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Platz 6 - Fernando Gaviria

Fernando Gaviria Rendon

Kolumbien

19.08.1994

 

Fahrertyp: Sprinter

Wichtigster Erfolg: Etappensieger Tour of Britain (2.HC)

Team 2015: Coldeportes - Claro

Stagiaire: Etixx - Quick Step (WT)

Team 2016: Etixx - Quick Step (WT)

Beste Mock-Platzierung: Neu

Web: https://www.facebook.com/FndoGaviria / https://twitter.com/FndoGaviria

 

Er ist Kolumbianer, er steht vollkommen zurecht in den Top Ten der aktuellen Mocklist und er ist KEIN Bergfahrer. Wie das möglich ist? Nun, zunächst einmal bringt Fernando Gaviria 70 Kilo auf die Waage. Und das sind 70 Kilogramm, mit denen er einen für seine 21 Jahre erstaunlichen Punch entwickeln konnte. Gaviria stammt aus La Ceja. Diese 50.000 Einwohner zählende Stadt liegt in der Nähe von Medellin und somit in Antioquia. Dort begann er neben anderen sportlichen Aktivitäten bereits im Alter von drei Jahren damit, dieses Ding mit dem Rahmen und den zwei Rädern zu treten. Sicherlich auch dadurch begünstigt, dass sein Vater Hernando früher selbst einmal ein in Kolumbien recht erfolgreicher Sprinter war und nun einen Radsport-Club leitet. Hier konnte der junge Fernando seine ersten Erfahrungen machen. So war also der Clecilja Club, Escuela de Ciclismo der erste Verein von Fernando Gaviria. Es ist übrigens in Kolumbien vollkommen üblich, dass ehemalige Fahrer solche Klubs ins Leben rufen, um den jungen Nachwuchs und auch die eigenen Kinder zu trainieren. Fernando hat noch eine Schwester, auch sie fährt Rad. Am liebsten auf der Bahn.

 

Dorthin verschlug es Fernando und noch bevor er sich in diesem Jahr dazu entschloss, die Welt des Straßenradsports zu erobern, machte er eindrücklich auf der Bahn von sich reden. So gewann er bereits im Jahr 2012 gleich zwei Junioren-Weltmeistertitel im Omnium und dem Americaine-Bewerb. Seinen Bahnstart hatte er mit dem Umzug nach Medellin. Und während viele junge Kolumbianer eher auf andere Vorbilder schauen, war es für Fernando Gaviria in erster Linie ein junger Brite, der eine Tour de France-Etappe nach der nächsten abschoss und ihn so sehr beeindruckte. Darüber hinaus gewann er mehrere nationale Titel auf der Straße und vor allem auf der Bahn sowie das Punktetrikot der U23 Vuelta a Colombia. Ein Jahr später siegte er bei den Pan-Am Games in Mexiko im Omnium, seiner Spezialität auf der Bahn und wohl auch der Disziplin, die einem kompletten Bahn- wie auch Straßenfahrer sehr entgegen kommt.

 

Die Jahre 2014 und 2015 standen dann beide klar im Zeichen eines ständigen Wechsels zwischen Straße und Bahn mit Trend in Richtung Straße besonders im aktuellen Jahr. 2014 gewann er im Omnium Titel bei den Südamerika-Spielen, bei den Lateinamerika-Spielen und dazu auch noch den Weltcup in London. Doch auch auf der Straße klappte viel. So besiegte er beim Prolog zur Clásica Rionegro con Futuro-Aguas de Rionegro Oscar Sevilla und gewann dann noch eine weitere Etappe im Sprint. Zwei Etappenerfolge gelangen ihm dann auch zum Auftakt der Vuelta al Valle del Cauca und auch zur Vuelta a Porvenir gab es noch einen Etappensieg im Sprint zu feiern. Inzwischen hatte er sein Team auch so weit, ihm die Angreifer zurückzuholen, um ihm dann den Sprint zu lancieren. Dies musste Gaviria seinen Teamkollegen oft genug erst noch beibringen. Dies ist sonst in Kolumbien nicht so sehr üblich. Für sein Nationalteam bestritt Fernando dann auch in Europa noch die Tour de l'Avenir (2.Ncup). Hierbei gelangen ihm ein fünfter Platz und sein erstes Podium hinter Daniel McLay und Magnus Cort Nielsen.

