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L'Etape du Tour 2008 von Checker, Andi & Co.



7. Tag, 04.07.2008: Streckenerkundung Hautacam

• Strecke: Préchac - Hautacam - Préchac

 

 



Der Schlußanstieg wird erkundet...

So langsam rückt L’Étape du Tour, das große Rennen, in unser Bewusstsein. Von Vorfreude ist dennoch besorgniserregend wenig zu spüren, vielmehr hört man immer mehr Klagen über schwere Beine, Müdigkeit, keine Lust, alles Mist. Ohne jetzt Namen zu nennen – Leute, so geht das doch nicht! An der inneren Einstellung muss definitiv noch gefeilt werden…

 

Zwei Tage vor dem Wettkampf sollte man langsam auch mal damit aufhören, jeden Tag drei Pässe zu fahren. So begnügen wir uns heute mit einem großen Berg: Hautacam, Schlussanstieg bei L’Étape du Tour (und später natürlich auch bei der Tour de France). Es kann ja nicht schaden, den Anstieg vorher einmal zu testen, und wir wollten schließlich unseren Bergrhythmus nicht verlieren . Also brachen wir, nach gemütlichem Vormittag (inkl. Großeinkauf, versteht sich…), zu unserer kurzen, wenn auch höhenmeterintensiven Erkundungsfahrt auf. Das Wetter hat komplett umgeschlagen, die Sonne strahlt weltrekordverdächtig vom wolkenlosen Himmel.

 




Nach nicht einmal drei Kilometern welliger Anfahrt sind wir bereits am Fuß von Hautacam angekommen. Der Anstieg beginnt mit recht angenehmer Steigung, wird bei der Durchfahrt von Ayros-Arbouix kurzzeitig komplett flach, um am Ortsausgang unvermittelt erstmals zweistellig anzusteigen. Hier hat dann auch unsere Zusammenfahrt recht frühzeitig wieder ihr Ende gefunden. Ich halte mich ziemlich strikt an meine persönliche Vorgabe, den Berg Kräfte schonend zu absolvieren, und Andi fährt erst einmal 50 Meter vor mir herum. Die Steilheit hält sich bis Artalens-Souin in Grenzen, vereinzelt werden weitere Flachstücke eingestreut. Rechterhand kann man wunderbare Blicke nach Argelès-Gazost und Richtung Col du Solour genießen, und sogar unseren Campingplatz erkenne ich einige hundert Höhenmeter weiter unten. Eigentlich alles kein Problem hier… Hinter Artalens-Souin folgt die erste, unangenehm steile, Linkskehre. Noch 8 Kilometer bis zum Ziel, verrät das Hinweisschild am Straßenrand. 8,5% Steigung für den nächsten Kilometer. Und plötzlich geht es kurzzeitig bergab. Die Zahlen stimmen wohl mal wieder nicht... 100 Meter später wird klar: vermutlich doch! Mit 12, 13% führt die Straße in einer Rechts-Links-Kombination nach oben, und der Umwerfer bekommt Stress. Andi ist immer noch vor mir, aber der Abstand schmilzt. Kilometer 7 wird angekündigt, 9,5% im Schnitt. Jetzt sind wir mittendrin im „richtigen“ Anstieg, aber noch habe ich keine Probleme und kann meinem Motto, mich nicht zu verausgaben, treu bleiben. In der Rechtskehre habe ich Andi erreicht, kurze Zeit später stellt sich uns Kilometer 6 mit 10% Durchschnittssteigung vor. Und die Straße steigt fast schnurgerade an. Schönes, schweres Ding! Beim Warten auf Andi kann ich mich jetzt ganz gut erholen , und wir fahren zu zweit weiter. Bis reichlich 3 Kilometer vor Hautacam lässt es sich bei weitgehend einstelligen Steigungswerten wieder recht gut vorankommen, ehe sich nach einer Linkskurve erneut eine Wand auf freiem Feld präsentiert. Vor uns fährt jemand mit einem unglaublich dicken Gang und etwa 10 u/min nach oben. Warum schaltet der nicht? Beim Herannahen folgt des Rätsels Lösung: ein Singlespeeder. Wie im Zeitraffer kurble ich vorbei (Andi berichtet später, dass der Typ sich an mein Hinterrad hängte und etwa 3 Meter mithalten konnte ). In einer Linkskurve durchfuhren wir die letzte Ü-10%-Rampe, dann folgten schon die letzten zwei Kilometer bis zum Gipfelparkplatz, die mit maximal 8% fast spielerisch leicht zu absolvieren waren. Das Wetter war nach wie vor traumhaft und die Landschaft ein Genuss! Oben am Etappenziel angekommen, fuhren wir direkt weiter, denn die asphaltierte Straße führte noch 100 Höhenmeter weiter hinauf zum Col de Tramassel.

 

Ein herrlicher Ort. Wir saßen auf der Wiese und ließen Sonne und Landschaft auf uns wirken. Die letzten Kilometer des Anstieges waren von hier aus gut zu sehen, und die atemberaubende Fernsicht ließ uns beinahe den Col d’Aubisque erkennen. Dumm nur, dass wir uns übermorgen im Rennen hier hinauf quälen werden müssen . Lieber noch mal eine Genussfahrt wie heute, das wär’s…

 

Nach langer Pause die Abfahrt, auf der erwartungsgemäß Höchstgeschwindigkeiten möglich sind – wenn man keinen Bus vor sich hätte. Im kontinuierlichen Rhythmus Warten-Fahren-Bus einholen-Warten-Fahren-Bus einholen-… geht es nach unten, ein Fast-Sturz auf einem unerklärlicherweise die Straße verschmutzenden Schotter-Fleckchen lässt den Puls noch mal kurz in die Höhe gehen. Puh, Glück gehabt!

 

Auf der Rückfahrt besuchen wir kurz Argelés-Gazost, überzeugen uns davon, dass es dort nicht sonderlich aufregend ist, und wollen die Heimreise antreten. Basti stürzt leider unglücklich beim Anfahren und beschädigt dabei sein Rad. Zwei Tage vor dem Rennen muss das gute Stück noch einmal in die Werkstatt. Und der nächste Teilnehmer bereut sein Renn-Anmeldung…

 


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