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Platz 23 - Manuel Senni

Manuel Senni

Italien

11.03.1992

 

Fahrertyp: Kletterer

Wichtigster Erfolg: zwei Etappensiege Giro Valle d’Aosta 2014

Team/Verein 2014: Colpack

Stagiaire: ---

Team 2015: nicht bekannt

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: https://www.facebook.com/manuel.senni

 

 

Manchmal dauert es eben ein bisschen, bis der berühmte Knoten platzt. Bei Manuel Senni waren das ziemlich genau dreieinhalb Jahre – so lange dauerte es, bis Senni seinen ersten Sieg als U23-Fahrer überhaupt feiern konnte. Was schließen wir daraus? Ein Sprinter ist Senni sicher nicht – oder ein sehr schlechter…

 

In Sennis Fall war schon der Geburtsort ein deutliches Omen: Cesena in der Romagna, die Heimat Marco Pantanis. Darüberhinaus ist Sennis Vater, Loris Senni, mit „Il Pirata“ seinerzeit sogar gemeinsam Rennen in der U23-Kategorie gefahren. Und sein jüngerer Bruder, Michele Senni, betreibt ebenfalls Radsport und ist im selben Team wie Manuel unterwegs. Aus Sennis Juniorenzeit ist als herausragendes Ergebnis ein Etappensieg und der dritte Gesamtplatz beim Giro di Basilicata (2.1MJ) 2010 zu verzeichnen. Und dann begann die lange, lange Durststrecke.

 

Seine komplette U23-Zeit verblieb Senni beim gleichen Team, Colpack. Zuerst noch im Schatten von Fahrern wie Edoardo Zardini, Davide Villella oder Nicola Ruffoni, spätestens aber 2014 als einer der führenden Köpfe der Mannschaft. Immer dann, wenn es in schwieriges Terrain geht, kommen Sennis Stärken zur Geltung. Im Italienischen charakterisiert die kaum zu übersetzende Bezeichnung passista wohl am besten seinen Fahrstil: die Fähigkeit, lang und hart Tempo zu machen. Und so sind es auch nicht die kurzen, explosiven Bergsprints, an denen Senni brilliert, sondern die längeren, Ausdauer erfordernden Rennabschnitte.

 

Nach dem Ende des Baby-Giros kristallisierte sich zunehmend die Aostatal-Rundfahrt als DER Saisonhöhepunkt der italienischen Kletterer und Rundfahrer heraus. Der große Fabio Aru zelebrierte hier 2012 in seinem letzten U23-Rennen noch einmal seine ganze Klasse, 2013 machte es ihm der in Italien nicht weniger dominante Davide Villella nach. 2014 fehlte ein solcher herausragender Fahrer im italienischen Peloton. Die Chance für Fahrer aus der zweiten Reihe, ins Rampenlicht zu fahren! Nun musste man auch mit Manuel Senni rechnen, der nach einer guten ersten Saisonhälfte beim M.O. Domenico e Anita Colleoni (NE) endlich den langersehnten ersten Sieg als U23er einfahren konnte. Beim letzten Anstieg hoch zur Colle dei Pasta fuhr Senni – unterstützt von einer starken Mannschaft – allen davon und konnte als Solist den Sieg ausgiebig bejubeln.

 

Die Form stimmte also vor dem Start im Aostatal. Beim kurzen Prolog wurde deutlich, dass der Kampf gegen die Uhr noch nicht zu Sennis stärken gehörte: 44 Sekunden verlor er auf 5 km gegenüber dem Tagessieger Ochoa aus Kolumbien. Umso mehr sollte die erste Etappe, gleich eine Bergankunft in Breuil-Cervinia, Sennis Vorlieben entsprechen. Das starke Colpack-Team setzte die Kolumbianer mit einer langen Attacke des ebenfalls in dieser Mocklist vertretenen Iuri Filosi unter Druck – nur mit langer, kräftezehrender Nachführarbeit konnte Filosi wieder gestellt werden. Im kleinen Gruppensprint um den Tagessieg waren die Colpack-Italiener daher frischer – und feierten einen Doppelsieg, Manuel Senni vor Giulio Ciccone, die sich damit auch auf Platz 4 und 2 der Gesamtwertung fuhren. Am Tag darauf die nächste Bergankunft, diesmal in Salvan im Wallis. Senni, in Euphorie und vor Selbstbewusstsein strotzend, attackierte zusammen mit Simone Andreetta in den Schlußanstieg hinein, ließ Andreetta stehen und gewann die Etappe – mit einem Vorsprung vor den ersten Verfolgern, der zur Übernahme des Führungstrikots reichte. Jedoch nur für eine Nacht: bei der vermeintlich leichtesten Etappe dieser Rundfahrt mit dem kurzen Schlußanstieg nach Les Esserts verlor Senni den Anschluß an seine ärgsten Verfolger und fiel auf Platz 2 der Gesamtwertung zurück, zehn Sekunden hinter dem Kolumbianer Suaza. Beim finalen Bergzeitfahren musste Senni dieser ungeliebten Disziplin weiteren Tribut zollen und fiel noch auf Rang 3 zurück, damit aber immer noch klar bester Italienier und Sieger der Punktewertung.

 

Bei der Tour de l'Avenir fuhr Senni relativ diskret, v.a. als Helfer für Davide Martinelli und Giulio Ciccone. Ob seine Performance im Aostatal ausreicht, um das Interesse der Profiteams zu wecken? Die U23-Zeit ist für Senni jedenfalls bald vorbei; eine eventuelle WM-Teilnahme wäre wohl eines seiner letzten Rennen als Espoirs.

 

 

nominated by Mike Teunissen, Silvio Herklotz & Gregor Mühlberger, presented by gardener


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