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07/05 2004

Gerolsteiner goes Giro d´Italia

von Karteikartei

 

Im Jahre 2002 startete das Team Gerolsteiner zum erstenmal beim Giro d´Italia und damit auch zum erstenmal bei einer dreiwöchigen Rundfahrt. Der Österreicher Georg Totschnig belegte bei dieser Premiere einen hervorragenden siebten Platz.

 

Im Jahr darauf verbessert er sich noch einmal. Nach drei Wochen, vom süditalienischen Lecce hinauf in den Norden Italiens, belegt er den fünften Platz im abschließenden Gesamtklassement.

 

In diesem Jahr ist eine weitere Steigerung für Totschnig nicht möglich: Er konzentriert sich auf die Tour de France und verzichtet deshalb auf einen Start in Italien.

 





Sven Montgomery

Seinen Platz soll der Schweizer Sven Montgomery einnehmen. Der Schweiz-Amerikaner fährt seit dieser Saison für das Team Gerolsteiner und bezeichnet einen Platz unter den Top Ten des Giro als sein vorrangiges Saisonziel. Auch wenn Teamchef Hans Holczer dies derzeit noch etwas skeptisch sieht, so lässt er sich doch sicherlich gerne positiv von seinem Fahrer überraschen. Montgomerys Ergebnisse im Trikot des Team Gerolsteiner waren bisher eher durchwachsen. Gesundheitliche Probleme behinderten ihn im Frühjahr. Beim Tirreno-Adriatico trat er zur 4. Etappe aus diesem Grund nicht mehr an. Das Criterium International beendete er auf dem 20. Platz. Als letzten Test bestritt Montgomery in der vergangenen Woche die Tour de Romandie. Die vorletzte Etappe nutzte er um seine scheinbar ansteigende Form zu testen, war Initiator und Hauptakteur einer Fluchtgruppe und sichert sich mit diesem Auftritt das Trikot des im Bergpreis Führenden. Im Endklassement belegte er den 30. Platz mit etwas mehr als 20 Minuten Rückstand auf den Sieger Tyler Hamilton.

 

Gespannt sein darf man auf den Auftritt von Youngster Fabian Wegmann. Als persönliches Ziel gab Fabian Wegmann vor dieser Saison an, ein Weltpokalrennen ganz vorne zu beenden und nach Möglichkeit nicht ganz erfolglos an einer großen Rundfahrt teilzunehmen. Das mit dem Weltpokalrennen hat noch nicht ganz geklappt, aber als ein Fahrer, der maßgeblichen Anteil am Triumph Davide Rebellins hat, wird er wohl auch so mit seiner bisherigen Saisonleistung zufrieden sein. Beim Giro d´Italia startet er zum erstenmal bei einer dreiwöchigen Landesrundfahrt. Bei einer passenden Rennkonstellation ist der “rotzfreche” Fabian Wegmann sicherlich in der Lage eine Etappe für sich zu entscheiden.

 





Thomas Ziegler

Thomas Ziegler wechselte vor dieser Saison vom GS II Team Wiesenhof zum Team Gerolsteiner. Seine erste Profisaison im letzten Jahr war von gesundheitlichen Problemen und mangelndem Glück gekennzeichnet. Bei Gerolsteiner hofft er nun auf seine Weiterentwicklung als Profi und ist auch jetzt schon bestrebt einige sportliche Ausrufezeichen zu setzen. Bereits bei Paris-Nizza ließ er auf der zweiten Etappe sein Können aufblitzen. Nur knapp geschlagen belegte er hinter Leon van Bon nach einer mehr als 100 km langen Flucht den zweiten Platz.

 

Beim Giro d`Italia besteht seine Hauptaufgabe sicherlich aus Helferdiensten für Rebellin und Montgomery. Vielleicht bietet sich ihm im Laufe der drei Wochen aber auch einmal die Möglichkeit auf eigene Rechnung zu fahren und an das gute Ergebnis von Paris-Nizza anzuknüpfen.

