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Henninger Turm 2007

von Discman



Der Tag und viel mehr die Nacht davor

Wir parkten auf dem Parkplatz am MTZ, später wollten wir uns einen ruhigeren (das ist ein tolles Stichwort) Übernachtungsplatz suchen. Die Startunterlagen waren am Dorinthotel abzuholen, ein bisschen spät dran machte ich mich auf den Weg zu blaho. Doch der Weg, vor allem in Hattersheim gestaltete sich als ziemlich schwierig, vor allem, weil ich von Norden kam und von einigen Passanten in eine und dann von einem anderen in die entgegen gesetzte Richtung geleitet wurde. Als ich dann doch angekommen war, wurde ich erstmal von peso und barus mit etwas komischen Blicken empfangen – ich weiß nicht, ob es vielleicht am Rad lag. Leider (oder zum Glück?) gibt von meinem dortigen Auftauchen keine Beweise, außer zwei gegessenen Bratwürsten und der Erinnerung, dass mich Checker fast zum Heulen brachte, als er mir meinen Teller nicht wiedergeben wollte.

 

 

Wieder "daheim" fanden wir den "ruhigeren" Stellplatz etwa zehn Meter neben dem ursprünglichen unter einem Baum. So würden wir morgen direkt im Startbereich stehen. Schon öfters von Einschlafproblemen geplagt, wusste ich, dass es die Nacht nicht leicht für mich werden würde. Doch ich schlief etwa um 00.30 Uhr ein, begleitet von einem stetigen Hämmern und Geplapper vor der Tür (ein besonders komischer Kauz rief sogar Sachen wie "Lauf, Forrest, lauf!" und „Ich bin Meister Yoda“) Um 01.15 Uhr wachte ich zeternd wieder auf, geweckt vom Soundcheck des Krügerbusses. Begleitet von einer Konzert-lauten Madonna ließ es sich schlecht wieder einschlafen.



Der Start

Eingeschlafen musste ich dann doch irgendwann um 4 Uhr sein, denn sonst hätte ich ja nicht aufwachen können. Ich stopfte mich mit Cornflakes voll und kurze Zeit später klopfte auch schon Marc an. Zusammen bereiteten wir uns auf den Start vor.

 

 




Am Start



Die ersten Kilometer waren mal wieder ziemlich schnell, ich wühlte mich durch jegliche Lücken durch. Auf der Geraden um Höchst herum überholte ich Rakta, die zwar noch rief ich, solle warten, dann aber plötzlich verschwunden war. Wenige Meter später hörte ich ein lautes Klackern von meiner Gabel. Der Sender des HACs war verrutscht, mit ein paar Handgriffen während der Fahrt verschlimmerte ich es aber noch, sodass der Sender ganz nach unten rutschte. Ich verlangsamte etwas und fuhr nach rechts. Dort konnte ich das Ding wieder ganz nach oben ziehen. Zwar zeigte mir der Computer nun keine Geschwindigkeit mehr an, der Sender beeinträchtigte aber nun nicht mehr meine Fahrt.



Über Eppstein und Glashütten zum Ruppertshainer

Es wurde um jede Lücke und jedes Hinterrad auch oder gerade hier gekämpft. Bis nach Eppstein fuhr ich vor allem am Hinterrad eines Saeco-Mannes, der mich an vielen Gruppen vorbei führte. Aber ich spürte, dass ich zuviel gegessen hatte. Bei manchen Gewaltaktionen zwischen zwei Gruppen kam mir schon fast ein Teil des Frühstücks wieder hoch.

 

Kaum fragte ich jemanden, in welchem Ort wir uns nun befanden, schaute ich nach vorne und schon wurde ich durchgerüttelt. Den Schulberg passierte ich ohne weitere Zwischenfälle.

 

 





 

 

Hoch nach Elhalten und Heftrich konnte ich einige weitere Gruppen überholen oder gar Löcher zwischen Gruppen alleine schließen. Nachdem ich mich aber hinter Ehlhalten bei dem Saeco-Fahrer bedankte, konnte ich sein Hinterrad nicht mehr lange halten. Nach Kröftel nahm ich etwas raus, berghoch kann ich normalerweise sowieso nicht viel reißen und die Beine taten schon ein bisschen von der Aufholjagd weh. Trotzdem konnte ich links noch viele Fahrer relativ locker überholen. Kurz vor der B8 schockte ich noch einen Fahrer, der zum ersten Mal dabei war, dass uns das schlimmste noch bevor stehen würde. Bei der Verpflegung konnte ich nur ein kleines Stückchen Banane hinunter bringen, den Inhalt der Flasche goss ich zum Teil über meinen Kopf, so warm war es jetzt geworden. In der Abfahrt wollte ich es dieses Jahr mehr krachen lassen als letztes Jahr, ich hatte vor allem dort viel Zeit verloren. Mit Vollgas ging es durch Schloßborn in den Ruppertshainer.



