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Unterwegs mit Chicks Reisen 2006

von Momo, April 2006



Station 1: Critérium International

Eines Tages flatterte uns ein Flugblatt ins Haus. Ein Angebot einer Reisefirma:

 

"Meine sehr verehrten Damen und Herren,

 

"Chicks Reisen" bietet Ihnen auch in diesem Jahr wieder einige geführte Touren quer durch Mitteleuropa an. Wir bieten Ihnen jeden Komfort (bequeme Sitze, ein angenehmes Gefährt, Klimaanlage, CD - Player, auf Wunsch Nichtraucherabteile, geführte Touren durch unbekannte Gebiete, Reiseleiter mit allen möglichen Sprachkenntnissen, Hotels zu günstigen Preisen, reichhaltiges Sportangebot mit viel Lauftraining...)

Unser Angebot für diesen Monat: Fahren Sie mit "Chicks Reisen" ins wunderschöne Frankreich, in das beschauliche Städtchen Charleville - Mézières im Departement Ardennes.

 

Unser Angebot:

Donnerstag, 23.03. Anreise nach Karben (ab 19 Uhr). Gemütliches Beisammensein und  Kennenlernen der Mitfahrer. Unterbringung in schöner Pension.

Freitag, 24.03. Letzte Gelegenheit für die Anreise. 11 Uhr Abfahrt Richtung Frankreich. Gegen 17 Uhr Ankunft in Frankreich. Besichtigung des Städtchens, Möglichkeit zum Einkaufen, Aufenthalt in verschiedenen Hotels in netter Gesellschaft.

Samstag, 25.03. Gegen 9 Uhr Abfahrt nach Sedan. Besichtigung von Sehenswürdigkeiten. Gegen 13 Uhr Rückfahrt nach Charleville-Mézières. Dort Besuch eines Volksfestes ab 16 Uhr. Am Abend: Stadtbummel, Einkaufsmöglichkeit, Aufenthalt in verschiedenen Hotels in netter Gesellschaft.

Sonntag, 26.03. Gegen 6.30 Uhr Abfahrt in den beschaulichen, guterhaltenen Naturpark "Les vieilles Forges" mit Beobachtung seltener Lebewesen. Gegen 13.30 Uhr Rückfahrt nach Charleville-Mézières. Besuch eines Volksfestes. Gegen 19 Uhr Rückfahrt nach Karben.

 

Dieses Angebot gilt nur, solange der Vorrat reicht. Kostenpunkt: Reisemobilfahrt, Verpflegung und Übernachtung. Sie werden von ausgebildeten Fahrern chauffiert. Nutzen Sie noch heute unser Angebot!!!

 

Demnächst im Programm: Wochenendfahrt nach Belgien.

Beachten Sie unsere Hinweise.

 

PS: Die Firma "Chicks Reisen" übernimmt keinerlei Haftung für Kreisch- und Kicheranfälle, schlaflose Nächte oder Ohnmachtsanfälle."

 

Wir waren begeistert und meldeten uns zu dritt an (Christinchen, Kian und ich)



Donnerstag, 23.03 - Auf geht's

11 Uhr: Ich bekam zwei SMS, die beide ungefähr den gleichen Inhalt hatten. Die ASO hatte endlich eine vernünftige, wenn auch immer noch nicht endgültige Startliste auf ihre Homepage gestellt, und was ich mir so sehr erhofft, aber woran ich stark gezweifelt hatte, war eingetreten: Xabier Zandio stand dabei. Ich glaube, ich freute mich erst ab diesem Augenblick richtig auf das Rennen. Nach einem anstrengenden Praktikumstag an der Schule kam ich um 16 Uhr in Großkarben an, wo mich Ninchen bereits  erwartete, zusammen mit unserem allseits geliebten blauen Chickauto, das wir "Bru" getauft hatten. Als erstes fuhren wir in den schon legendären "toom", um uns Proviant für die Reise zu besorgen. Den Abend verbrachten wir damit, "Weißt du noch's" rauszukramen, Photos anzusehen oder uns immer wieder mit ungläubiger Freude die Startliste durchzulesen, wobei ich meistens nicht weiter als bis zu Caisse d'Épargne kam und Ninchen bei Barloworld hängenblieb, wo Giosuè Bonomi aufgestellt war. Eine bange Frage blieb noch: Hatte Xabi noch seine Zöpfchen oder nicht?

