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U23 - Mock List 2013, Plätze 40 - 31



Platz 40: Taylor Eisenhart



Taylor Eisenhart
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Taylor „TJ“ Eisenhart

USA

14.06.1994

 

Fahrertyp: Rundfahrer

Wichtigster Erfolg: Bester Nachwuchsfahrer Internationale Thüringen-Rundfahrt U23 (2.2U)

Team/Verein 2013: BMC Development Team

Stagiaire: -

Team 2014: BMC Development Team

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: www.facebook.com/tj.eisenhart

 

Taylor Eisenhart bringt einen für den Radsport reichlich martialischen, aber irgendwo auch wieder passenden Nachnamen mit sich und kommt aus der Nähe von Salt Lake City. Ziemlich überraschend schlug Eisenhart dann auch im vergangenen Jahr in den Juniorenzirkus ein. Er gewann die Tour du Pays Vaud und die Tour de l’Abitibi. Zusätzlich konnte er sich bei einigen weiteren der großen Rennen hervorragend platzieren. In Valkenburg zur WM belegte er den zehnten Rang im Zeitfahren.

Für sein erstes Jahr in der U23 schloss sich Eisenhart dann dem BMC Development Team an. Sicherlich eine der idealen Adressen, wenn man sowohl in der U23 gute Rennen fahren will und bereits einen Fuß in die Profi-Tür bekommen möchte. Dazu hat der 1,80 Meter große Eisenhart dort einen ausgewogenen Rennkalender. Ideal also für einen Erstjährigen, der sich mal ein wenig austesten will. Gleich im März gab es Renneinsätze in Italien, Belgien und Frankreich, welche mit ordentlichen Ergebnissen beendet wurden. Die Tour of the Gila (2.2) beendete er auf Rang 26, bevor er zur Ronde de l'Isard (2.2U) mit einem TopTen-Ergebnis und Gesamtrang 14 erstmals auch vermehrt auf sich aufmerksam machen konnte. Noch besser lief es dann in Thüringen gegen die versammelte Weltelite der U23-Fahrer. Dank guter Ergebnisse in Prolog und im Zeitfahren von Streufdorf wurde TJ am Ende Sechster des Rennens und gewann auch die Nachwuchswertung. Immerhin 37 Sekunden vor seinem 94er Jahrgangskollegen Silvio Herklotz.

In Florenz werden wir TJ Eisenhart dann nicht im Einsatz sehen. Auch wenn er den Sprung auf die lange Liste der USA schaffte, haben andere Fahrer den Vorzug bekommen. Angesichts seines noch jungen Alters und der schon angedeuteten Möglichkeiten und Stärken, sollte dies jedoch kein großer Rückschritt für Taylor sein. Starke Ergebnisse in Zeitfahren, gute Ergebnisse am Berg und 60 Kilo verteilt auf 1,80 Meter deuten mehr als nur an, dass Eisenhart ein echtes Talent für die Rundfahrten ist und dies in den kommenden Jahren auch zur Genüge unter Beweis stellen wird.

 

nominated by Silvio Herklotz, presented by Ocaña



Platz 39: Alexander Foliforov

Alexander Foliforov

Russland

08.03.1992

 

Fahrertyp: Bergfahrer/Rundfahrer

Wichtigster Erfolg: 5. Europameisterschaft Straße (2013)

Team/Verein 2013: Helicopters (CT)

Stagiaire: RusVelo

Team 2014: -

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: -

 

Russische Mocklistkandidaten sind immer eine wahre Freude. Es gibt kaum Infos – von bloßen Ergebnissen abgesehen –, keine Interviews, keine persönlichen Anekdoten. Fassen wir also das bisschen zusammen, was wir von Foliforov wissen.

