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Platz 1 - Caleb Ewan




Caleb Ewan

Australien

11.07.1994

 

Fahrertyp: Sprinter

Wichtigster Erfolg: WM-Silber Junioren 2012, 2 Etappensiege Tour de l'Avenir 2013

Team 2013: Jayco-AIS World Tour Academy

Stagiaire: -

Team 2014:

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: https://www.facebook.com/caleb.ewan / https://twitter.com/CalebEwan

 

 

1,65 Meter Körpergröße bei 61 Kilogramm, der gerade einmal 19-jährige Ewan könnte problemlos als Werbefigur für ein Traditionsunternehmen aus Waldenbuch auftreten. Dabei wäre deren Slogan hinsichtlich des aus Sydney stammenden und von Michael Kejda am New South Wales Institute of Sport trainierten Bahnfahrers angesichts seiner bereits angedeuteten Leistungen und des noch in ihm schlummernden Potenzials ein klares Understatement.

 

Ewan, der schon als kleiner Junge Profiradsportler werden wollte und den britischen Weltmeister Mark Cavendish zum Vorbild hat, begann im Alter von 10 Jahren beim Southern Highlands Cycle Club mit dem Radsport. Mit seinen Wurzeln auf der Bahn, die ihm bereits mit 12 (!) Jahren den Titel als Australischer Meister im Paarzeitfahren der U17 bescherte, liegt die Vermutung nahe, dass der Weg zu einem Sprinter vorgezeichnet ist (wie auch die bisherigen Ergebnisse eindrucksvoll belegen). Bemerkenswert ist dabei aber folgende Aussage: "The best is yet to come from Ewan. [...] He has enormous potential. What a lot of people don't realise is that he is actually a better climber. He can climb all day." Ein Kompliment aus berufenem Mund, stammt es doch vom australischen Bahnfahrer Gary Sutton, seines Zeichens Vater von Sky-Profi Chris Sutton, Trainer beim australischen Radsportverband und mehrfacher WM-Medaillengewinner. Noch ist Ewan den Beweis dieser Androhung schuldig geblieben, allerdings hat er sich selbst zum Ziel gesetzt, nach seinem Rücktritt zumindest auf einen Weltmeistertitel und einen Gesamtsieg bei der Tour de France zurückzublicken.

 

Dass Ewan nicht nur auf der Bahn seinen Altersgenossen und den höheren Altersklassen weit voraus war, zeigt sein Titel bei den Australischen Straßenmeisterschaften 2010 in der U19-Klasse. Wer mitgerechnet hat, wird feststellen, dass er Anfang 2010 nicht einmal 16 Jahre alt war. Und auch 2011 drückte Ewan der Junioren-Klasse auf der Bahn seinen Stempel auf: Nationaler Meistertitel im Omnium, im Punktefahren und im Madison gemeinsam mit Jackson Law, Silber in der Mannschaftsverfolgung sowie Bronze im Scratch. Dazu Bronze auf der Straße im Einzelzeitfahren sowie dreimal Gold bei den Commonwealth Youth Games im Straßenrennen, im Mannschaftswettbewerb sowie im Mannschaftszeitfahren. Und das alles im Alter von 16. Später in der Saison gewann er im Omnium auch den Titel des Ozeanienmeisters sowie nicht zuletzt des Weltmeisters. Dazu dürfte er auch dem geneigten Leser auf cycling4fans erstmals aufgefallen sein, als er bei der Kriterienserie Cronulla International Grand Prix in New South Wales Gesamt-3. dank zweier starker Ergebnisse mit Rang 5 und 3 hinter den heutigen Profis Matthews und Sutton wurde.

 

