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B-Plan, Bier und Banach

oder -

vom Nini, das auszog, das Fürchten zu lehren

 



Teil 1: B-Plan und Belgien

Es war wieder einer dieser Winter, in denen man als Chick am liebsten Winterschlaf halten würde, anstatt jede Nacht quälendeTräume von Radrennen zu haben und sich schließlich bei Minusgraden und Schnee oder metertiefem Matsch irgendwelche Crossrennen anzugucken. Und als wäre es nicht schon schlimm genug, beim Anblick von einer Packung tiefgefrorener Wiesenhof-Hähnchenschenkel in Tränen auszubrechen, wurde es mir zur Gewissheit, dass ich in Zukunft auf meine Zettis würde verzichten müssen... Wenn ihr wüsstet, wie das ist, wenn man als Chick sein Team verliert... Heimatlos, radsportlos, freudlos schleppte ich mich also durch den Winter, bis endlich mein Leben wieder einen Sinn erhielt: wenn ich schon in Zukunft auf die Zettis verzichten muss (*heul* *schluchz*), dann würde ich mich eben ganz auf den Bodnar konzentrieren! Und anstatt kiloweise Schokolade, mit der ich sonst zu überwintern pflege, gab es den B-Plan.

Genaues wird nicht verraten (lest doch einfach die letzten 2000 Seiten Chickenticker , jedenfalls nahte der April, und mit ihm die Erfüllung des B-Planes. Perfekterweise fiel mein Geburtstag auf den Ostermontag und damit Rund um Köln... Und es wäre auch alles wundervoll geworden, wären nicht die Welt und Piotr Kosmala so gemein, und so gab es kein Luki als Geburtstagsgeschenk und kein "Lukaszeczku... ich hab' heut' Geburtstag... darf ich mir was wünschen?" *lala*... Der Bodnar nämlich trieb sich den ganzen Frühling in Belgien, Holland, Italien, Frankreich und Polen herum... Eigentlich überall, nur nicht in Deutschland. Böse Zungen meinten, er würde schon seine Gründe haben... *fiesgrins*. Nevertheless, wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, sprich: das Luki nicht zum Nini...




Stillleben mit Tourmi, Gines und Oggi



Es begab sich aber zu der Zeit, dass Mani seinen Rennplan im Forum verkündete, und siehe: Da gibt es ein Rennen - Hel van het Mergelland. Wie der Zufall *hrhr* so will, hat Mani noch Platz im Auto, und das Nini nichts anderes zu tun als Tausende Meilen durch die Welt zu reisen, um den Bodnar zu sehen. Ich reiste also, schlief nur ein paar Stunden (und die auch nicht wirklich, vor Aufregung...). Im Morgengrauen ging's nach Bonn, von dort mit Mani nach Düren, wo wir an der Autobahn gangsterfilmlike auf Gines und Tourmi trafen. Und dann ab nach Holland. Nicht ohne Stau. Dafür war das erste, was ich am Ziel unserer Reise zu sehen bekam, der Intel-Bus... Also nix mit "ruhig einchicken". Ich hatte noch dazu einen richtigen Gänseblümchen-Tag, und irgendwie war's mir dann auch egal, dass ich von der Hälfte der Teams noch nie was gehört hatte... Solange die Jungs nett und hübsch sind...

Irgendwann schlich ich mich doch an die Intels ran. Dummerweise kam da grad Gines vorbei: "Na, Nini, geh hin und mach ihm 'nen Heiratsantrag!" – "Okay." Also hin. Und irgendwie war der Winter wohl echt lang und deprimierend – jedenfalls – Gänseblümchen, dass ich nun mal bin - stelle ich mich direkt vor den Bodnar und bringe – auf polnisch – mein "Lukasz, ich hab fast vergessen, wie süß du bist..." Najaaa, ein bißchen fies war's schon, die übrigen Intels haben sich prächtig amüsiert... Dafür hat's dann noch Fotos bekommen (wobei es die auch net angucken sollte, wenn der Rest daneben steht – "Na, Lukasz, du an der Spitze des Feldes – das ist doch ne Fotomontage...").





