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Henninger Turm 2007

von Donishäusle (Fotos von MrsFlax)



Der Tag vorher...



Kohlenhydrate am Abend vorher sind wichtig!

Zunächst war ein Treffen mit peso und Barus zur ersten Streckenerkundung angesagt. Bei bestem Wetter machten wir uns auf den Weg und sammelten unterwegs noch einen Leipziger Bekannten von den beiden auf, der sich unserer Tour gleich mal anschloss. So gings über Kelkheim nach Fischbach und von dort nach Eppstein, wo schon der erste Besichtigungs- und Höhepunkt anstand. Der berüchtigte Schulberg! Zuerst gings über das eppsteiner Pflaster, da dieses aber nach 200m bereits vorbei war, hielt sich das Entsetzen darüber in Grenzen. Der Schulberg steigt zuerst ganz allmählich an, bis sich die Mauer vor einem aufbaut. Die allgemeine Übereinkunft sah vor, NICHT zu schnell zu fahren, was dann in der Realität etwa so aussah... peso: OK Steigung jetzt 16...17....und 19%, VAM 2000 m/h...;)

Oben sammelten wir uns, um dann gemeinsam die erste steile Abfahrt zu absolvieren. Danach ging es nach Schlossborn, wo nach kurzer Abfahrt das Selberfahrer-Mekka schlechthin der Ruppertshainer wartete. Hier fuhren peso und ich schon mal ein seeehr ordentliches Tempo im Steilstück (mein Puls zeigte 187), aber immerhin fühlte sich das ganz gut an, man konnte ja oben erst Mal verschnaufen und sich mit Hinblick auf die spektakuläre Kurve in Ruppertshain versammeln.

 

Nachdem wir hier noch mal ordentlich Respekt getankt hatten, gings ins Hotel, schließlich wartete nach der Startnummernausgabe mit den üblichen Ärgernissen (ich sage nur Parkplatz!!!) noch die traditionelle Userparty bei blaho. Da gabs dann nebst der Vorführungen einer Fussballkunstschützin auch noch lecker Essen und gute Stimmung (Wodka, Weib und vielleicht wurde ja später sogar noch gesungen ).



Das Rennen

Der Anfang war tatsächlich recht verhalten. Es wurde kein mörderisches Tempo vorgelegt wie sonst schon (obwohl meine ersten 20km trotzdem schneller waren als letztes Jahr, war es doch die bessere Form?). Eine kleine Schrecksekunde hatte ich zu überstehen als meine Kette vorne vom grossen Blatt fiel, aber nach einigen Versuchen hatte ich sie wieder in Position und musst nur etwa 2min etwas flotter durchs Getümmel fahren, um wieder nach vorne zu kommen. Dort stellte sich zu meine Freude nach höchstens 10km auch Peso ein, und nun waren wir immerhin schon 4 Mann stark in der Spitzengruppe unterwegs. Checker vergnügte sich derweil an der Spitze die Zeit mit Sprinten auf nicht vorhandene Wertungen.

 

Ich hatte ja für die 63 km gemeldet, zum einen um den hektischen und wenig reizvollen 40 km durch F. zu entgehen und zum anderen, weil ich die Hoffnung hatte, mit Clemens zusammen in einer kleine Spitzengruppe Richtung MTZ zum Ziel der 63er Runde abzubiegen. Das wäre sicher lustig geworden zumal wir wussten, dass mindestens ein starker Gegner ebenfalls die 63km fahren wollte: Günther Höllige war uns beiden schon von einigen JM-Rennen bekannt (Riderman, RUK), dazu kam der Vorjahressieger Sebastian Ohrmann, ein Freiburger und seine RIG, mit dem Clemens auch schon eine Runde gedreht hatte.

 

Kurz vor Eppstein ist der Günni dann mal vorne rausgefahren, da ich das natürlich nicht dulden konnte hing ich mit am Hinterrad, wurde durch die Aktion aber immerhin schon in eine gute Position für den Schulberg gebracht. Nachdem ich dann sogar für etwa 10s an der Spitze des Feldes war, befand ich meine Schuldigkeit für getan, zumal es hier nur von willfährigen Mannschaftshelfern wimmelte, die sich in die Führung drängten.

In Eppstein kam dann echtes Paris-Roubaix-Feeling auf und zwar weniger wegen der recht kurzen KSP-Passage, sondern eher wegen des Sprints in Richung der sich verschmälernden Strasse als ob es gleich in den Wald von Arenberg ginge.






Stilsicher im Startblock A: Donishäusle mit modischer Sonnenbrille - dahinter Checker!



Am Schulberg...

Der Schulberg ließ dann auch nicht lange auf sich warten und tat auch standesgemäß sehr weh, wobei ich ihn aber deutlich weiter vorne in Angriff nahm als letztes Jahr. Nach dem Schulberg gabs gleich den erwarteten Angriff von Freund Höllige, der aber umgehend vom Feld vereitelt wurde. Jetzt kehrte erstmal etwas Ruhe ein. Zeit ein Gel runterzuwürgen und auch was zu trinken.

