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Platz 1 - Magnus Cort Nielsen

Magnus Cort Nielsen

Dänemark

16.01.1993

 

Fahrertyp: Hügelsprinter

Wichtigster Erfolg: drei Etappensiege Post Danmark Rundt (2.HC)

Team/Verein 2014: Team Cult Energy

Stagiaire: -

Team 2015: Orica GreenEDGE

Beste Mock-Platzierung: Platz 14

Web: -

 

 

Die kleine Ostseeinsel Bornholm hat eine Fläche von 588 km² und gute 40.000 Einwohner. Einer davon trug in diesem Jahr mehrere Wochen lang das weiße Führungstrikot der UCI Europe Tour-Wertung. Außerdem ist dieser Insulaner mit 21 Jahren mit weitem Abstand der beste U23-Fahrer in dieser Wertung. Er muss also einiges geleistet haben und steht nach Platz 14 im letzten Jahr nun absolut verdient auf Platz 1 der Mock List.

 

Magnus Cort Nielsen schnupperte am 16. Januar 1993 das erste Mal frische Inselluft. Die ersten sportlichen Schritte machte er mit einem Ball am Fuß, sattelte aber relativ früh um auf Du- und Triathlon, versuchte sich auf dem Mountainbike und dem Crossrad. Er wurde dänischer Juniorenmeister im Querfeldein und wurde in die Nationalmannschaft der Mountainbiker berufen. Offensichtlich war und ist Magnus Cort ein Bewegungstalent.

 

Als Junior trat er gar nicht so sehr in Erscheinung, er gewann zwar als erster Däne die Juniorenausgabe der Friedensfahrt (2.Ncup) 2011, hatte sonst eigentlich immer andere Fahrer, häufig andere Dänen, vor der Nase. Auch das erste Jahr in der U23 war wenig beeindruckend.

 

Doch Magnus Cort ließ sich nicht beeindrucken und verfolgte sein Ziel Profi zu werden weiter. Er wechselte das Team, zog zwischenzeitlich auf das Festland und teilt sich dort ein Haus mit Rasmus Sterobo. Mit Cult Energy baute Michael Skelde ein unglaublich professionelles Continentalteam auf. Neben dänischen Stars wie Vinther, Steensen und Reihs konnten sich die vielen jungen Talente (Valgren, Jesper Hansen, Cort, Sterobo, Würtz) prächtig entwickeln. Außerdem gab es selten den einen Kapitän, wer wollte und konnte, der durfte. 2013 hatte das Team fünf verschiedene Fahrer (von zwölf), die Profisiege holten, in Dänemark war man bei nationalen Rennen nahezu konkurrenzlos. Dazu kamen etliche weitere Topresultate.

 

Die dicksten Siege fuhr Cort ein, bei einer für Cult fantastisch gelaufen Post Danmark Rundt (2.hc) holte er sich zwei Etappensiege. Die erste Etappe gewann er vor den Augen des Autors aus einer Gruppe heraus. Den ganzen Tag fuhr er vor dem Feld, das viel zu spät in die Nachführarbeit einstieg. Einzig Lars Bak konnte der Gruppe etwas entgegensetzen und holte die Spitzengruppe auf den Schlussrunden in Varde noch ein. Im Sprint hatte er dann aber nicht den Hauch einer Chance gegen Cort. Am vierten Rundfahrttag entschied Cort die morgendliche Halbetappe für sich. Auf den Schlussrunden wartete ein ziemlich giftiger Hügel. Er setzte unten rein als erster zum Sprint an und rettete zwei Sekunden vor Colbrelli, Ligthart und Kreder und drei Sekunden vor den weiteren Favoriten ins Ziel.

 

2014 wurde er dennoch nicht Profi, trotz mehrerer Angebote entschied er sich noch ein Jahr weitere Erfahrungen im Team von Michael Skelde zu sammeln. Im Forum war man sich dereinst uneinig, ob das der richtige Schritt ist oder ob er nicht schon längst reif für die ganz großen Profirennen wäre. Cort lieferte sicher einige Argumente, dass Skelde seinen Traum eines ProConti-Teams wahrmachen konnte, denn 2015 stockt Cult sein Sponsoring auf und fährt eine Klasse höher.

 

Doch zurück zu einem, nun ja, ziemlich erfolgreichen 2014 für Magnus Cort. Er kam, sah und siegte. Auf der Frühjahrstour nach Kroatien schäumte der blonde Däne vor Motivation fast über. Er wollte die Istrian Spring Trophy (2.2) gewinnen, das machte er im Interview für feltet.dk deutlich. Den Prolog beendete er noch als 31., Zeitfahren ist aber nicht wirklich seine Paradediszplin, die sollte noch folgen. Die ersten beiden Etappen endeten jeweils am Hügel. Dass er das kann, brauchte er seit Asnæs 2013 nicht mehr wirklich zu beweisen, tat es aber trotzdem. An beiden Tagen hatte keiner auch nur den Hauch einer Chance. Mit den Siegen fuhr er sich ins Führungstrikot, am letzten Tag reichte dann der siebte Platz im Endspurt des Feldes für den Gesamtsieg.

