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Präsentation Thüringer Energie Team 2006

von hawkeye 76, April 2006



Ein Team mit viel Energie!

Das Team TEAG-Köstritzer hat viele Jahre die U23 Bundesliga maßgeblich mitbestimmt. 2005 gelang es die Mannschaftswertung zu gewinnen. Doch dann der Schock: der Hauptsponsor, die Köstritzer Schwarzbierbrauerei, zieht sich zum Jahresende 2005 zurück.

Viel Fragen blieben offen: Was passiert mit der Mannschaft? Können die erfolgreichen aber noch recht jungen Radsportler vielleicht schon einen Profivertrag bekommen? Wie geht es mit der erfolgreichen Nachwuchsarbeit weiter?

Eine wichtige Antwort gab es noch 2005: Es geht weiter. Die eon Thüringer Energie steigt als alleiniger Hauptsponsor ein und das Team startet ab 2006 als Continental Team Thüringer Energie Team.

 




das Team 2006
Christian Bach, Florian Frohn, Daniel Schueler, Philip Patzer, Matthias Hahn, Sven Hippel, Sebastian Schwager (German U-23 champion), Tony Martin, Marcel Barth, Sascha Damrow, Nico Graf, Karsten Heß, Gert Seifert, Patrick Gretsch, Björn Gollhardt



Alle weiteren Antworten sollte es während der Teampräsentation in Erfurt geben. Aber nun der Reihe nach:

Als erstes fiel auf, dass der Manager des Team T-Mobile, Olaf Ludwig, in der ersten Reihe Platz genommen hatte. Olaf Ludwig bei der Präsentation eines Continental Teams? Die Experten werden jetzt denken, er stammt ja schließlich wie auch Mario Kummer aus Thüringen, aber das war nur die halbe Wahrheit.

 



T-Mobile kooperiert mit dem Thüringer Energie Team

Diese Nachricht war gleich zu Beginn eine große Überraschung. Es gab natürlich schon im Vorfeld erste Gerüchte in der lokalen Radsportszene. Auch der Umstieg von Orbea auf Giant passte ins Bild.

 





Olaf Ludwig im Gespräch mit hawkeye

Von der Kooperation sollen beide Seiten gleichermaßen profitieren, betonte Olaf Ludwig. Das Thüringer Energie Team soll etwa im Windkanal testen können, was sonst für diese Teams nicht möglich wäre. Auch die Unterstützung bei der Sponsorensuche ist gegeben, so konnte z.B. ein neuer Ausrüster für die Helme gefunden werden. Auch im Bereich der Trainingssteuerung mit der SRM-Technik werden Erfahrungen ausgetauscht bzw. Unterstützung geboten.

 

Für das Team T-Mobile hat diese enge Zusammenarbeit auch einen besonderen Charme. Sie sind in die Entwicklung der Fahrer eingebunden und können das Potenzial besser als Außenstehende abschätzen. Gleichzeitig wird eine gewisse Bindung erreicht, ohne selbst die Fahrer unter Vertrag nehmen zu müssen. Olaf Ludwig betonte in diesem Zusammenhang im Besonderen, dass der Leistungsunterschied zwischen U23 und den ProTour Teams erheblich ist und eher noch zunehmen wird. Für die Mannschaften ist es daher schwierig vielversprechende Talente zu verpflichten, denn diese müssten aufgrund des begrenzten Kaders und der vielen Renntage entsprechend eingesetzt werden ohne eine Möglichkeit des langsamen Aufbaus zu haben. Mit verpassten Talenten hat das Team ja da schon eigene leidvolle Erfahrungen sammeln müssen.

 

Die Kooperation mit dem Thüringer Energie Team soll jedoch nicht so weit gehen, wie etwa bei Rabobank. Es bleiben weiterhin zwei eigenständige Teams. Betont wurde von Olaf Ludwig ausdrücklich, dass kein Geld fließt.

