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Harzers Alpentour 2008




Tour 4: Col de l´Iseran (02.08.2008)

Strecke: Lanslebourg - Col de l´Iseran (2.770m) - Lanslebourg
Gesamt-km: 70 km
Gesamt-hm: 1.720 hm


Profil und Landkarte






Für beide Grafiken gilt: © NAVTEQ B.V, Best, (NL); PTV AG; DDS Digital Data Services GmbH, Karlsruhe, (D), 2008



Und schon wieder Ruhetag...

Davon können die Radprofis nur träumen: Nach 2 Tagen schon wieder ein Ruhetag! Ich fühlte mich zwar ganz gut, hatte ihn aber bei meiner ursprünglichen Planung eingebaut, weil ich zum einen solche Höhenmeter in wenigen Tagen nicht gewohnt war, zum anderen wäre es auch ein Ausweichtermin gewesen, falls das Wetter mal an einem Tag einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Bei letzterem hatte ich aber bislang Glück gehabt.

Daher hieß es nun entspannt die dritte Station meines Radurlaubes anzusteuern: St. Jean-de-Maurienne! Den Ort kannte ich bereits von meinem Alpentrip aus dem Jahr 2004. So wählte ich auch das gleiche Hotel wie damals, das Dorhotel. Nichts besonderes aber sehr günstig und mit einem ausreichenden Frühstücksbuffet! Da ich genug Zeit hatte, wählte ich als Anreise die Fahrt über den Lautaret und Galibier. Zwei Tage später war eingeplant, hier die Nordrampe radeln in Angriff zu nehmen. Schon verdammt lang, der Anstieg… Aber ich hatte Ruhetag, keine Gedanken also verschwenden an den Schweiß von morgen!

Mit einem kleinen Spaziergang durch die Innenstadt, faulenzen, lesen, Sonne auf die Haut scheinen lassen und einem Käffchen in einem Bistro brachte ich den Tag dann langsam zu Ende.



Col de l´Iseran - hinauf zum höchsten Pass...



Anstiegsprofil ab Lanslebourg - Quelle: www.salite.ch

Col de l´Iseran - der durfte im Programm nicht fehlen! Schon allein wegen der bekannten Frage, ob nun der Bonette oder der Iseran…

Eigentlich wollte ich ihn schon 2004 fahren, aber damals musste ich wegen sehr schlechten Wetters vorzeitig abreisen. Dieses Mal schien wie die letzten Tage auch die Sonne. Perfekt! Mit dem Auto fuhr ich nach Lanslebourg, um von dort den Anstieg zu beginnen.

Wer das Anstiegsprofil einigermaßen kennt, weiß, dass dem eigentlichen Anstieg ein recht langes Flachstück voraus geht – mit Ausnahme eines kleinen Hügels kurz hinter Lanslebourg. Dieser kleine Hügel nennt sich Col de la Madeleine (natürlich nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Pass), ist in Natur allerdings gar nicht so harmlos und zumindest auf einer Länge von rund zwei km sogar recht knackig, zumal man anfangs noch nicht so richtig seinen Tritt gefunden hat. Sehr unangenehm.

 





Blick zurück...

Danach folgte aber recht schnell der über 10 km lange flache Teil bis zum kleinen Ort Bonneval sur Arc. Hier beginnt dann der eigentliche Anstieg. Mit rund 8% geht es gleich spürbar bergauf, insgesamt aber immer noch angenehm zu fahren. Schon bald hat man einen herrlichen Blick hinunter ins Tal!





Nach den ersten Serpentinen hat man einen schönen Blick hinunter auf Bonneval sur Arc...





Nach einem nicht ganz so aufregenden Abschnitt von wenigen km an steilen Hängen erreicht man eine weitläufige schöne Berglandschaft mit saftig grünen Hängen, die vereinzelt von urzeitlichen Steinhäusern durchsetzt ist.









 

Der Anstieg selbst ist immer noch sehr gut zu fahren, ab und an mal eine kleine Rampe aber nichts, was einem größere Probleme bereitet. Einige Serpentinen später hat man schließlich auf das Hochtal wieder einen sehr schönen Blick, den man mangels größerer Steigungsprozente wieder voll genießen kann!










Schneefelder im letzten Teil der Steigung...

Man verlässt nun langsam das grüne Hochtal und taucht in die Gerölllandschaft ein, was darauf schließen läßt, dass die Passhöhe nicht mehr weit entfernt sein kann. Die letzten km werden eingeläutet. Am Straßenrand sind trotz des Hochsommers und der Hitze immer noch kleinere Schneefelder vorhanden.

 

Kurz vor der Passhöhe nimmt die Steigung dann nochmal spürbar zu, der Tritt fällt zunehmend schwerer . Dieser Abschnitt dauert immerhin drei Kilometer, so dass man am Ende dann doch froh ist, die Passhöhe erreicht zu haben.

 



Als erstes fällt nach der letzten Kurve natürlich die bekannte Kapelle in den Blick, die recht einsam 100 Meter neben der Passstraße steht. Aber auch das Chalet, in dem man Souvenirs oder etwas zu essen kaufen kann, hat seinen Charme.




















Nach einer halben Stunde Aufenthalt hatte ich dann genug Fotos gemacht und mich erholt, so dass es wieder talabwärts ging.

 

Als ich letztendlich wieder in Lanslebourg ankam, spielte ich mit dem Gedanken, noch den Col du Mont Cenis hoch zu fahren. Es wären nur knapp 10 km und 700 hm gewesen. Ich entschied mich aber dagegen, weil am nächsten Tag der Galibier wartete und ich davor schon bisschen die Hosen voll hatte . Jetzt, einige Wochen später, ärgere ich mich darüber ein wenig, weil ich den Galibier auch mit dem Mont Cenis in den Beinen geschafft hätte und letzterer auch ein sehr schöner Anstieg sein soll. Beim nächsten mal dann…

 

Fazit: Der Anstieg ab Lanslebourg ist insgesamt nicht wirklich schwer. Allenfalls die letzten drei km unter der Passhöhe und vereinzelte Rampen lagen bei 10% und mehr, so dass man am Ende nicht unbedingt ein Sauerstoffzelt benötigt. Landschaftlich auf jeden Fall wieder sehr lohnenswert!

Wer die sportliche Herausforderung liebt, sollte also nicht nur diesen Anstieg einplanen sondern vielleicht auch gleichzeitig den Nordanstieg erkunden oder wie gesagt zumindest den Col du Mont Cenis mitnehmen.

 



 

für alle Fotos gilt: © www.cycling4fans.de (fotografiert von Harzer Radfahrer)


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