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Das geheime Leben der Rennräder

von Tick, 3.2.2005, Übersetzung von Raubkatze



 

Es ist spät in der Nacht, irgendwo in Europa. Tagsüber findet ein Radrennen statt, aber jetzt schlafen die Menschen und es ist die Zeit für die wirklichen Stars, ein Kännchen Öl zu trinken oder ein bisschen auf dem Fett zu kauen. Lasst uns mal lauschen und hören, worüber die T-Mobile Räder so reden, wenn sie alleine sind:

 





Feierabend (c) Flinzi

 

Ullrich Rad: Nunja, es stimmt, Jan ist dieses Jahr besser durch den Winter gekommen. Er ist nicht annähernd so schwer wie in vergangenen Wintern - und glaubt mir, ich fühle jedes Gramm!

 



Guerini Rad: Du Armes! Wenigstens nimmt mein Guiseppe nie auch nur ein Gramm zu. Wisst ihr, es sind die ganzen Berge, die wir heraufklettern, die dafür sorgen, dass das Gewicht unter Kontrolle bleibt - zusätzlich zu der Tatsache, dass wir euch beide ja auch den Berg hinauf schleifen! Meinst du denn, das sei einfach?

 

Ullrich Rad: Über diese Gewichtsprobleme macht man keine Scherze. Und nebenbei, wir sind ja auch die ganze Zeit im Fernsehen zu sehen, das übt schon einen grossen Druck aus!

 

Yakovlev Rad: Fernsehen? Ich weiß noch nicht einmal, was das ist. Mein Sergey und ich fahren so gut wie nie in Rennen, die übertragen werden. Und wenn doch, dann ist unsere Arbeit schon lange vorbei, ehe das Fernsehen mit der Übertragung anfängt.

 

Zabel Rad: Ich kann mich nicht über mangelnde TV-Präsenz beklagen - Erik sorgt schon dafür, dass ich regelmäßig vor der Kamera bin. Aber ich muss auch hart dafür arbeiten, glaubt mir! Wir fahren die gesamte Etappe genauso wie ihr und dann, auf den letzten paar hundert Metern, legen wir erst richtig los! Das ist ungefähr genauso schwer, wie die restliche Etappe zusammen, aber er und ich haben oft genug bewiesen, dass wir die Besten sind! Ich denke, dass wir den härtesten Job von allen haben.

 

Wesemann Rad: Du hast den härtesten Job? Willst du mich verarschen? Ich muss über das ganze Kopfsteinpflaster in Belgien und Nordfrankreich! Ihr glaubt ja gar nicht, wie das auf die Gabel geht! Ehrlich, nach so einem Rennen frag ich mich immer wieder, ob es das wert ist! Und wenn es dann

noch regnet und ich total mit Schlamm besudelt und in Stücke geschüttelt werde - das ist dann echt zuviel!

 

Klier Rad: Du denkst das ist schlimm? Andi und ich wohnen in Belgien und für uns ist das Kopfsteinpflaster Trainingsstrecke! Jeden Tag! Freiwillig! Und er lieeeebt Regen! Also, mal unter uns.. ich denke, er ist verrückt!

 

Aldag Rad: Mein Rolf ist nicht so, Gott sei Dank, aber er hat auch ein Problem - habt ihr überhaupt eine Ahnung, wie groß er ist? Sie schrauben immer an mir rum, damit wir beide gut zusammenpassen.

 

Yakovlev Rad: Das Problem habe ich mit meinem kleinen süßen Sergey sicherlich nicht! Aber wir haben es auch schwer. Könnt ihr euch vorstellen, wie oft wir hören: "Sergey, komm zum Teamauto zurück und hole die Wasserflaschen." "Sergey, fahr mal zum Auto und hol mir was zu trinken." Wenn es nicht Wasser ist, ist es eine Jacke oder etwas zu essen. Ich denke, wir fahren fast die doppelte Strecke wie ihr, mit dem ganzen Holen und Bringen!

 

Kessler Rad: Und die Stürze! Vergesst die Stürze nicht! Letztes Jahr zur Tour de France hat Matze mich in einen Weidepfosten gefahren! Meine Güte, hat das weh getan! Aber hat sich irgendjemand um mich gekümmert? Nein, ER hat all die Aufmerksamkeit bekommen! Aber wir Räder haben einen großen Vorteil gegenüber den Menschen - ich wurde repariert und schon lange vor ihm wieder fit!

 

Burghardt Rad: Marcus ist ein Neo-Pro, deswegen sind er und ich erst kurz zusammen und ich kann noch nicht viel berichten. Er ist ein guter Kumpel und ein guter Fahrer, also passe ich auf ihn auf und helfe, so gut ich kann. Aber ratet, wo wir das erste Rennen hatten? Qatar! Der Wind - und der Sand! Der Sand wehte überall hin! Das ist nicht besonders gut für mich, das kann ich euch sagen!



 

Und so kommen die Magentaräder überein, dass niemand von ihnen ein leichtes Leben hat und lassen die Ölkanne ein letztes Mal kreisen. Ruhe kehrt ein, während sich die Räder auf die Herausforderung des nächsten Tages einstellen....

 




© Team T-Mobile


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