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Doping im Amateur- und Freizeitsport





ausgewählte Diskussionen und Studien zu Doping im Freizeit- und Amateursport



SWR-Planet Wissen: Doping – Alltag im Freizeitsport? 16.5.2017

Warum und womit behandeln / dopen sich Freizeitsportler*innen? Über 50 % von ihnen sollen Medikamente / Substanzen einnehmen. Gibt es Risiken? Diskussionrunde zu Doping im Alltagssport mit Perikles Simon und Jörg Börjesson.

SWR: Doping – Alltag im Freizeitsport?, Video 59 Min



Studie zu Doping im, Amateurradsport, 4.5.2017

1 Amateur-Radsportler von 20 (5%), überwiegend Briten, soll nach einer Untersuchung von cycling weekly während seiner sportlichen Laufbahn gedopt haben. Neben Stimulanzien kamen vor allem EPO und Steroide zum Einsatz. Eine ausführlichere Umfrage der BBC unter Amateuren mehrerer Sportarten ergab jüngst höhere Missbrauchszahlen (BBC, 20.3.2017).

cycling weekly: Exclusive: One in 20 amateur racers admit to doping

 



BBC-Studie zu Doping im Amateursport, 20.3.2017

Eine BBC-Studie zu Doping im Amateur-Sport erbrachte, dass 8 % der Befragten verbotene Mittel nehmen. Die meisten von ihnen nehmen diese zur Schmerzbehandlung (z. B. Cortison-Injektionen und Asthma-Mitte), die Leistungssteigerung steht an dritter Stelle.

BBC: Doping in amateur sport: Drug use 'fast becoming a crisis' - Nicole Sapstead



2017 Experts warn of the need to control doping also in amateur athletes

Eine Studie der Universitäten Granada und Elche unter Amateur-Radsportlern, die an dem Rennen Quebrantahuesos 2012 in Spanien teil genommen hatten, ergab eine zugegebene Dopingrate von 8.2 %. 16.2.2016:

eurekalert.org: Experts warn of the need to control doping also in amateur athletes

 



3sat 25.8.2016

Hobbysportler in vielen Sportarten dopen immer häufiger. Warum? Um Geld kann es dabei nicht gehen, auch nicht allein um das Besiegen der Konkurrenten auf vorderen Plätzen. Die Ursachen liegen tiefer, haben mit gesellschaftlichen Anforderungen zu tun, die alle Bereiche unseres Lebens berühren.

3sat: Deutschland dopt. 600.000 Hobbyathleten nutzen verbotene Substanzen

3sat: Erfolg durch Doping. Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen darüber, ob es Wege aus dem "Spiel ohne Grenzen" gibt

3sat: Interview: Wie kommt ein Radsport-Profi zum Doping? Schaltgespräch mit Jörg Jaksche

 



2013 S. Borloz, G. Gremion: Dopage chez les sportifs amateurs

Nach Durchsicht vorliegender internationaler Studien zu Doping im Freizeitsport wird deutlich, dass noch viel Forschungsbedarf besteht. Es scheint, dass 5 bis 15 % der Freizeitsportler*innen zu Dopingmitteln greifen, Männer häufiger als Frauen. Genommen werden vor allem Stimulanzien, Anabolika, Narkotika, Corticosteroide und Diuretika. Die Mittel werden über das Internet, Fitnessclubs, Apotheken und Verschreibungen von Ärzten beschafft.

2013 S. Borloz, G. Gremion: Dopage chez les sportifs amateurs



Le Temps, 6.10.2006

Das Magazin Le Temps befragte einige schweizer Experten sowie Jean-Pierre de Mondenard aus Frankreich über das Ausmaß des Dopings im Amateur- und Freizeitsport. Da aktuelle Untersuchungen fehlen, konnten keine genauen Angaben gemacht werden, doch alle waren sich darüber einig, dass der Medikantenmissbrauch rasant ansteigt. 

 

Der am 6. Oktober 2006 in le Temps erschienene Artikel ist hier nachzulesen:

L'engrenage du dopage chez les amateurs

 

Eine Zusammenfassung:

 



Doping bei den Amateuren

Doping ist auch Teil des Amateursports. Diese Meinung teilen Sportmediziner und –psychologen, sowie Antidopingkämpfer. Alle Disziplinen, vom Schach bis zum Laufen, sind, wenn auch in unterschiedlichem Maße, vom Doping betroffen. Kokain, Amphetamine, Aspirin oder Schmerzmittel, alle haben ihr Rezept um die Leistung anzukurbeln. „Es gibt keinen Grund dafür, warum der Amateursport nicht dieselben Probleme haben sollte, wie sein Pendant der Profisport.“, fasst Marty Saugy, Direktor des Dopinganalyselabors in Lausanne (LAD) zusammen. (...)

