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Platz 9 - Lennard Kämna

Lennard Kämna

Deutschland

09.09.1996

 

Fahrertyp: Rundfahrer / Zeitfahrer

Wichtigster Erfolg: Weltmeister EZF Junioren 2014

Team/Verein 2015: Team Stölting (CT)

Stagiaire: -

Team 2016: CULT Energy-Stölting Group (PCT)

Beste Mock-Platzierung: -

Web: -

 

Ein kommender Radprofi aus Norddeutschland ist schon eine Seltenheit. Mit Lennard Kämna wächst aber gleichzeitig noch ein Talent heran, wie es in Deutschland vielleicht nur alle paar Jahre oder möglicherweise Jahrzehnte vorkommt. Als 8-jähriger entdeckte der kleine Lennard, geboren in Wedel bei Hamburg und aufgewachsen in Fischerhude, das Rennrad für sich und schloss sich zwei Jahre später der RRG Bremen an, für die er bis einschließlich 2010 in die Pedalen trat. In seinem letzten Jahr als Schüler gelangen ihm auch die ersten größeren Erfolge, so u.a. beim GP Buchholz sowie den norddeutschen Querfeldeinmeisterschaften. Und er bezwang erstmals die mythische Alpe d’Huez, wenn auch nur im Urlaub…

 

Mit 13 Jahren verließ Kämna, der in seiner Jugend auch auf dem Pferd aktiv war, seine Heimat und zog in das Cottbuser Sportinternat, wo er seit 2011 als Junior auch für den RSC Cottbus fuhr. Naturgemäß ist so eine Umstellung erst einmal mit einer neuen Eingewöhnung verbunden. Dennoch gewann Kämna gleich im ersten Jahr einige Kriterien und sicherte sich sowohl 2012 als auch 2013 den brandenburgischen Meistertitel im Einzelzeitfahren sowie eine Etappe der Youngclassics, die im Rahmen der Vattenfall Cyclassics ausgetragen werden. Zudem verfehlte er hinter dem Luxemburger Wirtgen um ein Haar einen Etappensieg bei der Internationalen 3-Etappenfahrt der Rad-Junioren 2013 (2.1) rund um Frankfurt.

 

Im Winter 2013 muss man in Cottbus den berühmten Schalter zum Umlegen gefunden haben. Denn was Kämna in der Saison 2014 leistete, brachte ihm nicht nur den Titel des Junioren-Radsportler des Jahres ein, es war schlicht mit den Vorleistungen nicht zu vergleichen. Er gewann zwei Etappen und die Gesamtwertung der Internationalen Cottbuser Junioren-Etappenfahrt, holte nur zwei Wochen später einen Etappensieg und Gesamtrang 2 bei der Tour of Istria (2.Ncup), wurde ebenfalls 2. beim alten Henninger-Rennen und 4. der Friedensfahrt der Junioren. Das im Rahmen der Rad-Bundesliga ausgetragene Einzelzeitfahren in Ilsfeld-Auenstein (und schließlich auch die Gesamtwertung der Bundesliga) entschied er ebenso für sich wie das Zeitfahren der Trofeo Karlsberg (2.Ncup), die er dank starker Leistungen auf den übrigen Etappen hinter dem unter Dopingverdacht stehenden Slowenen Kumar und dem Iren Dunbar, aber vor den starken Amerikanern Barta und Costa auf Rang 3 beendete. Damit nicht genug: Innerhalb von drei Tagen wurde er sowohl deutscher als auch Europameister im Einzelzeitfahren und ließ eine Woche später noch den Sieg bei der deutschen Bergmeisterschaft folgen. Beim renommierten Junioren-Rennen Grand Prix Rüebliland (2.1) stand zwar im Zeitfahren nur Platz 3 zu Buche, der aber in Verbindung mit dem Auftaktsieg als Solist in Kriegstetten gleichbedeutend mit dem Gesamtsieg der Rundfahrt war.