 

Das erste Mal taucht der Russe im Jahr 2011 auf. Mit der Nationalmannschaft ist Foliforov bei der Tour of Malopolska (2.2) am Start, mit einem fünften und einem sechsten Etappenplatz überzeugt er das Katyusha-Farmteam Itera-Katyusha so sehr, dass er schon wenig später, zum 01.07.2011, einen Vertrag bei diesem Conti-Team und erste Einsätze bei größeren Rennen in Italien bekommt. Foliforov bleibt auch 2012 bei Itera-Katyusha und fährt erste bemerkenswerte Ergebnisse ein. Beim Nationencup in der Toskana (2.NC) ist Foliforov in der erweiterten Spitze, fährt zweimal in die Etappen-Top10 und wird auch Zehnter der Gesamtwertung, vor Leuten wie Alexey Lutsenko oder Michael Valgren. Rundfahrten liegen dem Russen also, wie er auch mit einem sechsten Platz in der Gesamtwertung der Serbien-Rundfahrt (2.2) beweist. Das bisher beste Einzelresultat wird beim Giro Valle d’Aosta (2.2U) fällig – beim schweren Bergzeitfahren auf den Col de Bassachaux wird Foliforov nur von Sergey Chernetskiy und Fabio Aru geschlagen. Einem Davide Formolo hingegen nimmt der Russe fast eine Minute ab.

 

Foliforov wechselt 2013 zum neuen Conti-Team Helicopters – und damit die innerrussischen Fronten, ist Helicopters doch das Farmteam von ProConti-Team RusVelo. Auch dieses Team hat seine Basis in Italien, daher glänzt Foliforov vornehmlich bei italienischen Rennen (z.B. 7. Trofeo Piva, 1.2U). Den ersten UCI-Sieg gibt es jedoch im heimischen Russland, in der nordkaukasischen Teilrepublik Adygien. Auf der vierten Etappe des dortigen GP Adygeya gewinnt Foliforov als Solist. Saisonhöhepunkt ist wieder das Aostatal. In diesem Jahr bringt der junge Russe dabei die Konstanz mit, um auch in der Gesamtwertung zu glänzen. Mit einem starken fünften Platz schließt Foliforov die Rundfahrt ab, in Topform für die EM eine Woche später in Tschechien. Bis zum Schluss bleibt der Russe hier bei den besten und unterliegt erst im Schlusssprint um den EM-Titel – und wird Fünfter (von fünf Ausreißern). Offensichtlich ist der Sprint also noch ausbaufähig. Als deutlich bester Fahrer seines Teams wird Foliforov folgerichtig Stagiaire bei RusVelo. Es bleibt abzuwarten, ob sich an dieses Praktikum auch der erste Profivertrag anschließt. Das Potential hat Foliforov wohl jetzt schon.

 

nominated by Sean de Bie, presented by gardener



Platz 38: Adam Phelan



Adam Phelan
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Adam Phelan

Australien

23.08.1991

 

Fahrertyp: Allrounder

Wichtigster Erfolg: Sieg GP di Poggiana 2012

Team/Verein 2013: Drapac Cycling (CT)

Stagiaire: -

Team 2014:

Beste Mock-Platzierung: 38 (2012)

Web: www.adamphelan.com

 

Adam Phelan behauptet seinen Platz in der Mock List. Er konnte im Gegensatz zum letzten Jahr, alles in meinem Artikel vom letzten Jahr nachzulesen, dieses Jahr zwar keinen Sieg einfahren. Aber er schaffte es das ganze Jahr über, und das beginnt für Australier ja bereits früh im europäischen Winter, sich immer wieder vorne zu zeigen.

 

Beim WT-Rennen Tour Down Under in der Heimat konnte er sich auf einem 23. Endrang halten, ein Platz vor Simon Gerrans. Und das Profil war nicht das leichteste. Er bewies Biss und Ausdauer. Die richtig guten Ergebnisse fuhr er dann wieder in Europa ein. Bei der ZLM-Tour (1.Ncup) konnte er sich als einziger Australier in der Frontgruppe halten und fuhr einen elften Platz ein. Beim Gran Premio della Liberazione (1.2u) in Rom konnte er als Teil eines Spitzenduos im Sprint nicht mit dem Weißrussen Koshevoy mithalten und wurde schließlich Zweiter. In den Niederlanden führten die Plätze Neun und Acht bei den Zeitfahren sowie die bereits beschriebene Zähigkeit auf den Hügeletappen zum siebten Endrang. Besser noch lief es bei der Thüringen-Rundfahrt. Den Grundstock für den vierten Platz lieferten wieder gute Zeitfahren, auf den anderen Etappen biss er sich wieder fest, so dass er auf dem Weg nach Neuhaus am Rennsteig nur 19 Sekunden auf den Sieger verlor und somit nur 15 Sekunden am Podium scheiterte. Platz Drei belegte übrigens Damian Howson, Phelan ist also auch sicher nicht arbeitslos gewesen unterwegs. Umso stärker wiegt das Ergebnis. Im Elsass reichte die Kletterkunst nicht, am Ende reichte es dennoch zu Platz 21. Bei der Avenir hatte das australische Team keinen richtigen Kapitän, aber wie schon im Elsass waren die Berge dann doch eine Nummer zu lang.

