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Platz 5 - Enrico Battaglin

Enrico Battaglin

Italien

17.11.1989

 

Fahrertyp: schwere Hügelrennen

Wichtigster Erfolg: Sieg Giro delle Regioni 2010

Team 2010: Zalf Desireè Fior (Italien)

Stagiaire: -

Team 2011: noch offen

Beste Mock List-Platzierung: neu

Web: www.facebook.com

 

Sicherlich ist der Name Battaglin dem ein oder anderen Radsportfan noch ein Begriff. Im Jahr 1981 war Giovanni Battaglin nach Eddy Merckx erst der zweite Fahrer, der Vuelta a España und Giro d’Italia innerhalb eines Jahres gewinnen konnte. Dass damals nicht einmal eine Woche zwischen diesen beiden Rundfahrten lag, macht eine solche Leistung nur noch eindrucksvoller. Umso erstaunlicher, dass unser Enrico in keinem Verwandtschaftsverhältnis zu Giovanni steht, auch wenn beide im gleichen Ort Marostica im Veneto geboren wurden und dort leben. Dennoch war der Vater von Enrico ebenfalls auf dem Rad unterwegs. Allerdings als Amateur fernab der ganz großen Radrennen. Dennoch nennt Enrico ihn als sein Vorbild und als denjenigen von dem er die Liebe zu diesem Sport hat. Vom berühmten Giovanni fährt er immerhin die Radmarke.

 

Wie schon Filippo Pozzato, der in der Nähe wohnt und auch schon mal Trainingspartner ist, begann Battaglin seine Karriere beim Team Sandrigosport. Dort konnte er sich bereits in den Jahren 2005 bis 2007 bei einigen bekannten italienischen Juniorenrennen hervortun. Besonders erwähnenswert dabei gute Platzierungen bei der Tre Ciclistica Bresciana. Dort wurde er 2007 dann auch Dritter in der Gesamtwertung hinter dem Superjunior Diego Ulissi und Omar Lombardi. Dazu gesellten sich der zweite Gesamtplatz beim Trittico del Veneto im Locatell-Brüder-Sandwich und schließlich ein Etappensieg beim Giro della Lunigiana. Dort konnte er immerhin einen Michal Kwiatkowski im Sprint hinter sich lassen. Bilanzieren kann man die Juniorenjahre von Battaglin also mit einigen guten Rennen im Sprint-, aber auch Hügelbereich.

 

Im Jahr 2008 sollte Battaglin dann zu Zalf Desirèe Fior wechseln und somit Teamkollege von heute schon im Profibereich bekannten Fahrern wie Daniel Oss, Simone Ponzi und Sacha Modolo werden. Fahrer, die bei jedem italienischen Rennen in der Lage waren auch zu gewinnen. So siegte das Team in diesem Jahr bei 35 von 140 Rennen an denen sie teilnahmen und fuhren außerdem zig Top Ten Platzierungen ein. Zehn dieser Platzierungen gingen auf das Konto des Neulings Battaglin. Für seinen ersten und einzigen Sieg des Jahres ließ sich Battaglin dann aber lange Zeit. Erst am 7. Oktober triumphierte er bei der Coppa San Daniele im Friaul. Auch wenn man bei dem Namen des Rennens zwangsläufig an Schinken denken muss, ist es nicht so leicht zu gewinnen, weil hier einige doch schwierigere Anstiege bewältigt werden müssen.

 

Für das Folgejahr 2009 stellten sich dann zumindest in Quantität mehr Ergebnisse für Battaglin ein. So konnte er in diesem Jahr elf mal das Podium eines Rennens erklimmen, wenn auch wie schon 2008 nur einmal als Sieger. Insgesamt kam er auf 26 Platzierungen in den Top Ten.

Das erste auffälligere Ergebnisse gab es im April beim GP Palio del Recioto (1.2). Dort belegte Battaglin den achten Rang. Auf der dritten Etappe des Giro del Friuli Venezia Giulia (2.2) im Mai belegte er im Sprint hinter Kristjan Koren und Dominik Nerz den dritten Platz und wurde am Ende Sechster der Gesamtwertung. Nach einem dritten Platz in San Vendemiano, dauerte es auch nur bis zum Juli, ehe der erste und einzige Saisonsieg eingefahren wurde. Der Giro della Valli Aretine (1.2) feierte seinen fünfzigsten Geburtstag und Battaglin verwies mit einigen, wenigen Sekunden Vorsprung Matija Kvasina und den Teamkollegen Gianluca Brambilla auf die Plätze. Auch noch zu erwähnen ist in diesem Jahr der guten Platzierungen sein zweiter Platz auf der zweiten Etappe des Giro delle Valli Cuneesi nelle Alpi mit stark ansteigender Zielgerade in Sampeyre. Hinter Canolo und vor Modolo. Einer von nicht wenigen Zalf-Dreifachsiegen. Während der Rundfahrt blitzten auch erste Hochgebirgseigenschaften auf. Denn am Ende konnte Battaglin den neunten Platz belegen.

