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BRD / DDR - Vergangenheit



Verein doping-opfer-hilfe (DOH): Pressemeldungen

 

Aktuellere Meldungen sind auf der Homepage des Vereins nach zu lesen:

>>> no-doping.org



1.9.2013 DOH Pressemeldung

>>> Vor der Sportausschuß-Sondersitzung in Berlin:

Dopingopfer kritisieren DOSB-Präsident Bach scharf.pdf

 

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Pressemeldung 01. September 2013

 

Vor der Sportausschuß-Sondersitzung in Berlin:

Dopingopfer kritisieren DOSB-Präsident Bach scharf

 

„Permanentes Ausweichen auf Fragen nach eigener Verantwortung“ / DOH: Ergebnisse der Studie zum West-Doping nicht herunterspielen / DOH fordert kompetente Aufarbeitung: „Parität und Differenzierung der Dopinghypotheken in Ost und West beachten“ / Appell an IOC-Ethikrat / Vesper oder Thiel ?-Kritik an Intransparenz der Bach-Nachfolge-Debatte

 

Vor dem Hintergrund der Sondersitzung des Bundestags-Sportausschusses an diesem Montag in Berlin kritisiert der Dopingopfer-Hilfe-Verein (DOH) scharf die Versuche des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die Ergebnisse der Studie zum West-Doping auf unseriöse Art herunterzuspielen und die eigene Verantwortung darin auszuschlagen. Im Hinblick auf die Doping-Strukturen im westdeutschen Sport müssen auch die Namen der damals handelnden Personen öffentlich gemacht werden, fordert die DOH-Vorsitzende Ines Geipel: „Fest steht, dass es die deutsche Einheit im Denken der Doping-Akteure schon seit den frühen 70er Jahren gegeben hat. Es ist längst Zeit für einen Bruch damit. Zugleich gibt es klare Unterschiede zwischen Ost und West. Es ist völlig unnötig, sie zu verwischen." Parität in der Aufarbeitung, aber auch Differenzierung seien nötig,"das sind wir den Opfern beider Systeme schuldig.“

 

Die Dopingaufarbeitung in Deutschland dürfe mit der aktuellen Studie auf keinen Fall beendet sein, insbesondere die Transformationsprozesse nach Ende der DDR der 1990 harrten dringend der Aufklärung. Der DOH fordert DOSB und Bundesinnenministerium auf, den unausgeführten Forschungsauftrag für die Zeit von 1990 bis heute erneut, und zwar umgehend, auszuschreiben. Geipel sagt: „Nach wie vor gibt es erschreckende personelle Kontinuitäten an Doping-Trainern, Medizinern und Wissenschaftlern, die sich trotz ihrer festgestellten Doping-Täterschaft im vereinten deutschen Sport bestens dotiert und sicher einrichten konnten, während die Geschädigten von damals aus der Sport-Familie ausgeschlossen bleiben.“

 

Laut DOH müsse eine Konsequenz aus den Erkenntnissen sein, "dass endlich eine wache Allianz geschmiedet wird, um Doping gesamtgesellschaftlich zu tabuisieren. Es darf keine Wiederholung der deutschen Dopingpolitik und keine weiteren Chemieopfer im Sport geben." Das verlange mehr Anstrengung und auch deutlich mehr Mittel in der Dopingprävention. Außerdem, so der DOH, brauche es seriöse Nachsorgestrukturen für Spitzenathleten.

 

Der DOH mahnt an, dass die Führung des DOSB den Prozess der Transparenz und Nachhaltigkeit eher behindert als forciert. Es sei nicht hinnehmbar, dass DOSB-Präsident Thomas Bach öffentlichen Fragen nach seiner Verantwortung fortgesetzt ausweicht und sich der Diskussion entzieht. Teil dieser Politik des vernebelten Wirkens in Hinterzimmern sei auch die Tatsache, dass innerhalb des deutschen Sports längst eine intensive Diskussion um die Amtsnachfolge von DOSB-Präsident Bach im Gange ist. Der DOH fordert eine öffentliche Diskussion dazu: „Die Zukunft des deutschen Sports kann keine Angelegenheit unhinterfragbarer Interessen sein." Favoriten für die Bach-Nachfolge sind der derzeitige DOSB-Generaldirektor Vesper sowie die DOSB-Vizepräsidentin für Leistungssport, Christa Thiel.

