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T-Mobile (TMO) - Vuelta 2005

Text: Turbo-Beppe
Fotos: velo-photos.com und capture-the-peloton.com



die Rundfahrt

Wie alle anderen Protour-Teams wird auch das T-mobile Team bei der Vuelta a Espana an den Start gehen.  Die dritte der drei großen Landesrundfahrten ist wieder einmal mit einigen Bergankünften und Klettereien gespickt.  Neben den Ankünften in Andorra und Lagos de Covadonga werden auch die beiden langen Zeitfahren über den Gesamtsieg entscheiden. Auf Spannung bis zum letzten Kilometer!



Die Geschichte

 Aus dem früheren Team Stuttgart entstand 1991 das deutsche Profiteam Telekom. Nach einigen Jahren schon fuhren die besten deutschen Fahrer bei dem Rennstall des Mobilfunkkonzerns. Trotz finanzieller Probleme konnte das Team bei der Tour de France Etappensiege und gute Platzierungen einfahren, und so das Unternehmen überreden, dem Radsport treu zu bleiben. Mit den Toursiegen von Bjarne Riis und Jan Ullrich war die Zukunft entgültig gesichert. Obwohl sich das Team mit den Jahren immer mehr auf die Tour de France spezialisierte konnten bei den bekanntesten Rennen, wie Tour de Suisse, Lüttich-Bastogne-Lüttich, Mailand-San Remo und der Meisterschaft von Zürich bedeutende Siege eingefahren werden. Mit Jan Ullrich zusammen gehört Erik Zabel aus Unna zu den erfolgreichsten Profis aus Deutschland und vom Team Telekom. Er konnte sechs Mal das Punktetrikot bei der Frankreich-Rundfahrt gewinnen und stand schon über 170 Mal als Sieger auf dem Podest.



Das Jahr

Auch wenn schon einige Siege gefeiert werden konnten, verlief vor allem das Frühjahr nicht wie geplant. Oft gab es zwar gute Leistungen, aber keine Wiedergabe in den Resultaten.  Für das beste Team des letzten Jahres ist das natürlich nicht genug. Obwohl im Sommer Alexander Vinokourov (5.) und Jan Ullrich (3.) in Frankreich eine tolle Vorstellung lieferten ist für die nächste Saison ein Umbruch im Team geplant.



Das Team



Oscar Sevilla



Paco Lara

Die Bonner Equipe schickt mit Oscar Sevilla für die Berge und Erik Zabel zur Verteidigung des Punktetrikots gleich zwei Kapitäne ins Rennen. Zusätzlich werden zwei Neuverpflichtungen ihr Debüt bei einer dreiwöchigen Rundfahrt geben.

Hinter dem Kapitän im Team steht ein großes Fragezeichen, denn Oscar Sevilla’s Saison verlief wechselhaft. Obwohl im Frühjahr schon recht fit schien, zeigte er später bei der Tour de France Defizite am Berg und konnte nicht so viel helfen, wie sich die Teamleitung erhofft hatte. Es bleibt abzuwarten, wie er seine Form kompensieren kann und ob er zu alter Stärke in den Bergen zurückfindet, wo  er ehemals zu den Stärksten gehörte. Im Zeitfahren muss er sich auch verbessern. Hier zeigte er im MZF der Tour allerdings Fortschritte.

Sein Ziel wird ein Platz unter den ersten 10 sein, zu dem ihm sein Landsmann Paco Lara verhelfen soll. Fraglich ist auch, wie viel Unterstützung er vom Team bekommt, weil mit Aldag und Klier auch zwei Erik Zabel Helfer angemeldet wurden. Wie gut er wirklich ist, weiß aber nur er selber.

 

Neben Oscar Sevilla ist Paco Lara der zweite Spanier im Aufgebot. Nach ansprechenden Leistungen in Spanien (Rioja-, Katalonien-Rundfahrt) war seine Form von Schwankungen geprägt und einige Stürze machten ihm zusätzlich das Leben schwer. Nun versucht er  sich mit fleißigem Training und kleinen Rennen den Feinschliff für die Vuelta zu holen.

Seine Trumpfkarte sind die Anstiege, bei Kantenwind in der Ebene muss er aber gehörig aufpassen, um keine Zeit einzubüßen.

Seine Aufgabe besteht darin solange wie möglich bei Sevilla zu bleiben und, wenn dieser schwächer ist selbst in die Kapitänsrolle zu schlüpfen. Vielleicht schielt er zusätzlich auf einen Etappenerfolg.

 





Daniele Nardello



Sergey Ivanov

Daniele Nardello wird mit der Vuelta die dritte große Rundfahrt in diesem Jahr bestreiten. Im Frühjahr machte ihm der Rücken Probleme und die Klassiker liefen ohne ihn. Erst bei der Tour de Suisse  konnte er wieder einigermaßen vorne mitfahren und anschließend fuhr er eine gute Frankreich-Rundfahrt, bei der auch in einer Fluchtgruppe vertreten war. Gute Leistungen nach der Tour lassen auf eine starke zweite Saisonhälfte hoffen.

Nardello kann sowohl bei den flandrischen als auch bei den Ardennenklassikern auf Sieg fahren. Im Mittelgebirge ist der 33-jährige einfach unverzichtbar.