Bisschen später auf dem Weg zum Start gesellte es sich nochmal zu mir und wir laberten ein bißchen (ich muss das ja mal ausnutzen, dass ich den ganzen Winter polnisch gelernt habe) und es bekommt noch einen Klaps auf's Käsebrötchen (Ich habs getan! *hrhr*). Den Rest des Tages verbringen wir (Mani, Gines, Tourmi, Oggi + Begleitung und das Nini) meist im Regen, siebenmal an der Strecke, was echt richtig viel Spaß gemacht hat. Zumal ich am Morgen einen gewissen Robert Banach kennengelernt hatte, der 2005 Profi bei Intel war und jetzt dort Mechaniker – und noch dazu ziemlich fesch - ist... Es winkte dann auch immer brav, und ich konnte nicht anders, als es in mein Chickherzchen zu schließen. Da dank des Regens so ziemlich alle ausgestiegen waren, konnte ich im Ziel noch ordentlich meine nicht vorhandenen Tschechischkenntnisse an Lubor Tesar testen, bevor ich bei einem Team namens Hadimec vorbeikam, wo plötzlich Josef Soukup vor mir stand – mein Ex-Patenneo. Irgendwie konnte es dann auch perfekt deutsch (und ein Jahr lang hat es kein Wort gesagt...), und als ich da endlich mit Labern fertig war, stieß ich auf Alain van Katwijk, schäkerte noch ein bisschen bei LRP rum und sicherte mir ein paar Fans bei den Navigators.

Gut gelaunt kam ich zu den Intels, laberte den Kuzniak auf tschechisch zu, bis er den Bodnar um Hilfe ruft... Ach ja, wie war das mit dem "dieses Jahr hör ich auf!" ...immer diese guten Vorsätze... Dann noch Sonne auf der Rückfahrt und Kago-Werbung in der Raststätte – was will chick mehr? Najaa – noch mehr Rennen. Bis RuK trieb ich mich auf diversen Amateurrennen herum, zum Beispiel in Leipzig bei "Rund am neuen Zentralstadion". Gutes Wetter, Eric Baumann auf Krücken und ein Nini, das endlich mal die ganzen Jungs anlabert, von denen sie ein Jahr lang auf der Bahn Fotos gemacht hat. Am nächsten WE gab's Rundstreckenrennen auf dem Sachsenring – zum Fotografieren einfach herrlich. Und nachdem mich der süßeste (Ex-)C-Fahrer Sachsens  zu Hause abgesetzt hatte, musste ich auch schon wieder Sachen packen: Am nächsten Tag ging's ab in den Westen...




Alain "Catwalk" van Katwijk



Teil 2: Bier für Bunny

Nachdem ich also am Ostersonntag nichts besseres zu tun hatte, als den ganzen Tag im Zug zu sitzen, wurde ich um Mitternacht von Ninchen und Momo aus dem Bett geschmissen und genötigt, meinen Geburtstags-Gummibärchenkuchen zu essen und Momos fiese Geschenke auszupacken! (Danke! *knuddel*). Nach viiiel zu wenig Schlaf dann Start in Leverkusen. Doof, aber ich lass mir meinen Geburtstag nicht vermiesen, zumal wenn fast der gesamte Chi-Ti versammelt ist... und Robert Banach (ab sofort Bunny genannt). Meine Hauptbeschäftigung war dann auch "Bunny gucken" – wenn nicht grad Theresa Senff vorbeikam... Nach dem Ziel rettete Andrew Wyper meinen Tag, und für Bunny konnte ich auch noch was tun, als ich ihn im Pressezentrum treffe, wo er irgendwelches Zeug abgeben muss und nicht weiß, wo... Hach, ich kann übersetzen!

Halbtot, wie immer nach RuK, hab ich mir erstmal einen Tag Pause gegönnt. Am Mittwoch wurde ich von Trampi-Fan entführt. Nach Lemgo. Handball gucken. Ich sag nur: geile Chicksportart!!! Naja, am Donnerstag hatte uns der Radsport wieder: vier Tage Niedersachsenrundfahrt. Um es kurz zu fassen: wundervolle Rundfahrt. Und man lernt so viel! Zum Beispiel, dass Hendrik Werner einen Fan hat, der ihm immer geräucherte Aale schickt. Und dass Rheda und Wiedenbrück NICHT dasselbe ist, und dass auch kein Bus fährt, wenn man nach nem Rennen von Wiedenbrück nach Rheda zum Bahnhof muss, und dass die beiden Ortsteile gefühlte 15 km auseinander liegen... Die Nacht auf Freitag verbrachte ich damit, im Bielefelder Wald Holz zu klauen (verratet mich nicht! ). Was man so auf Radrennen erlebt... Freitag Morgen bewies mir, dass der Bodnar fehlte. Der Start direkt neben der Hofreitschule – es wäre so perfekt gewesen für abcpflasters Prinz-auf-weißem-Pferd-Szenario...