 

Man kann sagen, dass Kämna damit keinesfalls als Außenseiter an den Start der Weltmeisterschaften in Ponferrada ging. Dass er über nicht einmal 30 Kilometer aber gleich eine Dreiviertelminute zwischen sich und Silbermedaillengewinner Adrien Costa aus den USA würde legen können, hätten wohl sicher nur die kühnsten Optimisten erwartet. Mit einem Schnitt von fast 49 km/h sorgte er für einen gelungenen Schlusspunkt der Saison 2014. Und dafür, dass ihm für sein erstes Jahr als U23-Fahrer ein Vertrag vom Continental Team Stölting angeboten wurde, in dessen Diensten auch die vielversprechenden Talente Herklotz, Bauhaus, Walscheid, Dieteren und Co. standen, obwohl der naheliegende Weg ihn aus Cottbus eigentlich 2015 in das LKT Team Brandenburg hätte führen sollen, zumindest wenn es nach dem brandenburgischen Radsportverband gegangen wäre.

 

Vermutlich ist bisher auch nur wenigen Junioren ein so reibungsloser Übergang in die U23 gelungen. Schon beim Giro del Belvedere (1.2U) enterte Kämna die Top10 und belegte bei der Course de la Paix U23 (2.Ncup) einen überraschenden 6.Platz, direkt hinter U23-Größen wie Mühlberger, de Plus, Vliegen oder Moscon. Wenig überraschend gewann er auch das anspruchsvolle Bundesligarennen in den Weinbergen von Ilsfeld-Auenstein mit einem dominanten Soloritt. Selbst in seinem ersten Aufeinandertreffen mit den Profis hielt er sich bei der Bayern-Rundfahrt (2.HC) schadlos und verlor auf 26 Kilometern in Haßfurt lediglich eine Minute auf den späteren Sieger Dowsett. Zwar wurde ihm hier noch die Show von seinem Teamkollegen Nils Politt gestohlen, was das Endergebnis in den Top15 aber nicht schmälern kann. Denn bereits einen Monat später konnte Kämna Revanche nehmen und Politt bei den deutschen Meisterschaften im Einzelzeitfahren der U23 im Kampf um Gold um 7 Sekunden hinter sich lassen. Dazu erreichte er im anspruchsvollen Straßenrennen der Elite das Ziel auf Platz 12 mit der ersten Verfolgergruppe. Zum Abschluss der ersten Saisonhälfte ging es mit dem Team Stölting zum Giro Ciclistico della Valle d'Aosta (2.2U). Während der weiterhin an Knieproblemen laborierende Herklotz das Ziel nicht erreichte, wurde Kämna nicht nur 2. beim Bergprolog in Morillon hinter einem überragenden Robert Power, er gewann auch die mit acht Bergwertungen gespickte vierte Etappe nach Saint-Christophe mit deutlichem Vorsprung vor den Italienern Ravasi und Velasco. Ohne den Jour-sans auf Etappe 1 mit beinahe 9 Minuten Rückstand hätte er hiermit womöglich sogar die Top3 in der Gesamtwertung um Power, de Plus und Petilli noch einmal ins Schwitzen gebracht.

 

Die zweite Saisonhälfte forderte dann ein wenig Tribut, so dass z.B. bei der Tour de l’Avenir (2.Ncup) nicht mehr als Rang 15 auf einer Bergetappe hinaussprang. Ferner blitzte Kämnas Potenzial noch einmal bei der Czech Cycling Tour (2.1) auf, als er 4. in einer Ausreißergruppe um den Tschechen Stybar, Mock-Lister Mühlberger und Stefan Schumacher wurde. Wahrscheinlich bereitet er aber nur seinen großen Coup bei den Weltmeisterschaften in Richmond vor, bevor er zur kommenden Saison bedingt durch die Fusion seines Teams mit dem finanziell klammen dänischen Rennstall Cult als Neo-Profi in die Professional Continental Tour aufsteigt.

 

nominated by olisimpson22, Offi, virtualprofit, wagenge, gardener, Gregor Mühlberger, Chris Kuntz, Sam Oomen, Ocaña, presented by virtualprofit



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