Der Ruppertshainer

Wieder überholte ich locker einige Fahrergrüppchen, aber hielt mich diesmal fast die ganze Zeit am rechten Straßenrand, da sich meine Familie dort platziert hatte. Von einem Fahrer links von mir, der mich irgendwie an Fabian Cancellara erinnerte, wurde ich gefragt, wie lang der Anstieg sei. "Etwa 1 km", antwortete ich. "Sind sie zum ersten Mal dabei?" - "Ja. Ei, dann fahren wir hier ganz locker hoch, oder?" - "Jo. Hier hat sich nämlich auch mein 'Fanclub' platziert. Das soll ja so aussehen, als wär’ das hier nix." Kurz vor dem 100m-Schild entdeckte ich sie auch. Ein kleiner Witz, ein kleines Foto und eine Showeinlage bei der Bergwertung.




Am "Ruppi"



Dann in die waghalsige Abfahrt gestürzt und einen Neuling vor der "bösen" Kurve im Ort gewarnt. Auf der langen Gerade hinter dem Ort hatte es anscheinend einen sehr üblen Sturz gegeben, die Sanitäter hatten sogar einen Teil der Straße mit Hütchen abgeriegelt. Ein wenig vorsichtiger setzte ich meinen Weg nach Fischbach fort, den kleinen Hügel dort hatte ich doch glatt vergessen. Zu diesem Rennzeitpunkt tat die kurze Rampe schon ziemlich weh, doch brachte sie mir auch ein Hinterrad für den restlichen Weg zur Abzweigung der 65er ein. Zügig flogen wir an den 35er und 75ern vorbei. Wie letztes Jahr war ich mir aber nicht ganz sicher, wo nun die Abzweigung war. Erst kündigte ein Schild eine Abzweigung der Junioren an, dann kam ein großes Schild für die 65km, aber nur eine Autobahnauffahrt.

 

 

 



Die letzten Meter

Ich fuhr einfach der Gruppe vor mir hinterher und fragte einen Fahrer mit einer schwarzen Startnummer, ob ich hier richtig sei. "Wegen meiner Startnummer?" - "Ja. Nein. Nur so. Ich hab Angst, falsch gefahren zu sein."

 

"Ja, das ist die 65er Strecke."

 

Wir fuhren auf einen ziemlich kräftigen Fahrer auf. Spätestens jetzt kam echtes Profi-Feeling auf.

 

 

Auf der Brücke vor dem MTZ setzte ich eine Attacke und gab alles, um die beiden abzuhängen. Der Kräftige hatte es sich aber an meinem Hinterrad bequem gemacht und zog mit. Ich ließ ihm den Vortritt. Er rauschte durch die Links-rechts-Kombination, die ich wirklich mies nahm und einige Kraft verschwendete, um wieder an sein Hinterrad zu kommen. Wie er später berichtete, dachte er irgendwie im Eifer des Gefechts, dass das Ziel bei den Startblöcken läge, was mich natürlich wieder schneller an sein Hinterrad brachte. Am Parkhaus 250 Meter vor dem Ziel war er mit seinen Kräften am Ende. Ich trat kräftig an. Doch plötzlich schoss der Fahrer mit der schwarzen Nummer an mir vorbei. Im Sprint ging es also richtig zur Sache, ich fuhr ihn erstaunlicherweise größtenteils im Sitzen. Mit einem großen Kraftakt arbeitete ich mich Zentimeter für Zentimeter nach vorne, um mich dann etwa zwei Metern vor der Linie leicht nach vorne zu schieben. Über der Ziellinie musste erstmal das Adrenalin rausgelassen werden, ich riss die Arme in die Höhe und jubelte.

 

 

 



Im Ziel

Marc war etwa meine Zeit aus dem letzten Jahr gefahren und kam ziemlich genau zehn Minuten nach mir an. Meine Zeit lag dieses Jahr bei 1:57:00,9, 32,457km/h, 54. Platz Overall, 4. und letzter in meiner Altersklasse. Minimalziel, Verbesserung der Zeit aus dem letzten Jahr geschafft, Ziel Top30 oder 33er Schnitt verfehlt. Soll ich's auf den Soundcheck schieben?


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