Frösi wechselt die Sportart...



Nachdem Mareike und ich uns die Pferdchen angesehen hatten, machten wir bei den Hasis weiter. Ansonsten gab es im ganzen Rennen nur zwei Tschechen, nämlich Richard Faltus und Franta Rabon, aber ich versichere euch: das reicht auch!

Ach ja, Bunny war auch wieder da, am Freitag konnte ich es an der Verpflegung auch ausreichend bewundern, weil es direkt vor meiner Nase ein Sonnenbad nahm. Und dann war da noch ein Plausch mit dem Wiesenhof-Olaf über den Einfluss von Bier auf Tomás Konecný...

Die Nacht auf Samstag war wieder kurz, weil wir das geklaute Holz in ein lustiges Feuerchen umwandelten... Am Samstag traf ich dann endlich Svenja am Ziel in Duderstadt, und ich wurde von ihrem Vater genötigt, an der üblichen Verlosung teilzunehmen, wo ich dann auch prompt zwei Fünf-Liter-Fässer Einbecker gewann... Am nächsten Morgen durfte ich mir diverse Kommentare von diversen Leuten anhören... Aber anständig, wie ich nun mal bin, verschenkte ich ein Fäßchen an Intel, das andere an Wiesenhof.




Mein Held Franta Rabon



Den Rest des Tages verbrachte ich im Intel-Bus mit Marek, Darek und ein paar polnischen DVDs, traf in Göttingen noch Rakta, Gines und Harzer, die sich ihr Nach-Jedermannrennen-Bier gönnten, bekam einen überaus stylischen, frisch geduschten Franta Rabon in Nadelstreifensakko und Cordhose zu Gesicht und musste – Ende gut, alles gut – noch nicht mal mit dem Zug nach Hause fahren.

Ich war zwar halb tot, und vier Tage Radrennen am Stück sind irgendwie ein wenig peinlich, aber was man für Leute kennen lernt! Grüße nochmal an alle Chix und C4Fler, die ich in der Woche getroffen habe, und an den Typen von der Germania Hamburg. Ich hoffe, Hoffi, Andrew, Bunny und der Rest der Chaoten verkraften ihr Nini-Trauma...




Hoffi bei der Handarbeit



Teil 3: Brulose Kaikus und buntes Programm

Und weil Niedersachsen so anstrengend war, dachte ich mir, ich gönne mir ein wenig Entspannung und fahre nicht nach Polen zur Szlakiem Grodów Piastowskich (wo sich meine Jungs samt Bodnar tummelten), sondern gönne mir ein paar Tage Rheinland-Pfalz-Rundfahrt – zum Henninger musste ich ja sowieso. Nichtsahnend kam ich mit Momo Freitag Nacht bei Ninchen an, schon leicht frustriert, hatten wir doch so gehofft, dass "unser Freund Bru" für Kaiku die RLP-RF fährt. Was mir aber plötzlich egal wurde, als ich einen Blick auf die Szlakiem-Ergebnisliste warf: kein Bodnar drauf! Meine Ahnungen wurden wahr, als ich die Starterliste für die dänischen Rennen an diesem WE abcheckte: Entgegen aller Aussagen (Huzarski: "Jaa, wir fahren Szlakiem... der Bodnar auch! *fiesgrins*" – Darek: "Ja, komm' doch zur Szlakiem, wir können 'n Bier trinken gehen – der Lukasz is auch da!") und entgegen aller Vernunft hatten die Intels ihn doch nach Dänemark und demnach auch zum Henninger geschickt. Ich verfiel in panisches Herumgerenne, "Mama, ich will heim!"-Gerufe und Gemurmel à la "Ich hab' nichts anzuziehen! Ich muss einkaufen gehen!" – "Nini! Es ist 1 Uhr nachts!"... Wie auch immer – aus meinen fünf Stunden Schlaf wurden drei, und ich bekam die halbe Nacht Lachanfälle, weil ich mir überlegte, warum sie den Bodnar doch nach Deutschland schicken mussten... Nun, während die Sonne aufging, holten wir Kian vom Bahnhof ab und fuhren in irgendein Gewerbegebiet. Und: Es schneite!




