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Lampre - Giro d'Italia 2006

von Perry, Mai 2006



Vorschau

Für Lampre ist der Giro das große Saisonziel in der Saison 2006. Für die 89. Austragung der Corsa Rosa ist Cunego der Mann, dem sich alle anderen Fahrer unterzuordnen haben. Auf Sprinter hat man auf Seiten der Teamleitung bewusst verzichtet, denn dieses Jahr dreht sich alles um den Girosieger von 2004, der nach der Entäuschung im letzten Jahr, dieses Jahr wieder zuschlagen möchte. In den Bergen ist Lampre wohl einer der bestimmenden, wenn nicht sogar die bestimmende Mannschaft, denn außer Fornaciari sind alle Fahrer ausgewiesene Kletterer. Im Mannschaftszeitfahren muss man sehen, dass der Kapitän nicht zu viel Zeit einbüßt, obwohl mit Petrov, Bruseghin und Valjavec durchaus ordentliche Zeitfahrer mit dabei sind.

 



Der Kapitän

Alle und Alles für Damiano Cunego! Das ist die Marschroute von Lampre beim diesjährigen Giro und dass er dieses Jahr in Form ist, hat er bei zahlreichen Rennen im Frühjahr bewiesen. Doch bleibt weiterhin die Frage, ob er den Erwartungen in diesem Jahr Folg leisten kann oder ob er nach dem ernüchternden Giro 2005 wieder einen Rückschlag einstecken muss. Da er im Zeitfahren lange nicht auf dem Niveau eines Basso oder Savoldelli ist, wird die Parole für ihn in den Bergen sein: „Attacke!“ Interessant wird natürlich auch das Duell mit Simoni sein,mit dem er seit zwei Jahren im Zwist steht…

 



Die Helfer

Von den Fahrern, die Cunego als Helfer assistieren sollen, sind sicherlich mehrere dabei, die im Falle einer Schwäche von Cunego oder sogar als Helfer in die ersten Zehn fahren können.

 

Marzio Bruseghin ist so ein Kandidat. Letztes Jahr konnte er beim Giro, für viele überraschend, den 9.Platz einfahren. Doch dem Neuzugang von Fassa Bortolo fehlen in diesem Jahr noch gute Ergebnisse, wodurch er wohl keine Jokerrolle einnehmen dürfte. Wichtig ist Bruseghin allerdings für das Mannschaftszeitfahren, da er ein solider Fahrer beim Kampf Mann gegen Uhr ist.

 

Tadej Valjavec ist der nächste, der eigentlich locker selbst als Kapitän in einen Giro gehen kann. Letztes Jahr hielt ihn eine mysteriöse Allergie auf und er wurde dennoch 15. Doch auch er ist bei der 89. Italienrundfahrt als Helfer eingeteilt und wird dann wohl bei der Tour auf eigene Kappe fahren dürfen. Der Formaufbau dieses Jahr scheint ganz ordentlich zu sein, obwohl er letztes Jahr besser in Form schien. Mit seinem guten Ergebnis bei der Tour de Romandie hat der Slowene aber gezeigt, dass man auch in diesem Jahr in den Bergen mit ihm rechnen kann, wenn auch nur als Edelhelfer.

 

Auch Patxi Vila könnte in den Bergen durchaus einen Etappensieg einfahren, wobei auch für ihn gilt: Helfen! In den letzten Jahren hat Vila immer wieder gezeigt, dass er bei Rundfahrten vordere Platzierungen einheimsen kann, aber sein zweiter Platz bei der diesjährigen Austragung von Paris-Nizza und der Etappensieg waren die wohl größten Erfolge in der Karriere des Spaniers. Gespannt darf man sein, ob er sich aus dem Loch wieder befreien kann, in das er nach Paris-Nizza langsam gefallen ist.

 

Dieses Jahr scheint auch Evgeni Petrov damit zu beginnen, die hohen Erwartungen an ihn zu bestätigen. Zumindest hinterließ er sowohl bei Paris-Nizza, als auch der Baskenland-Rundfahrt  einen guten Eindruck. Er ist ein Mann, der besonders wichtig fürs Mannschaftszeitfahren ist, aber auch in den Bergen lange an der Seite von Cunego bleiben kann.

 

Ein ganz besonders wichtiger Helfer in den Bergen könnte auch Sylvester Szmyd sein. Er ist ein äußerst zäher Mann in den Bergen, der bei kleineren Rundfahrten durchaus selbst auf Klassement fahren kann, aber beim Giro seine Fähigkeiten voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellen wird.

 

Man darf gespannt sein, wie sich der Lampre-Neuling Paolo Tiralongo beim Giro schlagen wird.Potenzial hat er sicherlich mehr als genug und auch er wird in den Bergen lange vorne bleiben können. Außerdem könnte er durchaus mal einen Etappensieg aus einer Ausreißergruppe holen, da er auch eine nicht zu unterschätzende Endgeschwindigkeit hat.

 

Lange fraglich war, ob Gorazd Stangelj beim Giro starten würde, weil seine Form im April nicht gut genug war. Aber anscheinend konnte er die Teamleitung überzeugen und so ist er jetzt dabei, was er auch durchaus verdient hat, denn auch er kann klettern aber auch im Flachen Tempo machen.

 

So ziemlich der einzige Fahrer im Team, der kein Kletterer ist, ist Paolo Fornaciari. Seine Aufgabe wird es hauptsächlich sein im Flachen fürs Tempo zu sorgen.

 



Fazit

Wenn alles so läuft, wie die Jungs von Lampre sich das vorstellen, gibt es in den Bergen ein Feuerwerk an Attacken und Tempoverschärfungen von den Männern in den pinkfarbenen Trikots. Dennoch muss Cunego erst noch beweisen, dass er mit der Favoritenbürde umgehen kann.


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