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Bouygues Telekom - Vuelta 2005

Text: glgnfz



Erfolgschancen

Faszinierenderweise will die Teamleitung laut eigener Aussage, dass in der Vuelta für den Glücksritter der Tour de France 2004 mit dem eigenwilligen Fahrstil am Berg, Thomas Voeckler, gefahren wird. Meiner Ansicht nach werden sie schnell umdenken müssen und in Bezug auf die Gesamtwertung auf „Nasenmann“ Fedrigo oder Yus umschwenken müssen, wobei bei ganz nüchterner Betrachtung auch für diese beiden kein Platz in den Top 20 herausspringen dürfte.

 

Etwas deprimierend ist noch dazu die Tatsache, dass sie (mit Ausahme von Brochard) mit ihrem absoluten Top-Team antreten.

Ihre beste Chance dürfte es sein mit Pineau und Geslin und bedingt Charteau auf die Jagd nach Etappensiegen zu gehen, oder im Sprint die Bahn für den kleinen Chavanel freizuschaufeln, der in der Vergangenheit schon ordentliche Endschnelligkeit nachweisen konnte.

 

Vermutlich die spannendste Entscheidung wird die sein, ob man es schaffen kann, den letzten Platz in der Mannschaftswertung zu vermeiden!



Kader

Anthony Charteau: Eine Flucht auf einer Bergetappe würde sich für Charteau empfehlen, der ausreichend bergfest ist, um bei günstiger Konstellation vielleicht sogar eine Etappe abzuschießen. 2005 konnte er bisher am ehesten mit seinem Etappensieg bei der Katalonien-RF glänzen.

 

Sébastien Chavanel: In dieser Mannschaftsaufstellung kann man ihn noch am ehesten als „Sprinter“ bezeichnen. 2004 hat er mit drei Etappensiegen die Tour de l’Avenir aufgemischt und eine Etappeder Tour de la Région Wallonne abgeschossen, aber 2005 war bisher nicht sein Jahr. Trotzdem darf man darauf gespannt sein, wie er sich in Massensprints der Vuelta verkaufen wird.

 

Yohann Gène: Ein - aus welchen Gründen auch immer - völlig vergeigtes Neo-Jahr kann er mit einem positiven Ausrutscher bei der Vuelta für sich und die Fans positiver gestalten.

 

Pierrick Fedrigo: Der von mir schon lange geschätzte Nasenmann, welcher zudem noch im auffälligen französischen Meistertrikot starten darf, dürfte der aussichtsreichste Kandidat der Bouygues-Jungs auf eine ordentliche Platzierung im Gesamtklassement sein. Bei der Tour war er schon 46. – da dürfte bei der „Viertgrößten“ Rundfahrt im Weltradsport doch noch einiges mehr drin sein.

An Siegen hat er in diesem Jahr neben der französischen Meisterschaft noch die Gesamtwertung der 3 Tage von Dünkirchen und den Sieg im Klassiker Cholet - Pays-de-Loire stehen. Eigentlich ein gutes Ergebnis ist sein 8. Platz bei der Trophée des Grimpeurs, aber wenn man sich die vor ihm liegenden Fahrer ansieht, sollte dieses Rennen nicht herangezogen werden, um seinen Palmarès darzustellen.

 

Anthony Geslin: Wie Fedrigo hat auch Geslin schon die Tour de France in den Beinen, wo er mit Platz 97 die Top 100 knapp erreichte, aber auf einigen Etappen auf sich aufmerksam machen konnte. Sein einziger Sieg 2005 ist die 1. Halbetappe am dritten Tag des „Circuit de Lorraine“.

 

Jérôme Pineau: Nach seiner Granatensaison 2004 ist es 2005 wieder etwas ruhiger um einen der Hoffnungsträger des französischen Radsports geworden. Die Tour de France 2005 beendete er auf Platz 43 – eigentlich ganz beachtlich für einen, der eigentlich gar kein klassischer Etappenfahrer ist. Seine besten Resultate in diesem Jahr stammen von der Route Adélie (3. Platz) und von der Baskenland-RF (2 vierte Plätze). Ich würde fast eine Wette abschließen wollen, dass er uns auf einer Etappe der Vuelta mal wieder zeigt, was in ihm steckt.

 

Christophe Kern: War er bisher verletzt?!? Zumindest ist sein einziges „zählbares“ Resultat in diesem Jahr der 63. Platz bei den HEW Cyclassics. In den Vorjahren hatte er zumindest immer einen kleinen Sieg auf seiner Liste (Etappe Tour de l’Avenir, GP Rudy Dhaenens).

Mal sehen ob er außer „Kader auffüllen“ bei der Vuelta etwas hinbekommt. Dürfte der klassische Mann für frühe Fluchtgruppen sein.

 

Thomas Voeckler: Uns allen ist der lustige kleine Mann, der im gelben Trikot hechelnd und im breitbeinigen Wiegetritt Berge hochkraxelt noch aus dem Vorjahr ein Begriff. In Frankreich hat ihn die Tour de France 2004 extrem populär gemacht und die Öffentlichkeit erwartet in Zukunft Großes von ihm, das er meiner Einschätzung nach nicht liefern können wird. Er wird wohl immer bei Eintagesrennen oder auf einzelnen Etappen auch großer Rundfahrten gut aussehen, aber er ist einfach nicht der Typ, der einmal die Tour de France gewinnen können wird.

In diese Saison ist er ganz ordentlich gestartet mit einem 6. Rang in der Classic Haribo und einem 18. Gesamtrang bei Paris - Nizza. Sein einziger Sieg stammt von der 3. Etappe der 4 Tage von Dünkirchen, wo ja auch Fedrigo sehr gut aussah.

 

Unai Yus: Den, zwar nicht berg- aber immerhin hügelfesten, Unai Yus kennt man in Deutschland spätestens seit seinem Etappensieg bei der letztjährigen Hessenrundfahrt. 2005 hat er sich nur einmal gezeigt, da aber richtig mit einem tollen 8. Platz bei der Clasica San Sebastian. Das zeigt, dass seine Form für die Vuelta stimmen dürfte und als einziger Spanier der Mannschaft sollte er natürlich ganz besonders motiviert sein – lassen wir uns überraschen.


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