 

Ausschlaggebend für die Kooperation war vor allem, dass sich die Verantwortlichen lange Kennen und ein Vertrauensverhältnis besteht. Das Team bzw. die Verantwortlichen können zudem auf ein klar strukturiertes Konzept und viele Erfolge vorweisen. Zu nennen wären u.a.: Eric Baumann, Daniel Becke, Markus und Thomas Fothen, Andre Greipel, Sebastian Lang, Christan Müller, Stefan Schreck, Thomas Ziegler, Patrik Sinkewitz. Alle diese Sportler haben sich bei ProTour Mannschaften durchgesetzt und sind vorher beim Team bzw. dem Vorgänger TEAG-Köstritzer gefahren.



Das Team für 2006



Björn Gollhardt - Daniel Schüler - Gert Seifert - Karsten Heß

Die Youngster:

 

Björn Gollhardt

Daniel Schüler

Gert Seifert

Karsten Heß

 

Die vier Fahrer sind die jüngsten im Team – alle 1987 geboren. Für sie heißt es im ersten Jahr sich in der U23 zurecht zu finden, mal etwas Profiluft schnuppern und in dem ein oder anderen Rennen wertvolle Helferdienste zu leisten. Vom Fahrertyp sind sie derzeit alle als Allrounder einzuschätzen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

 

Mit dem 3.Platz Bundesliga Junioren Gesamt-Einzelwertung hat Daniel Schüler schon Klasse und Konstanz angedeutet. Gert Seifert hat seine Erfolge bisher vor allem auf der Bahn und im Zeitfahren errungen, so kann er 2005 auf einen 1.Platz in der Bundesliga im Junioren Mannschaftszeitfahren, die Deutsche Meisterschaft Bahn Junioren Mannschaftsverfolgung und den 4.Platz bei der Bahn-WM in der Junioren Mannschaftsverfolgung verweisen.

Karsten Heß ist ein Fahrer ohne große Stärken – aber auch ohne große Schwächen: gut am Berg, schnell im Sprint, ausdauernd im Zeitfahren. Der Thüringer Landesmeister Junioren 1er-Straße und Sieger "Rund um den Sachsenring" 2005 ist Björn Gollhardt. Vielleicht kann er ja die Familientradition fortsetzen, denn sein Vater war schließlich einmal Vizelandesmeister mit seinem jetzigen sportlichen Leiter im Zweiermannschaftsfahren.

 





Patrick Gretsch - Sascha Damrow - Christian Bach

Die Bahn- und Zeitfahrer:

 

Patrick Gretsch

Sascha Damrow

Christian Bach

 

In diesem Bereich treffen zwei junge Sportler auf ein “Urgestein”. Christian Bach ist mit 27 der Älteste im Team. Dementsprechend lang ist auch die Liste seiner Erfolge, vor allem auf der Bahn: Vizeweltmeister Bahnradvierer und Weltcupsieger Bahnradvierer 2002), 2. Platz WC Bahnradvierer(2003), 3. Platz WC Bahnradvierer (2005). Im neuen Team will er zeigen, dass er im besten Radsportalter ist und an die jungen Fahrer seine Erfahrungen weitergeben.

 

Mit Sascha Damrow und Patrick Gretsch hat er starke Konkurrenten im eigenen Team, die trotz ihrer Jugend schon einiges erreicht haben. Sascha Damrow erreichte 2005 einen 2.Platz bei der Bahn-DM in der Mannschaftsverfolgung und einen 4.Platz im Punktefahren. Diese Saison will er vor allem Erfahrungen auf der Bahn im Männerbereich sammeln, die Straßensaison dient vor allem der Vorbereitung. Sowohl auf der Bahn als auch auf der Straße im Zeitfahren ist Patrick Gretsch erfolgreich, allein die Ergebnisse 2005 lesen sich eindrucksvoll: Deutscher Meister Bahn Junioren Einerverfolgung, Deutscher Meister Bahn Junioren Mannschaftsverfolgung, Deutscher Meister Junioren Einzelzeitfahren.