 



Freitag, 24.03 - Peeling für Bru und Schnellfickerhosen

Die Routine - Koffer ins Auto packen. Mit ein bisschen gutem zureden klappt alles. Und nein, liebe Frau Nachbarin, wir kommen NICHT schneller ans Ziel, wenn wir über Brüssel fahren. *lol* Nachdem wir Kian, die eine Stunde Verspätung hatte, vom Bahnhof abgeholt hatten, ging es um 12.15 Uhr auf Richtung Charleville - Mézières, mit Tankstopp in Luxemburg und einer Stunde Stau in Belgien. Jeder Grenzübergang wurde begleitet von Ninchens begeistertem: "Hier sieht's schon voll luxemburgisch (bzw. belgisch, französisch) aus!!"

Das Wetter wurde immer schlechter. In Belgien kamen wir sogar in ein Unwetter mit Blitz und Hagel - wir sahen es als Peeling für Bru an. Kurz vor der französischen Grenze bekamen wir einen furchtbaren Lachanfall.

 




Wir erreichten ein Dorf mit dem schönen Namen "Beaubru". Was eigentlich nichts bedeutet, aber da "beau" "schön" bedeutet und Bru. na ja. Wir mussten sofort an unseren guten Jon Bru von Kaiku denken und beschlossen, auf der Rückfahrt ein Foto von dem Ortsschild zu machen und es ihm zu schicken, zumal er Französisch kann. Eine Ausfahrt vor der unseren trauten wir unseren Augen nicht: Da standen bei einem Hotel nahe der Autobahn der Bus und der Laster von Caisse d'Épargne, in neuer schwarz-weißer Lackierung. Seit einem halben Jahr der erste Kontakt mit dem Radsport.

 

Neben unserem Hotel waren im Campanile Comunitat Valenciana, Unibet und Bouygues Télécom untergebracht, leider konnte wir sie von unserem Zimmer, das wir um 18 Uhr bezogen, aus nicht sehen. Wir beschlossen, den Abend bei Caisse d'Épargne zu verbringen. Deren Hotel, in dem sich noch Credit Agricole, Ag2r und Phonak befanden, war sehr nobel und besaß eine schöne Lounge, in der wir einen guten Überblick hatten. So kamen wir in den - zugegebenermaßen etwas zweifelhaften - Genuss, José Iván Gutiérrez, von uns liebevoll "Rosi" genannt, mit Tshirt und Handtuch herumlaufen zu sehen, sowie Karpets und Isaac Galvez, die von der Massage kamen, in komischen karierten Schlafanzughosen. Es roch herrlich nach Massageöl und wir hatten viel Zeit, über die Trainingsanzüge der Teams zu lästern (Zitat: "Schnellfickerhosen"). Floyd Landis - dieser Mann wird uns immer ein Rätsel bleiben - musste natürlich mal wieder aus der Reihe tanzen und Jeans und eine Outdoorjacke tragen.





Ja, er hat noch beide Zöpfchen

Irgendwann kam dann  Xabi. Samt Zöpfchen. Und freute sich. Und ich freute mich. Und es lief ab wie immer: "Hallo!" "Ja halloooooo! Ganz schön lange her, dass wir uns gesehen habe, nicht?" "Ja, Xabi," "Seit der Tour, oder?" "Genau." (Der Junge hat ein so fantastisches Gedächtnis..) Er wurde dann zwar kurz von Francisco Mancebo und Mikel Astarloza abgelenkt, aber dann redeten wir weiter. Der Kerl ist einfach zu neugierig.  Aber er musste dann auch zur Massage. Christophe Moreau lief ca. 10 Mal an uns vorbei und grüßte jedes Mal freundlich, angefangen von "Bonjour" bis zu "Bonsoir". Bis zu "Bonne nuit" schaffte er es nicht mehr.

