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Giro-Tour 2006 von Checker



23.05.2006: Monte Bondone



Warten am Bondone

Die erste von vier Hochgebirgsetappen in der letzten Giro-Woche wartete auf uns, und entsprechend motiviert hatte niemand von uns Probleme, früh morgens aus dem Schlafsack zu springen (o.k. - die Authentizität der letzten Aussage darf man hinterfragen… ). Gegen 10:30 Uhr sattelten wir unsere 0,2-PS-Zweiräder und fuhren erst 3,5 Kilometer recht steil bergab mit der schönen Gewissheit: Juhu, hier dürfen wir heute Abend wieder hinauf! Bei schönem Wetter ging es danach hügelig weiter, über Vezzano und Calvino nach Lasino, wo der Westaufstieg zum Monte Bondone beginnt. Da wir noch massenhaft Zeit hatten, fuhren wir noch ein wenig in der Gegend herum. Genialerweise hatte mich pünktlich an diesem Morgen der Heuschnupfen erwischt, und mit etwa 500 Papiertaschentüchern bewaffnet, hoffte ich, von allergiebedingten Einbrüchen à la Savoldelli verschont zu bleiben.





Cool am Bondone

Nach Besichtigung des Lago di Terlago von oben nahmen wir irgendwann endlich den 22 Kilometer langen Aufstieg zum Monte Bondone in Angriff. Ehrlich gesagt, es gibt sicherlich schönere Passanstiege. Die Strasse ist durchgehend sehr breit, in der ersten Hälfte mäßig steil und bietet so gut wie keine Aussicht. Erst weiter oben kommt bei einigen Ü-10%-Rampen endlich Spaß auf





Basso-Huldigung

Sehr viele andere Radfahrer sind an dem Pass unterwegs, und das überrascht mich durchaus angesichts der Tatsache, dass heute ein Wochentag ist. Kein Vergleich zur Vuelta im letzten Jahr, der Giro ist immer noch weitaus populärer. Ich komme den Bondone recht gut hinauf, der Heuschnupfen macht sich erst oben, nach der Kletterei, wieder bemerkbar. Bei Corny ist mal wieder etwas am Rad gebrochen, dieses Mal war es zum Glück nur eine Speiche Da wir auch nach unserer Ankunft am Pass immer noch viel Zeit hatten, setzten/legten wir uns gemütlich auf eine Wiese im Zielbereich, wo man per Videoleinwand die Etappe verfolgen konnte. Basti und Corny wurden dabei, friedlich schlafend, von der Rai gefilmt und erschienen sogar kurz auf der Leinwand Ist leider im Fernsehen nicht zu sehen gewesen. Schade…





TV-Bilder

Als sich das Giro-Peloton so langsam dem Schlussanstieg näherte, setzten wir uns wieder in Bewegung und postierten uns knapp zwei Kilometer vor dem Ziel in einer Linkskehre. Dort stand ein Wohnmobil mit Fernseher, und etwa 20 Leute versammelten sich vor diesem und schauten gebannt zu, wie CSC das Feld in den Anstieg führt, Ulle abreißen lässt, Serpa attackiert, wieder eingeholt wird, Cunego u.a. Probleme bekommen usw. Als sich Basso und Gibo vom Rest gelöst hatten, stellte ich mich wieder an die Strecke, um mir noch ein kleines Überraschungsmoment aufzuheben. Zwei Minuten später berichtete Basti, dass Basso auf und davon ist…





Basso fliegt vorbei

Und dann kamen sie endlich vorbei: Basso geschätzte 5 km/h schneller als alle anderen, Cunego mit drei Teamkollegen am Hinterrad (!), Ulle mit gewohnter Riesenmühle und merkwürdigem Hohlkreuz beim Aus-dem-Sattel-gehen, Frösi angeregt plaudernd im Grupetto. Meine ersten Versuche, Fahrer zu fotografieren, scheitern kläglich. Aber da kann ich mich im Verlauf der Rundfahrt bestimmt noch steigern





Guti und Piepoli

Hat viel Spaß gemacht, das ganze. Aber der richtige Spaß sollte erst noch kommen: die Rückfahrt bergab. Diese treten wir zusammen mit den schätzungsweise 70 Millionen anderen Fans an, die zu Fuß, per Rad, Auto oder Wohnmobil unterwegs sind. Gerade letztere erweisen sich als unliebsame Bremsklötze, und so gibt es nur ein Motto: immer am linken Straßenrand fahren und vorbei an allen! Und dabei hoffen, dass in den Spitzkehren gerade kein Gegenverkehr kommt Aber dieser hätte gegen den abfahrenden Tross sowieso keine Chance Trotzdem, zum Glück konnte Mutti diesen Bergabspießrutenlauf nicht sehen. Das hätte so in etwa Radverbot auf Lebenszeit bedeutet… Über Sopramonte und Cadine setzten wir unsere Rückfahrt fort, vorbei an uns-nicht-gefallenden Pizzerien ("Da kommen bestimmt noch weitere…"), später vorbei an geschlossenen Pizzerien , und zum Schluss sind wir noch gemütlich den bereits erwähnten Schlussanstieg hinauf geprügelt. In Ermangelung adäquater gastronomischer Betriebe wurde wieder gegrillt. Morgen würde ich dann aber gern mal was richtiges essen…



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