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Dopingpraxis, Erfahrungen, Beispiele



Doping to lose

Im Januar 2018 wurde der 32-jährige japanische Topkanute Yasuhiro Suzuki für 8 Jahre gesperrt. Er hatte seinem Teamkollegen und jüngeren Rivalen, den 25-jährigen Seiji Komatsu, vor den Qualifikationsrennen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio das anabole Steroid Methandienon in die Trinkflasche gegeben. Sein Ziel hatte er damit erreicht, sein Konkurrent wurde positiv getestet, doch Suzuki konnte der Betrug nachgewiesen werden. (The Japan News, 9.1.2018)

 

Oft gibt es solche Geschichten, in denen der sportliche Gegner nachweislich zu dessen Nachteil gedopt wurde, nicht zu lesen. Dabei handelt es sich um eine der ältesten Betrugsformen. Sie besteht darin, seinen Gegner vor dem Wettkampf zu vergiften, eine Methode, die besser bekannt ist unter dem Begriff "doping to lose". Dr. Pierre de Mondenard betont, dass diese Form, ohne dass es Doping genannt wurde, schon seit vielen Jahrhunderten existiert. Es war immer recht einfach, den Gegner zu schwächen, zu verletzen oder zu töten, die Palette bekannter Mittel und Methoden war groß. Vielversprechende Möglichkeiten, sich mittels Substanzen selbst zu stärken, die eigene Leistung zu steigern und so dem Konkurrenten oder Feind überlegen zu sein, gab es kaum, entsprechende wirksame Substanzen waren weitgehend unbekannt oder ihre Anwendung war nicht einfach. Drogen wurden zwar immer schon angewandt doch sie waren nicht ohne Nebenwirkungen. Lange Zeit galt z.B. das Essen von Tieren oder bestimmten Teilen von ihnen als Möglichkeit, deren Kräfte und Eigenschaften zu übernehmen (s. z.B. John Hobermann, Menschliche Maschinen). Die Wirkungen von Opium, Bilsenkraut, Eisenhut oder Schierling eigneten sich dagegen gut dafür anderen zu schaden. Getränke auf Basis von Eibenauszügen, Arsen, Rattengift auf Basis von Nieswurzwurzeln, Samenschalen des Wegerichs, der Säfte von Backenklee, Baumwolle, Thapsia, Spritzgurke konnten heilen aber auch vergiften.

Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten die ersten Berichte/Erzählungen mit dem Begriff "Doping" auf. Bis er seine heutige Bedeutung erhielt, wandelte diese sich mehrmals. Eine Variante stammt von dem Sportmediziner Francis Heckel aus dem Jahr 1920. Danach stand das Verb "to dope" in Beziehung zu Matrosen, auch hier ging es um negative Beeinflussung zu Ungunsten der Beetroffenen. Sie mussten anscheinend vor langen Seereisen gefügig gemacht werden. "In den Hafenkneipen gab man ihnen solange vergifteten Gin zu trinken, bis sie in einem Bewusstseinszustand waren, in dem sie ihren Anheuerungsvertrag unterschrieben."

 

Die Manipulation sportlicher Ergebnisse als Methode fand früh Eingang in den Pferdesport. Hier kam es auch zu den ersten Affairen. Am 28. Februar 1766 sollten in Frankreich die beiden berühmtesten Pferde Englands und Frankreichs auf dem Kurs La Plaine des Sabions in Fontainebleau gegeneinander antreten, das Pferd von Lord Forbes und das Pferd des Herzogs von de la Lauraguais. Doch letzteres wurde kurz vor dem Start krank, man zwang es dennoch zu starten, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, man wolle dem Duell aus dem Wege gehen. Das englische Pferd gewann, das französische starb einige Tage später. Die Obduktion ergab , dass das Pferd vergiftet worden war.

 



Doping to lose - Beispiele



Tour de France



Aus der Anfangszeit des Profiradsports gibt es einige Geschichten, die sich um das Verabreichen und Vergiften gegnerischer Sportler mit geheimnisvollen Substanzen ranken. So soll z.B. der legendäre Choppy Warburton seinen Schützling Jimmy Michael 1896 vergiftet haben
(Portrait Choppy Warburton).