Fahrer kamen, Fahrer gingen, Fahrer telefonierten. Kian begnügte sich damit, Mark Renshaw aus der Ferne zu beäugen. Wie wir feststellen konnten, hatte Caisse d'Épargne den schönsten Trainingsanzug, hell- und dunkelblau.





Ein Grund, warum wir zu Radrennen gehen

Er stand ausnahmslos allen, auch Rosi, der mit Efimkin an uns vorbeiging, sich umdrehte, und mit diesen verdammten Zwinkeraugen angrinste und anfing, mit uns zu quatschen. Irgendwann kam dann die Frage: "Sagt mal. Seid ihr eigentlich wegen dem Radsport oder den Radsportlern hier?" Also wenn du das jetzt noch nicht weißt, Rosi. natürlich nur, weil wir so von den Rädern und deren Technik begeistert sind!!! Was meinst du denn!! Nach dem Essen gingen noch einige Scherze hin und her, so fragte Rosi, ob Ninchen ein Fahrer aus seinem Team gefalle und ob jener Russisch spräche (Sorry, Rosi, ich weiß nicht, ob du Russisch sprichst ) und dann pries er mir Xabi als "gute Partie" an. Kleiner Kuppler. Xabi erklärte mich nachher noch offiziell zur "Amiga", als er mir meine baskische Flagge widmete. Sehr kreativ übrigens.

Überglücklich - was wollten wir noch mehr? - fuhren wir zu unserem Hotel, wo wir von zwei besoffenen Jugendlichen belästigt wurden, die sogar, als wir schon fast schliefen, unsere Tür eintreten wollten, was sie aber zum Glück nicht schafften.



Samstag, 25.03: Alte Bekannte und neue Freunde

Wir hatten den Wecker auf halb acht Uhr gestellt, welch ein Luxus für ein Radrennen! Allerdings waren Kian und ich schon um 6 Uhr munter und konnten vor Vorfreude und Aufregung nicht mehr schlafen. Mit vereinten Kräften gelang es uns, auch Ninchen wach zu bekommen. Duschen, ein Blick aus dem Fenster: Regen? Naja, Anziehen, ab ins Auto und das Pressezentrum suchen. Gefunden haben wir es in Sedan beim Start, wo wir um halb neun eintrafen. Einige nette Arbeiter der ASO teilten uns jedoch mit, dass erst um 11 Uhr jemand da sein würde. Wir nutzten die Zeit zum Einkaufen und Frühstücken im Auto, das von den Passanten interessiert beäugt wurde, da es noch von den Aufklebern der Polenrundfahrt geziert wird.

Um 11 Uhr erlebten wir eine Art Wunder: die ASO hatte doch tatsächlich Ninchens Fax bekommen und unsere Ausweise vorbereitet!!! Gemeinsam schafften wir es auch, den Parkaufkleber gerade auf Bru zu kleben. Kaum waren wir fertig, kamen auch schon die ersten Teams. 




Passt Toffee nicht viel besser zu ihm als Christopher?



Kian chickte sich von Mark Renshaw über Bradley McGee zu Christopher "Toffee" Sutton und zurück, Ninchen begleitete mich zuerst zu Euskaltel, bevor die zwei sich zum Einschreiben stellten und ich von einem spanischen Team zum nächsten wanderte, die zum Glück alle nebeneinander geparkt hatten. Quasi im Vorübergehen nahm ich die Handynummer von Miguel Madariaga mit, den ich anrufen soll, wenn ich in Bilbao bin.  Ich fotografierte die Neos, und dann erblickte ich Comunitats, die nochmal massiert wurden. Fotos machen, nach Namen fragen und die Flagge unterschreiben lassen (die spanische diesmal  ). David Blanco: "Ich bin aber Galizier!" Ach sei leis und unterschreib.





David Blanco "Ich bin Galizier!"

Danach gings zu Relax, wo mir der Sportliche Leiter weismachen wollte, dass der (zugegebenermaßen sehr gutaussehende) Masseur schwul sei, was dieser jedoch abstritt. Daraufhin meiner der Sportliche Leiter: "Aber pass auf, der ist komisch, der redet auch mit Mädchen!".