 

Phelan studiert, interessiert sich für seine Umwelt, für Journalismus, man muss sich sicher keine Sorgen um seine Zukunft abseits des Sports machen. Aber in vielen Teams wäre er eine Verstärkung, vielleicht nicht immer als Siegfahrer, aber er wäre ein richtig guter Teamplayer, kann das Feld lange anführen, hat Biss, ist zäh. Und wenn die Sprinter dann doch an den Hügeln hängen bleiben, kann er es immer noch versuchen.

 

nominated by Ocaña, presented by Offi



Platz 37: Oskar Svendsen



Oscar Svendsen

Oskar Svendsen

Norwegen

10.04.1994

 

Fahrertyp: Zeitfahren, Bergfahrer

Wichtigster Erfolg: Juniorenweltmeister Zeitfahren (2012)

Team/Verein 2013: Team Joker-Merida

Stagiaire: -

Team 2014: -

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: -

 

Blutjung. Amtierender Juniorenweltmeister im Zeitfahrer. Fünfter Platz bei der Tour de l'Avenir (2.Ncup). Das ist prinzipiell erstmal das wichtigste, was man wissen muss. Und viel mehr geben zumindest die Ergebnislisten 2013 auch nicht her.

 

Oskar Svendsen ist gerade erst der Juniorenzeit entwachsen, im April wurde er 19 Jahre alt. Aber noch bevor er 19 wurde, genau drei Tage vorher, war er bereits wichtige Stütze seines Teams und führte es zum Sieg im Teamzeitfahren des Circuit des Ardennes Internation (2.2). Damit schaffte er auch schon seinen ersten (halben) Profisieg, mit zarten 18.

 

Dass er etwas ganz Besonderes ist, kann man auch an seinem VO2 Max-Wert ablesen, ganze 97,5 wurden gemessen. Ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat, aber die Fachwelt schlägt Purzelbäume und wäre überrascht, wenn wir es hier nicht mit dem nächsten absoluten Überflieger zu tun hätten.

Was in meinen Augen noch besonderer ist, vor allem, weil ich mich damit deutlich mehr auskenne, ist sein fünfter Platz bei der schon angesprochen Tour de l'Avenir. Im Prolog schloss er zwar mit Platz 77 relativ schlecht ab, erreichte bei den Bergankünften aber jeweils die Plätze sechs, sieben und sieben. Nach Morzine hielt er sich schadlos im Feld. Eine beachtenswerte und für einen Fahrer seiner Altersklasse erstaunliche Leistung. Denn bei dieser Rundfahrt fährt ja nicht irgendwer rum, es ist die wichtigste Rundfahrt der U23 des Jahres, dort, wo man sich zeigen muss, wenn man später an gute Verträge rankommen will.

 

Von einem Profivertrag ist er sicherlich noch mindestens ein Jahr entfernt. Aber bereits mit 19 Jahren zeigt er, dass er das Zeug hat ein Großer zu werden, und untypisch für einen Norweger, auch in den Bergen für Furore sorgen kann.

 

nominated by Offi, presented by Offi



Platz 36: Mike Teunissen



Mike Teunissen
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Mike Teunissen

Niederlande

25.08.1992

 

Fahrertyp: Allrounder

Wichtigster Erfolg: U23 Weltmeister Cyclocross 2013

Team/Verein 2013: Rabobank CT

Stagiaire: -

Team 2014: Rabobank CT

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: www.miketeunissen.nl

 

Irgendwann im Frühjahr kam die Schreckensnachricht für alle Cyclocross Fans. Mike Teunissen, Weltmeister und stärkster Crosser der letzten U23 Saison, will sich in der Zukunft auf die Straße konzentrieren, um dort Profi zu werden. Wäre er kein Crosser mit großer Zukunft, wäre die Nachricht nicht mehr als logisch, denn bereits letztes Jahr war er bei seinen Cross-Vorbereitungsstraßenrennen in den Niederlanden nicht aus den Top 10 zu schlagen. Seine Straßensaison kulminierte Mitte August als er innerhalb von genau einer Woche drei Rennen gewann, darunter der „neue Klassiker“, den Slag om Norg. Dieses Rennen ist das Paris – Roubaix der Niederlande. Paris – Roubaix U23 sollte auch der Höhepunkt der diesjährigen, ausgebauten Straßensaison werden. Und obwohl das Rennen letztendlich abgesagt wurde, ist somit deutlich in welche Richtung Teunissen auf der Straße gehen möchte.

