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Offizielle Vorstellung des Team Gerolsteiner 2003

 

Am Mittwoch, den 22. Januar 2003 ging es um 14:00 Uhr aus der Firma, rein ins Auto und an der Grenze des Legalen in die Eifel. Punktlandung. Genau pünktlich zum Start des Spektakels war ich dort.

 





Ich fahre am Werksschutz vorbei: "Hallo, zur Teamvorstellung bitte". Antwort: "Einfach der Strasse nach, am Ende ist der Parkplatz". Dort angekommen winkt mich ein freundlicher Mann auf einen Parkplatz. Bingo. Noch ein paar Schritte und ich stehe in einer Lagerhalle die klasse umdekoriert wurde. Teppichboden, Tische mit jeder Menge Gebäck (Laut Karteikarte und Exitus zu klein geschnitten) und unendlich viele Getränkekisten als Mauern. Klasse Flair!

 





Udo Bölts

Am Eingang stehen zwei nette Mitarbeiter der Firma Gerolsteiner und bitten um meinen Namen, um mir ein Namensschild zu verpassen. Zuerst musste ich jetzt mal Karteikarte und Exitus finden. Karteikarte hatte mir vorher eine Beschreibung von Exitus gegeben und gemeint, damit kann ich die beiden gar nicht verfehlen. Warum hat er eigentlich nicht sich beschrieben? Die Beschreibung von Exitus spare ich mir jetzt mal, die Moral davon, ich habe die beiden sofort entdeckt. Ein kurze Begrüssungsphase und schon hat man das Gefühl mit zwei alten Bekannten am Tisch zu sitzen.

 

Als ich dann da so auf meinem Stuhl sitze und mit grossen Augen das ganze Treiben verfolge, fällt mir auf einmal auf, das neben mir Fabian Wegmann steht und nur einen Schritt weiter Olaf Pollack und direkt da neben...ach du je, an dem Tisch an dem ich mir eben meinen Stuhl weggenommen habe, setzen sich jetzt die Fahrer des Teams. Somit sitzt jetzt also ca. 2m neben uns die eine Hälfte des Team Gerolsteiner.

 

Pünktlich um 15:30Uhr startet die Pressekonferenz.

 





die 'Chefs'


Zuerst spricht jemand vom Gerolsteiner Management, ein paar einleitende Worte zur Zielsetzung und den vergangenen fünf Jahren. Dann noch der Ortsbürgermeister von Gerolstein, dem die Freude über einen Top Club mit dem Namen der Region ins Gesicht geschrieben steht. Nach den regionalen Grössen, kommen die Radsportgrössen Hans Michael Holczer, Christian Henn und Raimund Dietzen zu Wort.

 

Als Hans Michael Holczer spricht, kommt es einem vor, als ob man in einem gemütlichen Kaffee sitzt und gespannt auf die neuesten Neuigkeiten aus der Szene wartet. Er verbreitet eine gelöste und spannungsfreie Atmosphäre. Er berichtet über die vergangenen Jahre und über die Zeit, in der sich niemand hätte träumen lassen, das Gerolsteiner nach so kurzer Zeit einen solchen Stellenwert in der internationalen Radszene erreichen könnte.

 





H.-M. Holczer mit dem neuen Rad

"Damals fuhr ich mit meiner Frau zum Unternehmen Gerolsteiner um denen unser Konzept einer professionellen Mannschaft zu präsentieren. Wie schon bei vielen anderen Sponsoren vorher. Mit diesem nun sichtbaren Ergebnis haben wir damals eigentlich gar nicht gerechnet", so Holczer. Ausserdem erzählt er von dem wohl schon legendären Treffen auf einem Autobahnparkplatz bei Feuchtwangen, auf dem er mit Rolf Gölz diskutiert hat, um ihn zu überzeugen, dass ein Platz in dem neuen Team frei ist und dass da noch was geht und das kleine Team eine grosse Zukunft hat.

 

Die Vergangenheit interessierte die ca. 100 Anwesenden Journalisten aber weniger, die kennen ja die meisten. Die Ausrichtung für die neue Saison wurde erläutert, so will man möglichst schnell einen Kader von ca. 15 Mann zusammen haben, um die Tour-Mannschaft zu formen. Herr Holczer lies allerdings auch jedem Fahrer die Hoffnung, dass bei exzellenten Leistungen kurz vor der Tour eine Umnominierung kein Thema ist.

 

Holczer richtete aber ganz bewusst den Blick nicht nur auf die Tour de France. "Eine Rennsaison hat mehr als nur diesen einen Höhepunkt."

 





das Team zu Tisch ...


Während der ganzen Pressekonferenz hatte ich immer einen freien Blick auf die neben mir sitzenden Profis. Olaf Pollack malte irgendwas (ich habe leider nicht rausbekommen was) und René Haselbacher kommentierte die Konferenz auf seine Weise.

 

Sehr nett die kleinen Geschichten am Rande. Gianni Faresin bevorzugt einen ganz bestimmten Satteltyp, der nun aber schon seit einiger Zeit nicht mehr produziert werde. Daher die Frage eines Journalisten, was Gianni denn nun ohne diesen Sattel machen würde. Antwort Gianni: "Ich habe die Restbestände der Produktion erhalten. Sobald diese verbraucht sind, werde ich meine Karriere beenden!"

