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Harzers Alpentour 2008



Tour 3: Col d´Izoard (31.07.2008)

Strecke: Guillestre - Col d´Izoard (2.361m) - Guillestre
Gesamt-km: 65 km
Gesamt-hm: 1.282 hm


Profil und Landkarte



Landkarte der Tour



Höhenprofil




Für beide Grafiken gilt: © NAVTEQ B.V, Best, (NL); PTV AG; DDS Digital Data Services GmbH, Karlsruhe, (D), 2008



Ruhetag...

30.07.: Ruhetag! Was bei der Tour de France erst nach gut einer Woche üblich ist, gönnte ich mir bereits nach zwei Tagen. Schließlich war ja Urlaub und ein paar Höhenmeter hatte ich jetzt auch in den Beinen… Nach dem Frühstück war noch ein bisschen Zeit für einen Rundgang durch Barcelonnette. Im Fotoladen holte ich mir dann meine Foto-CD von der Fahrt auf den Col de la Bonette ab. Ein Besuch in einem schönen Wurstladen, in dem es die typischen französischen Salamis zu kaufen gab, mußte dann auch noch sein. Kalorien tanken!





nicht nur ein Klischee: Baguettes...



...und französische Würste!






Training für die grauen Zellen, wenn die Beine Pause haben...

Irgendwann machte ich mich dann auf, um das zweite Basislager in Guillestre anzusteuern. Zum Glück keine lange Autofahrt! Nur den Col de Vars überqueren und schon ist man da. Nach einer etwas nervigen Suche fand ich dann mein vorgebuchtes Hotel Lacour. Im Vergleich zum ersten Hotel war es richtig gut! Schöne Zimmer mit Balkon, dazu ein angeschlossenes Restaurant. Und das alles zu einem fairen Preis.

Den Rest des Tages nutzte ich dann, um bisschen einzukaufen und Guillestre anzuschauen. In der Fußgängerzone gab es ein überdimensionales Schachbrett. Ein alter Franzose forderte mich heraus – und verlor… Mit diesem Triumph ging der Tag langsam zu Ende und ich freute mich schon auf die anstehende Tour am Folgetag.

 



Durch die Casse Déserte auf den Izoard...



Anstiegsprofil ab Guillestre - Quelle: www.salite.ch

Der Tag beginnt. Ein Blick zum Himmel: Wieder Postkartenwetter ohne Wolken am Himmel. Einerseits natürlich traumhaft, andererseits bedeutet das wieder große Hitze ab der Mittagszeit. Meinem Gedankenspiel, nach dem Izoard eventuell noch den Col d´Agnel in Angriff zu nehmen, sicherlich nicht förderlich. Aber mal schaun…

 

Nach ca. 200 Metern endet meine Fahrt abrupt. Plattfuß am Hinterrad. Verwöhnt durch mein Crossrad, bei dem ich seit Ewigkeiten keine Reifenpanne mehr hatte, rollte ich genervt zum Hotel zurück. Fulcrum 5 (Hinterrad) und Conti GP4000. Eine Kombination, die erstmal nicht schlecht klingt aber beim Versuch eines Reifenwechsels meinen Blutdruck auf ungesunde Höhen trieb.

 





zentraler Platz in Guillestre

Nach einiger Zeit warf ich das Rad in meinen Kofferraum, fuhr in die Innenstadt und fand zum Glück recht schnell eine Radwerkstadt. Als ich sah, wie der Spezialist ebenfalls seine Probleme mit dem simplen Wechsel eines Fahrradschlauches hatte und irgendwann ein Stemmeisen zu Hilfe nehmen musste, kam ich ins Zweifeln: Reifenpanne am Izoard in einsamer Wildnis bei 35 Grad im Schatten – ich hätte keine Chance.

 

Mit über einer Stunde Verspätung ging es aber dann doch los! Nach wenigen km sah ich einen weiteren Hobbyfahrer am Straßenrand, natürlich mit einer Reifenpanne. Armer Kerl.





Der Anstieg wird eingeläutet...

Die nächsten Kilometer passierte nicht viel Aufregendes, außer der Durchfahrt von kleineren Tunneln, die aber kein Problem darstellen. Steigung ist kaum vorhanden und so fuhr ich auf der D902 einigermaßen zügig, um vor der Mittagshitze in den Anstieg zu gehen.

Dieser beginnt dann mit einem Abzweig, der links von der Hauptstraße abgeht – ausreichend ausgeschildert natürlich!





Blick hinunter auf Arvieux. Ab hier wird es steil...