Radrennfahrer Charles Terront erzählte davon, wie er 1879 misstrauisch wurde, als er in seinem Ruhezelt feststellte, dass seine Milchflasche mit einem Messer geöffnet worden war und auf einem anderen Platz stand. Ein anderes Mal wurde ihm in England von einer Frau eine Rose überreicht, die ihn bewunderte. "Ich nahm sie entgegen, doch Monsieur Devien nahm mich am Arm und übergab die Rose einem meiner Trainer, Fabin, der daran roch, umfiel und eine halbe Stunde wie betrunken schlief."

 

Paul Duboc galt 1911 bei der Tour de France als unschlagbar. Doch auf der 11. Etappe ereilte ihn eine seltsame Krankheit. Nachdem er während einer Verpflegungskontrolle einige Schlucke aus einer Trinkflasche getrunken hatte, verließen ihn die Kräfte. Von Krämpfen gebeutelt brach er am Wegrand zusammen und musste mit einem Schmerzmittel behandelt werden. Die Erklärung kam angeblich am nächsten Tag, als die Analyse der Trinkflasche, die von Renndirektor Henri Desgrange sicher gestellt worden war, vorlag. Das Getränk war mit giftigen Substanzen angereichert worden und kostete Duboc den Toursieg. Diese Variante scheint aber nicht sicher zu sein. Zum einen wurde nie ein Täter bekannt. Zum anderen besteht der Verdacht, dass in der Trinkflasche Sekt war, der bei der großen Anstrengung von Duboc schlecht vertragen wurde.

 

Während der Tour 1923 wurde der Belgier Léon Scieur, Sieger der Tour von 1921, auf der 7. Etappe plötzlich krank. Er hatte kurz zuvor von einem Zuschauer eine Trinkflasche mit Kaffee erhalten und diese ausgetrunken. Scieur musste eine Woche in einer Klinik in Lourdes verbringen. Angeblich war Arsen das Problem, doch bis heute ist unklar, ob die Trinkflasche tatsächlich vergiftet war.

 

Vermutungen und Unterstellungen, vielleicht auch Ausreden, gab es während der Tour de France 1938. Während der 19. Etappe der Tour am 22. Juli wird der Franzose Dante Gianello plötzlich von schweren Verdauungsproblemen gebeutelt. Die Analyse seines Urins stellt 3 Gramm Strychnin fest. Von einigen Personen wurde offen ein Anschlag von belgischer Seite unterstellt, doch für Gianello war klar, dass es die Italiener um Bartali waren.

 



Boxen

Am 2. Juni 1905 bestritt der Däne Battling Nelson einen Kampf gegen Kid Sullivan, den zu gewinnen, für ihn leicht sein sollte. Die ersten drei Runden beherrschte er seinen Gegner souverän, doch dann geschah Seltsames. Jedes Mal nachdem sein Gesicht von der Faust Sullivans berührt wurde, verringerte sich seine Sehfähigkeit. Am Ende des Kampfes war er blind und schlug orientierungslos um sich, selbst der Schiedsrichter wurde getroffen. Der Kampf wurde in der 6. Runde bei Gleichstand abgebrochen. Nelson musste medizinisch versorgt werden. Die Analyse des Vorfalls ergab, dass zur vierten Runde die Handschuhe Sullivans mit Belladonna imprägniert worden waren.

 

1935 wurde der panamesische Boxer Alfonso "Panama" Brown Opfer einer lebensbedrohenden Giftattacke durch seinen Pfleger Bobby Diamant anlässlich seines Kampfes gegen den Spanier Baltasar Sangchili. Der Anschlag war der Endpunkt einer Reihe vorausgegangener Bedrohungen. Erst wurde er betrunken gemacht, dann in einem türkischen Bad angegriffen und zum Schluss wurde ihm vor dem Kampf ein starkes Narkotikum verabreicht. Brown verlor ohne Gegenwehr seinen Titel, Diamant wurde dagegen belohnt und bekam eine Anstellung im Team von Jules Avernin, dem Sangchili angehörte. Doch zwei Jahre später ereilte Sangchili ein ähnliches Schicksal. Als er während eines Kampfes im New Yorker Madison Square Garden den Italo-Amerikaner Tony Marino allem Anschein nach im Griff hatte, bekam er in seiner eigenen Ecke eine Droge verabreicht, die sein K.O. in der 15. Runde besiegelte.