 

Statt in Roubaix punktete der Mini Rabo vor allem als Zweiter beim Arno Wallaard Memorial (1.2), dem zweiten Platz bei der nationalen U23 Meisterschaft in Kerkrade, dem fünften Platz bei Jong Maar Moedig (1.2) und allen voran den zweiten Platz bei der Tour des Fjords (2.1). Außerdem konnte er elf weitere internationale Top 10 Plätze und drei nationale Siege erringen. Letzte Woche war er dann - ebenfalls in den Niederlanden - auch reif für seinen ersten Profisieg, als er die Baronie Breda Classic (1.2) im Sprint einer Gruppe für sich entschied.

 

Wie die meisten Straßencrosser ist auch der Niederländer sehr explosiv. Hügel liegen ihm, im Sprint ist er ein gefährlicher Kunde. Da van Baarle prinzipiell auch alles kann, was Teunissen kann – und wohl noch etwas besser –, wird Teunissen wohl als Nummer zwei oder drei ins Straßenrennen in Italien gehen. Er wird auch noch ein Jahr bei Rabobank bleiben. Und seine Straßenpläne klangen Anfang September schon etwas nuancierter: Nächstes Jahr will Mike entweder ein guter Straßenprofi oder ein guter Crossprofi werden. Momentan stehen ihm alle Türen offen. Er wird eine eingekürzte Crosssaison fahren und seinen EM Titel nicht verteidigen. Danach wird er in seiner letzten U23 Straßensaison endgültig die Weichen stellen.

 

nominated by Daan Olivier, presented by ogkempf



Platz 35: Nathan Brown



Nathan Brown

Nathan Brown

Vereinigte Staaten

07.07.1991

 

Fahrertyp: Zeitfahrer

Wichtigster Erfolg: 1. Tour de Beauce (2013)

Team/Verein 2013: Bontrager-Livestrong (CT)

Stagiaire: -

Team 2014: Garmin

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: https://twitter.com/natebrown0707

 

Tejay van Garderen, Taylor Phinney, Joe Dombrowski… die USA haben einige Spitzen-U23er in den letzten Jahren hervorgebracht. Immer ein wenig im Schatten dieser größeren Namen stand bis jetzt Nathan Brown aus Covington/Tennessee. Mit einer Reihe starker Resultate, gekrönt von einem UCI-Rundfahrtsieg, hat sich Brown jedoch zurecht in die 2013er Mocklist gekämpft.

 

Schon als Junior hat Brown – der über seinen Vater, der in den 80ern Rennen fuhr und später Pilot wurde, zum Radsport kam – mit seinem Talent nicht hinter dem Berg gehalten. Gesamtsiege bei der Tour de l’Abitibi, Tour du Pays de Vaud und Trophée Morbihan, Etappensiege und Platzierungen bei vielen anderen Rennen zeigten, dass er zu den größten Talenten seines Jahrgangs gehört. Folgerichtig wurde Brown gleich für das erste U23-Jahr vom wichtigsten US-Nachwuchsteam Trek-Livestrong (später Bontrager-Livestrong) verpflichtet. Diesem Team blieb er seiner gesamten U23-Zeit treu. Behutsam wurde Brown aufgebaut, zuerst bei kleineren nationalen Rennen und gelegentlichen Abstechern nach Europa, später mit immer mehr Einsätzen bei den großen U23-Rennen und bei UCI-Eliterennen (darunter 2011 ein eher überraschender erster UCI-Sieg: Brown gewann den Prolog der Tour de Guadeloupe, 2.2). Eine Strategie, die aufgegangen ist, hatte Brown doch 2013 im letzten U23-Jahr sein bisher erfolgreichstes.