 

Robert Förster und Olaf Pollack werden verantwortlich sein für die zu erwartenden Sprintankünfte. Olaf Pollack, welcher im letzten Jahr eher desillusioniert von der Großen Schleife zurückkehrte, möchte beim Giro seine Qualitäten als Sprinter unter Beweis stellen. Das Zusammenspiel mit Robert Förster dürfte hierbei sehr spannend werden. Kann das Team Gerolsteiner in einem Sprint doch sowohl auf den erfahrenen Pollack als auch auf den jungen Förster setzen. Vielleicht wird dieses Duo im Verlauf des Giros auch einmal zum lachenden Dritten im Duell der Sprintmeister Cipollini und Petacchi.

 

Die radsportverrückten Italiener werden ganz besonders den Auftritt von Davide Rebellin beobachten. Der kleine und eher stille Italiener kommt als großer Sieger des Frühjahres zu seiner heimatlichen Landesrundfahrt. Sein geschichtsträchtiges Tripple mit den Siegen beim Amstel Gold Race, dem Fleché Flèche Wallone sowie Lüttich-Bastogne-Lüttich hat das Interesse der italienischen Öffentlichkeit auf ihn fokussiert und wahrscheinlich auch seinen Status als Radprofi in Italien verändert.

 

Sein Hauptaugenmerk wird er auf die Etappen zu Beginn des Giros richten. Dort wird er versuchen, seine Form in einen Sieg umzumünzen. Das Maglia Rosa zu erobern und anschließend einige Tage zu verteidigen ist für ihn ein weiteres Ziel beim Giro d´Italia.

 

Beenden wird er dieses Rennen aller Voraussicht nach nicht. Laut Hans Holczer ist ein vorzeitiger Ausstieg nicht ausgeschlossen, wird letztendlich aber abhängig von Form und Platzierung Rebellins sein.

 

Vertrauen kann Davide Rebellin beim Giro d´Italia auf die Helferdienste seines Landsmannes Gianni Faresin. In seinem 17. Profijahr wird dieser wieder ein aufopferungsvoller Helfer für den Kapitän des Teams sein. Seine ungeheure Erfahrung, gerade auch beim Giro d´Italia, macht ihn gleichzeitig zu einer wichtigen Führungs- und Ansprechperson für die jungen Fahrer innerhalb der Mannschaft.

 

Ist er in Deutschland ein eher unbekannter Fahrer, so liegen ihm die italienischen Tifosi zu Füßen und feiern den “italienischen Udo Bölts” an den Steigungen des Giros fast wie einen Radsportgott.

 

Der Italiener Marco Serpellini wurde als Verstärkung für die Frühjahrsklassiker verpflichtet, kann aber mit seiner langjährigen Erfahrung auch bei einer Rundfahrt wie dem Giro d ´Italia ein entscheidender Baustein im Mannschaftsgefüge sein.

 





Marcel Strauss

Für den 27 jährigen Schweizer Marcel Strauss stellt die Italien-Rundfahrt einen weiteren Baustein seiner sportlichen Entwicklung dar. Waren die Resultate im Frühjahr und Sommer der letzten Saison eher durchwachsen, so deutete seine ansteigende Formkurve im Herbst auf das Potential dieses Fahrers hin. An diese Leistungen möchte er auch beim Giro d´Italia anknüpfen und wird sich in den Dienst der Mannschaft stellen.

 

Im Kampf um den Gesamtsieg wird das Team Gerolsteiner wohl kein entscheidendes Wörtchen mitreden können, man erhofft sich aber sicherlich das ein oder andere sportliche Ausrufezeichen. Die Stärke von Gerolsteiner dürfte hierfür deren offene Taktik sein, die sich nicht auf einen einzelnen Fahrer festlegt, sondern bei passender Gelegenheit allen Fahrern des Teams eine Chance bietet. Als einziges deutsches Team beim diesjährigen Giro d´Italia hofft man im Umfeld des Team Gerolsteiner sicherlich auch auf die nötige Aufmerksamkeit in den deutschen Medien.

 

Kader Team Gerolsteiner Giro d´Italia 2004:

- Gianni Faresin (* 16.07.1965)

- Robert Förster (* 27.01.1978)

- Sven Montgomery (* 10.05.1976)

- Olaf Pollack (* 20.09.1973)

- Davide Rebellin (*09.08.1971)

- Marco Serpellini (* 14.08.1972)

- Marcel Strauss (* 15.08.1976)

- Fabian Wegmann (* 20.06.1980)

- Thomas Ziegler (* 24.11.1980)

 


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