 

Darüberhinaus bittet der DOH ausdrücklich den Ethikrat des IOC, die öffentlich im Raum stehenden Fragen zu Bachs aktueller IOC-Präsidentschaftskandidatur zu prüfen: "Wer den Weltsport führen will, muss für Glaubwürdigkeit sorgen", so der DOH in seiner Erklärung.

Der Dopingopfer-Hilfe-Verein DOH vertritt rund 600 Doping-Geschädigte vorwiegend aus dem ehemaligen DDR-Sport und vergibt mit dem Heidi-Krieger-Preis die einzige Auszeichnung im deutschen Sport für den Kampf gegen Doping-Missbrauch.M

 

Mit guten Grüssen

Doping-Opfer-Hilfe e.V.

c/o Robert -Havemann-Gesellschaft

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telefon 0049. 30.447 10 80



30.5.2013 DOH Pressemeldung und Offener Brief an Merkel

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Pressemeldung 30. Mai 2013

 

Offener Brief der Doping-Opfer an Bundeskanzlerin Merkel:

„Das Drama sterbender Athletinnen im deutschen Sport “

„Leise sterben und still beerdigt“ / „Der organsierte deutsche Sport ist überfordert“

 

Der Dopingopfer-Hilfe-Verein (DOH) hat in einem dringenden Appell Bundeskanzlerin Merkel um Hilfe gebeten, dem deutschen Sport aus seiner tiefen Doping-Krise zu helfen. In einem Offenen Brief heißt es, während der Sport und vor allem der Fußball große Erfolge feierten, vollziehe sich zeitgleich „ein Drama der sterbenden Athleten in diesem Land“. Der organisierte Sport in Deutschland „ist überfordert“ und nehme das Problem der tödlichen Schadensbilanz inzwischen noch nicht einmal mehr zur Kenntnis. Dies werde „weitere Leben kosten“.

 

Im Schreiben an die Kanzlerin erinnert die DOH-Vorsitzende Ines Geipel daran, dass der Doping-Tod der Mainzer Siebenkämpferin Birgit Dressel im Jahre 1987 noch ein Schock für die gesamte bundesdeutsche Gesellschaft gewesen sei. Jetzt aber würden Doping-Opfer leise sterben und still beerdigt, dies sei die Erfahrung aus der jüngsten Serie von Todesfällen steroid-gedopter Athletinnen. Allein in diesem Monat Mai waren drei in organisiertes Doping eingebundene Spitzensportlerinnen jung an Jahren gestorben, darunter die 400 m Ex-Weltrekordlerin Helga Arendt mit 49 Jahren an Brustkrebs und eine 52jährige ehemalige Eisschnellläuferin von Dynamo Berlin an einem Hirntumor. Prominentes Todesopfer davor war 2010 die frühere DDR-Hürdenmeisterin Birgit Uibel, die mit nur 48 Jahren einem Krebsleiden erlag. Ines Geipel: „Die Sportgeschichten in Ost und West scheinen sich in den Momenten des Todes anzugleichen. Denn an diesem bitteren Punkt wird es faktisch, wenn auch nicht politisch, egal, ob Tödliches durch den perfiden Irrsinn eines westdeutschen Hochdopers wie Heinz-Jochen Spilker, Trainer von Helga Arendt und langjährigem Bundestrainer, verursacht wurde oder durch DDR-Zwangsdoping, das in zehntausenden jungen Körpern die Chemie-Diktatur errichtete: Tot ist tot.“ Zugleich kritisiert der DoH, trotz vorhandener Möglichkeiten für einen humanen Leistungssport hätten sich „unter dem Label des vereinten deutschen Sports die Risiken im Unternehmen Elitesport eher verschärft, als dass seine Belastungen abgebaut wurden“.

 

In ihrer Rede zur Eröffnung der Welt-Sportministerkonferenz in Berlin habe die Kanzlerin soeben auf globale Krisen im Sport hingewiesen: “Doch die Frage, was für einen Sport eine Gesellschaft will, und welchen Preis sie bereit ist, dafür zu zahlen, muss auf nationaler Ebene beantwortet werden. Der deutsche organisierte Sport brauche „ein neues Modell“, die zunehmende Zahl seiner Opfer benötige „endlich konkrete Hilfe, sie sind mit ihren enteigneten Körpern allein“.