 

Erster Höhepunkt war die U23-Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.2U). Der Attacke des Vorjahres- und erneuten Siegers Valgren Andersen konnte Brown knapp nicht folgen, alle anderen ließ er aber hinter sich. Bei der Tour de Beauce (2.2) in Kanada war Brown stark am Berg (5. bei der Ankunft am Mont Mégantic), exzellent im EZF (Zweiter nahezu zeitgleich mit dem Etappensieger) und taktisch versiert auf der letzten Etappe: nur fünf Sekunden lag Brown in der Gesamtwertung hinter dem führenden Francisco Mancebo, als er sich einer Gruppe anschloss, die die Ausreißer des Tages verfolgte. Die Gruppe kam nach vorn, Mancebo schaffte den Anschluss nicht mehr – und Brown war plötzlich Rundfahrtsieger!

Fast schon obligatorisch wurde er zum zweiten Mal nach 2011 US-Meister im EZF der U23, nachdem Brown vorher schon bei der Elite einen tollen dritten Platz geholt hatte.

 

Kein Wunder, dass Jonathan Vaughters Interesse an Brown bekundete – und auf Gegenliebe stieß. 2014 wird Nathan Brown im Rautenmuster des Garmin-Teams seinen Einstieg in den Profizirkus wagen. Wenn er noch ein wenig an seinen Bergfähigkeiten arbeitet, dann kann aus dem EZF-Spezialisten durchaus auch ein respektabler Allrounder werden. Vorher steht noch die WM in Florenz an: “Off to Europe for the last race of the year. The World Championships! Really hope to end this season and my u23 career off with a bang!” – wir drücken die Daumen.

 

nominated by gardener, presented by gardener



Platz 34: Maximilian Werda



Maximilan Werda
©Mareike Engelbrecht

Maximilian Werda

Deutschland

05.10.1991

 

Fahrertyp: Allrounder

Wichtigster Erfolg: 3. Eschborn-Frankfurt U23 (2013)

Team/Verein 2013: Stölting (CT)

Stagiaire: -

Team 2014:

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: -

 

Die Spitze der diesjährigen Mocklist – so viel kann jetzt schon verraten werden – wird von ziemlichen Grünschnäbeln dominiert. Maximilian Werda gehört da fast schon zum älteren Semester. Erst spät, nämlich im letzten U23-Jahr, ist aus einem reinen Mitläufer- bzw. fahrer einer der besten deutschen Nachwuchsfahrer geworden. Hilfreich war dabei sicher auch der Wechsel vom angeschlagenen Thüringer Energie Team zum aufstrebenden Stölting-Rennstall.

 

Gleich zu Saisonbeginn sorgte dieses Team in Kroatien bei der Istrian Spring Trophy (2.2) für einen Paukenschlag: vier Fahrer in den Top 8 des Prolog, darunter der alte Fuchs Luke Roberts als Sieger, Supertalent Silvio Herklotz als Zweiter – und eben Werda auf Platz 5. Das war das mit Abstand beste Ergebnis bei einem UCI-Rennen bisher für den jungen Deutschen. Die gute Frühform setzte sich daheim fort: drei Siege in acht Tagen bei kleineren Rennen, als Krönung zum traditionellen Auftakt der U23-Radbundesliga im fränkischen Cadolzburg der Sieg auch hier im Hügelsprint einer 20-köpfigen Spitzengruppe. Wer da? Werda!

 

Radsport betreibt der gebürtige Berliner seit 2004. Vom Heimatverein SC Berlin führte ihn sein Weg über Jenatec und KED-Bianchi schließlich zu TET. Stärken hat Werda auf allen Terrains, besonders am Berg setzt er Glanzpunkte. Die Höhepunkte der 2013er Saison standen dabei – ähnlich wie bei Mocklist- und Teamkollege Christian Mager – im Zusammenhang mit Silvio Herklotz. Beim U23-Rennen Eschborn-Frankfurt (1.2U) ließ Werda dabei sogar seinen Kapitän hinter sich und spurtete – leider erfolglos – gegen die Dänen Lasse Hansen und Michael Valgren um den Sieg. Aber auch Platz drei ist hier wertvoll. Bei den deutschen Meisterschaften hingegen mussten die Stölting-Fahrer keine Dänen fürchten. Und so deklassierten Herklotz und Werda hier die Konkurrenz. Herklotz fuhr dem Feld davon und dem DM-Titel entgegen, Werda konnte als einziger halbwegs folgen und sicherte sich Silber. Auf dem gleichen Kurs fand 2009 übrigens schon einmal eine U23-DM statt. Alle damaligen Podisten (Nerz, Degenkolb, Kern) sind mittlerweile Profis. Ein gutes Omen auch für Werda?

