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Rhein-Tour 2004 (von der Quelle bis zu den Rheinfällen)



 

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So, nun aber endlich zum Ablauf unserer Reise.

Tag 1 (Anreise)

Mit dem Zug ging es zunächst einmal nach Andermatt in der Zentralschweiz. Dieses kleine Dörfchen nahe des Gotthardmassivs liegt, zumindest im Sommer, ganz einsam und verschlafen zwischen aufragenden Gipfeln auf 1445 m Höhe. Bereits der Weg von Göschenen nach Andermatt, den wir aufgrund von Schienenersatzverkehr mit dem Bus zurückgelegt haben, ist recht eindrucksvoll. Der Bus kämpfte sich Serpentine um Serpentine immer höher, Gebirgsbäche, die Schöllenenschlucht mit der Teufelsbrücke und natürlich felsige Bergspitzen säumen den Weg. Oben angekommen erlebt man schon einmal Schweiz pur: nette Chalets, sattgrüne Gebirgswiesen und hier und da mal Glockengebimmel von weidenden Schafen oder Kühen. Zum Abendessen gönnten wir uns zur Stärkung für den nächsten Tag bei überaus netter Bedienung ein Rösti im Restaurant des Hotels 3 Könige & Post.  Übernachtet haben wir bei der Familie Kumli, ein sehr nettes und angenehmes Klima, schöne, neue Zimmer mit Bad für 37 Franken pro Person im Doppelzimmer.

 

Tag 2

Am nächsten Tag ging es dann los und schon ließ uns das Wetter im Stich. Es regnete in Strömen, als wir zunächst erst einmal gen Bahnhof losfuhren. Nach eingehenden Studiums der Karten und des Höhenprofils wollten wir das erste Stück des Anstiegs zum Oberalppass, d. h. bis Nätschen, mit dem Zug zurücklegen, da dies das steilere Stück ist, das wir umgehen wollten. Danach geht es eher gemächlich bergan bis auf 2045 m Höhe. Allerdings ließen wir auch diesen Anstieg aufgrund des schlechten Wetters beiseite und fuhren gleich mit dem Zug bis zur Passhöhe hinauf und genossen zwischenzeitlich den Blick von der Zahnradbahn aus durch die sich auflockernden Wolken hinab ins Tal.

Oben angekommen wurden wir aus dem Zug "ausgeladen". Der Bahnsteig war fast nicht zu sehen, so schmal war er. Die freundliche Schaffnerin reichte uns noch unsere Fahrräder aus dem Gepäckwagen entgegen, die Türen schlossen sich und der Zug fuhr ohne uns in einen Tunnel ein und war verschwunden. Vor uns lag eine Schneelandschaft, auf dem Oberalpsee schwammen Eisschollen und es regnete nicht mehr, nein, es schneite harte kleine Schneeflöckchen. Da standen wir nun einsam herum und kramten erst einmal unsere dicken Fleecejacken heraus.

Die Wanderung zum Tomasee, der als Quelle des Vorderrheins gilt, strichen wir von unserer Liste. Unsere Vermieterin warnte uns bereits, das die Wanderung auf 2300 m Höhe, die hin und zurück vom Operalppass aus ca. 3 Stunden dauert, aufgrund der Winterverhältnisse eher beschwerlich ist und man sowieso nichts sehen würde, da der See noch zugefroren sei. Also wappneten wir uns für die Abfahrt und hatten einige Mühe, unsere Hände so zu drapieren, dass sie gut gewärmt und versteckt in den Jackenärmeln verschwanden, aber doch noch genügend hervorlugten, um die steilen Serpentinen hinab ordentlich bremsen zu können.

 

Auf dem Weg ins Tal waren wir nicht alleine. Die vier Alpenpässe, die rund um Andermatt nah beieinander liegen, ziehen unheimlich viele Motorradfahrer an, die ebenfalls den Berg hinab wieder ins Tal sausten oder uns entgegenkamen. Trotzdem empfanden wir den Straßenverkehr auf der relativ breiten und gut ausgebauten Straße nicht als störend, aber wir konzentrierten uns auch eher darauf, das Bremsen nicht zu vergessen und nicht über die Serpentinen hinaus den Berg hinunter zu schießen. Auf dem Weg liegt das lauschige Bergdörfchen Tschamut, von wo aus man das erste Mal einen Blick auf den Rhein werfen kann. Der Rhein sieht allerdings recht gewöhnungsbedürftig aus, wie er dort als temperamentvoller Gebirgsbach über Geröll und Felsen hinabrauscht.






Abfahrt vom Oberalppass 1



Abfahrt vom Oberalppass 2





Zwischen Disentis und Ilanz

Weiter geht es den Berg hinab nach Disentis, wo man sich ein recht imposantes Kloster ansehen und sich bei einer ersten Rast in einem Café die vom Bremsen verkrampften Hände wieder lockern kann. Wenn man Glück hat, kann man hier, im rhätischen Teil der Schweiz, auch einigen Brocken Rhätoromanisch lauschen, der vierten offiziellen, aber nicht sehr weit verbreiteten Sprache der Schweiz. Glücklicherweise kommt man hier aber auch überall mit Deutsch weiter.