 

Nach der Pressekonferenz gab es dann die Möglichkeit, zu Einzelinterviews mit den Fahrern und zu Einzelfotos. Dazu zogen sich die Stars ihre Trikots an und posierten in unserer Ecke für die Fotografen. Interessant wie so mancher Fotograf sich die Fahrer hinstellt. Bei dieser Gelegenheit habe ich dann auch ein paar Bildchen der Radler gemacht.

 





Olaf Pollack beim Interview


Wie ging es dann weiter. Entgegen dem Zeitplan wurde das Teamfoto auf vielfachen Wunsch vorgezogen. Somit begaben wir uns nach neben an, wo das Fanmobil stand. Fanmobil hört sich fast an wie Guidomobil. Dieses Gefährt hat jedoch nichts mit einem Mobil zu tun, ein ausgewachsener 30ig Tonner (so in etwa jedenfalls) mit riesiger Videoleinwand und grosser Bühne.

 





Gerhard Trampusch

Jetzt kam der Auftritt der Fotografen. Unglaublich was da abgeht. Keine Rangeleien, die meine ich jetzt gar nicht, sondern Kommandos an die Fahrer. Völlig ungeniert werden die Fahrer positioniert und hin und her gescheucht. Als das Gruppenbild dann endlich so weit in Position war, mussten nur noch die Fotografen in die Richtige Position gebracht werden. O-Ton Fabian Wegmann: "Ja, noch ein bisschen nach rechts, nach links, ja so in etwa..." Der Jüngste im Team scheint sich pudelwohl zu fühlen.

 

Danach startete schon bald die offizielle Vorstellung der einzelnen Fahrer. Nachdem die Gesellschaft an fein gedeckten Tischen Platz genommen hatte, kam Wolf Dieter Poschmann wieder auf Betriebstemperatur. Es machten wieder die Offiziellen der Stadt die Runde und lobten und preisten den Herrn, ähhh, nee, natürlich das Team und alles andere. Hans Michael Holczer gab auch wieder ein paar Worte zum Besten, die nach eigenen Angaben nicht vorbereitet waren. Unglaublich, was sagt der Mann wohl erst, wenn er vorbereitet ist. Er witzelte wieder über die Anfänge und erzählte eine Geschichte, aus dem ersten Jahr. Michael Rich erschien zu spät zu einer Tour und startete mehr oder weniger angezogen. Bei Kilometer 30ig soll er dann vollständig angezogen gewesen sein.

 

Auch bei Holczers zuhause scheint sich alles nur um den Radsport zu drehen. Die hundertsten Extrawünsche eines Haselbachers in Sachen Farbkombination seines Trikots sind dann schon einmal Thema beim gemeinsamen Frühstück. Danach wurden die Fahrer in kleinen Gruppen auf die Bühne gerufen. Diese Gruppen waren meistens "Artverwandt" zusammengestellt.

 





René Haselbacher im Trikot des Österreichischen Meisters

Den Anfang machten 3 Junge, dann 3 Helfer, 4 Edeldomestiken usw. Die genaue Reihenfolge bekomme ich jetzt nicht mehr hin. Poschmann überzeugte als absoluter "Radsport-Experte". Trampusch konnte laut Poschmann schon bei Mapei internationale Erfahrung sammeln! Und bei Telekom? Wegmann präsentierte er als Neuzugang im Team Gerolsteiner! (Sein Metier sind dann wohl doch eher die Zickenduelle auf dem Eis!)

 

Trotz dieser handwerklichen Fehler aber hat Herr Poschmann souverän durch den Abend geleitet.

 

Den Schluss machten Wrolich , Haselbacher und Schmidt als Gruppe. Gerade an Haselbacher biss Poschmann sich die Zähne aus. "Hasi" beantwortet ganz einfach jede Frage nur mit JA oder NEIN. Wofür sollte man auch weit ausholen. Als vorletzter dann der geniale, oft kopierte nie erreichte Uuuuuuuuudo Bölts und als letzter der Hoffnungsträger und Spitzenmann des Teams, Davide Rebellin.

 

Damit wurde dann auch der offizielle Teil des Tages abgeschlossen. Nun ging es noch ans super Buffet. Das Essen war einfach klasse. Als Fazit bleibt mir nun nur noch ein einfacher Satz, in dem wir drei uns aber einig sind. Eine absolut professionelle, gelungene und lustige Teampräsentation des Teams GEROLSTEINER! Danke für die Einladung und viel Erfolg in dieser Saison und da ich mir mit diesem Bericht so lange Zeit gelassen habe kann ich an dieser Stelle schon Rebellin für seinen dritten Platz bei "Paris-Nizza" gratulieren! (Anmerkung der Redaktion: und die Webmistress hat sich nochmal so lange Zeit gelassen, dass sie Davide Rebellin inzwischen gute Gesundheit für's Baskenland wünscht)

 





Team 2003


Beitrag von msteil und Karteikarte


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