 

Abschließend heißt es im Offenen Brief des DOH an Angela Merkel: “Ein Wegmoderieren der ausgemachten Dopingkrise im Land sowie der Kollateralschäden im Effizienzkartell Sport, verehrte Frau Bundeskanzlerin, ist nicht mehr hinnehmbar, unter gar keinen Umständen. Was es akut braucht, ist Glaubwürdigkeit und Entschiedenheit, auch von Ihnen!“

 

Dopingopfer-Hilfe e.V.

Berlin, 30. Mai 2013



Offener Brief an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

 

>>> Offener Brief an Angela Merkel, 30.5.2013.pdf

 

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, verehrte Frau Dr. Angela Merkel,

 

der organisierte Sport im Land, allen voran der deutsche Fußball, feiert in diesen Tagen große Erfolge, und die Politik hat, wie man sehen konnte, größte Freude daran. Nichts gegen ein Millionenspektakel, wenn nicht zeitgleich außerhalb allen Jubels ein Drama liefe, für das Sport und Politik gleichermaßen die Verantwortung tragen. Die Rede ist vom Drama der sterbenden Athleten in diesem Land.

 

Am 11. Mai 2013 die 400 Meter Weltmeisterin starb Helga Arendt aus Köln mit 49 Jahren an Brustkrebs. Sie starb leise. Es brauchte fast zwei Wochen, bis ihr konkretes Todesdatum bekannt wurde. Dabei war ihr tragischer Tod nicht der erste aus der Generation der steroidgeschädigten Athleten. Als 1987 die 26-jährige Mainzer Siebenkämpferin Birgit Dressel nach einer Medikamenten-Überdosis einen grauenvollen Tod starb, wurde dieser Schock noch zum Schock einer Gesellschaft. Die aufgeklärte Bundesrepublik war über Nacht bereit, über Sinn und Unsinn des Hochleistungssports zu debattieren. Ja, weit mehr: Körper- und Gesellschaftsbilder wurden abgeklopft. Das Ideal des allzeit leistungsfähigen Athleten am Beispiel der Kämpferin in der Königs-Disziplin der Königs-Sportart Leichtathletik so plötzlich tot? Hatte man da nicht etwas Entscheidendes übersehen?

 

26 Jahre später ist die Todesliste der einstmaligen Sportstars lang. Zeitgleich zum Tod von Helga Arendt verstarb 52-jährig eine ehemalige Eisschnellläuferin des SC Dynamo Berlin an einem Hirntumor, noch in derselben Woche eine 48 Jahre junge Athletin in Schwerin. Die Sportgeschichten in Ost und West scheinen sich in den Momenten des Todes anzugleichen. Denn an diesem bitteren Punkt wird es faktisch, wenn auch nicht politisch, egal, ob Tödliches durch den perfiden Irrsinn eines westdeutschen Hochdopers wie Heinz-Jochen Spilker, Trainer von Helga Arendt und langjährigem Bundestrainer, verursacht wurde oder durch ein DDR-Zwangsdoping, das in zehntausenden jungen Körpern die Chemie-Diktatur errichtete. Tot ist tot.

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, seit spätestens 26 Jahren, seit dem Tod von Birgit Dressel, wissen wir alles, was nötig ist, um einen Sport aufzubauen, der sich seiner schweren Hypotheken bewusst ist und schon deshalb alles unternimmt, um die Talente, die ihm anvertraut wurden, maximal zu schützen. Doch unter dem Label des vereinten Sports haben sich die Risiken im Unternehmen Elitesport eher verschärft, als dass seine Belastungen abgebaut wurden: Aus dem politischen Zwangsdoping im Osten ist ein fein austarierter Systemzwang geworden, belastetes Personal aus Ost und West bleibt trotz Kritik im Amt, die Nationale Antidopingagentur ist komplett erodiert, vom Bundesinnenminister geförderte Forschung zum Doping West endet im Desaster, die Mehrheit der Medien frönt ihrer Indolenz, das Publikum bleibt uninformiert.