Die Steigung ist anfangs aber noch recht mäßig durchsetzt mit einigen Flachpassagen. Man passiert kleinere Ortschaften, bis man dann Arvieux erreicht. Und ab hier geht es dann auch richtig los mit dem Anstieg. Die Strecke ist zwar nach wie vor recht gerade, also ohne Serpentinen, aber die Steigung beträgt in den Spitzen locker 10% und mehr. Nach kurzer Zeit erreicht man dann die Serpentinen.



Die Sonne stand mittlerweile schon recht hoch am Himmel und es wurde zunehmend wärmer. Aber noch waren knapp 10 km zu fahren, was die für diese Gegend typischen Hinweisschilder auch schonungslos offenbarten. Aber an sich schon ein schöner Service. Je km taucht ein Hinweisschild mit den noch zu fahrenden km, der aktuellen Höhe und den zu erwartenden Steigungsprozenten auf!

Wenigstens etwas Ablenkung, wobei 11% im extremsten Fall nicht wirklich motivierend waren. Dies war auch gleichzeitig sicherlich der härteste Abschnitt überhaupt, etwa zur Hälfte des Anstieges.





Serpentinen...



11%!





Insgesamt aber war es einerseits recht angenehm zu fahren, da es kaum mehr Rhythmuswechsel gab, gleichwohl ging es weiterhin konstant mit 8-9% Steigung nach oben, so dass der Puls nicht unter 160 fiel…

Am Straßenrand standen vereinzelt Camper, die mit einem Lächeln im Gesicht und einem Wein oder auch Bierchen in der Hand, freundlich grüßten. Oder war es ein Auslachen nach dem Motto „wie kann man bei der Hitze da hoch fahren…“?

Auf der Straße selbst standen zahlreiche unbekannte Namen. Unbekannt deshalb, weil sie vom vergangenen Langstreckentriathlon „Embrun Man“ herstammten. Aber wer da teilnimmt, hat es sich auch verdient, auf die Straße gepinselt zu werden!

 



Wenige km vor der Passhöhe erreichte ich dann endlich die Casse Déserte. Diese Geröllwüste gibt dem Südanstieg des Col d´Izoard seinen unverwechselbaren Charakter. Klar war hier der ein oder andere Halt mit zahlreichen Fotos angesagt.




Panorama der letzten km...





Die Casse déserte...



Blick zurück auf die letzten km der Südseite...





Nach einer kurzen Abfahrt beginnt dann der letzte Teil des Anstieges. Hier befindet sich das bekannte Denkmal für Fausto Coppi und Louison Bobet. Auch hier waren Fotos natürlich Pflicht.








Zwei km später erreicht man dann auch schon die Passhöhe mit dem markanten säulenförmigen Obelisk. Es war einiges los auf dem weitläufigen Plateau – zahlreiche Radfahrer aber auch Motorradfahrer.

 

Rechts neben der Gaststätte führt noch ein Weg zu einer Aussichtsplattform, von der man in alle Richtungen einen sehenswerten Blick genießen kann.





Blick auf die Passhöhe



schöner Fernblick von der höhergelegenen Aussichtsplattform



Blick auf die Nordseite des Izoard






Ein Fluß in einer tieferen Schlucht auf dem Weg zurück nach Guillestre...

Logisch wäre es jetzt gewesen, die Nordseite nach Briancon runterzufahren, um dann Richtung Guillestre die Runde komplett zu machen. Allerdings hatte ich keine Lust, die recht stark befahrene Hauptstraße ab Briancon zu fahren, welche ich bereits auf der 13-stündigen Hinfahrt kennengelernt hatte. Daher fuhr ich den Südanstieg wieder zurück und wollte mich spontan entscheiden, ob ich dann links abbiege Richtung Col d´Agnel oder rechts ab zurück nach Guillestre. Die Entscheidung fiel dann auch recht schnell aus: Guillestre… Es war einfach zu heiß und wirklich viel hatte ich auch nicht mehr an Proviant mit. Daher siegte die Vernunft über den sportlichen Ehrgeiz und ließ die letzten rund 15 km locker austrudeln.

 

 

Fazit: Wieder eine sehr schöne Tour bei herrlichem Wetter . Für mehr war es dann zu heiß! Der Anstieg selbst ist recht anspruchsvoll. Kurz hinter Arvieux und dann im Mittelteil geht es mit über 10% Steigung hinauf, dort war ich teilweise schon am Limit. Ansonsten aber keine großen Rhythmuswechsel, was die Sache dann schon wieder angenehmer macht. Die letzten 3 km mit der Casse Dérserte sind dann landschaftlich natürlich sehr beeindruckend und einmalig, so dass sich eine Auffahrt vom Süden her in jedem Fall lohnt und vermutlich dem Norden vorzuziehen ist – ohne diesen aber kennengelernt zu haben.



 

für alle Fotos gilt: © www.cycling4fans.de (fotografiert von Harzer Radfahrer)


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