begriffe ist diese jedoch nicht gleichzusetzen mit einer Selbstkasteiung, denn meiner Vorstellung nach will jeder Fahrer sich ja mit dem Sieg belohnen und hat keinen Spaß an der Quälerei an sich, sondern mehr an der Kontrolle und Überlegenheit über seinen Körper wie über seine Gegner. Aber das ist schon irgendwie so, als würde der Blinde von der Farbe sprechen. Also, halten wir fest: Ich habe kein konkretes Vorbild aus dem Fahrerbereich, höchstens vielleicht Erik Zabel, aufgrund seiner Zielstrebigkeit, sondern eigentlich bestimmte Eigenschaften, die jeder Profi inne haben muss, um ein solcher zu werden, nämlich Ehrgeiz, Selbstüberwindung und Selbstdisziplin. Diese Tugenden kann man in jedem Lebensbereich anwenden.

 

15. Was machst Du in Deiner Freizeit?

Viel. Ich spiele Theater, in zwei verschiedenen Gruppen, eine ist Unterricht, eine ist freiwillige Veranstaltung. Ich nehme Gesangsunterricht und singe in einer Band. Ich arbeite in einer kleinen Organistionstruppe bei uns in der Schule mit, ich gebe Nachhilfe in Englisch und Spanisch, um mir ein bisschen Geld zu verdienen und ich mache Abitur, wobei das weder Freizeit, sondern Hauptberuftätigkeit ist, aber trotzdem in diesen Punkt zu zählen ist, da der Unterricht ja nicht mit dem Klingeln aufhört.

Oh, habe ich schon erwähnt, dass ich mich für Radsport interessiere und in einem Forum relativ aktiv bin?

Was ich so nebenbei sehr gern mache, ist lesen und schreibem, diskutieren, mit Vorliebe über Geschichte und Politik.

Ich hab auch ne Menge Freunde, mit denen ich mich jedes Wochenende vergnüge. Außerdem mag ich Gitarren- sowie französische Musik.

 

16. Was sind Deine besten bzw. schlechtesten Eigenschaften?

Meine besten sind wahrscheinlich, meine Bemühungen der Welt tolerant und vorurteilsfrei zu begegnen, meinen Ehrgeiz und meine Selbstdisziplin, ohne die ich meinen Alltag, glaub ich, nicht so organisieren könnte. Ich finde es wichtig, dass man sich für die Welt, in der man lebt, interessiert und ich denke, das tue ich auch.

Schlecht an mir ist meine Schussligkeit. Was manchmal niedlich anmuten mag, ist in vielen Fällen einfach nur ärgerlich. Ich will es vermeiden, überheblich zu wirken, doch es kann sein, dass ich es manchmal tue, vor allem, wenn man mich nicht kennt. Ich sollte meiner Mutter mehr im Haushalt helfen.


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