 

Und die Politik? Es ist eine lange Geschichte um die gefährliche Nähe zwischen Sportprominenz, Funktionären und Politik. Der Jubel in den Stadien dient allen, die zum Bild gehören. Unmittelbar vor dem Endspiel zwischen FC Bayern und Borussia Dortmund im Wembley-Stadion sagten Sie, verehrte Frau Bundeskanzlerin, im ZDF, dass der Sport nicht missbraucht werden dürfe. Tage später wiesen Sie auf der Weltsportministerkonferenz in Berlin Korruption, Wettspielbetrug und Doping in die Schranken. Dabei müsse eine internationale Lösung gefunden werden, verlautbarten Sie. Schon richtig. Auch global steckt der Sport in der Krise.

 

Doch die Frage, was für einen Sport eine Gesellschaft will, und welchen Preis sie bereit ist, dafür zu zahlen, muss auf nationaler Ebene beantwortet werden. Diese Antwort kann nicht weiter verschoben werden, sie würde nur weitere Leben kosten. Denn der Sport in unserem Land weist eine Schadensbilanz auf, die durch nichts mehr gedeckt ist. Und sie wächst chronisch. Die Nachgeschichten des Sports sind all zu oft bitter und alarmierend. Die Gesellschaft jedoch nimmt sie – so sie überhaupt davon erfährt - nur noch achselzuckend zur Kenntnis genommen. Das kann nicht angehen.

 

Ein Wegmoderieren der ausgemachten Dopingkrise im Land sowie der Kollateralschäden im Effizienzkartell Sport, verehrte Frau Bundeskanzlerin, ist nicht mehr hinnehmbar, unter gar keinen Umständen. Was es akut braucht, ist Glaubwürdigkeit und Entschiedenheit, auch von Ihnen. Der Sport in diesem Land ist überfordert, er braucht ein neues Modell. Die zunehmende Zahl seiner Opfer aber braucht endlich konkrete Hilfe. Sie sind mit ihren enteigneten Körpern allein.

 

Mit freundlichen Grüßen

Die Mitglieder der Doping-Opfer-Hilfe e.V.

Prof. Ines Geipel, Vorsitzende



22.5.2013 PM Doping-Opfer-Hilfe (DOH)

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Pressemeldung 22. Mai 2013

 

DOH zum Tod von Helga Arendt:

„Die Todesliste steroidgedopter Athletinnen wächst“

Betroffene des Dopingsystems unter Trainer Spilker / Dopingopfer fordern Aufklärung

 

Berlin. Der Dopingopfer-Hilfe-Verein (DOH) hat sich tief betroffen vom frühen Tod der ehemaligen 400m -Läuferin und Hallen-Weltmeisterin Helga Arendt gezeigt. In einer Presseerklärung sprechen die DOH-Mitglieder Familie, Angehörigen und Freunden der im Alter von nur 49 Jahren verstorbenen Athletin ihre aufrichtige Anteilnahme aus. „Es ist ein Tod, der die Doping-Geschädigten in Ost und West ungemein berührt und stark beschäftigt“, sagte die DOH-Vorsitzende und Ex-DDR-Sprinterin Ines Geipel in Berlin.






Helga Arendt war vergangene Woche, wie erst jetzt bekannt wurde, nach langer Krankheit an einem Tumor in der Brust verstorben und im Kreise ihrer Familie in ihrer Heimatstadt Pulheim beerdigt worden. Die Teilnehmerin an den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona startete für EC Eintracht Hamm, dessen Läuferinnen im sogenannten „Hammer Modell“ von Bundestrainer Heinz-Jochen Spilker in organisiertes Doping eingebunden waren. Spilker war 1994 wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz gerichtlich zu einer Geldstrafe von 12.000 D-Mark verurteilt worden und hat nach dem Ende der DDR im Landessportbund Thüringen Karriere gemacht. „Helga Arendt war mit 22 Jahren erstmals das Dopingmittel Stromba verabreicht worden“, beklagt Ines Geipel, ihr Tod sei exemplarisch, aber kein Einzelfall: “Die Todesliste der Generation von steroidgedopten Athleten ist mittlerweile lang, erst kürzlich verstarben eine 48jährige Athletin aus Schwerin und eine 52jährige Eisschnellläuferin des SC Dynamo Berlin an einem Hirntumor.“

 

Der DOH fordert den organisierten Sport dazu auf, die belasteten Chemie-Netzwerke in Ost wie West aktiv aufzuklären, um nicht neue Generationen Missbrauchter zu produzieren. Der Tod von Helga Arendt müsse endlich ein Anlass sein, medizinische Nachsorgestrukturen aufzubauen, die die Folgerisiken des Hochleistungssports minimieren. Derzeit arbeitet der DOH am Aufbau einer integrativen Doping-Beratungsstelle in Berlin sowie an einem wirkungsvollen Konzept für Doping-Prävention.