 

Im Jahr 1955 behauptete der US-Amerikaner Harold Johnson, Weltmeister im Halbschwergewicht von 1961 bis 1963, er sei vor dem Kampf gegen den Kubaner Julio Mederos vergiftet worden. Tatsächlich fand man Spuren von Barbituraten in seinem Urin. Diese hätten aber auch von dem Verzehr von mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Orangen herrühren können.

 

Ungeklärt blieb auch, woher das Schlafmittel, das in der Wasserflasche des Franzosen Richard Caramanolis während seines Kampfes gegen den Holländer Alex Blanchard 1985 gefunden wurde, kam. Und drei Jahre später, 1988, wurde möglicherweise Jean-Marie Emébé aus Kamerun zum Kampf gegen Virgil Hill, USA, mit Morphinen vergiftet. Wurde vielleicht auch George Foreman im Kampf gegen Muhammad Ali 1974 von seinem eigenen Trainer und Manager mit einem Medikament in der Trinkflasche geschwächt, wie er Jahre später in seinen Memoiren behauptete? (espn, 23.5.2007)

 



Fußball

Dem Brasilianer Claudio Ibraim Vaz Leal, genannt Branco, wurde während des Achtelfinals der WM 1990 im Spiel gegen Gegner Argentinien unfaires Spiel vorgeworfen. Er rechtfertigte sich damit, dass der argentinische Trainer seine Wasserflasche vergiftet hätte, weshalb er mit Halluzinationen gekämpft habe. Klares Denken und Spielen sei ihm nicht mehr möglich gewesen. Geglaubt wurde ihm nicht, doch im Jahr 2005 erzählte Diego Maradona, Kapitain des argentinischen Teams, in einem TV-Interview 'stolz wie ein Pfau', wie Branco 1990 Opfer einer Giftattacke wurde. "Ich wusste in der Halbzeitpause, in der Zeit zum Trinken war, dass einer unserer Mitarbeiter irgendetwas in die Trinkflaschen der Brasilianer gegeben hatte. Ich sah Branco und betete: Trink, los trink." Maradona lachte dabei und die Moderatoren der Sendung fanden das wohl ebenfalls erheiternd. "Plötzlich sah ich Basualdo, der eine Flasche nahm. Ich schrie, "leg sie sofort weg, mein Gott, nicht trinken!"" Allenthalben Gelächter. Maradonas Äußerungen gingen durch die Medien und Brasilien forderte daraufhin eine Untersuchung. Argentinien wiegelte ab und spracht von einem schlechten Scherz Maradonas. Julio Grondona, Präsident des Argentinischen Fußballverbands, wollte sich zu dem Vorfall, der doch schon so lange zurückläge, nicht mehr äußern und erinnerte die Brasilianer an ein Spiel während der Copa America 1995 in Uruguay, das Argentinien nach einem Handspieltor verloren hatte... Wie du mir, so ich dir.... (spiegel.de, 20.1.2005)

 

Im Oktober 2010 verloren vier Spieler des peruanischen Zweitligisten Hijos de Acosvinchos während eines Aufstiegsspiels das Bewusstsein und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie hatten nach Angaben des Clubpräsidenten in der Halbzeitpause ein Getränk getrunken, das ihnen von einem Assistenten des gegnerischen Teams gereicht worden war. Bei die Analyse des Getränks wurde Benzodiazepin festgestellt. Über Konsequenzen ist nichts bekannt. (The Huarez Telegraph, 22.4.2017)

 