Richi Serrano beim Rocken



An diesem wenig spektakulären Morgen versuchte ich erfolglos, den Navigators-Typen zu finden, mit dem ich mich beim Mergelland für den Henninger verabredet hatte. Die Sparkasse-Jungs wuchsen mir langsam ans Herz – vor allem meiner Kamera, die eine Schwäche für Timo Honstein hat – fragt mich nicht... Ach ja, und Franta Rabon war wieder da, wurde mit Fotos bestochen – so ein netter Kerl, und so eine hübsche Stimme – wenn ich ihn nur verstehen würde...




neverending love story



Auf dem Weg zur Bergwertung trafen wir Seine Hoheit Mehlem in Cochem (Was für eine wundervolle Stadt!) beim Training, und bemalten ein bisschen den Berg. Und dann kam das Feld, und Richi Serrano greift genau an der Stelle an, wo wir stehen – das wird mein absolut bestes Foto dieses Jahr! Wir haben unsere Kaikus eben gut erzogen... Im Ziel trafen wir dann den Rest der Chix: Lina, Elena und Mareike, und abends gab es chinesisches Essen in memory of Chi-Kung-Bru, und wieder viel zu wenig Schlaf. Am Sonntag Morgen war ich faul und begnügte mich damit, mit meinen fünf Mit-Chix herumzustehen und uns von vorbeifahrenden Hasis euphorisch begrüßen zu lassen. Ein bisschen Arbeiten musste ich dann doch noch, begleitet von Ninchen mit ihren Kaiku-Blumen, die total vertrocknet waren – warum lernen Männer nicht, dass man Fotochix die Blumen nach der Siegerehrung schenkt und nicht am Morgen danach, wenn sie die Hände frei haben müssen? Und vor allem, dass man die Blumen wenigstens nachts ins Wasser stellt! Männer! An der Strecke gab's eine Nini-freundliche Ausreißergruppe mit Kevin Neirynck und Alexander Maul (der sich im Ziel in mein Chick-Herz einbrannte – Alex, mach' das nie wieder, nächstes Mal fall ich in Ohnmacht! ). Am Ziel traf ich dann auch den Navigators-Typ von Mergelland, Sergey Davidenko. Aber dazu beim Henninger mehr. Abends lungerten wir noch ein wenig in Frankfurt herum (Ich kann Peta net mehr sehen!).




Wagi und Schwagi beim spielen



Teil 4: Bodnar-Versprechen

Nach noch viel weniger Schlaf als sonst stand ich auf, um mich "für den Bodnar hübsch zu machen". Leider war es tierisch kalt – jedenfalls zu kalt für tiefen Ausschnitt  ... Ein kleiner Plausch am Morgen mit Bunny – mit Augenringen und unrasiert, sie waren erst nach Mitternacht aus Dänemark gekommen. Ich wollte grad mit Momo mein Näschen pudern gehen, als mir Darek Rudnicki entgegenkommt. Momos "Ohoh!" kündigte an, dass da noch was kommt – nämlich ein Bodnar... Dieser Psycho-Blick! Manchmal denke ich wirklich ernsthaft daran, mir einen neuen Lieblingsfahrer zu suchen...  Während die Intels in ihrem Bus ein Nickerchen hielten, streunte ich zwischen den Navis, Glasi, Kevin Neirynck und den Kaikus herum. Aber ein bisschen Smalltalk mit dem Bodnar muss sein, und dann kam dann auch dieses "Gibst du mir nochmal deine Email-Adresse? Ich hab die irgendwie nicht mehr..." (Männer!) "Nach'm Rennen – ich steig sowieso gleich aus! *schelmisch grins*" 