 

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Berlin, 22. Mai 2015



15.5.2013 PM Doping-Opfer-Hilfe (DOH)




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Pressemeldung

Berlin, 15. Mai 2013

 

Bundestag debattiert Rente für Dopingopfer:

DOH fordert Konsequenzen für „schweren Mißbrauch im Sport der DDR“

Antrag der Grünen: Hilfe für Schwerstgeschädigte / DOH: „Medizinversuche an DDR-Athleten aufklären!“

 

Berlin. Der Dopingopfer-Hilfeverein (DOH) hat an den Deutschen Bundestag appelliert, dringend die verzweifelte Lebenssituation der Schwerstgeschädigten unter den DDR-Dopingopfern zu verbessern.

An diesem Donnerstag (16. Mai) debattiert das Parlament in Berlin den Antrag von Bündnis 90/ Die Grünen auf eine Rentenzahlung in Höhe von 200 Euro monatlich für Doping-Geschädigte, die bereits als Minderjährige ins Doping-Zwangssystem der DDR eingebunden waren. Dazu sagte die DOH-Vorsitzende Ines Geipel: "Der DOH begrüßt ausdrücklich die Initiative für einen ersten Vollantrag auf nachhaltige Unterstützung der DDR-Dopingopfer. Eine Geschädigtenrente wäre nicht nur politische Anerkennung der Schäden und des schweren Missbrauchs im Sport der DDR, sondern auch eine stabile Hilfe für die oft katastrophalen Lebensumstände ehemaliger DDR-Athleten.“

 

Im Antrag der Grünen, Bundestags-Drucksache 17/12393, heißt es „Viele der Sportlerinnen und Sportler, die damals, oft ohne ihr Wissen, leistungssteigernde Mittel einnahmen, leiden heute unter körperlichen und psychischen Langzeitfolgen.“ Die anderen im Bundestag vertretenen Parteien, darunter die SPD-Opposition, haben angekündigt, sich der Initiative von Bündnis 90/ Die Grünen nicht anzuschließen. Ines Geipel: „Wir fordern die anderen Parteien dringend dazu auf, ihre Blockadepolitik aufzugeben und dort endlich eine kleine Hilfe zu ermöglichen, wo sie dringend nötig ist.“ Die schwere Hypothek des DDR-Sports sei „ein Kollateralschaden aufgrund von politischer Gier, der einzelne Athlet jedoch bleibt heute mit seinem kaputten Körper allein.“

 

Angesichts der jüngsten Enthüllungen über geheime Arzneimittel-Tests westdeutscher Pharma-Unternehmen an DDR-Kliniken fordert der Dopingopfer-Hilfe-Verein (DOH) Innen-Staatssekretär Christoph Bergner auf, „auch die langjährigen Medizinversuche an oft minderjährigen DDR-Athleten in gebotener Seriosität zeitnah, umfassend und im Sinne der Opfer aufzuklären.“ Dabei gehe es um „eine Vielzahl von in jener Zeit nichtausgeforschten Substanzen“ wie EPO, Wachstumshormon, molekulares Doping und Psychopharmaka, zahlreiche Belege dafür fänden sich ab 1976 beispielsweise in den Stasiakten des Chefinitiators des DDR-Staatsdopings, Manfred Höppner. „Die Opfer dieser kriminellen Zwangs-Chemisierung müssen von der Politik sowohl echte Informationen sowie umgehende Hilfe erwarten können", verlangte die DOH-Vorsitzende Geipel, die als frühere DDR-Rekordsprinterin selbst staatlich anerkanntes Dopingopfer ist.

 

Doping-Opfer-Hilfe e.V.

