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Platz 1 - Taylor Phinney



Taylor Phinney
© ogkempf.kilu.de

Taylor Phinney

USA

27.06.1990

 

Fahrertyp: Zeitfahrer, Sprinter, Nord Klassiker

Wichtigster Erfolg: zweifacher Weltmeister Einerverfolgung

Team/Verein 2010: Trek - Livestrong u23

Stagiaire: Team RadioShack

Team 2011: BMC Racing Team

Beste Mock-Platzierung: Platz 11 (2009)

Web: taylor.bikecamp.com

 

Selten bringt die U23 Namen hervor, die so bekannt sind, dass sie sogar den deutschen Eurosport Kommentatoren ein Begriff sind. Taylor Phinney ist so ein Name. Der Sohn der beiden Top Radsportler Davis Phinney und Connie Carpenter, er hat also quasi die Vorteile legalen Gendopings genossen, baute diesen Namen schon sehr früh auf der Bahn auf. So wurde er 2008 im Juniorenalter (!) Siebter der olympischen Spiele in Peking in der Einerverfolgung. In den beiden folgenden Jahren gewann er Gold in der gleichen Disziplin bei der Weltmeisterschaft. Einen weiteren WM Titel gewann Phinney als Junior auf der Straße, als er 2007 in Aguascalientes der Konkurrenz im Zeitfahren das denk-bildliche Hinterrad zeigte.

 

Auf der Straße schaffte Phinney letztes Jahr problemlos den Durchbruch zur absoluten Spitze, dies brachte ihm Platz 11 in der Mock List ein. Damals stand schon mehr oder weniger fest, dass „der neue Lance Armstrong“ 2011 im Team des aktuellen Lance Armstrong fahren würde, mit Trek – Livestrong u23 wurde schließlich ein ganzes Nachwuchsteam um ihn herum aufgebaut. So war der Stagiaire Vertrag, den er für eben dieses Team unterzeichnete, alles andere als überraschend. Im Gegensatz zur Anfang September durch die Ticker schießenden Meldung, dass der Amerikaner für vier Jahre bei BMC unterschrieben hat. Was zu dieser Entscheidung geführt hat ist unbekannt, die durch BMC angebotenen vier Jahre sollen den 20 Jährigen überzeugt haben.

 

Seine diesjährige Saison war in etwa das, was man von ihr erwarten konnte; denn eigentlich war gegen den Nachwuchsstar kein Kraut gewachsen. Bei den sparsam gewählten Einsätzen konnte er fast immer überzeugen. Sein größtes Rennen war zugleich auch das erste der Saison, die Tour de Qatar (2.1) mit hochklassiger, internationaler Profikonkurrenz. Im Sprint konnte er Anfang Januar mit Platz sieben und acht zwei Mal die Top 10 ersprinten.

Die Triptyque des Monts et Châteaux (2.2) beendete der Amerikaner mit 12 Sekunden Rückstand auf Bol auf Rang zwei, nachdem er eine Halbetappe im Sprint gewonnen und weitere Etappen auf Platz zwei und vier beendet hatte. Im Zeitfahren allerdings wurde Phinney von sechs anderen Fahrern geschlagen, er bekam von Bol 14 Sekunden auf 8,4 Kilometern eingeschenkt! Eine Sensation? Irgendwie schon, denn bei einem Sturz auf regennasser Fahrbahn verlieren Fahrer meist wesentlich mehr Zeit als Phinney hier Rückstand hat. Ohne diesen Sturz hätte er die Konkurrenz wohl ein weiteres Mal zerstört. Zerstört hat der Sturz auch sein Knie, welches nach der Rundfahrt entzündete und eine Pause erforderte.

Danach zerstörte er dann wieder Feinde; dieses Mal in den Niederlanden, bei der Olympia’s Tour (2.2). Dort zeigte er Mitte Mai seine wohl beeindruckendste Show. Beim Prolog über 10km nahm er Mannschaftskamerad Sergent 17 Sekunden ab, der Drittplatzierte Durbridge bekam 27 Sekunden mit auf den Weg. Die nächste Etappe gewann der Amerikaner dann im Massensprint vor Coen Vermeltfoort, auch die folgende Etappe endete im Massensprint. Dieses Mal konnte van Poppel sich vor Vermeltfoort platzieren, an Phinneys drittem Saisonsieg änderte das aber nichts. Auf den nächsten drei Etappen sprangen zwei zweite und ein Siebter Platz heraus, bevor Taylor Phinney im abschließen Zeitfahren wieder den Sieg davon trug. Dieses Mal war der Vorsprung etwas knapper, allerdings hatte der Amerikaner mit zugenommenem Wind abzurechnen. In der Gesamtwertung hatte er letztendlich 1:17 Vorsprung auf den zweiten und ersten Mini-Rabo Vermeltfoort. Eine Demonstration bei dem Rennen, welches die Mini-Rabos davor ununterbrochen seit 2002 gewinnen konnten.

Ende Mai gewann Taylor zum zweiten Mal in Folge die U23 Version von Paris – Roubaix (1.2U).

 

Bei der Thüringen – Rundfahrt (2.2U) hatte Phinney augenscheinlich keine Topform mehr, denn dort konnte er sich mit zwei Mal Platz drei sowie einmal Platz vier und sieben nur im Sprint hervortun. Für andere Fahrer ein Erfolg, beim Trek Piloten gehen diese Ergebnisse unter.

 

Sein Debut als Stagiaire gab er bei der Dänemark – Rundfahrt, die ein Zeitfahren für ihn bereit hielt. Oder besser, bereit gehalten hätte, wenn er nicht auf der ersten Etappe gestürzt wäre, sich sein Knie verletzt und bei Etappe vier aus Vorsorge das Rennen verlassen hätte.

So blieb der Auftritt in Dänemark wohl der einzige im RadioShack Trikot.

 

Im Westen nichts Neues – die Tour de l’Avenir stand Anfang September auf dem Programm. Das Knie war wieder in Ordnung, das Zeitfahren wurde vor Dowsett und Matthews gewonnen, der Sturz folgte auf Etappe zwei.

So scheint der größte Feind dieses Ausnahmeradfahrers das Radfahren zu sein. Denn wer so oft stürzt, muss wohl von der Pech – These Abstand nehmen.

 

Bei der WM sollte Phinney im Zeitfahren kaum zu schlagen sein. Wenn er keine Asphaltprobe nimmt. Denn bei der amerikanischen Zeitfahr Meisterschaft gewann er Mitte September den Titel; vor Levi Leipheimer! Im Straßenrennen WM ist er sicher auch zu beachten, bei „Fahrertyp“ im Kopf dieses Dokuments würde sich auch „Allrounder“ als Beschreibung anbieten. Allerdings sind dies oft Fahrer, die alles ein bisschen und nichts richtig können. Dies trifft auf den 20 Jährigen aber keinesfalls zu. In seiner ersten Profisaison wird er zweifellos gleich einige Erfolge einfahren können, im Zeitfahren muss er sich schon jetzt nicht vor den Profis verstecken. In Zukunft könnte der Weg vielleicht sogar in Richtung Rundfahrer gehen, noch ist das Hochgebirge seine absolute Achillesferse, aber bei seinem schlanken Körperbau und seinem Talent ist dieser Weg eigentlich vorgezeichnet.

 

Nominiert von allen, geschrieben von ogkempf


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