Es artet aus: Glasi und der Müsli-Riegel



Es folgten nun lange Stunden des Wartens mit Lina, Lemmi, Ninchen, Sina... Ab und zu kommt ein Jedermann-C4Fler vorbei, oder Eric Baumann (immer noch auf Krücken). Und irgendwann ein verzeifelter Anruf von Momo, die sich mit den Kaikus irgendwo im Frankfurter Vorstadtdschungel verirrt hatte...  Dafür hatte sie viiel Zeit, um an Insiderinformationen über Losadas Essgewohnheiten zu kommen... :D Ebenfalls verirrt hatten sich die Intels, die zwar alle vor dem ersten Berg ausgestiegen waren, aber erst kurz vor dem Ziel zurückkamen. Naja, so konnte ich wenigstens Bunny beim Arbeiten zugucken und mit Marek labern, bis der Bodnar vom Duschen zurückkam. Die Szene vergess ich auch net: Er kommt an, sieht die Bonbondose, bekommt leuchtende Augen, stürzt sich darauf und stellt enttäuscht fest, dass sie leer ist. Dann guckt er mit Schmollblick auf Bunny und fragt mißtrauisch: "Hast du die aufgegessen? Scheiße..."




Die 6 von der Tankstelle



Tja, hätte es mal ein Wort gesagt, hätt' ich Gummibärchen mitgebracht... Nachdem ich ihm das Versprechen abgerungen hatte, mir zu mailen ("Morgen... oder übermorgen..." – das war vor einem Monat... Männer!), entfloh ich – zuviel frisch geduschtes Bodnar ist ungesund – um mich von den Kaikus, Navis und dem Rest zu verabschieden. Auch wenn ich von Lina später nochmal zu den Intels" gezerrt wurde, um mich Nürnberg-like zu verabschieden...  Danke, Süße...

Soviel zum Henninger. Ein Kabelschaden bei der Deutschen Bahn zwang mich, erst am Mittwoch nach Hause zu fahren – mit Umweg über Leipzig, um meine Radrennbahn zu besuchen. Zusammen mit der sächsischen LVM am nächsten Sonntag gab mir das den Rest, und ich schwor, nie wieder auf Amateurrennen zu gehen. Eine Woche lang fluchte ich über Radsport und Männer und versprochene Mails und mein armes Chickherzchen, traf in meinem Heimatort den Gummimann beim Training und verfluchte meinen Schwur, der mir verbot, zu meiner Lieblingsdroge zu greifen und auf der Leipziger Bahn vorbeizuschauen. Freiwillig verzichtete ich auf zwei Tage Friedensfahrt, um meine Sucht zu bekämpfen – und damit auf einen Tag in Karlový Vary inklusive Martin Laciak – ihr erinnert euch vielleicht noch – der blonde, leckere Sunnyboy, der mal bei Zvvz gefahren ist... Kurzum: Chickdepressionen...



Teil 5: Das Ende der Bodnar-Ära

Damals, vor drei Jahren, in der Anfangszeit meines Chicktums hatte ich an einem Freitag den Unterricht geschwänzt, um mit Raktajino und Chianni zur Friedensfahrt zu fahren. Heute, drei Jahre später, fuhr ich alleine bei schlechtem Wetter nach Dippoldiswalde, um drei Tage von der Rundfahrt zu genießen, die mir unter allen wohl die liebste ist – special ist sie auf jeden Fall... Doch sie begann für mich nicht nur mit schlechtem Wetter, sondern auch mit schlechten Nachrichten: Andrew Wyper, der mir versprochen hatte, bis Deutschland durchzuhalten, hatte sich die Hand gebrochen. Viel Zeit zum Heulen blieb mir jedoch nicht, denn der Friedensfahrtgott hatte beschlossen, mein gebeuteltes Ex-Zetti-Chick-Herzchen ein wenig zu beglücken, und so geriet ich an jenem Morgen von einen Schock in den nächsten: dass ich bei Naturino den Ex-Zetti Martin Mares treffen sollte, war mir ja vorher schon klar, ebenso wie die Tatsache, dass ich Milan Kadlec bei Dukla Praha und den Bencik bei PSK Whirlpool wiederfinden würde. Als mir dann aber plötzlich mein Ex-Patenneo Kamil Vrana über den weg lief, der zwar Anfang des Jahres einen Vertrag bei ELK bekommen hatte, dann aber wegen Herzproblemen seine Karriere beenden musste, blieb mir der Mund offen stehen. Kamil erklärte mir dann, dass er als Manager für Elk da wäre...