Hier traf ich auch einen alten Bekannten wieder, Jesús Hernández Blázquez. Der hatte sich von der grauen Maus, die er bei Liberty gewesen war, zu einem richtig schmucken stylishen Jungen entwickelt, so dass ich ihn fast nicht wiedererkannt hätte. Die Freude war auf beiden Seiten sehr groß. Danach sah ich kurz bei Caisse d'Épargne vorbei, holte mir meine morgendlichen Begrüßungsküsschen und ein strahlendes Lächeln von Xabi ab, bevor Liberty mit zwei Autos ankam.

Davids (ein Betreuer) erste Worte, als er mich sah, waren: "Du. Julio ist auch hier!" Julio ist mein absoluter Lieblingsmechaniker, leider war er jedoch nur am Hotel, aber  David tröstete mich damit, dass er am Sonntag bei den Etappen sein würde. Ich begutachtete zwei der drei Neos, Rojas und Abellán, machte Fotos und ließ meine Flagge unterschreiben, danach ging ich zum Start, nicht ohne vorher von Manolo Sáiz begrüßt zu werden.





Mein neuer Freund

In der Startzone freundete ich mich noch ein bisschen mehr mit José Luis Martínez von Comunitat Valenciana an, fotografierte Iván Santos (auch ein alter Bekannter) und Jesús Hernández und laberte mit Xabi. Kian und Ninchen machten zwei Fotos von uns beiden, und genau in dem Moment, als wir nebeneinander standen, kam die Sonne heraus 

Schon erfolgte der Startschuss, und wir schwangen uns ins Auto, um zur  Verpflegungszone zu fahren. Dort liefen wir erst ein paar Mal auf und ab, um eine geeignete Stelle zum Fotografieren zu suchen. Relativ bald kamen dann auch schon die Fahrer.



Ninchen und Kian machten Fotos, ich hielt meine baskische Flagge, was mir einen begeisterten Zuruf von Iban Iriondo einbrachte sowie den Verpflegungsbeutel von Mikel Astarloza, den er mir genau auf den Fuß knallte. Leider war noch fast der gesamte Inhalt darin, samt voller Trinkflasche *autsch* Danach gings ab zum Ziel, wo wir nach einem gewaltigen Lachanfall ein paar Autogrammsets für Kian holen gingen (also Kian, wenn der süße C.A. Betreuer wieder mal da sein sollte, frag ich gerne noch einmal. )





Ein begeisterter Baske

Leider regnete es. Ninchen stellte sich ins Ziel zur Siegerehrung, Kian und ich zogen es vor, uns um zwei Ecken herum zum Caisse d'Épargne Bus zu verkrümeln. Lustig war, als neben uns ein Milramauto hielt und man uns auf Deutsch fragte, ob wir schon das Ergebnis wüssten.. Nein, wie auch. Xabi kam klatschnass angefahren und das erste, was er machte, war mir zuzuwinken und bedauernd die Schultern zu zucken. Dabei war er gar nicht so schlecht gewesen. Liberty hatte es ganz schön zerpflückt, wir sahen Jaksche, Contador und Kashechkin in einer Gruppe mit Riesenrückstand ankommen. Nach der Siegerehrung sammelten wir Ninchen ein und liefen zum Auto zurück, wobei sich uns der zweifelhafte Genuss eines TiMo Hinterns im Fenster des Campers bot. Gut, dass der Fahrer sich nicht umgedreht hat.  Zurück im Hotel zogen wir uns um,  ruhten uns ein bisschen aus und beschlossen, den CEIs (boah klingt das blöd, IBBs klang viel schöner.) nochmal einen Besuch abzustatten, bevor wir aus Langeweile nur Unsinn reden würden. Es fiel diesmal ein bisschen kürzer aus als am Vorabend, da wir a) später dran waren, b) genau zu Essenszeit ankamen und c) nicht so lange blieben, da uns der Schrecken des nächsten Tages in Form der Zeitumstellung und des frühen Starts (8:40 Uhr) vor Augen stand. Immerhin reichte die Zeit, dass Ninchen jetzt Angst vor Karpets hat, wegen seinem Bass und seinen wild rollenden Augen. Rosi grinste uns wieder an, der Teddy Galvez telefoniert neben uns und dann redete ich noch ein bisschen mit Xabi. Tja, wenn der wüsste, was wir alles über ihn und andere Fahrer wissen. der Arme



