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Platz 15 - Boy van Poppel



Boy van Poppel
© ogkempf.kilu.de

Boy van Poppel

Niederlande

18.01.1988

 

Fahrertyp: Sprinter

Wichtigster Erfolg: Junioren Weltmeister Cross

Team/Verein 2010: Rabobank CT

Stagiaire: -

Team 2011: UnitedHealthcare

Beste Mock List-Platzierung: neu

Web: www.boyvanpoppel.nl

 

Bei so einem Nachnamen stellt sich zuerst immer die Frage nach der Verwandtschaft. Ist er es, oder ist er es nicht? Die Antwort ist ja, er ist der große Bruder vom auf der Straße und im Feld erfolgreichen Junioren Danny van Poppel. Er ist auch der Sohn vom ehemaligen Topsprinter und momentanen Cervelo Teamleiter Jean-Paul van Poppel. Dass die ehemalige erfolgreiche Radsportlerin Leontien van der Lienden seine Mutter ist und die kleine Schwester Kim nationale Meisterin bei den Nieuwelingen sowohl im Cross als auch auf der Straße war, macht die Radsportmärchenfamilie perfekt.

 

Wie auch seine kleinen Geschwister vollzog Boy, dessen in den Niederlanden durchaus verbreiteter Vorname für deutsche Ohren ein wenig albern klingt, den Spagat aus Querfeldein und der Straße. Er tat dies so perfekt, dass er 2006 bei der Heim WM in Zeddam im Cross zum Anwärter auf Edelmetall avancierte. Seine zwei Hauptkonkurrenten, Robert Gavenda, vor allem aber der zu jener Zeit fast unschlagbare Tom Meeusen, erschienen allerdings im Vorraus eine Nummer zu groß. Jedoch konnten die beiden Toppfavoriten auf dem flachen Kurs mit knüppelhart geforenem Boden den schnellen van Poppel nicht abschütteln. Auf der letzten Runde machte der Niederländer dann kurzen Prozess mit dem Slowaken und dem Belgier und gewann den Weltmeistertitel.

 

Nach diesem Weltmeistertitel schloss er sich dem Rabobank CT an. Obwohl dort auch eine Querfeldein Vertretung vorhanden war, ließ er sein Cross Talent im Feld versanden und konzentrierte sich mehr und mehr auf die Straße. Die Erfolge in der ersten Saison in der U23 waren mäßig, einzig ein vierter Platz hinter drei Ausreißern und vor Matti Breschel ließen wirklich erahnen, dass van Poppel die schnellen Beine seines Vaters geerbt hat. Vielleicht hätte er noch mehr gute Ergebnisse herausfahren können, in der Teamhierarchie stand er allerdings hinter Vermeltfoort, Leezer und vor allem Tom Veelers, die in ihrer Entwicklung bereits weiter waren als van Poppel.

 

2008 hatten Veelers und Leezer das Team verlassen, die Situation des Utrechters verbesserte sich dadurch aber nicht. Coen Vermeltfoort hatte im Winter einen enormen Sprung gemacht, der ihm am Jahresende sogar zu Platz eins in der Mock List verhalf. Außerdem verpflichtete das Team die belgischen Sprinter Lodewyck und van Staeyen, die ebenfalls tolle Resultate ersprinteten. Nichtsdestotrotz konnte van Poppel seine Bilanz deutlich ausbauen. Erneut bei der Tour of Ireland (2.1) , konnte er mit Platz vier im Sprint hinter Cavendish, Dean und Kristoff beweisen, dass er schon gegen die Profis anstinken konnte. Mit zwei weiteren neunten Plätzen auf den nächsten beiden Etappen untermauerte er dies. Im September folgte sogar der erste Saisonsieg. Auf der fünften Etappe der Tour of Missouri (2.1) feierte er vor van Staeyen einen Rabobank CT Doppelsieg. Auf den weiteren Plätzen folgten Kevin lacombe und – man höre und staune – Mark Cavendish. Mit zwei achte Plätze auf den beiden nächsten beiden Etappen bewiesen wieder, dass van Poppel regelmäßiger geworden war.

 

Das schöne bei den Mini Rabos ist, dass jedes Jahr die stärksten Fahrer zu Profiteams wechseln und den Fahrer der zweiten Reihe, zu einem großen Teil selbst Toptalente, sich die Chance bietet, selbst in die erste Reihe zu rücken und Erfolge zu feiern. Van Poppel allerdings konnte diesen Umstand kaum genießen. Klaas Lodewyck verließ das Team zwar und Coen Vermeltfoort litt am Pfeifferschen Drüsenfieber, allerdings beschloss Bahn Superstar Theo Bos seine Karriere auf die Straße zu verlegen; im Rabobank CT. Nichtsdestotrotz konnte der Niederländer seine im Vorjahr verzehnfachten Punkte noch einmal verdoppeln. Beibehalten konnte er die Anzahl der Siege; denn bei der Tour de Normandie (2.2) gewann er die dritte Etappe im Sprint. Hinzu kamen zwölf weitere Top 10 Platzierungen, wobei der zweite Platz bei der Schaal Sels (1.1) besonders bemerkenswert war.

 

2010 ging Boy van Poppel in seine letzte U23 Saison. Bos verließ das Team zu Cervelo, Michael van Staeyen sprintet bei Topsport Vlaanderen, die neuen Sprinttalente aus dem Juniorenbereich sind noch keine Gefahr für van Poppel, alles wäre perfekt gewesen, wenn der vermalledeite Coen Vermeltfoort nicht wieder zurück zu alter Stärke gefunden hätte. Und so hatte van Poppel erneut einen Mann im eigenen Team vor der Nase. Und dieser Vermeltfoort war objektiv betrachtet einfach einen Tritt besser. So blieb eine erneute große Verbesserung auch aus. Der 22 Jährige hat prinzipiell seine Vorjahressaison bestätigt, beziehungsweise leicht verbessert; er hat bisher 20 Top 10 Platzierungen. Erneut konnte er einen Sieg verbuchen, einen Sprinterfolg bei der Kreiz Breizh Elites (2.2) in Frankreich. Bei der Chateauroux Classic (1.1) wurde er Fünfter, auf der achten Etappe der Portugal – Rundfahrt (2.1) wurde er Zweiter. Bei der Olympia’s Tour (2.2), dem Saisonhöhepunkt für niederländische CTs, fungierte der Sprinter als Anfahrer für Coen Vermeltfoort. Trotz dieser Rolle konnte er auf den Etappen Zweiter, Dritter und zwei Mal Vierter werden.

 

Obwohl Boy van Poppel teamintern in seiner gesamten U23 Zeit nie die Nummer eins im Sprint war, beweist er seit drei Jahren Profitauglichkeit. Bei Rabobank hat er trotzdem keinen Vertrag erhalten, da dort die Sprintschwäche der vergangenen Jahre unter Anderem durch Vermeltfoort und Bos abgestellt sein sollte. Stattdessen geht van Poppel in die USA, zum UnitedHealthcare Team, das zum PCT aufsteigen will. Dort wird er auf Robert Förster treffen, von dem er sicher Einiges lernen kann. Zusammen sollten sie dem amerkanischen Kontinent im Sprint das Fürchten lehren können. Wie oft UnitedHealthcare in Europa auftreten wird bleibt allerdings abzuwarten.

 

Nominiert von wagenge, virtualprofit, ogkempf & Offi, geschrieben von ogkempf



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