 

nominated by Silvio Herklotz & gardener, presented by gardener



Platz 33: Patrick Konrad

Patrick Konrad

Österreich

13.10.1991

 

Fahrertyp: Rundfahrer, Bergfahrer

Wichtigster Erfolg: 3. Tour de l’Avenir (2.NC)

Team/Verein 2013: Etixx – iHNed

Stagiaire: -

Team 2014: -

Beste Mock-Platzierung: Platz 46 (2012)

Web: patrick-konrad.com

 

Im vergangenen Jahr hatte uns Rieper angekündigt, dass Patrick Konrad die Stärke habe, einige Rennen auf dem Podest und in den Top Ten beenden zu können. Bedingt ist ihm dies auch gelungen. Zunächst einmal wechselte Konrad zum Omega Quickstep Farm-Team Etixx und traf dort mit Julian Alaphilippe, Petr Vakoc und Florian Senechal auf starke Fahrer, die alle irgendwo ihr Recht auf einen Kapitänsposten einfordern konnten bzw. sich diesen Status erarbeiteten. Starke Fahrer in einem relativ überschaubaren Kader machen dann also auch recht schnell deutlich, dass es schwierig werden würde, die von Rieper gesteckten Ziele auch erfüllen zu können.

Dennoch sammelte Patrick Konrad gute bis sehr gute Platzierungen in Portugal, der Tschechischen Republik, Österreich oder in Polen bei international gut besetzten Rennen. Der Höhepunkt sowohl in Sachen Wertigkeit, als auch beim Ergebnis war dann Ende August der Auftritt von Patrick Konrad bei seinem absoluten Lieblingsrennen, der Tour de l’Avenir (2.NC). Auf der vierten Etappen hinauf nach Saint François Longchamp am Col de la Madeleine war Patrick Konrad der beste Fahrer hinter dem spanischen Überraschungssieger Ruben Fernandez. Und auch wenn er durch die Tandem-Attacke der Yates-Brüder auf dem Weg nach Morzine kalt erwischt wurde, konnte er die wichtigste U23-Rundfahrt des Jahres auf einem hervorragenden dritten Gesamtrang beenden.

Dieses Rennen zeigt ganz klar, dass Patrick Konrad jede Menge Talent mit sich mitbringt und mit Etixx und dessen Ausrichtung auf Omega vielleicht im falschen Team fährt. Denn Klassiker und Zeitfahren gehören sicherlich nicht zum bevorzugten Terrain von Patrick Konrad, wenngleich er alleine gegen die Uhr auch Elfter der Europameisterschaften war und das Team sicherlich sonst die optimalen Bedingungen bietet. Aktuell ist es dennoch noch vollkommen offen, wo Konrad in der kommenden Saison fahren wird. Einen Verbleib schließt er jedenfalls nicht aus. Die ideale Chance zur Präsentation bietet die kommende WM. Hier startet Konrad wohl in beiden Rennen und dürfte im Straßenrennen uneingeschränkter Kapitän seines Teams sein.

 

nominated by Offi & virtualprofit, presented by Ocaña



Platz 32: Juan Ernesto Chamorro



Juan Chamorro

Juan Ernesto Chamorro Chitan

Kolumbien

18.11.1991

 

Fahrertyp: Bergfahrer

Wichtigster Erfolg: 2. Tour de l'Avenir 2012

Team 2013: 4-72 Colombia (CT)

Stagiaire: -

Team 2014:

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: https://www.facebook.com/juanernes

 

Kolumbien konnte seine Bilanz im Nachwuchs in den vergangenen Jahren deutlich aufpolieren. Uran und Henao, Duarte und Atapuma, Arredondo, Anacona und Betancur. In dieser Aufstellung fehlen mit Jhoan Esteban Chaves und Nairo Quintana sogar noch zwei Fahrer, die 2010 und 2011 die Tour de l'Avenir für sich entscheiden konnten.