 

Im April folgte ein erstes Kräftemessen mit Topprofis beim gut besetzten Volta Limburg Classic. Hofland gewann, Cort wurde im Massensprint hinter Colbrelli, Finetto und Colli guter Fünfter. Die folgenden Nationscup-Rennen waren nicht wirklich erfolgreich, lediglich Platz 14 bei der Côte Picarde (1.Ncup) als Anfahrer für Søren Kragh Andersen sprang heraus. Bei der von Cult dominierten U23-Ausgabe des alten Henninger Turms (1.2u) wurde er beim Sieg des Teamkollegen Pedersen Sechster und lancierte in der Verfolgergruppe noch Mads Würtz Schmidt erfolgreich den Sprint.

 

Deutlich erfolgreicher wurde dann das Dänentriple, bestehend aus den drei 1.2-Rennen Skive-Lobet, Himmerland Rundt und Destination Thy. Die beiden letztgenannten Rennen fuhr er mit und gewann standesgemäß jeweils mit einer späten Attacke im Finale des Rennens. Den nächsten Profisieg gab es in Norwegen zu feiern, am 11. Mai gewann er den Ringerike GP vor Bystrøm und Skjerping.

 

Bei der Tour de Fjords (2.1) trug er zwei Tage das Führungstrikot, nachdem er die dritte Etappe aus einer Gruppe heraus vor Valgren und Baugnies gewann. Erst am letzten Tag der Rundfahrt sprintete sich Alexander Kristoff durch Bonussekunden in die Leaderposition, um eine Sekunde verpasste Cort den wohl größten Rundfahrterfolg bis hierhin.

 

Doch als Stehaufmännchen, das Cort ist, holte er sich dann bei der Ronde de l'Oise (2.2) zwei Etappensiege, dazu den Rundfahrtsieg und sämtliche Wertungstrikots.

 

Im August folgte abermals die Post Danmark Rundt (2.hc). Nun kannte man ihn. Konnte er? Durfte er? Gleich am ersten Tag der Rundfahrt beantwortete er beide Fragen mit einem ziemlich deutlichen Ja. Die erste Etappe hatte eine ziemlich harte Schlussrunde, lediglich 39 Fahrer kamen zeitgleich ins Ziel, richtige Vollblutsprinter waren nicht mehr dabei, genau der richtige Zeitpunkt zu zeigen, dass man selbst super endschnell ist. In Mariager gewann Cort seine inzwischen dritte Etappe einer Dänemark-Rundfahrt vor de Buyst, Agnoli und van Asbroeck. Bis Vejle, also zwei Tage, durfte Cort im strahlend gelben Führungstrikot durch sein Heimatland fahren.

 

Bei der folgenden Tour de l'Avenir sprangen noch zwei weitere zweite Plätze heraus, einmal im Zweiersprint gegen Ewan, einmal im Massensprint. Im folgenden Hochgebirge war dann nichts mehr zu holen, die sechste Etappe nahm er gar nicht erst in Angriff.

 

Das große Ziel 2014 ist sicherlich die WM in Ponferrada. Die Strecke sollte ihm sehr entgegenkommen, nicht allzu schwierig, aber die dicken Sprinter werden am Ende wohl trotzdem nicht dabei sein, dazu ist er selbst sehr endschnell und hätte auch im Sprint eines relativ großen Feldes gute Chancen auf eine Medaille.

 

Für 2015 (und die Folgejahre) hat er bereits einen Vertrag bei Orica GreenEDGE unterschrieben. Dort gibt es bereits etliche Fahrer mit den gleichen Qualitäten Corts, Sprints aus kleinen Gruppen und Hügelsprints. Einige fragen sich, ob es so klug ist, dort in die Profikarriere zu starten, oder ob er nicht für Albasini und vor allem Gerrans wird buckeln müssen. Allerdings müssen Neos in der Regel eh erstmal für die Kapitäne arbeiten und sich Freiheiten verdienen, außerdem scheint mir bei Orica ein gutes Klima innerhalb des Teams zu herrschen. Riis und Tinkoff waren jedenfalls keine Option für den jungen Dänen, der von sich behauptet, in der Schule in den sprachlichen Fächern alles andere als ein Ass gewesen zu sein. Vielleicht nutzt er die Möglichkeiten auch als Englisch-Sprachreise. Das erste Training in seinem neuen Team hat er im Vorfeld der WM bereits absolviert und ist ziemlich begeistert. Ich, und offensichtlich auch die anderen Mock Listler, trauen ihm einiges zu, hoffen wir einfach, dass ihm der berühmte Fluch der Mock List erspart bleibt.

 

 

nominated by all, presented by Offi


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