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Liberty Seguros Würth - Giro d'Italia 2006

von Christine, Fotos: Cyclingimages



Liberty Seguros gehört zu den Mannschaften, für die der Giro d’Italia in der Saisonplanung nicht die oberste Priorität genießt, Erfolgen bei der Tour de France und bei der heimischen Vuelta a España wird eine höhere Bedeutung beigemessen. Mit einem Mix an erfahrenen und jungen Fahrern möchte man dennoch in den Kampf um die Gesamtwertung eingreifen.

 

Der sportliche Leiter Marino Lejarreta traut sowohl Michele Scarponi als auch Unai Osa und Giampaolo Caruso einen Platz auf dem Podium zu. Vor allem die beiden Italiener Scarponi und Caruso werden vollmotiviert den Kampf um eine gute Platzierung in der Gesamtwertung aufnehmen.

 



Der Kapitän



Kandidat für das Podium? Michele Scarponi.

Auch wenn von mehreren Podiumskandidaten gesprochen wird, eigentlicher Kapitän der Mannschaft ist Michele Scarponi: Beim letztjährigen Giro konnte er seine eigenen Erwartungen und die des Teams nicht einmal annähernd erfüllen – unter anderem weil er durch eine Virusinfektion gehandicapt nicht sein volles Leistungspotential abrufen konnte. Der Giro 2005 wurde somit eine einzige Enttäuschung für den jungen Italiener. Erst bei der Vuelta a España zeigte er an der Seite des damaligen Kapitäns Roberto Heras, dass er durchaus auch im Hochgebirge zu überzeugen vermag. 2006 soll nun alles besser werden. Er hat sich alle Bergpässe sehr genau angeschaut, den letzten Schliff für die Italienrundfahrt holte sich Scarponi bei der Tour de Romandie. Eine konkrete Platzierung als Ziel will Scarponi zwar nicht nennen, wohl um sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Er ist mit seiner Vorbereitung nach eigener Aussage jedoch sehr zufrieden und überzeugt davon, dass er beim Giro 2006 deutlich besser abschneiden wird als im Vorjahr.



Helfer

Am Anfang des Rennens kann sich Liberty Seguros ohne einen Topfavoriten im Team hinter anderen Mannschaften verstecken und dadurch wird auch Giampaolo Caruso auf eigene Rechnung fahren dürfen. Er war 2005 bester Liberty Fahrer beim Giro d’Italia, bei dem er einen 16. Platz in der Gesamtwertun erreichte. Nun strebt er für 2006 eine Verbesserung, wenn möglich eine Top-10-Platzierung, an. Um dieses Ziel zu erreichen hat Caruso so hart wie nie zuvor trainiert und sich alle Bergetappen sehr intensiv angeschaut. Wenn alles „normal“ läuft, wird er aber in den Bergen Scarponi unterstzützen müssen.

 

Unai Osa nimmt bereits zum vierten Mal an dem Giro d’Italia teil. 2001 erreichte er einen dritten Platz bei der Italienrundfahrt. Im Gegensatz zu Caruso und Scarponi hat er sich nicht gezielt auf die Bergpässe des diesjährigen Giros vorbereitet, einige kennt er aber bereits aus der Vergangenheit. Er selbst sieht seine Hauptaufgabe darin, Scarponi zu unterstützen. Sein persönliches Ziel, ein Etappensieg, möchte er trotzdem erreichen und trotz seiner Helferdienste eine gute Platzierung in der Gesamtwertung erreichen.

 

Marcos Serrano ist ein großartiger Teamplayer, der seine Aufgabe darin sieht, seinen Teamkapitän zu unterstützen. 2003 hätte der mittlerweile 33-jährige Gailizier beinahe seine Karriere beendet, 2006 soll er beim Giro d’Italia neben Osa und Caruso vor allem Scarponi unterstützen, aber auch seine Chance in Fluchtgruppen bekommen.

 

Der Polnische Meister von 1997, Dariusz Baranowski, erreichte 2003 noch für CCC Atlas-Polsat fahrend einen guten zwölften Platz beim Giro d’Italia. Baranowski ist in erster Linie ist ein loyaler Fahrer, der sich in den Dienst der Mannschaft stellt, der aber dennoch von einem eigenen Etappensieg bei einer großen Rundfahrt träumt.

 

Der junge Niederländer Koen De Kort bestreitet 2006 seine zweite Profisaison. Mit dem Giro d’Italia bestreitet er erstmals eine dreiwöchige Landesrundfahrt. Große Erwartungen werden an ihn daher nicht gestellt: Er soll vor allem Erfahrung sammeln.

 

Ebenfalls seine erste Grand Tour bestreitet der junge Daniel Navarro. Für ihn gilt ähnliches wie für De Kort: Er soll bei dem diesjährigen Giro erste Erfahrungen bei einer großen Landesrundfahrt sammeln, aber sich auch in den Dienst der Mannschaft stellen.

 

Für Javier Ramírez, der seit 2004 Profi ist,  ist es bereits die zweite Teilnahme am Giro d’Italia. Bereits im Vorjahr gehörte er dem Kader von Liberty Seguros an. Er selbst wird kaum auf eigene Rechnung fahren dürfen, sondern sich an Scarponi & Co. orientieren müssen.

 

Serguei Yakovlev gilt als Schattenmann von Alexnadre Vinokourov, der sich jedoch auf die Tour de France konzentriert. Er hat zwar einen Etappensieg bei der Tour de Suisse auf seinem Konto, dennoch wird er auch beim Giro höchstens mal in Fluchtgruppen zu finden sein. Eigene Ambitionen für den Giro hat er nicht und ohne Vinokourov an seiner Seite, wirkt seine Nominierung eher als Notlösung.



Fazit

Liberty Seguros schickt eine Mischung aus erfahrenen und jungen, talentierten Fahrern zum diesjährigen Giro d’Italia. Michele Scarponi ist der erste Kandidat für den Kampf um die Gesamtwertung, doch auch Giampaolo Caruso, Unai Osa oder Marcos Serrano könnten bei einer Schwäche Scarponis ihrerseits für eine gute Platzierung im Gesamtklassement sorgen. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Teamzeitfahren: Hier wird es für Liberty Seguros darauf ankommen, nicht zuviel Zeit auf die Favoriten Teams zu verlieren. 

 


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