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Platz 3 - Odd Christian Eiking

Odd Christian Eiking

Norwegen

28.12.1994

 

Fahrertyp: Rundfahrer

Wichtigster Erfolg: 6. Platz Arctic Race of Norway (2.HC)

Team/Verein 2015: Team Joker (CT)

Stagiaire: -

Team 2016: FDJ (WT)

Beste Mock-Platzierung: neu

Web: -

 

 

Kleppestø, wer kennt sie nicht, diese wunderschæne Stadt in Westnorwegen? Ich. Und vermutlich viele weitere auch. Selbst die Wikipedia-Artikel verraten über diese Stadt nicht viel. Es gibt ein Rathaus und eine Tankstelle, außerdem fahren hier Schnellboote nach Bergen. Und in Bergen finden bald Weltmeisterschaften statt. Dann können wir jetzt also über Radsport und eines der größten Talente desselben reden.

 

Odd Christian Eiking ist ein Winterkind, geboren am 28. Dezember 1994, ein Weihnachtsgeschenk für den norwegischen Radsport. Nach jahrelanger Suche nach einem neuen Hushovd, den man mit EBH, Kristoff und Holst Enger zur Genüge gefunden hat, gibt es nun auch endlich einen, der in den Bergen Siege einfahren kann. Bei den Junioren zeigte sich der Norweger gar nicht so weit vorne, konnte aber schon im ersten U23-Jahr erste Tendenzen aufzeigen. Seinen wichtigsten Job 2013 vollbrachte er bei der WM in Florenz als er die Verfolgergruppe hinter Mohoric und Meintjes zusammenhielt und so für die Bronzemedaille für Holst Enger sorgte. Er kam quasi aus dem Nichts und gehört plötzlich zu den 20 besten Fahrern der U23.

 

2014 wechselte er vom Amateurclub in Bergen zum norwegischen Continental Team Joker. Dort musste er nicht nur den Helfer spielen, er durfte auch für sich selbst fahren. Ohne große Eingewöhnungszeit radelte er zwischen den Profis in Frankreich, holte gute Ergebnisse inklusive eines Top10-Platzes während der Tour de Bretagne (2.2). Dass er ein hervorragender Berg- und Hügelfahrer ist, zeigte er dann bei den Heimrennen des Hadeland und Ringerike GP (beide 1.2). Auf kupiertem Terrain fuhr er die Plätze 4 und 5 ein, die Rennen gewannen Guldhammer beziehungsweise Cort. Bei der sehr gut besetzten Norwegen-Rundfahrt (2.HC) wurde er als 13. Bester seines Teams, weil er sich auf anspruchsvollen Etappenprofilen jeweils in den Frontgruppen halten konnte. Danach legte er eine kleine Ergebnispause ein, schlug dann aber im Juli umso beeindruckender zu. Giro Ciclistico della Valle d'Aosta Mont Blanc (2.2U), das sind fünf Tage mit fünf Bergankünften, denn dort enden auch die Zeitfahren irgendwo am Ende eines Hügels oder eines Berges. Die Etappenplätze 11, 11, 2, 5 und 4 bedeuteten am Ende den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Und plötzlich war der junge Norweger nicht nur den absoluten Nerds ein Begriff, nun wusste man, dass da etwas Großes aus Norwegen kommt. Bei der Tour de l'Avenir (2.Ncup) erreichte Eiking noch einen dritten Etappenplatz bei einer Bergankunft. Bei der WM in Spanien hatten die Norweger mit Lunke, Hoelgaard, Enger, Skjerping, Bystrøm und Eiking nun ein absolutes Luxusproblem. Eiking stellte sich voll in den Dienst der Mannschaft. Standesgemäß sprangen für das Nationalteam die Plätze 1, 3 und 5 heraus. Eiking selbst wurde immerhin noch 17.

 

In diesem Jahr wollte der erst Zwanzigjährige die Ergebnisse bestätigen. Um es vorwegzunehmen, es klappte hervorragend, den ersten Profisieg konnte er dennoch bisher nicht einfahren. Die beiden norwegischen Rennen Anfang Mai beendete er dieses Jahr auf dem dritten und dem fünften Platz, gegen die Kragh Andersens war einfach kein Kraut gewachsen. Bei der Norwegen-Rundfahrt verbesserte er sich um einen Platz, wurde Zwölfter, fuhr zwei Top10-Ergebnisse ein und gewann die Wertung des besten Jungprofis. Hinter Mühlberger und Vliegen, aber vor De Plus und Moscon beeendete Eiking die Friedensfahrt der U23 (2.Ncup) auf dem dritten Platz und stellte seine Rundfahrtkünste abermals unter Beweis. Folgerichtig gewann er die norwegische U23-Meisterschaft und wurde in der Elite Zweiter hinter Boasson Hagen. Bei der Aosta-Rundfahrt (2.2U) konnte er sein Vorjahresergebnis nicht ganz bestätigen, sicherte sich aber auf der zweiten Etappe nach Pont-Saint-Martin einen Tagessieg. Beim Arctic Race of Norway (2.HC) zeigte er wieder, dass er den richtigen Riecher hat, und konnte sich in den entscheidenden Gruppen halten, am Ende sprang der sechste Gesamtplatz heraus. Die Tour de l'Avenir (2.Ncup) verlief für die Norweger ein wenig, für Eiking ziemlich enttäuschend. Das Rennen war erstmals auch mit Profis aus der World Tour besetzt (ich nutze die Gelegenheit mal nicht, um über die UCI herzuziehen...) und wurde unglaublich hart gefahren. Am Ende belegte Eiking den zwanzigsten Platz mit knapp 23 Minuten Rückstand auf den Spanier Marc Soler. Da hatten sich die Norweger, die auch Lunke und Skaarseth dabei hatten, sicherlich mehr erhofft.

 

Die Ergebnisse reichten allerdings, um sich bereits einen Platz in der World Tour zu sichern. Das französische Team FDJ hält offensichtlich viel von dem jungen Norweger, der eigentlich noch unglaublich viel Zeit hat, sich in der U23 auszutoben. Gemeinsam mit Teamkollege Daniel Hoelgaard wagt er aber bereits 2016 den Schritt zu den Profis. Die jetzt schon großen norwegischen Fangruppen bei den Radrennen werden in Zukunft sicher nicht kleiner. Und mit Eiking aus dem Großraum Bergen hat man im radsportverrückten Norwegen nun auch einen für die Berge.

 

nominated by all, presented by Offi



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