 

Beinahe wäre es Juan Ernesto Chamorro im Jahr 2012 gelungen, den Hattrick für Kolumbien perfekt zu machen. Nur eine winzige Sekunde fehlte ihm am Ende auf Gesamtsieger Warren Barguil. Dass Chamorro im vergangenen Jahr in der Mock List noch keine Beachtung fand, war dem späten Auftritt in Frankreich geschuldet. Dass er in diesem Jahr die verdiente Nominierung bekam, lag nicht zwangsläufig an der Saison 2013. Denn während Fahrer wie Quintana oder Barguil inzwischen große Erfolge bei Tour und Vuelta einfahren konnten, war 2013 für Chamorro wie auch für den verletzten Chaves eher von Stagnation gekennzeichnet.

 

Der Ende 1991 in Pupiales (da klingt der Spitzname "el pupi" wenig kreativ, wobei er auch auf seine Größe referenzieren könnte) geborene Chamorro tauchte erstmals 2012 bei der Tour de l'Ain (2.1) in Europa auf. Bis dato hatte er mit seinen 20 Lenzen zweimal relativ unauffällig bei der Vuelta a Colombia (2.2) und dem Coupe des Nations Ville Saguenay (2.Ncup) agiert, wo er immerhin den 3. Platz in der Bergwertung erringen konnte. In Frankreich kam er dann wie Kalle aus der Kiste, hielt sich bei den Flachetappen schadlos, kassierte mit seiner Nationalmannschaft im MZF ein wenig Rückstand und schaffte auf der ersten schweren Etappe den Sprung unter die zwei Dutzend Fahrer, die den Sieg unter sich ausmachen sollten. Mit einem starken 10. Platz nach Septmoncel legte er den Grundstein für seine spätere Top10-Gesamtplazierung, an der auch die letzte Etappe, auf der er ein wenig Lehrgeld zahlen musste, nichts ändern konnte. Die darauf folgende Tour de l'Avenir (2.Ncup) verlief mit einem guten Prolog und unauffälligen Flachetappen ähnlich. Bei der ersten Bergetappe über den Telegraphe mussten die Favoriten erstmals die Karten auf den Tisch legen, wobei Chamorro als 3. knapp hinter Tagessieger Barguil und zeitgleich mit den heutigen Profis Chernetskiy und Cattaneo ins Ziel kam. Tags darauf über Madeleine und hinauf nach Les Saisies wurde er erneut starker 4., konnte aber dem führenden Franzosen keine Zeit abnehmen. So war dann auch die Schlussetappe mit Aravis und Croix-Fry und hinauf nach Le Grand Bornand nicht selektiv genug, um unter den 15 führenden Fahrern zu selektieren. Am Ende fehlte besagte Sekunde auf Warren Barguil. Während die hinter ihm platzierten Cattaneo, Chernetskiy und Boswell ebenfalls in die ProTour wechselten, entschied sich Chamorro, der zum Abschluss bei der WM in Valkenburg 30. der U23-Klasse wurde, für einen Verbleib bei 4-72, die im Jahr 2013 den Status als Continental Team erhielten.

 

Folglich wurden die Rennen in diesem Jahr größer, was natürlich auch an der Konkurrenz zu spüren war. Den Saisonauftakt verbrachte Chamorro in Spanien, wo er beim Sprinterrennen Vuelta a la Rioja (1.1), der Klasika Primavera de Amorebieta (1.1) und der Vuelta a Castilla y Leon (2.1) immerhin regelmäßig in die Top30 fahren konnte. Auch bei seinem 15. Platz bei der Vuelta a la Comunidad de Madrid (1.1) mit Ziel auf dem Puerto de Morcuera und Rang 18 bei der Vuelta Asturias (2.1) mit zwei Bergankünften in Pola de Lena und auf dem Alto del Naranco musste er feststellen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen und er sich im Gegenteil sogar starker interner Konkurrenz mit Ever Rivera und Edson Calderon geschlagen geben musste.