 

Durch den Abgang von Sacha Modolo und Gianluca Brambilla, seines kongenialen Partners bei vielen Rennen, zu den Profis fiel Enrico Battaglin für die Saison 2010 die Aufgabe des Kapitäns bei Zalf zu. Eine Rolle, die er im Laufe dieses Jahres mehr als nur zu erfüllen wusste. Zudem dominierte das Zalf Team in diesem Jahr den italienischen U23 Bereich nach Belieben. Bei 120 Rennstarts wurde mehr als ein Drittel aller Rennen gewonnen. Zum fleißigsten Siegessammler avancierte nun eben Enrico Battaglin und zwar mit einer völlig natürlichen Selbstverständlichkeit. Eben wie man es von ihm erwartet hatte.

Diesmal gab es den ersten Saisonsieg daher auch schon im März zu feiern. Battaglin konnte den GP San Giuseppe (1.2) im Sprint auf einer stark ansteigenden Zielgerade gewinnen. Übrigens feierte das Rennen auch hier seinen 50. Geburtstag. Und auch beim schweren GP Palio del Recioto (1.2U) war er vorne zu finden und belegte den zweiten Rang hinter dem Slowenen Blaz Furdi. Wie schwer mit ihm 2010 und in Zukunft zu rechnen sein würde, zeigte Battaglin dann Ende April beim Giro delle Regioni (2.NC), der nach einem Jahr Pause wieder in auf zwei Etappen verkürzter Form zum Nations Cup gehören sollte. Das internationale Startfeld dominierten die Italiener zweimal nach Belieben. Die erste Etappe gewann Battaglin selbst im Sprint vor GP della Liberazione-Sieger Jan Tratnik. Auf der zweiten Etappe siegte dann Angelo Pagani solo, während Battaglin dahinter das Feld kontrollierte und mit dem zweiten Etappenplatz aus der ersten Verfolgergruppe heraus seinen Gesamtsieg perfekt machen konnte. Nur Tage später folgten mit den Rennen Memorial Secondo Marziali und Monte San Pietrangeli in den Marken zwei weitere Battaglin-Erfolge an einem Wochenende. Einmal im Massensprint, einmal im Sprint aus einer kleineren Gruppe, die nach zahlreichen, kürzeren Anstiegen noch übrig war. So ging Battaglin wohl schon etwas über seinen ersten Jahresformhöhepunkt im Juni dann in den Baby Giro (2.2). Dort konnte er nicht mehr als den dritten Rang auf der hügeligen ersten Etappe um Cairo Montenotte erreichen. Ohne dem kolumbianischen Dauerfeuer im Hochgeirge gewachsen zu sein und auch ohne sich innerhalb der weiteren acht Etappen in Szene zu setzen, belegte Battaglin am Ende den 12. Rang in der Gesamtwertung. Sicherlich eine kleine Enttäuschung, aber auch ein Fingerzeig, dass seine Stärken eher woanders zu finden sind. Diese konnte er dann erneut beim Giro delle Valli Cuneesi nelle Alpi zeigen. Etappensieg auf der zweiten Etappe mit einer knackigen Schlusssteigung. Platz Fünf in der Gesamtwertung und der sechste Rang auf der sehr schweren Bergankunft am Colle Fauniera zeugen dann doch von Fähigkeiten im Hochgebirge, auch wenn es ganz nach vorne noch deutlich fehlt.

Den siebten Saisonsieg gab es schließlich Mitte August beim schweren Eintagesrennen GP Capodarco (1.2). Stefano Locatelli und Julian Arredondo konnten dem Punch Battaglins nichts entgegensetzen. Im Trikot der italienischen Nationalmannschaft siegte Battaglin dann noch einmal bei einem Massensprint. Mitte September gewann er Milano-Rapallo.

 

Für eben jene Nationalmannschaft wird Battaglin dann in Melbourne als Kapitän gemeinsam mit seinen Teamkollegen Stefano Agostini und Sonny Colbrelli um das Regenbogentrikot kämpfen. Sein Jahr hat gezeigt, dass ihm zumindest die Steigungen gar kein Problem machen sollten und auch wenn es zum Ziel hin nicht bergauf geht, so hat sich der „Passista“ bereits in Massensprints beweisen können. Allerdings – und dies ist das insgesamt größte Fragezeichen hinter Enrico Battaglin – immer bei italienischen Rennen und kaum gegen internationale Spitzenkonkurrenz. Das muss natürlich nicht viel heißen, kann aber gegen die richtig starken U23 Fahrer auch ein enormer Nachteil sein.

 

Das Jahr 2011 steht für Battaglin dann noch offen. Gerüchteweise sollte er das junge Team Colnago CSF verstärken, aber fix ist da bislang noch nichts. Auch ein letztes Jahr in der U23 für Zalf scheint möglich. Angesichts der bisherigen Ergebnisse wird das aktuelle dann aber natürlich schwer zu toppen sein.

 

Nominiert von allen, geschrieben von ocana



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