2012 begann für Ewan mit zwei Paukenschlägen, die er als seinen denkwürdigsten sportlichen Erfolg bezeichnet. Als jüngster Fahrer im Feld gewann er mit 17 Jahren zwei Etappen bei der Jayco Bay Cycling Classic, bei der mit Davis, Howard, McEwen, Henderson und Sutton die komplette Sprintelite des fünften Kontinents am Start stand. In der Gesamtwertung musste er sich allerdings noch knapp Allan Davis geschlagen geben. Dagegen blieb Ewan auf der Bahn ohne Meistertitel, holte sich aber 2 Silber- (Punktefahren und Madison) und 2 Bronze-Medaillen (Scratch und Mannschaftsverfolgung). Mit einem Etappensieg bei der Goldfields Classic, der Silbermedaille im Straßenrennen der Junioren und schließlich dem nationalen Meistertitel im Einzelzeitfahren im Gepäck machte sich Ewan auf den Weg zu seiner ersten Europa-Kampagne mit dem Ziel Straßen-WM in Valkenburg. Er gewann sofort das Eintagesrennen Gent - Menen (1.1) und eine Etappe der renommierten Junioren-Rundfahrt Liège - La Gleize (2.1). Auch in Italien hinterließ er eine eindrucksvolle erste Visitenkarte und belegte innerhalb von zwei Tagen jeweils den zweiten Platz bei der Trofeo Comune di Vertova (1.1) hinter Riccardo Minali (Sohn von Nicola) und der Trofeo Emilio Paganessi (1.1) hinter seinem gleichaltrigen Landsmann Bradley Linfield. Auch von den 2.1-Rundfahrten GP Rüebliland (Etappen-3.) und der Regio Tour (Etappensieg) brachte er zählbare Resultate mit. In seinem letzten Vorbereitungsrennen Keizer der Juniores (2.1) verpasste er knapp einen weiteren Etappensieg und belegte im Gesamtklassement Rang 3. Dementsprechend selbstbewusst reiste Ewan zur WM nach Valkenburg und gewann auch den Zielsprint nach der letzten Überquerung des Cauberg. Dass er sich mit Silber begnügen musste, hatte er der finalen Attacke des Slowenen Matej Mohoric zu verdanken, der sich den Junioren-WM-Titel sicherte.

 

Die aktuelle Saison begann wie eine bessere Kopie des Vorjahres. Bei übersichtlicher Konkurrenz (Henderson, Docker, Durbridge, Howard, von Hoff, Cantwell) schnappte sich Ewan im ersten Rennen seinen ersten Saisonsieg bei der Jayco Bay Cycling Classic und behielt die Führung auch bis zum Ende. Zu der im Dezember errungenen Silbermedaille im Bahnverfolger bei den Ozeanienmeisterschaften gesellte sich eine weitere bei den australischen Meisterschaften im Mannschaftsverfolger. Dazu wagte sich Ewan nun mit seinen 18 Jahren erstmals in die U23-Klasse und verlegte seinen Schwerpunkt schon im April nach Europa. Wie so oft galt bei Ewan: Erstes Rennen, erster Sieg. Beim profilierten GP Palio del Recioto (1.2U) deutete er seine Kletterfähigkeiten an und sicherte sich den Sieg aus einer 10-köpfigen Spitzengruppe im Sprint vor Herklotz, Pibernik, Howson und der italienischen Elite um Villella, Formolo und Penasa. Auch La Côte Picarde (1.Ncup) entschied er aus einer Ausreißergruppe gegen De Bie, Simon Yates, Haugaard und Polanc für sich. Dagegen verpasste er die Gruppe bei der Trofeo Piva Banca Popolare di Vicenza (1.2U23), gewann aber den Sprint des Hauptfeldes um Rang 8. Schließlich verabschiedete er sich mit dem 3.Platz bei der GP Industrie del Marmo (1.2) aus Italien. Ewan gönnte sich sechs Wochen Pause bis zu seinem nächsten Ausrufezeichen, das er mit einem Doppelschlag bei der Thüringen-Rundfahrt (2.2U) sowohl im Sprint gegen Geerinckx, Zabel und Alaphilippe sowie auf der Schlussetappe vor Magnus Cort Nielsen setzte. Die Punktewertung nahm er beiläufig ebenfalls mit. Bei der anschließenden Tour Alsace (2.2) sicherte er sich auch gegen ältere Konkurrenz den Etappensieg in Huningue und hätte auch in Colmar gewonnen, wäre er nicht im kuriosen Zielsprint auf die falsche Straßenseite geleitet worden. Zu guter Letzt fügte Ewan seinen Palmares noch zwei Siege bei der Tour de l'Avenir (2.Ncup) in Folge hinzu. Das Triple blieb ihm nach einer erfolgreichen Etappe des Duos Valgren/Mannion jedoch versagt.

 

Auch wenn Ewan seine größten Erfolge im Sprint feiern konnte, sollte man ihn für die WM in Florenz keinesfalls abschreiben. Dass er sich auch gezielt auf anspruchsvollere Rennen konzentrieren und diese gewinnen kann, hat er bereits bewiesen. Und wenn Gary Sutton mit seiner Ankündigung Recht behält, steht der Weltmeister der U23 bereits jetzt fest, obwohl er gerade einmal 19 Jahre alt ist. Ob Ewan in diesem Alter bereits den Sprung zu den Profis wagt, steht noch nicht fest. Die Gerüchteküche brodelt und bringt ihn bereits mit dem Team Sky zusammen, wo er mit seinen Landsleuten Sutton und Porte zusammentreffen könnte. Die Entscheidung für das Team würde Ewan wohl noch leichter fallen, wenn sein Idol Cavendish dem Team noch angehören würde.

 

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