Sonntag, 26.03: Frösche und Abschiedsschmerz

5:30. Grausam. Und die Frage kam auf: Können wir so früh schon Fotos machen? Reicht das Licht? Aber erstmal mussten wir ja zum Start fahren. Koffer packen, alles ins Auto, da wir nicht mehr zum Hotel zurückkommen würden, und los. Bei Dunkelheit. Durch einen Wald. Immer mit unserem offiziellen Criteriumslied "Malo" von Bebe in den Ohren. Die Straße im Wald am See war von hellen Flecken bedeckt. Plötzlich erkannten wir, was es war: Frösche auf Wanderung. Bzw. nicht mehr. Iiiiiiiiiih!

Wir parkten und schon kamen die ersten Teams. Bei Euskaltel winkte Igor Anton frenetisch aus dem Fenster, die Relaxe wollten uns über den Haufen fahren.





Das erste Opfer der Zeitumstellung

Da verzogen wir uns lieber zur Einschreibung, wo mein "Papa" Daniel Mangeas schon zu früher Morgenstunde gut drauf war, uns begrüßte und Scherze machte. Die übliche Routine. Fotos machen. Flaggen unterschreiben lassen. Dann zum Start, wo mir Nicolas Portal seine Flasche schenkte. Merci! Noch vor dem Startschuss lief ich - mit Zwischenstop bei Relax und Winken mit Julio - zum Parkplatz und holte das Auto. Dann ging's mit 70 km/h dem Feld hinterher, durch eine 30er Zone... Wir kürzten dann ab und fuhren direkt zu einer Bergwertung (jedenfalls versuchten wir es.). Irgendwo kamen wir dann an einer Kreuzung zum Stehen und warteten. Alberto Contador war ausgerissen und hatte ein paar Sekunden Vorsprung vor dem Feld, das sehr zersplittert war. Viele stiegen aus und bogen nach rechts Richtung Ziel ab, das auf einem Hügel lag. Ninchen wurde ganz hibbelig, als Giosuè ausstieg, und so beeilten wir uns, hinterherzufahren um ihn einzuholen. Vorher fuhren wir noch an Bradley McGee vorbei, der ebenfalls ausgestiegen war, was Kian sehr bedauerte. Dann holten wir die Gruppe um Giosuè ein, Ninchen saß zu ihrem großen  Glück auf dem Beifahrersitz, so dass sie Giosuè rufen konnte, woraufhin alle anderen Fahrer anfingen zu lachen.

Hinter der nächsten Kurve hielten wir an, stiegen aus und feuerten die Gruppe an, dann fuhren wir ins Ziel. Nach einer lustigen Parkdemonstration *lala* liefen wir einige Male die Reihe der Busse ab. Es war eine ganz merkwürdige Stimmung.

Es war totenstill, außer Teammitgliedern keine Leute unterwegs, keine Sonne zu sehen. Wir hatten ein paar nette Gespräche mit Betreuern. Einer schaute aus dem Agritubelbus, winkte uns verschwörerisch zu sich heran und raunte: "Hey, Mädels, sagt mal. Wisst ihr, ob hier zufällig ein Radrennen stattfindet?" Es war der Busfahrer, der nach seinen eigenen Worten allerdings auch in der Kommunikationsbranche beschäftigt war, und tatsächlich, immer, wenn wir ihn sahen, kommunizierte er mit irgendjemandem. 

