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Vorschau Giro 2005: Team Gerolsteiner

von Coastfreak



 

Das Team Gerolsteiner war diesen Frühling schon sehr stark in den Medien vertreten. Leider wurde das Team nicht nur auf Grund von sportlichen Erfolgen erwähnt, sondern auch weil Danilo Hondo bei der Murcia - Rundfahrt positiv auf eine stimulierende Substanz getestet wurde. Daraufhin wurde dieser von der Teamleitung suspendiert. Hondos gute Saisonplatzierungen im Frühjahr, wie zum Beispiel ein 2.Platz bei Mailand – San-Remo und ein 4.Platz beim Tirreno - Adriatico, werden nicht nur in den Schatten sondern auch in Frage gestellt.

 



das Team

Robert Förster
Markus Fothen
Thomas Ziegler
Volker Ordowski
Marcel Strauss
Sven Montgomery
Andrea Moletta
Sven Krauß
Frank Hoj

 

Bei dem Giro d'Italia steht man also unter Zugzwang. Der Amerikaner Levi Leipheimer wurde zu Beginn der Saison verpflichtet, um mit Georg Totschnig zusammen vordere Platzierungen bei der Tour de France einzufahren. Beide waren im letzten Jahr unter den ersten 10. Da sich beide ausschließlich auf die große Schleife konzentrieren, starten sie nicht beim Giro.

 

Der Mann für die Gesamtwertung scheint also Sven Montgomery zu sein, der aber noch nicht auf vordere Platzierungen bei großen Rundfahrten zurückblicken kann, da er vom Verletzungspech geplagt wurde. Beim Zeitfahren des Giros 2004 stürzte der Schweizer und brach sich das rechte Schulterblatt. Vor dem Zeitfahren lag er auf einem aussichtsreichen 12.Rang in der Gesamtwertung. Die Tour de France im gleichen Jahr verlief für ihn auch nicht besser. Wieder vom Sturzpech verfolgt, musste er die die 7.Etappe mit einem gebrochenen Schlüsselbein vorzeitig beenden. Bei 4 Tourteilnahmen kam er nicht einmal bis nach Paris. Sein Talent als ausgezeichneter Rundfahrer und Bergspezialist stellte er jedoch bei kleineren Landesrundfahrten unter Beweiß. Die Tour de Suisse beendete er 3-mal mit einer Platzierung unter den ersten 8. Dazu kommen noch Siege in der Bergwertung bei der Dauphiné Libére (2001) und der Tour de Romandie (2004). Wenn Montgomery diesmal vom Sturzpech verschont bleibt, sollte eine Platzierung in den Top20 möglich sein.

 

Das Team wird bei Sprintentscheidungen für Robert Förster fahren. Seit 2003 fährt er nun für die Mineralwassertruppe aus der Eifel, die durch die Suspendierung Hondos ihren Topsprinter verlor. „Frösi“, der häufig sein letzter Anfahrer war, muss nun selber auf Siege fahren. Er schlüpft nun wieder in die Rolle, die er bei seinem Profidebüt im Team Nürnberger Versicherungen spielte. In jenem Jahr (2001) gelangen dem Sprinter aus Leipzig 6 Saisonsiege - eine Anzahl, die er bisher nicht mehr erreichte. In der aktuellen Saison blieb er bisher ohne Sieg. Vordere Platzierungen bei der Algarve-Rundfahrt und ein 3.Platz bei einer Etappe des Critérium International stehen ihm aber bereits zu Gute. Das Feld der Sprinter ist in diesem Jahr mit Petacchi, Zabel, O’Grady und McEwen sehr stark besetzt. Platzierungen unter den ersten Zehn sind durchaus realistisch.

 

Auf viele fordere Platzierungen bei harten Eintagesrennen, unter anderen zwei Top10 Platzierungen bei olympischen Spielen, kann der Däne Frank Hoj zurückblicken. In der Mannschaft für den Giro wird er Helferaufgaben übernehmen. Vor allem auf seine Fähigkeiten der Sprintvorbereitung könnte Robert Förster setzen.

 

Durch seine angriffslustige Fahrweise wird Thomas Ziegler wohl in der einen oder anderen Ausreißergruppe vertreten sein. In seinem ersten Jahr bei Gerolsteiner (2004) machte er durch zwei 2.Plätze (Etappe Paris – Nizza und Etappe Giro di Lucca) auf sich aufmerksam.

 

Der zweite sehr angriffslustige Fahrer im Team ist der Herrenberger Sven Krauß. Sowohl auf der Bahn als auch auf der Straße hat er schon gute Erfolge zu verzeichnen. Sein Lieblingswetter ist der Regen. Vielleicht kann dies der entscheidende Vorteil gegenüber dem einen oder anderen Konkurrenten sein.

 

Bei den Zeitfahren wird man vor allem auf Markus Fothen setzen. Bevor er im Jahr 2004 einen Vertrag bei Gerolsteiner unterschrieb, machte er ein Jahr zuvor durch folgende Titelgewinne auf sich aufmerksam: Deutscher Bergmeister, Deutscher Meister der U23 im Einzelzeitfahren, Weltmeister der U23 im Zeitfahren und Europameister der U23 im Zeitfahren. Beim Giro wird es neben dem 1,1km langen Prolog zwei Zeitfahren geben, die in hügeligem Terrain stattfinden. Dass Fothen mit Bergen kein Problem hat, stellte er bei seinem ersten Profisieg beim GP Schwarzwald 2004 unter Beweiß. Seine Fähigkeiten im Prolog zeigte er bei der Tour de Romandie, wo er Platz 11 belegte. Mit Optimismus sind auch weitere Saisonplatzierungen zu beurteilen. Da wären zum Beispiel ein 3.Platz beim Zeitfahren, der 2.Platz bei der letzten Etappe und der daraus folgende 2.Platz bei der Sarthe- Rundfahrt. Diese Tatsachen lassen nicht nur für alle drei Duelle mit der Uhr auf gute Ergebnisse hoffen.

 

Der Italiener Andrea Moletta und Volker Ordowski werden wohl hauptsächlich als Helfer arbeiten. Beide werden von dem Team als solche geschätzt, die ihre eigenen Interesse hinten anstellen und für eine gute Platzierung des Kapitäns fahren. Moletta auf den Wunsch von Davide Rebellin verpflichtet und ist auch sein Trainingspartner. Als großer Fan von Italien, muss es für Marcel Strauss besonders erfreulich sein, dass er beim Giro in Italien teilnehmen wird. Sein Traum von einem Sieg in Italien ist gerade bei dieser Rundfahrt sehr schwer zu erreichen. Er wird sich wohl auch ausschließlich in den Dienst des Teams stellen.

 



Fazit

Mit Montgomery und Förster hat Gerolsteiner sowohl für die Gesamtwertung als auch für Sprintankünfte Fahrer mit der Möglichkeit die Top10 zu erreichen. Außerdem hat man mehrere Fahrer in der Mannschaft, die in Ausreißergruppen vertreten sein werden und so um Etappensiege kämpfen. Mit Fothen hat man auch einen Zeitfahrer, der bei den Duellen mit der Uhr sein bestes geben wird.

 

Im Großen und Ganzen bringt Gerolsteiner ein gut ausgeglichenes Team an den Start, das bei fast jeder Etappe einen Fahrer ganz vorne platzieren könnte. Auch ohne ganze große Namen ist diese Mannschaft nicht zu unterschätzen. Zum Schluss bleibt vor allem Montgomery zu wünschen, dass er diesmal ohne Sturz bis ins Ziel kommt.


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