Berlin, 15. Mai 2013

 

 

telefon 0049.(0)30.447 10 80

 

konto nr. 3423515 berliner sparkasse 10050000

 

 



23.4.2013 PM Doping-Opfer-Hilfe (DOH)

DOH-Vorsitzende Ines Geipel:

„Immenser Schaden für die Sportbewegung in Deutschland“

Ausgebliebene Aufarbeitung der DDR-Strukturen / Kritik an leeren DOSB-Versprechungen

 

 

Der Verein Dopingopfer-Hilfe (DOH) hat jetzt auf der ersten Pressekonferenz des neuen Vorstandes unter der Schriftstellerin Prof. Ines Geipel seine Forderungen an Politik und Sport in Deutschland präsentiert. In den Räumen der 'Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur' in Berlin kritisierte der DOH heftig die ausgebliebene Aufarbeitung der DDR-Strukturen im Sport der neuen Bundesländer. „Hier entsteht der Sportbewegung ein immenser Schaden. Die Maßstäbe, die der DOSB selbst aufgestellt hat, müssen endlich umgesetzt werden“, forderte Geipel, die im DDR-Sport eine erfolgreiche Rekord-Läuferin gewesen war.

 

Unter Hinweis auf aktuelle Medienberichte sagte die DOH-Vorsitzende, die Stasi-Personalie Volker Kluge sei nach fast einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit nicht mehr hinnehmbar. Sie verlangte von den Herausgebern des Lexikons „Wer war wer in der DDR“ und der Stiftung Aufarbeitung, die Geschichtsschreibung des DDR-Sports nicht einem Apologeten zu überlassen, dessen Tätigkeit als „IM Frank“ für das Ministerium für Staatssicherheit seit 1995 weithin bekannt sei. Kluge, der Sportchef des FDJ-Organs „Junge Welt“ und Pressechef des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der DDR war, habe immer wieder Geschädigte des staatlichen DDR-Dopingsystems diskreditiert. Dagegen werde der Dopingopfer-Hilfeverein nunmehr juristische Schritte einleiten.

 

Enttäuscht zeigten sich die staatlich anerkannten Dopingopfer vom Deutschen Olympischen Sportbund DOSB. Seit 2006 habe es „viele Versprechungen, aber keine konkrete Zusammenarbeit“ gegeben. Ines Geipel sagte, man erwarte vom DOSB Partnerschaft angesichts der absolut gegenwärtigen und prekären Problematik des Dopings: „Wir fordern DOSB-Präsident Bach auf, gemeinsam mit der Politik eine nachhaltige Lösung für die Notlage der Dopingopfer zu finden“. Zum Beispiel müsse endlich das Versprechen eingelöst werden, in die Präventionsarbeit des deutschen Sports sowie in Zeitzeugenprogramme an Sport-Eliteschulen eingebunden zu werden.

 

Der Dopingopfer-Hilfeverein begrüßt die für den 16. Mai im Bundestag vorgesehene Debatte um eine Rentenzahlung für Schwerstgeschädigte, die bereits als Minderjährige ins Doping-Zwangssystem der DDR eingebunden waren. Den Antrag dazu hat die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen eingebracht. „Wir suchen das Gespräch auch mit den anderen Parteien, um auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit dieses Rentenantrags hinzuweisen“, kündigte die DOH-Vorsitzende Geipel abschließend an. Derzeit werde eine aktuelle Schadensbilanz der rund 600

Dopingopfer erstellt, die beim DOH registriert sind.

 

Ebenfalls in der DOH-Pressekonferenz teilte der Heidelberger Molekularbiologe Prof. Werner Franke den Umzug des nach ihm benannten Doping-Archivs von Weinheim nach Berlin mit. Es werde in den Räumen der Robert Havemann-Gesellschaft untergebracht, die Eröffnung ist im Laufe des Sommers 2013 vorgesehen.

