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Doping-Prävention / Antidoping



Dopingprävention: Radsport Team Lübeck



Gespräch mit Philipp, 20 Jahre



 

C4F: Wie bist du zum Radsport und zum RST gekommen?

Philipp: Als ich zwölf war, hat ein Schulkollege von mir mit dem Radsport angefangen, und der hat immer erzählt, wie toll das ist, und da wollte ich auch mal mit, und dann bin ich zum Training mit und war gleich vom ersten Tag an begeistert, und so ging es dann weiter.

 





wetterfest...

C4F: Was gefällt dir am Radsport?

Philipp: Ich habe gestern noch mit einem Freund drüber gesprochen, und wir denken beide, wenn es das Team im Radsport, diesen Teamgeist, nicht gäbe, hätten wir beide schon vor zwei oder drei Jahren aufgehört. Man fährt im Winter bei Scheißwetter vier, fünf Stunden und fragt sich, wieso macht man das? Und dann fährt man im Sommer mit dem Team das Wochenende nach Berlin und fährt Rennen und dann denkt man, dafür hat sich das echt gelohnt. Oder man fährt irgendwo im Rennen gut, als erster über die Ziellinie, das sind so die Momente.

 

C4F: Wie kommt das Dopingpräventionskonzept bei dir an?

Philipp: Das war nichts wirklich Neues für mich, da Gert auch schon in der Jugend darauf geachtet hat und uns erklärte, was man nicht machen sollte, was für Nebenwirkungen es hat und was Doping überhaupt ist. Deswegen richtet sich diese Prävention nicht direkt an mich, sondern eher an Unwissende.

 

C4F: Also für dich ist das gar kein Thema mehr?

Philipp: Nein. Ja, doch, man kriegt es ja immer mit, aber dadurch, dass das immer ein Thema gewesen ist, weiß man halt, was abgeht.

 

C4F: Und wenn du dir vorstellst gegen jemanden zu fahren, gegen den du keine Chance hast, weil er etwas nimmt, wie würdest du dich da fühlen?

Philipp: Ich denke, das ist für mich immer noch ein Hobby und ein Sport, das ist nicht mein Beruf – sollen die anderen sich spritzen. Dann gewinnen sie halt mal ein Rennen. Ich habe andere Qualitäten. Das ist mein Hobby, das habe ich nicht nötig.

 

C4F: Glaubst du, dass auch Leute in deiner Altersklasse etwas nehmen?

Philipp: Könnte ich mir vorstellen.

 





man kommt auch ohne hoch...

C4F: Siehst du das als Betrug an? Würdest du dich betrogen fühlen, du persönlich?

Philipp: Doch, es ist Betrug gegen sich selbst und gegen die anderen Sportler, es ist einfach unfair. Es nervt auch manchmal wirklich, wenn man die Berge hochfährt, und völlig im Arsch ist, und neben einem fährt jemand freihändig, schält sich eine Banane und quatscht mit seinem Kumpel. Das ist dann doch ein bisschen komisch und frustrierend. Aber es gibt nichts Schöneres als wenn man diese Leute dann besiegt, wenn man weiß, ich bin sauber, ich habe ihn besiegt.

 

C4F: Käme Radfahren denn für dich als Beruf in Frage?

Philipp: Nein. Gar nicht.

 

C4F: Warum?

Philipp: Ich denke, entweder ganz oder gar nicht. Und ganz wäre für mich, 10 Jahre Radfahren und nie wieder arbeiten, also richtig Geld verdienen. Und halber Profi mit € 500 im Monat, das muss ich mir nicht antun, dazu ist es viel zu hart und zeitaufwendig. Und ich weiß, dass ich kein richtiger Profi mehr werde, deswegen habe ich es für mich abgehakt.

 

C4F: Aber du willst weiter Rennen fahren?

Philipp: Ja. Man kommt davon auch nicht mehr los.

 

C4F: Gibt der Radsport dir auch etwas fürs restliche Leben? Lernst du daraus irgendetwas?

Philipp: Ja, im Radsport kommt man an die körperlichen Grenzen im Rennen, und wenn man so ein Rennen gewinnen will oder durchfahren will, muss man sich quälen und immer weitermachen. Ich habe gemerkt, dass mir das auch in der Schule weiterhilft, und ich denke, dass es auch im Berufsleben so sein wird.

 

C4F: Und Teamgeist lernt man.

Philipp: Auf jeden Fall.

 

C4F: Vielen Dank für das Gespräch!



von Kati (le coq sportif), Januar 2008; Fotos MrsFlax



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