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Platz 21 - Michal Kwiatkowski

Michal Kwiatkowski

Polen

02.06.1990

 

Fahrertyp: Allrounder

Wichtigster Erfolg: Etappensieg Slowakei - Rundfahrt

Team/Verein 2010: Caja Rujal

Stagiaire: -

Team 2011: Radio Shack

Beste Mock-Platzierung: neu

Web: -

 

Polen treffen wir nicht oft an in der Mock List. Im Eröffnungsjahr 2004 trafen wir auf Blazej Janiaczyk, letztes Jahr erreichte Jaroslaw Marycz Platz 32. Dieses Jahr finden wir neben dem Europameister Gawronski sogar einen zweiten Polen in der Liste. Wie Marycz – und damit überhaupt dem osteuropäischen Trend der letzten Dekade folgend – versuchte Kwiatkowski sein Glück in der U23 Zeit im Ausland; nämlich in Spanien.

 

Ein U23 Team zu finden sollte dabei kein Problem gewesen sein, denn es gibt immer gute Junioren, aber nur wenige wirklich Ausnahmekönner. Kwiatkowski war so ein Superjunior – und dabei teilt er sich ein Geburtsjahr mit zwei anderen Superjunioren, Peter Sagan und Taylor Phinney.

Bereits 2007 im ersten Juniorenjahr konnte der Pole sieben Rennen gewinnen, unter ihnen der Wettkampf um die Europameisterschaft, bei der er auch Silber im Zeitfahren gewann. Im Folgejahr gewann Kwiatkowski sogar elf internationale Rennen; und zwar die Größten. Die Trofeo Karlsberg, die Europameisterschaft im Zeitfahren und auch die Weltmeisterschaft in der selben Disiplin. Dies führte dann folgerichtig auch zum Gewinn des Weltcups der Junioren.

 

Die anderen beiden Ausnahmekönner Sagan und Phinney schafften es gleich in ihrem ersten U23 in die Mock List, Kwiatkowski scheiterte, wenn auch knapp. Seine Saison war toll für einen Erstjährigen, sie war aber keine wirklich Explosion. Statt eines großem Nachwuchsteams hatte er sich vorerst dem kleinen, polnischen Eliteteam MG Kvis – Norda Piacific angeschlossen, dort traf er dann auch auf den eher genannten Gawronski und seinen scheinbar vergleichsweise eher talentfreien und drei Jahre älteren Bruder Radoslaw. Dieses kleine Team kam überraschend, da Kwiatkowski mit dem Interesse von Rabobank CT rechnen konnte. Er wurde Ende 2008 sogar direkt als Neo beim italienischen Profiteam Amica gemeldet. Auch beim Continental Team Nippo – Endeka hatte er scheinbar schon unterschrieben.

Mit dem Gewinn der polnischen U23 Meisterschaft konnte Kwiatkowski immerhin seine Trikotsammlung weiter anreichern. Ansonsten mischte er sich beim hügeligen Giro del Mendrisiotto (1.2) als Siebter unter ein paar Profis, beim GP della Liberazione (1.2U) sprintete er Rang vier und auf der zweiten Etappe der Slowakei – Rundfahrt verwies er im Massensprint sogar alle Fahrer, auch Roger Kluge, auf die Plätze, sodass er seinen ersten Profisieg feiern konnte.

Für die Weltmeistermeisterschaft wurde der damals 19 Jährige vom polnischen Verband für beide Rennen nominiert, entscheidend ins Renngeschehen eingreifen konnte er aber nicht.

 

Im neuen Jahr vollzog Kwiatkowski dann den bereits angedeuteten Wechsel nach Spanien, zu Caja Rujal. Auch hier gingen ein paar Transfer Verwirrspiele an vorab. Erst sollte Quick Step das Team des Polen werden, dann Caisse d’Epargne. Zu guter Schluss wurde es ein Vorvertrag mit Caisse und noch ein Jahr in der U23.

Bei Caja Rujal hatte der 20 Jährige die Chance an größeren Rennen teil zu nehmen, so sprintete er bei der Vuelta a Castilla Leon (2.1) auf der von Theo Bos gewonnenen Eröffnungsetappe auf Platz sieben. Beim hügeligen von Angel Vicioso gewonnenen GP Llodio (1.1) verpasste er die erste Gruppe. Als Zweiter im Sprint der nächsten Gruppe wurde er Zehnter.

Seine stärkste Saisonphase hatte Kwiatkowski bei der heimischen Szlakiem Grodow Piastowskich, dort zeigte er nicht nur Klasse, er stellte auch seine noch immer vorhandene Allroundstärke unter Beweis. Platz acht auf der ersten Etappe, auf der recht schweren zweiten Etappe Platz sieben, das von Lukasz Bodnar gewonnene Zeitfahren der dritten Etappe schloss er als Dritter ab, die Rundfahrt insgesamt beendete der junge Pole als Vierter. Er gehörte demnach überall zu den Besten, der Beste war er nie. Dies ist der Fluch eines Allrounders und bei Kwiatkowski besteht die Gefahr, dass er keine Mittel gegen diesen Fluch findet und als Profi in der Mittelmäßigkeit beziehungsweise in der Helferrolle verschwindet.

Auch wenn die Resultate nicht mehr so stark wie in Polen waren, auch den Rest der Saison war alles andere als anonym. Ein fünfter Platz bei der Volta Alentejo (2.1) mit einem daraus resultierenden siebten Gesamtrang können dieses Jrh zum Beispiel nur wenige U23 Fahrer vorweisen. Dass die Form auch in Richtung WM stimmt bewies unlängst die Tour de l’Avenir. Platz drei im Sprint hinter Degenkolb und Matthews war dort sein bestes Resultat.

 

Da Caisse nächstes Jahr Movistar wird, wird dies das erste Profiteam Kwiatkowskis. Bei der WM ist er sicher zu beachten. Trotz des ganz schwachen Zeitfahrens in der Avenir könnte er im Zeitfahren ein Wörtchen mitreden, als Außenseiter. Der Kurs des Straßenrennens liegt ihm auch. Allerdings gilt auch dort; es gibt für alle Rennsituationen eigentlich Fahrer, die ihn schlagen sollten. Nichts desto Trotz ist ein plötzlicher Leistungssprung und damit über kurz oder lang der Sprung in die Weltklasse der Profis alles andere als unmöglich; Sagan und Phinney haben sich zwar schneller entwickelt als der Pole, aber sein Talent ist unbestritten. Und Talent kommt in den meisten Fällen „von selbst“ nach oben. Und das oft schneller als man denkt.

 

Nominiert von wagenge, ogkempf & chreezer, geschrieben von ogkempf


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