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Platz 19 - Carlos Alberto Betancur

Carlos Alberto Betancur

Kolumbien

13.10.1989

 

Fahrertyp: Bergfester Allrounder

Wichtigster Erfolg: Sieg Baby Giro, 2. Straßen Weltmeisterschaft Mendrisio 2009

Team 2010: Indeportes Antioquia – IDEA – FLA – Lotería de Medellín

Stagiaire: -

Team 2011: Acqua & Sapone

Beste Mock List-Platzierung: neu

Web: -

 

Schon das zweite Jahr in Folge ist der Baby Giro (2.2) fest in kolumbianischer Hand. Verdankte Cayetano Sarmiento 2009 seinen Erfolg noch einigen Stürzen und Defekten auf der letzten Etappe über die Strade Bianche, so ließ Carlos Alberto Betancur in diesem Jahr nie einen Zweifel an seinem Sieg aufkommen. Auf den beiden Königsetappen nach Gallio Melette und hinauf zur Cima Grappa demontierten Betancur und seine kolumbianischen Teamkollegen das gesamte Fahrerfeld und der Fahrer aus Antioquia gewann beide Etappen spielerisch. Besonders auf der fünften Etappe zur Cima Grappa konnte Betancur alle seine Stärken ausspielen und dem mystischen Nationalheiligtum, vor allem aber der schweren Steigung mit seiner extrem offensiven, kolumbianischen Fahrweise den Stempel aufdrücken. Über zweieinhalb Minuten gab Betancur seinem Teamkollegen Beltran und den italienischen Assen mit. Keine Frage, bereits nach der Hälfte des Rennens war die Rundfahrt für Betancur entschieden.

 

Sicherlich überraschend die Deutlichkeit dieses Sieges, nicht jedoch der Fahrer. Bereits zur Juniorenzeit ab 2005 mischte Betancur vorne bei den kolumbianischen Rennen mit. So gewann er einige kleinere regionale Rennen, aber auch in Ecuador. Im Jahr 2007 wurde er kolumbianischer Vizemeister auf der Straße im Rennen der Junioren.

 

Richtig durchstarten konnte er dann im Jahr 2009 mit dem Wechsel in die Klasse U23. Gleich bei seiner ersten Teilnahme entschied er das wichtigste U23 Rennen für den kolumbianischen Nachwuchs. Bei der dortigen Landesrundfahrt in der Klasse U23 gewann Betancur die vierte Etappe und platzierte sich im abschließenden Zeitfahren so gut, dass er am Ende elf Sekunden vor Edison Mahecha lag und somit seinen ersten größeren Erfolg feiern konnte. Ein Auftritt mit dem er sich nachhaltig die Aufmerksamkeit seines nationalen Auswahltrainers erarbeitete, der ihn so gleich im August zu seinem ersten Rennen nach Europa schickte. Dabei handelte es sich um den Giro della Valle d'Aosta (2.2), eine echte Härteprobe für junge Fahrer. So kratzt man dort schließlich Jahr für Jahr alles an Anstiegen zusammen, was das kleine Tal im Nordwesten Italiens so hergibt. Ideales Terrain also für einen Kolumbianer. Und auch wenn sich Betancur nicht in der Gesamtwertung empfehlen konnte, so hinterließ er doch an den Bergwertungenen einen bleibenden Eindruck. Die schwersten Anstiege wie z.B. der Col de la Croisette waren gerade recht genug, um am Ende das Trikot des Bergbesten aus der Rundfahrt mit hinaus zu nehmen. Im September gesellte sich dann noch der zweite Platz beim Eintagesrennen GP Industria del Cuoio e delle Pelli hinzu. So kam man in Kolumbien einfach nicht umher, den jungen, aufstrebenden Fahrer auch für die Weltmeisterschaften in Mendrisio Ende September zu nominieren. Dies sollte sich für das Team, dass auch ohne den der U23-Klasse entwachsenen Titelverteidiger Fabio Duarte sehr stark besetzt war, als Glücksgriff erweisen. Zwar reichte es nicht zum erneuten Sieg, aber Carlos Betancur konnte am Ende eines sehr schweren Rennens hinter dem enteilten Romain Sicard, den Russen Egor Silin im Sprint um den zweiten Platz schlagen und sich so die Silbermedaille sichern. Ein verdienter Lohn für eine sehr starke Mannschaftsleistung nach typisch kolumbianischer Fahrweise. Von vorne in den Anstieg rein und dann mal schauen wer noch dran bleiben kann.

 

So ging Carlos Betancur oder auch Betancourt – scheinbar geht beides – mit einem sehr starken Herbst 2009 in die aktuelle Saison. Zunächst einmal stand im Mai die Titelverteidigung bei der Kolumbienrundfahrt im U23-Bereich an. Trotz des Gewinns der Königsetappe, kam Betancur am Ende nicht über den fünften Platz in der Gesamtwertung hinaus. Eine Enttäuschung, gemessen am letzten Jahr. Sieht man die Rundfahrt allerdings nur als Einrollen für den dann enorm erfolgreichen Baby Giro im Juni, kann man natürlich schon wieder enorm zufrieden sein. Im August nahm Carlos Betancur dann auch erstmals an der Vuelta a Colombia (2.2) für Profis teil. Gleich das Mannschaftszeitfahren konnte er mit seinem Team gewinnen. Sonst sprang noch ein dritter Etappenplatz heraus. Den Rest der Rundfahrt verbrachte Betancur dann aber eher zum Lernen und als Unterstützung für den späteren Gesamtsieger Henao. Die Anstrengungen bei diesem Rennen fordern bekanntlich ihren Tribut, so ist wohl kein so erfolgreicher Herbst wie im Vorjahr zu erwarten. Gleichwohl ist Betancur sicherlich auch beim Clásico RCN Ende September die ein oder andere gute Platzierung zuzutrauen.

 

Auch wenn er bereits im Hochgebirge seine Klasse zeigen konnte, scheint Betancur aufgrund seiner Explosivität und auch der vorhandenen Sprintstärke vermutlich ein Fahrer für kleinere Rundfahrten und mittelschwere bis schwere Eintagsesrennen zu sein. Wohin sein Weg führen wird, hängt natürlich auch maßgeblich davon ab, wie ihn sein neues Team dann 2011 einsetzen wird, bzw. in welchen Rennen. Denn wie schon zur Saison 2010 mit Cayetano Sarmiento gelang es Acqua & Sapone den Sieger des Baby Giro unter Vertrag zu nehmen. Dort erwartet ihn zunächst einmal harte Konkurrenz, aber eben auch die nötige Ausbildung und sind wir mal ehrlich, wer mit diesen dicken Waden an einem Anstieg wie dem Monte Grappa allen davonfliegen kann, der kann soetwas sicherlich auch an jedem anderen Anstieg der bunten Radsportwelt. Sicherlich mit der ein oder anderen Anlaufzeit, aber gerade die aktuelle junge Generation kolumbianischer Radsportler hat das Zeug in die großen Fußstapfen von Lucho, Fabio, Patrocinio & Cochise zu treten.

 

Nominiert von ocana, ogkempf & Offi, geschrieben von ocana



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