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Platz 10 - Simon Yates

Simon Yates

Großbritannien

07.08.1992

 

Fahrertyp: Allrounder

Wichtigster Erfolg: Etappensieg Tour of Britain (2013)

Team/Verein 2013: 100% ME (Elite)

Stagiaire: -

Team 2014:

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: https://twitter.com/SimonYatess

 

Eine Mocklist-Premiere: zwei Brüder, Zwillinge sogar, in derselben Liste. Simon wird von uns dabei sogar noch ein Stück weit besser eingeschätzt als Bruder Adam, obwohl letzterer das herausragendere Einzelergebnis – den zweiten Platz bei der Tour de l’Avenir – hatte. Warum? Nun, Simon Yates hat eine großartige Saison (fast) hinter sich, in der er eine in U23-Kreisen seltene Konstanz an den Tag gelegt hat. Von Januar bis September verging kein Monat ohne Topresultat, sowohl bei nationalen Rennen als auch bei internationalen U23- oder Profiwettbewerben war Yates erfolgreich, darüber hinaus gehört er auch auf der Bahn als mehrfacher Weltmeister zur Weltspitze. Kurzum: mit Yates war und ist eigentlich immer zu rechnen.

 

Die Yates-Brüder – Simon ist ein paar Minuten älter als Adam – stammen aus dem Großraum Manchester und sind nicht mit dem früheren Profi und Sportlichen Leiter Sean Yates verwandt. Seit 2004 betreibt er ernsthaft Radsport, zuerst mit Fokus auf die Bahn, wie bei so vielen jungen britischen Fahrern. Zusammen mit Daniel McLay (derzeit beim Lotto-Farmteam unterwegs) wurde Yates 2010 Juniorenweltmeister im Madison. Die Vorliebe für die längeren Bahnwettbewerbe (Punktefahren, Madison) hat Yates bis heute behalten – für die kürzeren Rennen wie Einzel- und Mannschaftsverfolgung sei er zu klein (58 kg bei 172 cm) und nicht sprintstark genug. Die bisherige Krönung der Bahn-Karriere Yates’ kam mit der WM Anfang dieses Jahres im weißrussischen Minsk. Im Punktefahren der Elite verließ sich Yates auf seine taktische Finesse, hielt sich in der ersten Hälfte des Rennens zurück und konzentrierte seine Energie auf eine Attacke unmittelbar vor der letzten Runde – mit Erfolg. Ein Punkt Vorsprung vor Movistar-Profi Eloy Teruel reichte zum Gewinn des WM-Titels! Und das noch deutlich vor dem 21. Geburtstag. Yates hofft nun dass das Punktefahren eventuell 2016 in Rio wieder ins olympische Programm kommt – ansonsten sieht er angesichts der wahrscheinlichen Rückkehr von Bradley Wiggins und/oder Mark Cavendish in den Bahnverfolger keine Chancen auf eine Teilnahme. Aber es gibt ja auch noch den Straßenbereich.

 

Bereits im ersten U23-Jahr (2011) machte Yates mit guten Ergebnissen bei großen Rennen auf sich aufmerksam. Bei der Thüringen-Rundfahrt (2.2U) platzierte sich der Brite in den Top 10 des Zeitfahrens und der Gesamtwertung. Bei der Tour de l’Avenir (2.NC) sprang sogar ein Etappensieg heraus: im italienischen Fossano setzte sich Yates im Sprint immerhin gegen u.a. Nikias Arndt und Romain Bardet durch. 2012 sprudelten die Topergebnisse nicht mehr ganz so zahlreich. Mehrere Plätze unter den ersten Zehn bei der Tour de Normandie (2.2), der Thüringen-Rundfahrt, dem Nationencup in Saguenay (2.NC) und der Tour Alsace (2.2) waren zu verzeichnen. Wohl bestes Einzelergebnis: ein achter Platz auf der schwersten Etappe der Tour of Britain (2.1) in Wales. Hinter Leopold König und Jonathan Tiernan-Locke hielt sich Yates dort in der erweiterten Spitzengruppe um Samuel Sanchez und Damiano Caruso. All dies übrigens mit der britischen Bahn- oder U23-Nationalmannschaft, die ein sehr gutes Rennprogramm anbieten (und unter dem – als dopingfrei beworbenen – Label „100% ME“ auftritt).

 

Auch 2013 beließ es Yates bei dieser Konstellation; wohl kaum ein Continental-Team hätte ihm so einen Rennkalender bieten können. Und so stieg Yates nach dem oben beschriebenen WM-Gold auch auf der Straße furios in die Saison ein. Bei lokalen Rennen in Belgien (Harelbeke, Bellegem, Hannut) gewann Yates mehrfach. Bei der Côte Picarde (1.NC) attackierte der Brite unentwegt, wissend, dass er den sprintstärkeren Caleb Ewan unbedingt loswerden musste. Was nicht gelang, aber immerhin konnte Yates noch auf Platz drei sprinten. Die viertägige Arden Challenge (NE) in Belgien war allgemein als sichere Beute des nationalen Dominators Jérôme Baugnies angesehen worden, doch war es Yates, der sich nach einer siegreichen Attacke am Schlußtag auch die Gesamtwertung der Rundfahrt sicherte. Top 10-Ergebnisse in den Gesamtwertungen der Flèche du Sud (2.2), des An Post Ras (2.2), der Thüringen-Rundfahrt und der Czech Cycling Tour (2.2) folgten. Die Krönung einer großartigen Saison erfolgte dann bei der Tour de l’Avenir. Während auf der rennentscheidenden vierten Etappe Bruder Adam hinter Ruben Fernandez der stärkste war hielt sich Simon auf den beiden folgenden Etappen, die beide in Morzine endeten, schadlos. Besonders beeindruckend der Doppelsieg am ersten Tag gemeinsam mit Adam. Auf Platz 10 in der Gesamtwertung schloss Simon die Rundfahrt ab.

 

Bei der gegenwärtig noch laufenden Tour of Britain zeigt sich Yates noch stärker als im Vorjahr. Kurzfristig sogar Zweiter der Gesamtwertung, gehört Yates zu den bestimmenden Fahrern der Rundfahrt. Bei der Bergankunft in den Hochmooren Devons auf der sechsten Etappe vollbringt der Brite dann sein Meisterstück: auf dem steilen Schlußstück lässt er Tour-Podisten wie Bradley Wiggins und Nairo Quintana stehen und spurtet überlegen zum Etappensieg. Kein Wunder, dass die Profiteams den Gerüchten nach bei den Yates-Brüdern Schlange stehen – sie sind wohl in der komfortablen Situation sich aussuchen zu können, bei welchem Topteam sie unterschreiben wollen. Ein guter Fang sind die Yates-Brüder auf jeden Fall.

 

nominated by Toms Skujins, Sean de Bie, Daan Olivier, Silvio Herklotz, Offi, gardener & Ocaña, presented by gardener



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