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Platz 2 - Simone Petilli

Simone Petilli

Italien

04.05.1993

 

Fahrertyp: Bergfahrer

Wichtigster Erfolg: Gesamtsieg Ronde de l'Isard 2015

Team/Verein 2015: Unieuro Wilier Trevigiani (CT)

Stagiaire: -

Team 2016: Lampre - Merida (WT)

Beste Mock-Platzierung: -

Web: https://www.facebook.com/simone.petilli / https://twitter.com/simonepetilli

 

Aru war gestern, Peto ist morgen. Damit ist nicht Peter Sagan gemeint, sondern ein 22-jähriger aus Bellano am Comer See stammender neuer Stern am Radsporthimmel. Der mit 63 Kilogramm auf 1,78 Meter vergleichsweise hagere Inter-Mailand-Fan bringt nicht nur die idealen Voraussetzungen zum Kletterer mit, sondern findet in der Lombardei auch noch perfekte Trainingsbedingungen vor. Italien hat mit Fahrern wie Formolo, Ulissi oder Aru durchaus vielversprechende Talente in den letzten Jahren hervorgebracht, aber was momentan auch quantitativ mit Ciccone, Ravasi, Moscon und an vorderster Front Petilli aus der U23 nachwächst, ist mehr als bemerkenswert.

 

Petilli, der erst 2008 zum Radsport kam und sich bis dahin an Fußball, Basketball oder Kickboxen probierte, wird von vielen als ruhig, gelassen, immer fröhlich und fast zu freundlich bezeichnet, da er stets ein offenes Ohr für seine Fans oder Journalisten hat. Als seine große Stärke bezeichnet er selbst, dass er äußerst angriffslustig und hartnäckig ist. Das mag auch den Ausschlag gegeben haben, es trotz mangelnder Erfolge als Junior weiter zu versuchen und nicht etwa in die Fußstapfen seines Vaters (auch ein ehemaliger Amateur-Rennfahrer) als Pizzabäcker zu treten. Stattdessen konsumiert er lieber - bevorzugt mit Schinken und Pilzen - obgleich er natürlich auch selbst gerne kocht, immer strikt auf seine Ernährung achtet und nie nach halb 11 schlafen geht.

 

Mit 16 Jahren wurde Petilli 5. der Trofeo Citta Di Ivrea (1.1), 2011 fuhr er aufs Podium der Tre Ciclistica Internazionale Bresciana (2.1) und der Trofeo San Rocco (1.1), und auch ein Jahr später blieb ein 5. Rang bei der Trofeo Franco Balestra (1.2) sein bestes Ergebnis. 2013, nun schon in der U23 angekommen fuhr er innerhalb einer Woche bei den ersten internationalen Vergleichen dreimal in die Top10 bei der Trofeo Piva (1.2U23), dem GP Palio del Recioto (1.2U) und dem Giro del Belvedere (1.2U). Das Restjahr verlief hingegen abgesehen vom 4. Platz bei der Trofeo Bastianelli (1.2) und dem Bergtrikot beim Giro della Valle d'Aosta (2.2U) eher diskret.

 

Inzwischen war das Continental Team Area Zero Pro auf Petilli aufmerksam geworden, so dass er ab 2014 auch bereits bei ausgewählten italienischen Rennen gegen die großen Stars antreten konnte. Schon im März hielt er bei der Königsetappe der Settimana Internazionale Coppi e Bartali (2.1) über den Monte Tiffi so gut mit, dass er am Ende Gesamt-11. wurde und die Nachwuchswertung für sich entschied. Bei der Tour de Slovenie (2.1) gelang ihm Ähnliches als 18., nur dass hier der Brite Simon Yates die Nachwuchswertung vor Petilli gewann. Zum Saisonausklang ging es für das Team noch zur Vuelta a Colombia, wo man allerdings lediglich Lehrgeld bezahlte.

 

Inmitten der Wirren um neue Sponsoren der italienischen Conti-Teams schloss sich Petilli in dieser Saison dem Unieuro Wilier Trevigiani, bis 2014 noch unter MG Kvis bekannt, an. Zu den großen Zielen zählten vor der Saison Siege beim GP Palio del Recioto, dem Giro della Valle d'Aosta, die Teilnahme an der U23-WM sowie eine gute Figur bei den wenigen Vergleichen mit den Profis zu machen. Trotz eines gelungenen Saisoneinstands mit Top10-Plazierungen beim GP Costa degli Etruschi (1.1) und der Trofeo Laigueglia (1.HC) sowie Rang 15 inkl. erneutem Sieg in der Nachwuchswertung bei der Settimana Internazionale Coppi e Bartali, reichte es wie auch bei der Trofeo PIVA (1.2U) beim GP Palio del Recioto nur zu Rang 7 (Sieg Moscon vor Haig). Dafür wurde er 2. der Trofeo Edil C (1.2) hinter dem inzwischen gesperrten Francesco Reda und mischte bei den Profis als 7. des Giro dell'Appennino (1.1) sowie der letzten Etappe des Giro del Trentino (2.1) weiter ordentlich mit. Die Form war also da, und so entschied er Ende Mai den Auftakt der Ronde de l'Isard (2.2U) in Goulier Neige vor dem Belgier Laurens de Plus für sich. Am Plateau de Beille beim Sieg des Franzosen Jeremy Maison verteidigte er die Führung gegen de Plus und Guillaume Martin souverän und fuhr schließlich auch den Gesamtsieg nach Hause. Über die Friedensfahrt bereitete sich Petilli dann konsequent auf sein größtes Saisonziel, den Giro della Valle d'Aosta, vor. Zum Aufwärmen nahm er noch Platz 3 beim Giro del Medio Brenta (1.2) mit und schloss auf diesem Rang auch die beiden Auftaktetappen im Aostatal ab. Doch trotz einer sehr ausgeglichenen Leistung gelang es ihm am Ende nicht, den Australier Power und den Belgier de Plus, der ihm an der Ariege noch unterlegen war, abzufangen, was schließlich Rang 3 im Gesamtklassement bedeutete. Die Nominierung für das besagt starke italienische Team bei der Tour de l’Avenir (wie sicherlich auch für die anstehenden Weltmeisterschaften) hatte er da schon längst in der Tasche. Während jedoch seine Teamkollegen Moscon und Ravasi die Rundfahrt nicht beenden konnten, hielt sich Petilli bis zu den Bergen schadlos, beendete alle drei Bergetappen in den Top9 und schloss die Rundfahrt damit auf Rang 5, einen Platz vor Landsmann Ciccone, ab. Eine Wiederholung dieser Erfolge bei der WM hingegen dürfte aufgrund des eher leichten Profils nicht zu erwarten sein.

 

Petillis großer Traum ist der Sieg bei der Tour de France. Mit dem Wechsel zum Team Lampre - Merida in der Saison 2016 macht er auf jeden Fall keinen Schritt in die falsche Richtung. Tinkoff war wohl ebenfalls an dem jungen Italiener interessiert, ließ sich aber bei den Vertragsverhandlungen zu viel Zeit. Sein erstes Jahr als Profi darf jedenfalls mit Spannung verfolgt werden, zumal sich bei Lampre ausreichend Freiheiten bieten sollten.

 

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