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Vorschau Giro 2005: Team Phonak

Von Chris

 

Auch für das Schweizer Phonak Team, das vor Jahresfrist durch die Dopingvergehen von Tyler Hamilton und Santiago Perez noch vor dem Aus stand und erst im Laufe des Jahres den ProTour Status bekam, steht mit dem Giro d’Italia die erste dreiwöchige Landesrundfahrt innerhalb der ProTour an.

 

Aus dem Giro Team von 2004 sind mit Uros Murn (Slo), Daniel Schnider (Sui) und Tadej Valjavec (Slo) gerade einmal drei Fahrer übrig geblieben. Während sich Floyd Landis, Oscar Pereiro und  Alexandre Moos auf die Tour de France vorbereiten und auf einen Start beim Giro verzichten, wird das Aufgebot in diesem Jahr durch die Schweizer Steve Zampieri, Johann Tschopp, Gregory Rast, Aurélien Clerc und Sascha Urweider sowie dem Spanier Ignacio Gutierrez Cataluna.(Esp) komplettiert.

 



das Aufgebot:

Tadey Valjavec
Johann Tschopp
Daniel Schnider
Gregory Rast
Aurelien Clerc
Ignatio Gutierrez
Urus Murn
Steve Zampieri
Tomasz Nose
Sascha Urweider
Sportlicher Leiter: René Savary



Fahrer, Form, Erfolge:

Wie auch im vergangenen Jahr setzen die Eidgenossen in der Gesamtwertung auf den Slowenen Tadej Valjavec, der vor einem Jahr den Giro auf Rang 9 beendete. Auch in diesem Jahr hat sich die sportliche Leitung und Valjavec selbst eine erneute Top 10 Platzierung zum Ziel gesteckt. Durch die ProTour und das dadurch hochklassig besetzte Fahrerfeld dürfte eine Platzierung zwischen 9 und 13 realistisch sein. Mit Fahrern wie Damiano Cunego, Gilberto Simoni (beide Lampre-Caffita), Stefano Garzelli und Dario Cioni von Liquigas-Bianchi, Ivan Basso (CSC), Sergej Honchar von Domina Vacanze, einem wieder erstarkten Paolo Savoldelli (Discovery Channel), Pietro Caucchioli (Crédit Agricole), Vladimir Karpets und Unai Osa (beude Illes Balaers), Emanuele Sella (Panaria) oder Manuel Garate (Saunier Duval) gibt es für den  28jährige Valjavec sehr viel Konkurrenz im Kampf um eine vordere Gesamtplatzierung.

Die Form von Valjavec scheint sehr ordentlich zu sein. Der Rundfahrtenspezialist startete mit einem 16. Rang bei der Trofeo Soller in die Saison. Danach folgte ein 13. Rang bei Haut Var, ein 29. Gesamtrang bei Paris – Nizza, Rang 63 beim Fléche Wallone und Rang 51 bei Lüttich – Bastogne - Lüttich. Den letzten Formtest stellte für Valjavec die Tour de Romandie dar, wo er vor allem in den Bergen sein Können aufblitzen lies und die Rundfahrt auf einem starken 10. Rang beendete. Mit dieser Form könnte Valjavec für eine Überraschung sorgen.

 

In den Bergen soll Valjavec von Steve Zampieri Unterstützung bekommen. Der 27jährige Schweizer beendete im letzten Jahr den Giro d’Italia im Trikot von Vini Caldirola auf einem guten 19. Rang.. Dazu kam ein 12. Gesamtrang bei der Tour de Suisse und ein 10. Gesamtrang bei der Tour de Romandie. Über die aktuelle Form von Zampieri herrscht allerdings Ungewissheit. Bei seinen Starts bei der Katarrundfahrt, Mailand - Turin, Tirreno -  Adriatico, Critérium International und der Baskenland Rundfahrt konnte Zampieri noch nicht vollends überzeugen. Bei seinem letzten Formtest vor der Italienrundfahrt, der Tour de Romandie, konnte Zampieri immerhin einen leichten Formanstieg verzeichnen und Rang 36 in der Gesamtwertung belegen. Von der Vorjahresform ist er allerdings noch immer weit entfernt.