Kopfschüttelnd und grinsend kam ich gerade bei Sparta Praha vorbei, als plötzlich Jan Curin, Ex-Zetti-(und der beste tschechische) Masseur, vor mir stand. Vor Schreck hatte ich gleich mein ganzes Tschechisch vergessen, aber es waren ja noch drei Tage Zeit... Als ich mich wieder beruhigt hatte, wagte ich mich zu PSK, um Rene Andrle zu besuchen. Dort traf ich nicht zur auf den Ex-Zetti-Mechaniker Radek, der ebenso wie Jan aus Personalmangel für die Friedensfahrt engagiert worden war, sondern auch auf den gummibärchensüchtigen Ex-Zetti David Kupka, der mich gar nicht wieder gehen lassen wollte...




Bodek an der Steilen Wand



Um mich von den ganzen Tschechen zu erholen, wanderte ich erstmal Richtung Miche und Intel. Wie war das – Arkadiusz Wojtas am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen? Nach der üblichen herzzerreißenden Arkadiusz-Nini-Wiedersehens-Szene ging ich frohen Mutes zu den Intels, um mit Darek zu labern (nicht ohne die üblichen Anspielungen von wegen "Du, guck, der Bodek ist auch hier...da, da sitz er!") und mich vom "Bodek" aus dem Bus raus blöd begrinsen zu lassen...  Nach noch ein bisschen Smalltalk mit Cezary Zamana und Bunny kommt es dann auch raus und entschuldigt sich artig, es hätte keine Zeit gehabt, zu mailen... jaaaa klar... Männer! *kopfschüttel* Jedenfalls fuhr ich dann drei Stunden hinter dem Grupetto her nach Meerane und konnte drei Stunden lang Bodnar-Käsebrötchen gucken...netter Job...  Obwohl ich zugeben muss, dass der Anblick der Steilen Wand von Meerane wesentlich beeindruckender war. Tausende Zuschauer und der fast sichtbar gewordene historische Nebelschleier der Friedensfahrt-Atmosphäre... Der sich nach dem Ziel, als ich auf dem Weg zum Bahnhof war, in ein handfestes Gewitter und sintflutartige Regengüsse verwandelte... Ungefähr so ging es auch am nächsten Morgen weiter, und auf dem Weg zum Start kamen mir herumfliegende Pavillons entgegen. Immerhin hörte es auf zu regnen, und ich verbrachte den Morgen mit Labern, bestach Leute mit Fotos und wurde von Giosue Bonomi als Schreibunterlage benutzt, damit er für Ninchen eine Geburtstagskarte schreiben konnte... Auf dem Weg zur Verpflegung unterhielt mich David Kupka mit Stories über China, seinen Winter in Australien und Infos, was der Rest der Ex-Zettis so macht, und ich erfuhr, dass mein Gummibärchenpavel im besten tschechischen MTB-Team ist, Mísa Precechtel bei Svorada im Team und Slavo Heger bei der tschechischen Armee und Papa.




Die Notebooks genießen den seltenen Augenblick der Sonne



Dann guckte ich mir Lubor Tesars großartigen Sieg in Thale an. Und im Hotel an der Bode (muss ich jetzt Bogdan Bondariews blöde Bode-Bodek-Witze erwähnen? *fiesgrins* ) treff ich die Intels – und lerne allerhand über Pferde, polnische Frauen, MTV, Männer, Lukaszs Bruder und Wörter, die nicht im Wörterbuch stehen... Unter außerdem lerne ich, wie unausstehlich der Bodnar eigentlich ist – und gebe – nach drei Jahren  – schleunigst meine Heiratspläne auf...  Am Start bekam ich dann endlich Chickunterstützung von Kian, Mareike und Svenja. Und wieder Regen. Der uns dann auch bis zum Ziel in Hannover erhalten blieb. Passte allerdings zu der traurigen Abschiedsstimmung. Während "fleißige Tschechenhände" die Reste der Friedensfahrt beseitigten, schaute ich mir bei einer heißen Schokolade das Unwetter über Hannover an und bekam ein dutzend Sparta-Praha-Küsschen mit auf den Heimweg...




Raps, Radsport, Regen - ich liebe die Friedensfahrt...



 

Text und Fotos von Niniel, Juni 2006


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