 

Richtung Heftrich wartete der nächste Berg, in den die Spitze auf der Scheibe reinrauschte und ich, der ich mich ein wenig weiter hinten tummelte erstmal kräftig kurbeln musste. Wenigstens war peso nicht weit und auch Checker’s wehende Mähne war gut zu erkennen. Dafür lief es jetzt eigentlich bei jedem Berg besser und ich hatte beim Anstieg nach Glashütten wenig Mühe im Spitzenfeld mitzufahren wo ich letztes Jahr fast abgehängt wurde. Ich hielt mich dabei aber zugegebenermaßen eher im Feld auf, und schaute Checker bei seinen Versuchen etwas Schwung in den Laden zu bringen aus einer immerhin recht komfortablen Position zu. Kurz nach Glashütten gabs einen Sturz (bergauffahrend, möchte mal wissen wie man das schafft) dem ich gerade noch ausweichen konnte.

Die Abfahrt nach Schlossborn lief gewohnt flott, wobei wir vorne in der Spitze nur etwa 70km/h erreichten. Die Einfahrt zum Ruppertshainer hab ich eher bedächtig genommen, was mich gleich einige Positionen kostete. Egal, jetzt galt es nur noch mit der Spitzengruppe über den Ruppi zu kommen, und nebenher natürlich MrsFlax und Begbie zu orten.



Ruppertshainer...



Noch aus dem Vorjahr aber auch dieses Jahr wieder eine Motivationshilfe: Der eigene Schriftzug auf dem Ruppertshainer...

Am Rupperthainer fühlte ich mich richtig gut (ich bin ihn auch 3km/h schneller hoch als letztes Jahr) und konnte einige Positionen gut machen, und wenn ich nicht schon etwas zu weit hinten in den Rupperthainer eingefahren wäre, hätte ich vielleicht sogar einen Angriff auf die Bergwertung gestartet. So war ich etwa 10 sek. hinter den Ersten und hatte dafür Zeit Fläxchen, das ich am Wegesrand mit ihrer Kamera erspäht hatte, artig zu salutieren.

Bei der Abfahrt nach Fischbach Kelkheim tauchte auch Clemens wieder neben mir auf! Besser konnte es nicht laufen, nach der Abzweigung sollten wir also mit etwa 5-6 Leuten auf die letzten 2km bis zum MTZ kommen, und dort würde es dann mal ein richtiges Radrennen mit Sprint aus einer kleinen Gruppe geben Mit Clemens hatte ich noch ausgemacht, dass er innerhalb des letzten Km eine Attacke reiten würde während ich hinten am Rad der Konkurrenz bleiben sollte um einen möglichen Sprint zu fahren...



Verpaßte Abzweigung, verpaßte Chance...

Da die roten Nummern von der 75 und 35km-Runde mittlerweile dazugekommen waren wurde die Situation aber zusehends unübersichtlich und an dem gepflasterten Anstieg in Kelkheim, musste man schon wieder mehr Stürzen ausweichen als einem lieb sein konnte.

Jetzt musste bald die Abzweigung kommen, und da war auch schon ein grosses Schild das Selbige innerhalb der nächsten 500m ankündigte.. Also rechts einordnen und Augen auf!

Jetzt kam eine größere Abzweigung, keinerlei Schilder oder Fähnchen

Kanns wohl nicht sein, wir fahren weiter. Rechts sieht man aber schon das MTZ, was zum Geier geht hier ab???

Clemens und ich schauen uns an und ich meine noch „da hätten wir glaube ich abfahren müssen“ Allerdings kommen noch ein paar Abzweige (wollen die uns über die Autobahn schicken?), kurz darauf ist aber klar. Wir sind vorbeigefahren! Ich zögere dann einen Moment....will vielleicht umdrehen..... tu es doch nicht Checker kommt vorbei und fragt, ob ich umgemeldet habe, was für eine Scheisse!



Im Ziel

Der Rest ist schnell erzählt. Ich verliere aufgrund meiner Unentschlossenheit den Kontakt zur Spitze - als ich mich zum Nachsetzen durchringe, bleibe ich hinter einem Massensturz hängen und weg sind sie! Was dann folgt, sind noch einige heroische, wenn gleich aussichtslose Versuche, das Loch im Solo zu schließen (wie gern hätte ich jetzt eine Teamwagen zum Festhalten)!

Wasser hab ich auch keins mehr weil ich die zweite Trinkflasche für die kurze Runde nicht zu brauchen meinte. Mit einer größeren Gruppe komme ich am Ende mit 4min Rückstand ein, Checker und peso sind mit der ersten Gruppe reingekommen, Clemens hat sogar noch den 12ten gemacht!



Fazit

Super Form, perfektes Rennen bis zum Ruppertshainer, danach alles falsch gemacht was man in der Situation falsch machen konnte... Schade eigentlich, aber so ist halt Sport.

P.S.: Auf die Skater und die ganzen roten Nummern am MTZ im Zielbereich hätte ich auch definitiv verzichten können.


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