 

Ebenfalls mit Kletterfähigkeiten ausgestattet ist die Schweizer Nachwuchshoffnung Johann Tschopp. Der 22jährige Tschopp, der seine erste dreiwöchige Landesrundfahrt bestreitet, soll zum einen in ein solch strapaziöses Renen hineinschnuppern, zum anderen aber auch wichtige Helferdienste für Kapitän Valjavec leisten. Die Vorbereitung auf den Giro lief für Tschopp recht ordentlich. Mit Rang 15 bei Mailand – Turin, einem guten Critérium International, einer passablen Baskenland Rundfahrt und Rang 93 bei Lüttich – Bastogne – Lüttich kann der junge Schweizer zufrieden sein. Den letzten Test vor der Italienrundfahrt unterzog sich Tschopp bei der Tour de Romandie, wo er für seine Kapitäne Pereiro, Botero und Moos gute Arbeit verrichtete und die Rundfahrt auf einem soliden 43. Rang beendete.

 

Seine ebenfalls erste dreiwöchige Landesrundfahrt bestreiten wird Sascha Urweider. Der vor der Saison vom GS 3 Team Saeco-Romer`s Wetzikon verpflichtete Schweizer soll, wie Tschopp auch, erst einmal in die Giro Atmosphäre hineinschnuppern und Erfahrungen sammeln. Der 24jährige Allrounder soll aber auch im Flachen Terrain Tempoarbeit für seinen Kapitän Valjavec machen und sich dazu in den Sprinterzug um Clerc und Rast einreihen.

Seine erste Profisaison bestritt Urweider bisher recht ordentlich. Nach einem 57. Gesamtrang bei der Katar Rundfahrt folgten durchwachsene, von vielen Aufgaben geprägte Rennen bei Haut Var, Het Volk, dem Critérium International und den 3 Tagen von De Panne. Endlich wieder das Ziel erreichen konnte Urweider bei der Georgia Rundfahrt, die er auf Rang 65 beendete.

 

Mit Ignacio Gutierrez Cataluna bringt Phonak einen Rückkehrer in den Profiradsport an den Start des Giro’s. Der bereits 27jährige Spanier, der nach zwei Jahren beim Kelme Team (2002-2003), für das er in der Saison 2003 den Giro auf Rang 39 beendete, in der vergangen Saison für das kleine Caja Castilla la Mancha Team fuhr und nun endlich wieder in der ersten Liga des Radsportes aktiv ist, soll vor allem in Fluchtgruppen mitgehen aber auch Tempoarbeit für seine Kapitäne leisten.

Zum Formaufbau für die Italienrundfahrt bestritt Gutierrez die Mallorca Rundfahrt, die Trofeo Luis Puig, Mailand - Turin, das Critérium International, die Flandern Rundfahrt und die Katalonien Rundfahrt, bei der er auf der Auftaktetappe mir Rang 7 sein bestes Saisonresultat erreichte.

 

Für die Massensprints hat die sportliche Leitung von Phonak den endschnellen Aurélien Clerc nominiert. Der 25jährige Schweizer, der zu Saisonbeginn vom Quick Step Team kam, soll versuchen die ein oder andere Podiumsplatzierung zu ersprinten. Durch die Teilnahme von Alessandro Petacchi (Fas) und Robbie McEwen (Lot) scheint ein Tageserfolg jedoch nicht möglich. Auf dem Weg zur Giroform bestritt Clerc die Katar Rundfahrt, bei der er die Auftaktetappe auf Rang 4 beendetet, Tirreno – Adriatico, Mailand – San Remo, das Critérium International, die Flandern Rundfahrt, Gent – Wevelgem und schließlich zuletzt die Georgia Rundfahrt, bei der er mit Rang 3 auf der Schlussetappe seine ansteigende Form unter Beweis stellen konnte. Ansonsten war der bisherige Saisonverlauf für den Vielfahrer Clerc eher bescheiden.