 

Berlin, 23.April 2013

 

Doping-Opfer-Hilfe(DOG) e.V.

doh-ev@gmx.de

www.dohev.de

Tel.: 030 / 405 772 40



3.3.2013 PM Dopingopferhilfeverein

Ines Geipel übernimmt Vorsitz der Doping-Opfer-Hilfe

"Allianz gegen den Trend der Manipulationen schmieden"/

Heftige Kritik an DOSB-Präsident Bach

 

Berlin. Die Schriftstellerin und ehemalige DDR-Sprinterin Ines Geipel aus Berlin ist zur neuen Vorsitzenden des Dopingopfer-Hilfe-Vereins (DOH) gewählt worden. Auf der Jahresversammlung am Wochenende in Berlin übernahm sie das Amt vom Weinheimer Mediziner Klaus Zöllig, der den Verein seit seiner Gründung 1999 geführt hatte und zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Neu im DOH-Vorstand sind mit Andreas Krieger (Kugelstossen), Uwe Trömer(Bahnradsport), Marie Katrin Kanitz (Eiskunstlauf), Kerstin Müller (Eisschnelllauf) und Ute Krieger-Krause (Schwimmen) ehemalige DDR-Athleten, die ebenso wie Ines Geipel staatlich anerkannt als Geschädigte des DDR-Dopingsystems sind. Jurist im DOG-Vorstand bleibt der Sportrechtsexperte Michael Lehner aus Heidelberg.

 

In einem eindringlichen Appell hat die neue DOH-Vorsitzende den Deutschen Bundestag aufgefordert, die jüngste parlamentarische Initiative von Bündnis 90/ Die Grünen zugunsten einer Lebensrente für die Schwerstgeschädigten unter den Dopingopfern zu unterstützen. Deren Lebenssituation sei dramatisch, die Politik müsse endlich die Verantwortung für den staatlichen Mißbrauch an ehemaligen DDR-Athleten übernehmen. Wörtlich sagte Geipel:

"Die Rente wäre für die Schwerstgeschädigten vor allem auch die politische Anerkennung des erlittenen Missbrauchs. Wo Hilfe not tut, muss sie kommen. So viel Fairness darf sein." In ihrem Antrag an den Bundestag fordern die Grünen einen Betrag "von mindestens 200 Euro monatlich", um "erhebliche gesundheitliche Schäden zu kompensieren". Die Zahlung soll einschränkend nur für Athleten gelten, bei denen die erstmalige Verabreichung von Dopingmitteln "vor Eintritt der Volljährigkeit" erfolgte.

 

In einer Öffentlichkeits-Offensive will sich der Dopingopfer-Hilfe-Verein als Instanz für Geschädigte des Sports anbieten. Intensiviert wird deshalb auch die Präventions-Arbeit. "Es geht bei aller Dauerchemie in Sport und Gesellschaft jetzt vor allem um eine gesellschaftliche Allianz gegen den Trend der Manipulationen", sagte Geipel. Zu diesem Zweck will der DOH weitere Partnerschaften wie bereits mit dem katholischen Sportverband DJK und der Deutschen Sportjugend (DSJ) eingehen. Zugleich erneuerte der DOH sein Kooperationsangebot mit den deutschen Sportorganisationen wie der Stiftung Deutsche Sporthilfe und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

 

Heftige Kritik übte der DOH an DOSB-Präsident Bach, der trotz mehrfacher Aufforderung seine bereits beim Bundestag 2006 gemachten Zusagen zu einer Zusammenarbeit mit den Dopingopfern nicht eingelöst habe. Im Weimarer "Zehn-Punkte-Programm gegen Doping" über eine verstärkte Aufklärungsarbeit an den Eliteschulen des Sports heißt es wörtlich:

"Der DOSB wird auch DDR-Dopingopfer bitten, sich an dieser Aufgabe zu beteiligen, denn niemand kann glaubwürdiger als sie über die schlimmen Folgen des Dopings berichten."

Dazu meinte Ines Geipel: "Der organisierte Sport hat das Kapital dieser Erfahrung noch immer nicht verstanden. Es zu nutzen, würde ihn ziviler und realer machen. Und es könnte ihm die Anerkennung zurückbringen, die er durch seine Chemie-Kultur bei den Fans verloren hat."

 

Das bisher in Weinheim bestehende Doping-Archiv des DOH wird nach Berlin umziehen. Unter dem Namen des Heidelberger Molekularbiologen und Anti-Doping-Kämpfers Prof. Werner Franke wird es neu eingerichtet werden, die Wiedereröffnung ist für die zweite Jahreshäfte 2013 geplant.

 

Doping-Opfer-Hilfe (DOH) e.V.

Berlin, 03. März 2013

i.A. Herbert Fischer-Solms


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