Kurz vor dem Zieleinlauf stellten wir uns hinter die Ziellinie. Basso gewann vor Grivko. Während der Siegerehrung kamen noch große Gruppen ins Ziel. Sehr viele Journalisten um uns herum waren empört über die geringe Karenzzeit, aus der eine riesige Gruppe mit unter anderem Mancebo und Karpets nur um wenig herausfiel. Danach zog ich meine nassen Socken und Schuhe um und wir fuhren gemütlich zur letzten Etappe nach Charleville - Mézières. Da nur noch wenige Fahrer im Rennen waren, wurde der Start des ersten Fahrers auf 16:27 verlegt. Das bedeutete für uns eine sehr lange Wartezeit. Die Ninchen sinnvoll zu nutzen wusste.





"Ciao ragazza, na, wie wär's? Kommst du mit nach Belgien?"

Als der Barloworldbus auftauchte, mit Giosuè vorne drin, gab ihr einer der Betreuer zu verstehen, dass sie einsteigen solle. Weg war sie. Und tauchte so bald auch nicht wieder auf. Der Betreuer gab uns zu verstehen: "Ihr könnt gehen, braucht gar nicht mehr zu warten, eure Freundin kommt da nicht mehr heraus. Gio fährt nach Belgien und nimmt sie mit, und dann haben sie die ganze Nacht zusammen." *rofl* Aber nach gut 10 Minuten kam sie dann doch wieder raus, knallrot und glühend. Es wird ein ewiges Geheimnis bleiben, was dort im Bus geschah. 

Während Ninchen und Kian sich auf die Strecke stellten, um Fotos zu machen, schaute ich bei Liberty vorbei und traf endlich Julio, ging danach zu Relax, redete mit Jesús Hernández, der wegen einer Bronchitis ausgestiegen war, über die Entscheidung bezüglich der Vueltawildcards. Er meinte auch, dass er die Entscheidung nicht gerecht findet. Klasse von einem Relaxfahrer, das so offen zuzugeben.

Danach wurde ich fast wahnsinnig, weil ich CEI suchte. Nach zwei Stunden fand ich sie endlich gut versteckt hinter der Ziellinie, abseits vom Trubel, weil sie nach dem Ziel sofort zum Flughafen mussten. Xabi und ich glichen unsere Rennpläne ab, während er sich warmfuhr. Ich feuerte ihn beim Start an und wartete dann noch, bis er - unzufrieden mit seiner Leistung - zurückkam, und dann mussten wir uns schweren Herzens voneinander verabschieden, mit der Gewissheit, uns erst bei der Tour de France wiederzusehen. Traurig lief ich Richtung Ziel, verabschiedet mich von Liberty, bzw. von Julio, von Relax, Comunitat Valenciana (und meinem speziellen Freund José Luis Martínez) und Euskaltel.



Die Siegerehrung war nach meinem Geschmack, mit einem Spanier (José Alberto Martínez) als Etappensieger und einem Basken (David López) als Gewinner des Bergtrikots. Die Blumen für Lopez waren in den baskischen Farben gehalten, rotweißgrün, als ob sie's geahnt hätten  Ich ging noch mal zu Euskaltel und Xabier Carbayeda und ich brachten uns gegenseitig ein bisschen Deutsch bzw. Baskisch bei.





Um 18.15 Uhr ging's dann voller Emotionen zurück Richtung Deutschland, von ein paar Begegnungen mit CSCs und Rabobanks versüßt. Wir passten scharf auf, dass wir das Ortsschild von "Beaubru" nicht verpassten. Glücklicherweise war es noch hell, so dass wir ein kleines Fotoshooting veranstalten konnten. (Was die vorbeifahrenden Autofahrer gedacht haben, wollen wir lieber gar nicht wissen. ) Nach einem unfreiwilligen Abstecher nach Saarbrücken kamen wir um 23.45 bei Ninchen an, wo wir vor Erschöpfung Lachkrämpfe bekamen. (Zitat:  "Witz!"). Am Montag ging's dann für Kian und mich wieder nach Hause. Mit dem Trost, dass wir uns bald wieder sehen.

 

Fazit: Es war unbeschreiblich wundervoll emotionsgeladen komisch unglaublich schnell langsam romantisch kitschig verrückt durchgeknallt. und es war erst das erste Rennen in einer langen Saison 2006.

 

 

Momo

(Fotos von Ninchen, Kian und Momo)


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