Rätsel um Dieter Baumann

1992 gewann Dieter Baumann die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Barcelona über 5000m. In den 1990iger Jahren war er einer der wenigen weißen Läufer, die mit den Afrikanern mithalten konnten. 1999 wurden bei einer Kontrolle Spuren von Nandrolon-Metaboliten festgestellt. Er stritt jegliches Doping ab und unterstellte, Opfer eines Komplotts geworden zu sei. Nach langem Suchen möglicher Quellen wurden in seiner Zahnpasta Spuren von Nandrolon festgestellt. Es folgten jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen durch die sportrechtlichen Instanzen und vor staatlichen Gerichten. Seine Sperre konnte Baumann nicht verhindern, aber es wurde nie geklärt, wie es zur Verunreinigung der Zahnpasta kam. Es war ein Jahr nach der Festina-Affaire. Geschichten über vergiftete Trinkflaschen und ähnlichen Betrugsversuchen begegnete man noch misstrauischer als sonst und betrachtete sie als leichte Ausreden für fehlende Argumente.

Dieter Baumanns Ansehen und seine sportliche Karriere war langfristig zerstört und der deutsche Sport hat bis heute einen letztlich ungeklärten spektakulären Dopingfall. Dieter Baumann hat nie aufgehört, seine Unschuld kämpferisch zu verteidigen. (FAZ, 2.4.2002)

 



Causa Russland

Whistleblower Grigori Rodtschenkow berichtete 2013 davon, dass er als Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors positive proben säubern sollte, sondern auch von einem Fall, bei dem Sportminister Nagornykh von ihm verlangte, einer Sportlerin eine positive Probe unter zu schieben.

„Er fragte mich, ob wir das machen könnten. Ob wir ihre Probenflaschen öffnen und den Inhalt durch Dopingurin ersetzen können. Ich war absolut schockiert.“ Naghornik wollte bei einem Wettbewerb in Moskau offenbar die ukrainische Biathletin Wita Semerenko zugunsten russischer Athleten des gefälschten Dopings überführen. (DLF, 22.4.2019)

Rodtschenkow lehnte das Ansinnen ab, da die Gefahr bestand, dass die Sportlerin in den kommenden Tagen vom internationalen Verband kontrolliert werden könnte und damit Fragen zu der positiven Probe auftauchen könnten.

 



Alex Schwazer

Der italienische Geher Alex Schwazer wurde 2012 wegen EPO-Dopings gesperrt. Nach Ablauf seiner Dopingsperre wollte er beweisen, dass er auch ohne Doping gute Leistungen erbringen kann und bereitete sich zusammen mit dem renommierten Anti-Doping-Experten Sandro Donati auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vor. Im Juni 2016 wurde jedoch bekannt, dass er erneut positiv getestet worden war und zwar durch eine zweite Analyse, die die IAAF veranlasst hatte. Die entsprechende Probe war beim ersten Test als negativ klassifiziert worden. Er erhielt eine Sperre über 8 Jahre, die vom CAS bestätigt wurde. Schwazer und Donati wehrten sich umgehend und sprachen von einer Verschwörung. Schwazer habe keinesfalls gedopt. Es sei aber sehr seltsam, dass die IAAF ihr Ersuchen auf die zweite Analyse einer Probe kurze Zeit nach Schwazers Aussagen gegen den italienischen Leichtathletikverband und Verbandsarzt Giuseppe Fischetto vor dem Untersuchungsrichter in Bozen gestellt habe.

Fischetto zählt zu den renommiertesten Personen des Anti-Doping-Kampfes der italienischen und internationalen Leichtathletik.

Anfang 2018 wurde Fischetto zusammen mit seinem Verbands-Sportarzt- Kollegen Pierluigi Fiorella zu je zwei Jahre Gefängnis auf Bewährung einschließlich Berufsverbot und einer Geldstrafe verurteilt. Leichtathletikverbandsfunktionärin Rita Bottiglieri erhielt ein 9monatige Haftstrafe. Der Vorwurf lautet, von einem Dopingverdacht gewusst, ihn aber nicht gemeldet zu haben, damit hätten sie Doping begünstigt - man kann dies ein historisches Urteil nennen.