 

„Mit der Dopingdiskussion wurde dem breiten Publikum eine falsche Nachricht vermittelt. Viele sind davon überzeugt, dass ein Mittel sie verändern (transformieren) kann,“ stellt Daniel Blanc, Sportmediziner aus Lausanne, fest. „Seit einigen Jahren kommen die Leute zwei Wochen vor wichtigen Wettkämpfen, wie Sierre-Zinal oder Patrouille des glaciers zu mir, und fragen mich, ob ich ihnen nicht etwas empfehlen könnte. Nicht dass sie sich unbedingt dopen wollen, doch sie suchen ein  ‚weiches’ Mittel, das ihrer Leistungsstufe entspricht; so etwas wie eine ‚Substanz für Amateure', lacht der Mediziner. Vor einigen Jahren waren es ein oder zwei entsprechende Fälle pro Saison, jetzt habe ich so an die 50 Anfragen.“

 

Die Motivationsgründe, die zum Dopen führen, sind in etwa dieselben wie bei den Profis. (...) Mit kleinen Nuancen. Es gibt den Amateursportler, der gegen sich selbst antritt, der seine eigene Zeit immer weiter verbessern will. Dann gibt es den, der sich mit seinen Freunden messen will oder der seinen Nachbarn beeindrucken möchte. Und denjenigen, der zu langsam ist, der seine Kameraden aufhält (im Rahmen der Patrouille des glaciers z.B.) und sein Gesicht wahren möchte.

(...)

Mattia Piffaretti, Sportpsychologe, ergänzt diese Analyse indem er drei Profile skizziert : "Manche Personen möchten nur ihr Aussehen verbessern, legen ästhetische Kriterien an, das genügt ihnen schon (vor allem im Bodybuilding/Fitnessbereich). Das zweite Profil betrifft den Amateursportler, der von seinem Sport besessen ist und dessen berufliches und familiäres Leben ebenfalls davon beeinflusst wird. Das nennt man „Überbewertung der sportlichen Identität“. Und dann gibt es noch denjenigen, der nach Anerkennung sucht oder eine Unzulänglichkeit ausgleichen möchte, das macht ihn für Doping anfällig.“

(...)

Dass gewisse Amateure sich dopen, ist bekannt, doch mit welchen Produkten und in welchem Ausmaß ? Das ist schwierig herauszubekommen, da die Omerta (das große Schweigen) auch außerhalb der Profiwelt die Regel ist.

(...) Das Fehlen von Kontrollen lässt selbst vage Statistiken nicht zu. (...) „Vor Ort sieht man ziemlich viel. So ist die Einnahme von Kokain in einigen Sportarten wie Basketball, Golf und Tennis ziemlich verbreitet. Aber es fehlt der Überblick mangels Geld für Tests.“ Eine Bemerkung, die vom Bundesamt für Sport bestätigt wird: „Uns fehlt es an Informationen“ meint Matthias Kamber, verantworlich  für Dopingprävention beim BASPO. (...)„Eine Studie gibt es aus dem Jahr 2000. Sie beruht auf Tests, die beim Marathon von Davos durchgeführt wurden. Wir haben dabei nicht nach verbotenen Mitteln gesucht, sondern ausschließlich nach Medikamenten.“ Bei dieser Gelegenheit musste eine repräsentative Auswahl von 250 Läufern sich einem Urintest stellen. 12 % der kontrollierten Sportler hatten Medikamente wie Schmerzmittel oder Aspirin eingenommen. „Ich gehe davon aus, dass sich die Situation seitdem verschlimmert hat“, meint Matthias Kamber. (...)

(Medikamentenmissbrauch im Breitensport)

Jean-Pierre de Mondenard, zitiert eine weitere Studie, die weiterhilft aber auch schon leicht veraltet ist: Die des österreichischen Mediziners Georg Röggla aus dem Jahr 1993 mit dem Titel „Amphetamindoping bei Freizeit-Alpinisten in mittlerer Höhen“. Alpinisten, die sich freiwillig zur Verfügung stellten, wurden bezogen auf drei verschiedene Höhenbereiche getestet. Die erste Gruppe hatte eine Route, die bis maximal 2000 Höhenmeter ging, die zweite erreichte 3300m und die dritte 3700m. „In den Urinproben der 1. Gruppe wurden keinerlei Amphetaminspuren gefunden. In der zweiten fanden sich in 2% der Proben welche und in der 3. waren es 7,1 %“, so Jean-Pierre de Mondenard. „Das Ergebnis ist umso erstaunlicher, als am Gipfel weder Geld noch Ruhm warteten.“

(...)

Martial Saugy: „Wenn wir den Nachweis über das Ausmaß bei den Volksveranstaltungen haben, haben wir auch endlich eine Vorstellung über das gesamte Ausmaß des (Doping)Pänomens.“

 


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