Der Italiener wird sich wohl auf die WM und die Eintagesrennen im Oktober vorbereiten und ansonsten wie in Frankreich Helferdienste verrichten.

 

Mit dem Russen Sergey Ivanov wird ein weiterer Routinier den Kapitän begleiten.  Obwohl er nicht ganz an das Vorjahr anknüpfen konnte, kann er mit seinen Leistungen zufrieden sein. Sowohl bei den Eintagesrennen, als auch bei  den Etappenrennen mischte er mit.  Er wird bei der Spanien-Rundfahrt im Trikot des Russischen-Meisters starten. Für Ivanov wird es eines der wenigen Rennen sein, die er noch für T-mobile bestreiten wird, was sich auch auf seine Fahrweise auswirken kann.

In hügeligem Terrain soll er die Kapitäne unterstützen und ein mögliches Trikot zusammen mit Rolf Aldag verteidigen. Der lange Westfale ist unentbehrlich: Nicht nur wegen seiner Erfahrung und seinen Husarenritten, sondern auch als Gesprächspartner für die jungen Wilden. Sein Ziel wird es sein Ete die Sprints anzufahren, das Team mit Flaschen zu versorgen und die Bergfahrer aus dem Wind zu halten. Ihm wäre es nur zu gönnen, wenn ihm bei seiner wohlmöglich letzten großen Rundfahrt ein Etappensieg gelänge.



Marcus Burghardt ist mit seinen 22 Jahren der Jüngste im Team. Die Teamleitung hat ihn nominiert, damit er Erfahrung sammeln und lernen kann. Sein Augenmerk liegt zwar auf den Flandrischen-Klassikern, doch mit tollen Ergebnissen im Sprint der Regio-Tour hat er gezeigt, dass er auch schnell ist und Erik Zabel eine Hilfe sein kann, wenn es heißt die richtige Position für den Spurt zu finden.

 

Ein weiterer Neuling im Aufgebot ist der österreichische Klettermaxe Bernhard Kohl. Ihm ist ebenfalls nicht bewusst, was es heißt drei Wochen lang im Sattel zu sitzen. Dass er auf dem richtigen Weg ist, hat er im Juli bei seiner Heimatrundfahrt bewiesen. Er scheiterte am Kitzbüheler Horn nur knapp an den Top Ten und konnte einen tollen 7.Gesamtrang erkämpfen. Seine Schwächen sind sowohl das Zeitfahren, als auch das Getümmel beim Massensprint. Für die ersten Tage muss sein Ziel sein heil durch zu kommen.




Marcus Burghardt



Bernhard Kohl





Erik Zabel



Andreas Klier

Seinen Abschied wird diesen Winter auch Erik Zabel, genannt Ete feiern. Der Weltklassesprinter wird Deutschland wahrscheinlich in Richtung Italien verlassen und seinen treuen Helfer Jan Schaffrath mitnehmen.

Natürlich will er in Spanien eine Etappe gewinnen, um zu zeigen, dass er es noch drauf hat. Außerdem wird er probieren das Punktetrikot zum vierten Mal in Folge überzustreifen. Dafür muss er allerdings seine Spritzigkeit wiedererlangen, die er dieses Jahr nur selten zeigte. Deshalb war seine Saison auch nicht von Erfolg gekrönt: Der Deutsche konnte lediglich am Henninger Turm gewinnen. Seit den letzten Jahren kommt der Mann aus Unna auch besser über die Berge, was ihn verleiten könnte mit einer Gruppe davon zu stiefeln. Unterstützung wird er hauptsächlich von Haudegen Aldag erhalten, mit dem ihn eine Freundschaft verbindet. 

 

Komplettiert wird die Bonner Equipe von Andreas Klier, dem dieses Jahr beinahe der Durchbruch gelungen wäre, als er bei der Flandern-Rundfahrt auf Rang zwei fuhr. Nach seinem schlimmen Sturz eine halbe Woche später, hat er sich längst wieder erholt. Klier wird wohl Dienste im Feld übernehmen und Löcher stopfen, wann immer dies nötig ist. Im Hochgebirge wird er sich im Grupetto einordnen, denn dort hat der 75 Kilogramm schwere Fahrer nichts zu bestellen.



Ziel

Das Ziel vom T-mobile Team wird ein Etappensieg und eine Top Ten Platzierung von Sevilla sein.  Ob man das Sprinttrikot als Ziel sehen kann bezweifle ich. Das wird sich eher aus den Etappenplatzierungen ergeben.  Natürlich wird eine offensive Fahrweise von Nöten sein.



Kader

211 Sevilla, Oscar

212 Aldag, Rolf 

213 Burghardt, Marcus

214 Ivanov, Sergey

215 Klier, Andreas

216 Kohl, Bernhard

217 Lara, Paco

218 Nardello, Daniele

219 Zabel, Erik

 

Teamleitung: 

Manager: Walter Godefoot

Manager: Olaf Ludwig

Sp. Leiter: Mario Kummer

Sp. Leiter: Frans van Looy

Sp.Leiter: Valerio Piva

Sp.Leiter: Giovanni Fidanza

Sp.Leiter: Brian Holm  


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