 

Da die Anklagen u.a. auf Aussagen Alex Schwazers vor den Anti-Doping-Behörden beruhten, könnte das aktuell laufende Verfahren gegen Schwazer ein Versuch sein, Schwazer zu diskriminieren. (c4f: Giuseppe Fischetto, IAAF, FIDAL - Komplotte und mehr)

 

Die Affaire ist noch nicht abschließend geklärt. Anteile der Urinproben Schwazers gingen nach langem Hin und Her zur Staatsanwaltschaft Bozen, die erneute Analysen veranlasste. Doch der Manipulationsnachweis scheint schwierig. In einem Interview der Gazzetta dello Sport mit Schwazer erklärt der Sportler, dass die entscheidende Frage wohl die Konzentration der DNA in den Proben sei. Untersuchungen mit 100 Vergleichsproben anderer Personen, hätten gezeigt, dass sich die DNA-Konzentrationen über den vorliegenden langen Zeitraum von über 2 Jahren verringerten, sich die DNA-Konzentration von Schwazer in den vorliegenden Proben aber anders verhalte. Damit könnte der Vorwurf, die Urinproben seien manipuliert worden, an Glaubwürdigkeit gewinnen. (gazzetta.it, 19.2.2019)

 



Wie verbreitet ist Doping to lose tatsächlich?

Vieles sind alte Geschichten ohne aktuelle Relevanz, doch das Ansinnen des russischen Sportministers und die mögliche Manipulation im Falle Alex Schwazer zeigen größere Dimensionen auf.

 

Plötzliches Unwohlsein, Magen-Darm-, Kreislaufbeschwerden und andere plötzlich auftauchende Symptome haben schon viele Topsportler/innen zur Aufgabe des Wettkampfes gezwungen. Überanstrengung? Verdorbenes Essen? Eigendoping oder Doping to lose?

Vergiftete Martina Hingis im Jahr 2001 während der Australian Open Serena Williams, wie diese ihrer Gegnerin unterstellte? Warum fühlte sich die Mehrheit der französischen U18-Fußballnationalmannschaft während der EM 2000 plötzlich krank? Woher kam die Lebensmittelvergiftung von 10 ukrainischen Nationalspielern während der Fußball-WM 2012? Hat Bernard Tapie dafür gesorgt, das das Team von ZSKA Moskau während der Champions League 1990 an einer Lebensmittelvergiftung erkrankte, wie es Jean-Jacques Eydelie in seiner Biografie behauptet? Ließ Eddy Merckx zur WM 1975 in Montreal seinen Konkurrenten Freddy Maertens mittels Gift in einer Trinkflasche außer Gefecht setzen, wie es dieser dem Radsportheroen unterstellte? Und was ist mit Floyd Landis, der fest dabei bleibt, kein Testosteron genommen zu haben, das ihm den Toursieg kostete, der aber sein sonstiges Doperleben offen legte und dazu steht?

 

Im Mai 2016 wurden Vorwürfe laut, die Wettmafia habe das Finale der Rugby-WM 1995 in Südafrika gesteuert indem sie dafür sorgte, dass zwei Drittel des neuseeländischen All Black-Teams zum Finale krank antreten mussten. (The Telegraph, 4.5.2016)

 

Entwirren und nachweisen lässt sich das alles kaum. Und deshalb stellt sich die Frage, wie viele Sportler/innen wurden schon ohne Selbstverschulden, nur aufgrund positiver Dopingbefunde sanktioniert? Das Strict Liability-Prinzip des WADA-Codes lässt nur wenig Spielraum bei der Festsetzung von Schuld. Die Betroffenen sind selbst verantwortlich dafür, was in ihrem Körper gefunden wird. Es kann zwar Nachlässe in der Höhe der Sanktionen geben, doch nur wenn glaubwürdig dargelegt werden kann, auf welche andere Weise die Substanzen in den Körper gelangt sein könnten.

 

Die tatsächliche Verbreitung des Doping to lose dürfte immer im Dunkeln bleiben.

 

 





 

Quellen:

De Mondenard, 12.1.2017

sport et Vie 2003, Nr. 78, s. Seite unten

sport et vie, hors-série Nr. 38, 2013

 


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