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Davitamon-Lotto - Giro d'Italia 2006

von Schoob LE, Mai 2006



Nach den zahlreichen Frühjahres-Klassikern, bei denen das Team die Erwartungen nur bedingt erfüllen konnte, zeigte die belgische Mannschaft zuletzt eine starke Leistung bei der Tour de Romandie: Mit drei Etappensiegen und dem Gewinn der Gesamtwertung stellte Davitamon-Lotto seine gestiegenen Qualitäten bei Rundfahrten unter Beweis. Beim Giro allerdings finden sich weder Cadel Evans noch Chris Horner ein, weshalb die ganz großen Sprünge in der Gesamtwertung nicht zu erwarten sind.

 



Der Etappenjäger

Wie im Vorjahr nutzt Robbie McEwen die Italien-Rundfahrt als Vorbereitung für die Tour de France. Der Australier bestreitet seinen sechsten Giro – erreichte allerdings noch nie das Ziel. Das wird wahrscheinlich auch dieses Jahr nicht passieren, mit dem Ausstieg ist in der zweiten Woche vor den schweren Bergetappen zu rechnen. Im Vorjahr konnte er Petacchi im Sprint mehrmals den Rang ablaufen und errang drei Etappensiege. Insgesamt holte er schon acht Etappensiege beim Giro. Seine gute Form konnte McEwen zuletzt bei der Tour de Romandie unter Beweis stellen, als er eine Etappe gewinnen konnte.

 



Der Geheimfavorit?

Er passt gar nicht so richtig in das Bild des diesjährigen Giro-Teams: Wim Van Huffel könnte zu einer der großen Überraschungen werden. Im Vorjahr zeigte der 26-jährige starke Leistungen in den Bergen. Bei der Etappe nach Zoldo Alto belegte er Platz 6, wenige Tage später in Limone Piemonte Rang 4 sowie den fünften Platz in Sestriere. Im Endklassement sprang der elfte Platz heraus, um einen Sprung nach vorne zu machen muss der Belgier aber diesmal stärkere Leistungen im Zeitfahren zeigen. Abhängig wird er davon auch von seinen Teamkollegen sein, denn Davitamon-Lotto hat nicht die besten Zeitfahrer dabei. Es bleibt aber abzuwarten, ob Van Huffel besser in Form ist als zuletzt bei der Romandie-Rundfahrt, als er nur 32. wurde.

 



Die Helfer

Für einige Überraschungen könnte aber auch Christophe Brandt sorgen. Der 29-jährige trat im Vorjahr einige Male in Erscheinung mit guten Etappenplatzierungen, in Varazze scheiterte er nur knapp am Sieg gegen den Franzosen Le Mevel. In dieser Saison ist Brandt noch nicht in Erscheinung getreten, dass ihm der aber Giro durchaus liegt, zeigte er 2004, wo er den Gesamtrang 14 belegte.

 

Der Australier Nick Gates fährt seinen vierten Giro in Folge, konnte diesen aber erst einmal beenden. Für ihn sind vor allem Helferdienste für McEwen auf den Flachetappen angesagt. Der australische Meister von 1996 ist einer der wichtigen Tempomacher für seinen Landsmann bei der Jagd auf Etappensiege.

 

Giro-Debütant Josep Jofre Pou könnte für Überraschungen sorgen, hat er doch seine gute Form zuletzt bei der Kalifornien-Rundfahrt gezeigt, wo er einen dritten Etappenplatz belegen konnte, sich einige Male präsentierte und Gesamt-Rang 14 belegte.

 

Durchkommen heißt es für Jan Kuyckx aus Belgien. Der 26-jährige bestreitet seine erste dreiwöchige Landesrundfahrt und gehört ebenfalls zum Helferteam um McEwen. Als beste Platzierung im Frühjahr steht Platz 5 beim GP Rudy Dhaenens.

 

Der junge Klassikerspezialist Preben Van Hecke hat seine Zukunft noch vor sich. Auch für ihn ist es der erste Giro. Im Jahr 2006 überzeugte er mit dem neunten Rang beim GP Pino Cerami.

 

Als vielleicht wichtigster Mann für McEwen bei den Sprints agiert Henk Vogels. Im Vorjahr durfte er nach dem Ausstieg von Robbie auf eigene Faust fahren und errang noch einige Platzierungen unter den Top10.

 

Bert Roesems ist der beste Zeitfahrer im Team. Bei seiner Giro-Premiere ist ihm durchaus ein Überraschungserfolg zuzutrauen, er hat ein gutes Frühjahr hinter sich: Sieg bei Nokere-Koerse und Rang 8 bei der „Hölle des Nordens“ Paris-Roubaix.

 



Fazit

In erster Linie geht es um Etappensiege durch Robbie McEwen. Wenn Van Huffel wieder die Form des Vorjahres hat, kann er in den Bergen durchaus Akzente setzen. Das große Manko: Die Zeitfahrqualitäten dieser Truppe sind eher gering ausgeprägt – ein Nachteil beim Teamzeitfahren!


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