 





Matthias Hahn - Marcel Barth - Nico Graf

Die Allrounder:

 

Matthias Hahn

Marcel Barth

Nico Graf

 

Hinter den Kapitänen verfügt das Team auch über starke Allrounder. Matthias Hahn ist genauso auch auf der Bahn zu Hause und das auch erfolgreich, z.B. als zweiter der Bahn-DM in der Mannschaftsverfolgung. Deshalb ist die Teilnahmen an der Bahn-Europameisterschaft auch verständlicherweise ein wichtiges Saisonziel für ihn. Ebenso möchte er auch auf Etappenjagd gehen, speziell bei der Thüringen Rundfahrt.

Mit Marcel Barth tritt ein weiterer Fahrer mit radsportlicher Familientradition an – sein Vater Thomas Barth war 10 Jahre Kapitän der DDR-Friedensfahrtmannschaft. Aber der Druck scheint den Sohn nicht zu beeinträchtigen. Ein Weltmeistertitel im Punktefahren und fünf Deutsche Meister Titel sprechen für seine Stärke. Die vergangene erste Männersaison war krankheitsbedingt sehr durchwachsen, es kann also nur besser werden – und das wird es.

Der Neuzugang Nico Graf (kam im Winter von den Hofbräu-Radlern aus Stuttgart) ist in diesem Jahr für einige Resultate gut. Seine Fähigkeiten hat er im vergangenen Jahr schon bei der Europameisterschaft auf der Straße angedeutet, bis 100 m vor dem Ziel war Silber sicher, dann wurde er noch eingeholt. Letztlich reichte es dann noch zu Platz 11. Besonders in der U23-Bundesliga wird er dem Team und seinen Fans viel Freude machen.

 

 





Sven Hippel - Philip Patzer - Florian Frohn

Die Bergfahrer:

 

Sven Hippel

Philip Patzer

Florian Frohn

 

Sven Hippel kann etwas, wovon andere Radprofis nur Träumen: jeden Tag eine Tafel Schokolade essen – zumindest bei Rundfahrten – und das ohne zuzunehmen. Vielleicht ist das auch der richtige „Treibstoff“, denn die Berge kommt er damit prima hoch. Auch im Zeitfahren hat der Informatikkaufmann seine Qualitäten, nur sein Sprint ist nach eigener Aussage noch ausbaufähig. Aber mit gerade 20 und damit schon Viertältester im Team bleibt im Verlauf der Karriere noch etwas Zeit an der Endschnelligkeit zu arbeiten.

Philip Patzer hat im vergangenen Jahr bei der schweren Thüringen Rundfahrt mit einem dritten Etappenplatz sein bisher bestes Ergebnis erreicht. Am Berg kann er seine Fähigkeiten am Besten zeigen. Aufgrund seiner Schwächen im Zeitfahren fehlt es noch etwas für einen kompletten Rundfahrer. Aber die Thüringen Rundfahrt steht auch in diesem Mai wieder an, es wird wieder jede Menge Berge geben, vielleicht lässt sich ja das Ergebnis vom letzten Jahr noch toppen?

Florian Frohn kam erst 2002 zum Radsport und nahm trotzdem 2005 schon an der Juniorenweltmeisterschaft teil. Das lässt auf großes Talent schließen. Auch er fühlt sich am Berg am Wohlsten. Aber wie fast jeder gute Bergfloh hat er mitunter seine Probleme im Zeitfahren. Wenn er an dieser Schwäche weiter konsequent arbeitet, könnte aus ihm ein guter Rundfahrer werden. In dieser Saison ist aber erst einmal die Deutsche Meisterschaft in Chemnitz mit dem bergigen Profil ein Ziel für ihn.