 

So gut und erfolgreich dies bis dahin klingt, so sehr hob Gaviria seinen Wert im Januar des aktuellen Jahres noch einmal an, als er die beiden ersten Etappen der Tour de San Luis (2.1) gewann und dabei zweimal niemand geringeren als sein eigenes Vorbild Mark Cavendish nieder sprintete. Und das auch nicht irgendwie, sondern mit beeindruckendem Vorsprung und nach teilweise sehr langen Wegen, die zurückzulegen waren. Erst auf der siebenten Etappe gelang es Cavendish, die Verhältnisse wieder etwas zurecht zu rücken. Dem Impact von Fernando Gaviria tat dies jedoch keinen Abbruch. Zumal er auf dieser siebenten Etappe Platz 2 belegte. Und sei das alles noch nicht genug, gewann Fernando Gaviria dann im März in Saint-Quentin auch noch die Profi-Weltmeisterschaft im Omnium vor Glenn O’Shea und Elia Viviani. Auch hier ging es nicht ohne schwer zu beeindrucken. So stürzte er im Punktefahren, stieg jedoch schnell wieder auf das Rad, attackierte und fuhr mal eben fix eine Runde heraus. Diese verteidigte er dann mit viel Umsicht und Klasse bis ins Ziel.

 

Doch auch bei Fernando ist nicht immer alles super. So bracht er sich während der Kolumbien-Rundfahrt der U23 im April das Schlüsselbein und musste einige Zeit pausieren. Da hatte Etixx - Quick Step längst schon zugegriffen und sich seine Dienste als Stagiaire und für die Jahre 2016 und 2017 gesichert. Gleich bei seinem ersten Rennen, dem Prudential RideLondon & Surrey Classic (1.HC) wurde Fernando Achter, nachdem er den Sprung in die entscheidende Gruppe geschafft hatte. Keine zwei Wochen später startete er bei der Czech Cycling Tour (2.1) und gewann zunächst mit dem Team die erste Etappe gegen die Uhr, bevor er dann auf der zweiten Etappe seinen Gegnern aus einer größeren Gruppe der Besten im Sprint keine Chance ließ. Nicht ganz so erfolgreich wie gewünscht verlief die Tour de l'Avenir (2.Ncup). Dort blieb Gaviria in einem von vielen Ausreißer-Aktionen geprägten Rennen oft das Nachsehen. Zumal sein Team komplett auf Sebastian Henao und die Gesamtwertung ausgerichtet war. Deutlich besser lief es dann bei der Tour of Britain (2.HC) im September. Hier sollte Gaviria eigentlich Mark Cavendish unterstützen, stahl diesem jedoch auf dem vierten Teilstück erneut die Show. Dieses Mal ließ Gaviria niemand geringeren als André Greipel hinter sich, und der ist immerhin der aktuell beste Sprinter der Saison.

 

Bevor Fernando Gaviria im kommenden Jahr in seine erste Profi-Saison geht, steht noch die WM in Richmond an. Auch wenn ihm das Terrain und der Kurs dort sehr liegen sollten, bleibt dennoch abzuwarten, ob das Team der Kolumbianer wirklich stark genug ist, um ihm dort das Rennen entsprechend vorzubereiten. Und selbst wenn nicht, die Tür ist geöffnet, um ab sofort dem großen Karriereziel Paris - Roubaix nachzujagen. Ein Kolumbianer mit dem Pflasterstein in der Hand im Vélodrome von Roubaix? Warum auch nicht?

 

Gaviria schlägt Cavendish in Argentinien: https://www.youtube.com/watch?v=QEbeRIEzs1c

Gaviria schlägt Greipel bei der Tour of Britain: https://youtu.be/tcxBv3i-IDw?t=14m

Und auf der Bahn https://www.youtube.com/watch?t=6&v=hqyShQf8OHs

 

nominated by ogkempf, olisimpson22, Offi, virtualprofit, wagenge, gardener, Chris Kuntz, Sam Oomen, Ocaña, presented by Ocaña



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