 

Allerdings erwiesen sich die spanischen Rennen als optimale Vorbereitung auf die Ronde de l'Isard (2.2U), bei der er gleichberechtigt mit seinen Teamkollegen Diego Ochoa und Heiner Parra an den Start ging. Schon nach der ersten Etappe hatte sich der Kreis der Siegfahrer auf 26 reduziert, auch Parra hatte viel Zeit verloren. Beste Voraussetzungen also für die folgenden Bergankünfte. In Carla-Bayle erreichte Chamorro das Ziel mit der ersten Favoritengruppe hinter den beiden Euskadis Barbero und Orbe, am folgenden Tag übernahm er in Goulier-Neige die Gesamtführung als Tages-2. hinter Teamkollege Parra, während Ochoa Federn ließ. Die abschließende Bergetappe nach St. Girons beendete er ebenfalls als 3. und fuhr damit souverän den Gesamtsieg nach Hause, wobei er nicht nur den französischen Nachwuchs mit den Brüdern Le Lavandier, Latour, Chevrier und Guerin, sondern auch internationale Konkurrenz wie den Belgier Teuns hinter sich lassen konnte.

 

Eine Bestätigung dieses Erfolgs blieb jedoch bisher aus. Immerhin belegte er bei der Vuelta Ciclista a Leon (2.2) einen passablen 9. Platz (ebenfalls wieder hinter Rivera und Ochoa). Die Tour Alsace (2.2) musste er trotz Eintrag in der Meldeliste auslassen, die Tour de l'Ain (2.1) des Vorjahres konnte er als 40. bei weitem nicht wiederholen. Und auch bei der Tour de l'Avenir (2.Ncup) blieb er einen Nachweis seiner Klasse schuldig, lag schon nach dem Prolog deutlich zurück, verlor Zeit auf einer Windkante, fand in den Bergen nie seinen Tritt und gab einen Tag vor Ende der Rundfahrt entnervt auf.

 

Die Argumente für einen Profivertrag waren im vergangenen Jahr zweifellos schlagender. Vielleicht gelingt es Chamorro bei der WM in Florenz aber noch, dem Jahr eine entscheidende Wendung zu geben. Das Profil dürfte ihm zumindest passen.

 

nominated by virtualprofit & Ocaña, presented by virtualprofit



Platz 31: Carlos Barbero Cuesta

Carlos Barbero Cuesta

Spanien

29.04.1991

 

Fahrertyp: Hügelige Klassiker, Sprints

Wichtigster Erfolg: Etappensieg Ronde de l'Isard (2.2U)

Team/Verein 2013: Euskadi

Stagiaire:

Team 2014:

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: www.facebook.com/carlos.barberocuesta

 

Carlos Barberos Bilanz an einstelligen und guten Platzierungen liest sich ein wenig wie die U23 Variante von José Joaquin Rojas. Und dennoch gibt es einen Unterschied: Barbero konnte in diesem Jahr auch ein Rennen gewinnen. Der Vergleich mit Rojas ist dennoch wertfrei zu verstehen, zeigt aber in meinen Augen ganz gut Fluch und Segen, den die Mischung aus Kletterfähigkeit und Sprintstärke mit sich bringen kann.

Erstmals in Erscheinung trat Barbero im vergangenen Jahr, als er sich bei zwei portugiesischen Rennen dreimal in den Top Ten platzieren konnte. Dies und einige gute Ergebnisse auf dem spanischen Amateur Circuit waren aber das Einzige, was von ihm kam. Deutlich stärker präsentierte sich der junge Baske dann aber in dieser Saison. Bei mehr als 20 Gelegenheiten konnte sich Barbero Cuesta in den Top Ten einer Etappe oder eines Eintagesrennens klassieren. Besonders hervorzuheben dabei ist sein Etappensieg bei der Ronde de l'Isard (2.2U) in Carla-Bayle. Dort stieg die Zielgerade deutlich an und dennoch konnte niemand den Spanier schlagen, als der zeitgleich vor seinem Teamkollegen Haritz Orbe gewann. Zu diesem einen Sieg gesellen sich Podien bei Etappenrennen in Portugal, Spanien und Italien. Zur Elite-Meisterschaft in Bembibre gelang Cuesta Barbero ein weiteres Topergebnis, er belegte Rang sieben.

Noch ist offen, wo dieser vielseitige Sprinter in der kommenden Saison fahren wird. Zum einen kann er 2014 keine U23 Rennen mehr fahren, zum anderen ist es ja auch vollkommen offen, wie es mit Euskadi weitergehen wird. Für die WM in Florenz wurde Barbero natürlich nominiert. Offenbar soll er dort auch die Kapitänsrolle innehaben, weil man ihm eine Überraschung zutraut. Im Bereich der Plätze 5 bis 10 unterschreibe ich dies sehr gerne.

 

nominated by wagenge & Ocaña, presented by Ocaña


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