 





Sebastian Schwager - Tony Martin

Die Kapitäne:

 

Sebastian Schwager

Tony Martin

 

Mit Sebastian Schwager und Tony Martin hat das Thüringer Energie Team zwei starke Kapitäne für verschiedene Rennen. Eigentlich hätten beide Fahrer einen Vertrag bei einem höherklassigen Team bekommen können. Die Erfolge waren in der vergangenen Saison dafür da.

 

Tony Martin gewann als Stagiaire bei Gerolsteiner das Bergzeitfahren der RegioTour. Das ist mehr als nur ein Achtungserfolg, denn am Start waren u.a. T-Moblie, Gerolsteiner, Ceramica Panaria-Navigare, Acqua & Sapone - Adria Mobil, Lamonta und AKUD. Auch zwei Etappensiege bei der Rundfahrt Giro della Regioni stehen für 2005 in seinen Palmares. Letztlich ist die Entscheidung weiter in einem Continental Team zu fahren nachvollziehbar und vernünftig. Viele Talente konnten die Erfolge bei einem frühen Umstieg in die GS 1 bzw. ProTour nicht bestätigen. Tony Martin will sein Ausbildung bei der Thüringer Polizei abschließen und sich ein Jahr Zeit lassen. Natürlich wird er radsportlich nicht auf der faulen Haut liegen, sondern versuchen, viele gute Resultate einzufahren und gleichzeitig seine Erfahrungen an die jüngeren Sportler weitergeben. Ich bin mir aber sicher, im nächsten Jahr sehen wir ihn sicher in einem ProTour Team.

 

Der deutsche Straßenmeister der U23, Sebastian Schwager, ist der zweite Kapitän im Team. Seine Stärken sind Eintagesrennen und seine Sprintfähigkeiten. Nicht umsonst hat er bei der Thüringen Rundfahrt 2005 das Sprinttrikot gewonnen. Wie auch Tony Martin profitiert er besonders vom Aufstieg des Teams vom reinen U23 Rennstall zum Continental Team. Einerseits ist die Konkurrenz in vielen Rennen stärker, andererseits kann er sich so langsam an das Niveau der höherklassigen Rennen herantasten. Gute Resultate sind auch bei ihm in der Saison 2006 fest eingeplant.

 



Ausblick:

Für das Team selbst ist natürlich die U23 Bundesliga ein wichtiges Ziel, in jedem Fall soll die Mannschaftswertung gewonnen werden, im Einzel will man auf das Podium aber auch der Sieg wird angepeilt. Gut präsentieren will man sich auch bei der Thüringen Rundfahrt, hier soll das bisher dominierende Team Rabobank U23 etwas geärgert werden, auch hätte man gern einen Fahrer auf dem Podium.

Mit der Startberechtigung bei der UCI Europe Tour will und wird man vorwiegend Erfahrungen bei den Rennen sammeln, auch sollen sich der ein oder andere Fahrer mit guten Leistungen zeigen können. Ein Highlight ist natürlich auch der Start bei der Eon Hainleite (bisher TEAG Hainleite) im August. Hier will sich die Mannschaft vor dem einheimischen Publikum präsentieren.

 

Die Ziele der Mannschaft sind ambitioniert aber realistisch. Mit Jens Lang und Gerald Mortag stehen der Mannschaft erfahrene sportliche Leiter zur Verfügung. Der Teammanager Jörg Werner wird für die notwendige öffentliche Wahrnehmung sorgen und ist auch in der deutschen Radsportszene gute vernetzt, u.a. als langjähriger Rennleiter von „Rund um die Hainleite“. Der Etat ist mit 220.000 € etwas kleiner geworden. Aufgrund der neunen Materialsponsoren konnte dies jedoch ausgeglichen werden.

 






Jetzt heißt es für die Mannschaft nur kräftig in die Pedale zu treten, dann steht einem erfolgreichen Jahr in der U23 und auch einigen Achtungserfolgen in der UCI Europe Tour nichts mehr im Weg. Also ENERGIE!!!

 

Homepage Thüringer Energie-Team


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