 

Trotz der geringen Chancen auf einen Etappensieg bekommt Aurélien Clerc mit dem Schweizer Meister Gregory Rast einen Mann zur Seite gestellt, der ihm die Sprints anziehen soll. Der ebenfalls 25 Jahre alte Rast soll in der Endphase des Rennens seinen Landsmann Clerc in eine aussichtsreiche Position bringen. Auch Rast bestritt auf dem Weg zum Giro schon sehr viele Rennen. Seine größten Erfolge in dieser Saison sind ein 15. Rang bei Gent – Wevelgem, Rang 7 bei der Stausee Rundfahrt, Rang 11 bei der Bern Rundfahrt und Rang 28 bei den 3 Tagen von De Panne. Eher unauffällig präsentierte sich Rast bei seinen Auftritten bei Tirreno - Adriatico, Mailand – San Remo, der Flandern Rundfahrt und Paris - Roubaix, wo er als Helfer fungierte.

 

Nach längerer Verletzungspause kehrt auch Daniel Schnider in das Phonak Aufgebot zurück. Schnider, der im letzten Jahr den Giro auf Rang 45 beendete, litt im Frühjahr unter starken Atemproblemen und musste sich schließlich operieren lassen. Rechtzeitig zum Giro ist der 31jährige Schweizer allerdings wieder fit und will vor allem beim Prolog, seiner Spezialdisziplin, eine vordere Platzierung herausfahren. Aufgrund seiner Atembeschwerden bestritt Schnider nur wenige Rennen und diese auch nicht besonders erfolgreich. Erste positive Signale sendete Schnider nach seiner Operation mit einem 33. Rang bei der Bern Rundfahrt.

 

 

Komplettierte wird das 9köpfige Aufgebot vom Slowenen Uros Murn. Der 30jährige fährt bis dato eine sehr starke Saison und wird auch beim Giro einige Freiheiten bekommen. Ihn wird die Teamleitung des Öfteren in Ausreißergruppen stecken, denn der Allrounder Murn kann hügeliges Terrain sehr gut meistern, ist endschnell und kann lange Zeit ein hohes Tempo gehen. Zu seinen größten Saisonerfolgen zählt der Etappensieg bei der Auftaktetappe der Katalonien Rundfahrt, wo er den Massensprint eines sprinterlosen Feldes gewann. Hinzu kommen für Murn ein 6. Rang bei Omloop Het Volk, ein 23. Rang beim Amstel Gold Race, Rang 16 bei Haut Var und Rang 36 bei der Flandern Rundfahrt. Dazu bestritt Murn noch die ProTour Rennen Gent - Wevelgem, Paris - Roubaix und den Fléche Wallone, sowie die 3 Tage von De Panne.

 



Erfolgschancen:

Durch die ProTour sind die Erfolgsaussichten bei diesem Giro recht gering. In der Gesamtwertung könnte Valjavec eine Platzierung zwischen Rang 9 und 15 erreichen, bei den Sprints darf man Aurélien Clerc schon die eine oder andere Platzierung unter den ersten Fünf zutrauen und für Daniel Schnider ist beim Prolog auch eine vordere Platzierung möglich.

 

Nachdem es bereits im letzten Jahr nicht geklappt hat eine Giro Etappe zu gewinnen, scheint es auch in diesem Jahr fast unmöglich. Dazu sind Valjavec im Gebirge und Clerc im Sprint im Vergleich zu den Konkurrenten Cunego und Petacchi zu schwach. Einzig Uros Murn könnte aus einer Ausreißergruppe heraus eine Etappe gewinnen. Oder werden wir den endgültigen Durchbruch von Tadey Valjavec erleben?

 


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