 

In Disentis verlässt man die Hauptstraße und fährt auf einer kleinen Nebenstraße zunächst noch weiter bergab, überquert im Tal den Rhein und auf der anderen Seite geht es wieder steil nach oben. Oben angekommen durchquert man ein kleines, lauschiges Bergdorf mit einer netten Kirche direkt am Berghang, wundert sich, wo es doch alles menschliche Ansiedlungen gibt und schießt auf der anderen Seite einen ebenso steilen Hang wieder hinab. Auf dem weiteren Weg fernab von Hauptstraßen fährt man recht einsam durch die Natur und passiert ab und zu mal einige kleinere Ansiedlungen. Manchmal sind die Wege unbefestigt und teilweise waren wir recht froh, dass wir dort nicht bei Rheinhochwasser oder nach einem längeren Regenguss langfahren mussten. Immer mal wieder kommen auch heftigere, aber meist recht kurze Anstiege und immer häufiger fährt man auch direkt neben dem Rhein entlang, der recht schnell bereits eine stattliche Breite annimmt und vom Gebirgsbach zum reißenden Strom wird.



Übernachtet haben wir im Velotel Kronenhof in Ilanz, einem sehr netten Hotel mit neu hergerichteten Zimmern für 50 Franken (ohne Frühstück kostet es nur 45). Essen gehen oder eine nette Bar finden gestaltete sich dort recht schwierig, denn abends wirkte die Stadt wie ausgestorben. Am besten ist man wahrscheinlich bedient, wenn man sich im hoteleigenen Restaurant (leider urlaubsbedingt geschlossen, als wir da waren) oder im italienischen Restaurant des Nachbarhotels verwöhnen lässt und nicht in das „Stadtzentrum“ auf Suche geht (dort ist lediglich noch das recht einfache, aber überaus nette italienische Restaurant am oberen Tor zu empfehlen).

 

Tage 3+4 (incl. Aufenthalt in Chur)

Am zweiten Tag wartete noch einmal eine recht hügelige Etappe auf uns. Die ganze Zeit geht es abseits vom Rhein durch die angrenzenden Berge, mal hoch, mal runter, dann wieder hoch und wieder runter, durch verschlafene Dörfer mit netten Dorfplätzen und Dorfbrunnen, an denen man getrost seine Trinkflaschen auffüllen kann. Teilweise kann man verstohlene Blicke auf die Ruin Aulta, die recht imposante Rheinschlucht werfen und irgendwann trifft man nach einer steilen Abfahrt auf eine Brücke, die eine enge, tiefe Schlucht des Bächleins Rabiusa überspannt.






Brücke über Rabiusa



Zwischen Ilanz und Chur



Je näher man Chur kommt, desto flacher wird auch die Strecke. In Chur haben wir uns im Hotel 3 Kronen einquartiert. Obwohl die Doppelzimmer mit über 50 Franken pro Person angegeben waren, haben wir explizit nach dem günstigsten gefragt und eines für 40 ergattert. Dies war zwar recht einfach und mit Etagendusche, aber für Chur und diese Lage (Stadtzentrum) ein echtes Schnäppchen.

 

Chur ist die älteste Stadt der Schweiz und nicht nur wegen der sehenswerten Altstadt ein mehr als angenehmer Zwischenstopp. Die Stadt hat ein gewisses südländisches Flair und es fällt nicht wirklich schwer, hier das Rad mal für 1 oder 2 Tage Fahrrad sein zu lassen und sich den anderen Freuden des Lebens zu widmen. Zumal es in Chur zahlreiche nette Bars, Cafés und Restaurants gibt (allerdings sollte man dabei stets sein Reise-Budget im Auge behalten, es ist schon sehr erstaunlich, was man bisweilen für ein Gläschen Wein hinblättern muss...).

 

Wir haben den Aufenthalt in Chur auch für einen Tagesausflug ins Umland genutzt. Besonders die Ausflüge mit den Postbussen sind eine sehr liebenswerte und empfehlenswerte Alternative, einige attraktive Ziele im Umland kennenzulernen. Am zentralen Omnibusbahnhof (über dem Bahnhof unter einer beindruckenden modernen Dachkonstruktion untergebracht) kann man sich über zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten mit den markanten gelben "Postautos" inspirieren lassen. Wir haben uns für einen Ausflug zur längsten Sommerrodelbahn Europas entschieden, die ca. 20 km südlich von Chur liegt. Der Ausflug lässt sich wunderbar verbinden mit einer Wanderung von der Brambrüesch-Seilbahnstation auf einem Höhenwanderweg entlang eines Bergkammes zum Starthaus der Rodelbahn (Dauer ca. 3 Stunden; die Brambüesch-Seilbahn führt direkt von Chur aus den Berg hinauf, für die Rücktour von der Rodelbahn nach Chur nutzt man den Postbus). Den krönenden Abschluss der Wanderung bildete dann die besagte Sommerrodelbahn, auf der wir über ungefähr 99 Kurven ins Tal runtergerast sind. Ein echtes Erlebnis!

 




Landschaft um Chur



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